Guten Morgen! Und auf DVD gibt's die Verfilmung auch. Die hatte ich mir gekauft. Dramaturgisch absolut top. Ich mag auch heute morgen gar nicht dran denken. So etwas zieht mich arg runter. Ich denke, zur Abschreckung / zum Aufhören / zum Nachdenken über sich selbst und was hätte werden können, ist dieses Bühnenstück ideal. Aber ein Stimmungskiller aber leider auch...
stef2303 - Der Weg in ein suchtfreies Leben - Zeit wird es!
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… so ging es mir mit dem Film „Rückfälle“.
Die hilfreiche Wirkung hat sich später entfaltet, als ich wieder Abstand gewonnen hatte.
Etwas bleibt hängen und das ist gut so. -
Der Film hat bei mir einiges ausgelöst. Ich habe mir vorgenommen, mir den Film wieder anzusehen,wenn ich leichtsinnig werden sollte, oder anfange mir auf die Schulter zu klopfen, weil ich so oder solange nüchtern bin!!
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Das hab ich zwar nicht geschrieben, aber ich stimme Dir zu😉
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so ging es mir mit dem Film „Rückfälle“.
Der Film habe ich mir auch angeschaut, echt krass.
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Das hab ich zwar nicht geschrieben, aber ich stimme Dir zu
Ich bitte dich, in deiner unendlichen Großmütgkeit, mir zu verzeihen!


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… so ging es mir mit dem Film „Rückfälle“.
Die hilfreiche Wirkung hat sich später entfaltet, als ich wieder Abstand gewonnen hatte.
Etwas bleibt hängen und das ist gut so.Die Atmosphäre in dem Film war so extrem bedrückend. Ich hab mir den vor ein paar Tagen angeschaut, weil er hier so oft erwähnt wurde. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn gut finde. Muss ich noch sacken lassen.
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Liebes Forum!
Bin mal wieder hier. Hier im Forum und (wie so oft): Hier im Büro. Es ist jetzt bei mir knapp vor 19.00 Uhr - eigentlich ja noch gar nicht so spät. Der Abend ist noch jung.
Warum bin ich heute hier? Und gestern? Und vorgestern? Und die Tage davor?
Nun ja, weil in letzter Zeit bei mir das leidliche "Phänomen" einsetzt, dass sich in der Zeit der Nüchternheit immer wieder die - doch so bekannte - Frage auftut: Was machen mit der plötzlich aufgrund der Nüchternheit vorhandenen Zeit?
Jetzt ist es nicht so, dass ich heute nichts getan hätte. Ganz im Gegenteil. Bin seit 8 Uhr in der Arbeit, war über die Mittagszeit 2 Stunden laufen, dann mit einer guten Bekannten spazieren, später im Büro neben der Arbeit bzw. in den Pausen habe ich nette Gespräche geführt, weiter gearbeitet und jetzt: Ja jetzt sitze ich da und weiß wieder nichts mit meiner Zeit anzufangen... Nach Hause will ich nicht. Die Wohnung ist geputzt, es gibt dort nicht wirklich etwas zu tun und außerdem ist auch niemand dort.
Zu früheren nassen Zeiten hätte sich mir eine derartige Situation nie gestellt, man kann sich denken weshalb: Wenn ich getrunken habe, war mir nie langweilig und wenn doch, dann gab es eben noch mehr... bis zum Schlafengehen. Auch während der aufrechten Partnerschaft (die es jetzt nicht mehr gibt). Eine reine Augenauswischerei versteht sich. Ich habe mir die Langeweile (auch in der Beziehung) einfach "weggetrunken".
Mir ist natürlich klar, dass wohl viele trockene Alkoholiker dieses Problem der plötzlich reichlich vorhandenen Zeit haben - aber wie damit umgehen? Sich mit Freunden unterhalten, Hobbies nachgehen, was auch immer TUN - klar, aber geht das so einfach? Ist das nicht vielleicht auch ein Aspekt der psychischen Abhängigkeit? Diese Leere?
Wenn ich mich selbst betrachte, ist mein Tag prall gefüllt mit Aktivitäten - ich sehe zu, dass ich eigentlich ständig etwas zu tun habe (Arbeit, viel Sport, ehrenamtliche Aktivitäten, AA-Meetings, irgendwas ansehen - im TV oder auch "in echt", viel lesen, gehe sogar regelmäßig in die Kirche und und und) - und dennoch: Genau dann, wenn ich gerade mal nichts tue: Leere.
Ist dies eine Art Suchtdruck? Ich bin mir nicht sicher, glaube aber nicht. Denn bei aufkommendem Suchtdruck will ich doch Alkohol trinken. Genau das will ich aber gar nicht. Der Griff zum Glas kommt mir gar nicht in den Sinn. Es ist eher ein Zurückdenken an die Zeit (der Trinkerei), in der ich mir nicht überlegen musste, was ich als nächstes tue. Und dies macht mir in letzter Zeit wieder einmal mehr zu schaffen.
Natürlich begegnet jeder, der dasselbe Problem mit der vielen Zeit hat, diesem Phänomen anders.
Hattet ihr auch solche Phasen bzw. seid ihr an die Sache herangegangen? Ich meine, das muss doch irgendwie wegzukriegen sein, oder? Klar könnte ich mich jetzt z.B. vor den PC setzen und bis in die Morgenstunden irgendein Computerspiel spielen, online pokern oder was weiß ich was. Aber das kann es doch auch nicht sein. Das ist doch kein Leben, denke ich mir mal. Andererseits: Das, was ich derzeit mache, kann wohl auch nicht gesund sein.
Gut, dass ich morgen mal wieder einen Termin bei meiner Therapeutin habe; vielleicht kann auch die Gute helfen!?
Die derzeitige Situation ist leider wenig angenehm für mich - ich glaube, ohne die Trinkerei früher hätten sich diese Probleme heute nicht aufgetan.
Danke fürs lesen.
LG, Euer Stef.
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Mir ist natürlich klar, dass wohl viele trockene Alkoholiker dieses Problem der plötzlich reichlich vorhandenen Zeit haben - aber wie damit umgehen? Sich mit Freunden unterhalten, Hobbies nachgehen, was auch immer TUN - klar, aber geht das so einfach? Ist das nicht vielleicht auch ein Aspekt der psychischen Abhängigkeit? Diese Leere?
Ging es früher einfacher?
Hast du dich früher nicht mit -Sauf Freunden getroffen und etwas unternommen? Keinen Plan gemacht, ob da oder dort etwas zu trinken gab? Nicht dafür gesorgt, wenn Festivitäten selbst ausgerichtet hast, wer was trinkt, wer was isst und vieles mehr? Im Sport nicht darauf geachtet, dass man sich danach getroffen hat? Ferien, Feste, Zusammenkünfte geplant? Urlaub gemacht, sich erkundigen, sich mit anderen darüber ausgetauscht?
Wenn ja, dann hattest du einen riesigen Einfallsreichtum, den du jetzt nur auf ein wenig trockeneres Umfeld umschalten musst.
Wenn es jedoch bei dir ganz anders war und du nur rund um die Uhr im stillen Kämmerlein gesoffen hast, dann fange endlich an zu leben.
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Ich kenne dieses Unvermögen mit der gewonnenen Zeit umzugehen. Auch ich habe nicht gemerkt, dass ich mir eine Beziehung schön gesoffen hatte auf die ich eigentlich gar keine Lust hatte. Die Wochenenden waren gefüllt mit Party und darauf folgenden Kater. Nüchtern hab ich alles wie wild mit Aktivität gefüllt. Sport. Yoga, aufräumen usw.
Irgendwann ist alles sortiert und geordnet, der Sport gemacht, Dinge erledigt. Dann muss man sie aushalten, die Zeit mit sich selbst. Und mit dieser fremd gewordenen Person ‚nüchternes Ich‘ erst mal klar kommen.
Die ist nicht immer laut und lustig, hat nicht immer einen Spruch Parat, sondern ist oft nachdenklich und bedürftig. Ich mag diese Person schon irgendwie aber sie ist mir auch ein wenig fremd. Etwas zu sortiert, relativ still, so gar nicht originell. Aber durch und durch authentisch. Sie muss nicht lügen und keine Show abziehen, sich nicht in den Vordergrund drängen und sich niemandem an den Hals werfen.
Nach und nach füllt sich die Leere etwas und ich gewöhne mich und werde innerlich ruhiger. Aber das ist ein sehr langsamer Prozess. Irgendwie auch interessant.Ich hoffe irgendwann ist mir die andere Anna fremd. Die die lallend an der Theke sitzt und glaubt sie sei gerade total hinreißend. Die sich intellektuell findet mit einem teuren Rotwein lesend, um spätestens nach 2 Stunden verzweifelt irgendeinen Gelegenheitslover anzurufen und sich am nächsten Tag für alles zu schämen.
Ja das füllt auch ein Leben aus, aber schön ist anders. Hab Geduld mit dir und gib dir Zeit, dich mit deinem nüchternen Ich zusammenzuraufen. Immerhin wollt ihr ja einen Bund fürs Leben schließen!
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Hi Stef, ich habe diesen Zustand die große Langeweile genannt. Ich hatte das häufiger in Phasen. Am Anfang der Abstinenz vermehrt jetzt gar nicht mehr. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte das hat was mit dem Dopamin Haushalt zu tun. Aber wer weiß… Sich selbst die ganze Zeit auszuhalten ist auch eine ganz schöne Herausforderung, wird aber auch einfacher….
Liebe Grüße Rina
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Hi Stef,
google mal nach "Innere Leere"
LG LK
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Danke für den Input!
Bei mir ist das eine seit vielen Jahren vorhandene "Kompensationsfrage", die sich eingebrannt hat.
In den Zeiten im Jahr, in denen ich früher getrunken habe, stellte sich die Frage nach einer anderen Beschäftigung gar nicht. Getrunken habe ich sowohl in der Öffentlichkeit als auch zu Hause und "gelebt" habe ich zu diesen Zeiten teils auch ganz schön intensiv. Und wie es dabei so ist: Ab einer gewissen Menge - wozu noch an andere oder anderes denken? Da ist das Trinken Beschäftigung genug und der Rest (von nichts bis zu absoluten Peinlichkeiten - habe zum Beispiel einmal bei einem Empfang in einer Bank dem recht honorigen Bankdirektor in einem ziemlich angeschlagenen Zustand Veranlagungstipps gegeben - bei einem späteren Meeting konnte ich ihm gar nicht richtig in die Augen schauen, so genierte ich mich) kommt von selbst...
Ja und dann kamen wieder diejenigen Zeiten (sagen wir mal Pi mal Daumen 6 Monate im Jahr), wo ich absolut nichts mit Alkohol drinnen trank. Das bedeutete für mich aber auch, dass ich diese Lücke schließen musste - es musste Ersatz her. Das war teils extrem viel Sport (Halbmarathon- und Marathonläufe am laufenden Band, ausgiebige Rad-Etappen, Bergtouren - alles, was einen körperlich an den Rand der Leistungsfähigkeit bringt), oder auch Arbeit über Arbeit (einmal fragte mich einer unser Security-Mitarbeiter, ob ich in der Firma wohne) oder ich tingelte von einer Veranstaltung zur nächsten (so nach dem Motto: Was gibt es heute in meiner Stadt? - Ich bin dabei!).
Ein Bewohner verließ also das Hotel, jemand anderes musste somit her, denn sonst blieb das Haus ja leer - so in etwa war es dann bei mir.
So richtig eingesehen oder auch verstanden habe ich das aber lange Zeit nicht. Auch nicht, dass eine derartige Kompensation alles andere als gesund ist.
Und in gebe Dir, AnnaBlume, recht, wenn Du sagst: "Irgendwann ist alles sortiert und geordnet, der Sport gemacht, Dinge erledigt. Dann muss man sie aushalten, die Zeit mit sich selbst. Und mit dieser fremd gewordenen Person ‚nüchternes Ich‘ erst mal klar kommen."
Sinngemäß sagte zu mir heute auch meine Therapeutin, ich dürfe nicht eine Abhängigkeit damit bekämpfen, indem ich in eine weitere gerate. Da hat sie schon recht.
Ich denke, es ist gut, einmal herunterzufahren und mein nüchternes Ich zu akzeptieren und diesem auch Zeit und Ruhe zu gönnen. Durch ständige Aktivitäten das nutzen zu wollen (ich meine die vorhandene Zeit), was ich früher gar nicht zu nutzen brauchte (die Zeit war zwar die gleiche da, nur brauchte ich sie nicht gezielt zu nutzen - weil durch die Trinkerei verging ja ohnehin alles wie im Flug, egal was ich machte - warum sich daher auch Gedanken machen, was man tun soll?), kann nicht gesund sein. [Anmerkung: Was für ein "schräger" Satz!]
Vielleicht hilft da auch ein gezieltes Nichts-Tun..? Für Seele und Geist. Was aber eigentlich schon fast wieder paradox ist: Einerseits überlegt man, was man alles in seiner Nüchternheit tun könnte und tut dann letztlich gezielt: NICHTS.

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Das war exakt der Grund, warum ich das Meditieren begonnen und, mit Pausen, also locker, nicht zwanghaft, bis heute beibehalten habe. Und ich machs schon eine Weile.
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weil durch die Trinkerei verging ja ohnehin alles wie im Flug, egal was ich machte
Das ist bei mir bei einer Sache nicht so. Wenn ich mich mit Freunden treffe und wir einen Abend gemeinsam verbringen vergeht die Zeit tatsächlich schneller als mit Alkohol.
Ich habe über dieses Paradoxon nachgedacht und überlegt ob ich jetzt einfach früher ins Bett gehe. Aber das ist es nicht. Ich glaube, dadurch dass ich früher oft Filmrisse hatte oder zumindest die Erinnerung etwas vernebelt war, habe ich irgendwie im Gedächtnis Zeit dazu gedichtet. Kennt einer das Phänomen???
Silvester z.B. - früher erschien mir das endlos lange und diesmal war es nach gefühlt ein mal blinzeln halb vier.
Da hab ich das erste mal seit vielen Jahren gespürt wie sich ein müder Morgen ohne Kater anfühlt. Müde. Aber eben ohne Kater 😆 -
Liebes Forum!
Auch wenn ich hier fast täglich fleißig mitlese, war ich die letzte Zeit über mit dem eigenen Schreiben doch ein wenig nachlässig. Daher ein kleines Update.
Eingangs möchte ich mich wirklich für euren Input bedanken. Es hilft mir tatsächlich sehr, wenn mit ein paar kurzen klaren Sätzen die unschöne Wahrheit aufs Tapet gebracht wird. So sehe ich mich dann auch aus einer anderen Perspektive und bin oft überrascht, wie unterschiedlich Blickwinkel sein können.
Bei mir hat sich - seit ich nicht mehr trinke - so einiges verändert bzw. bin ich mitten in einem Prozess der Veränderung. Hier nun ist es auch das erste Mal, dass ich entsprechend konsequent bin. Früher machte ich zwar regelmäßig - monatelange - Trinkpausen, aber das dauerhafte Nicht-Trinken war nie ein Thema. Ganz im Gegenteil, mir war immer klar, dass ich nach einer gewissen Zeit wieder zum Glas greife. Das ist jetzt anders. Es ist der Entschluss da, nicht mehr zu trinken. Wie auch mein Vater ihn fasste: Mit 30 Jahren hörte er von heute auf morgen mit dem Trinken auf und blieb bis zu seinem Tod mit 88 Jahren trocken. Und da man mir nachsagt, ich sei charakterlich wie mein Vater, besteht also Hoffnung...
Jedenfalls:
-) Ab 1. März kann ich endlich meine neue Wohnung beziehen. Eine neue Wohnung in einem anderen Ort, um ein Stück meiner Vergangenheit zurücklassen zu können. Auch wenn das alles mit viel Organisation und Mühe verbunden ist, ist es mir das wert.
-) In der Arbeit versuche ich zunehmend zur Ruhe zu kommen. Weg vom Workaholic (eine gefährliche Kombination mit dem Alkoholic) hin zu mehr Ausgeglichenheit. Auch gegenüber meinen Mitarbeiter/-innen. Dem "beruflich Sozialen" schenke ich immer mehr Beachtung; stets nur auf Leistung zu gehen, zerstört nur. Davon auszugehen, dass andere so sind wie ich, das war ein großer Fehler. Die Situation in der Firma mit all meinem übertriebenen Leistungsdruck - mir und auch anderen gegenüber - hat wohl auch dazu geführt, dass ich früher oft zur Flasche gegriffen habe. Was mich letztlich immer wieder ein Stück dem Abgrund näher gebracht hat.
-) Körperlich geht es mir gut. In den letzten zwei Monaten habe ich mit meiner geänderten Lebensweise (ausgeglichenes Arbeitsleben, viel Sport, gesunde Ernährung und vor allem kein Alkohol und Süßkram) tatsächlich knapp 14 kg abgenommen. Noch 7 oder 8 kg weniger und ich passe wieder in meine alten Anzüge aus meinen besten Zeiten. Gut, dass ich die nie weggeworfen habe. Auch das motiviert.
-) Danken möchte ich auch meiner Therapeutin, die mir in recht kurzer Zeit aufgezeigt hat, warum es bei mir so gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Aus einer schwer zu ergründenden Unzufriedenheit heraus setze ich ab dem Eintritt ins Berufsleben meine Prioritäten falsch, legte zu viel Gewicht in einzelne Lebensbereiche (Arbeit!), die ich dann (wenn es schlimm wurde) nur mehr unter entsprechend alkoholischem Einfluss bewältigen konnte. Als es dann "gefährlich" wurde, stoppte ich den Alkoholkonsum und machte ein Reset. Was aber nicht richtig funktionierte, da ich mein Leben an sich nicht änderte und daher auch die Unzufriedenheit blieb. Damit wiederholte sich das Ganze - immer und immer wieder. Fast 25 Jahre lang. Bis jetzt, denke ich. Nun ist es anders, da ich jetzt an ganz anderen Schrauben drehe, was auch funktioniert. Und hier ist "Work-Life-Balance" tatsächlich kein Zauberwort, sondern wirkt diese neue Ausgeglichenheit bei mir tatsächlich fast schon Wunder.
-) Mental gibt es trotzdem leider immer mal wieder Durchhänger bzw. weniger angenehme Tage. Weil manche Baustellen doch schwer lasten und sich nicht von heute auf morgen wegzaubern lassen (Streitigkeiten in der Familie, der Verlust von guten Freunden, die Verarbeitung der Trennung meiner Partnerin...). Je älter ich werde, desto nachdenklicher werde ich und ich kenne Menschen, die lange brauchen, um mit manchen Punkten wirklich abschließen zu können. Hier liegt wohl noch die größte Herausforderung - der ich mich aber ohne Alkohol stellen werde.
-) Vor kurzem hatten wir schließlich mal wieder ein AA-Treffen, und zwar zum Thema "inneres Gleichgewicht". Das fand ich wirklich interessant. Ein Gedanke eines Teilnehmers, der in seinem Leben auch schon so einiges "mitgemacht" hat, war: "Du kannst das schönste Haus haben, einen super Job, noch soviel Geld - aber nichts davon kann dir dein inneres Gleichgewicht bringen, ohne das kein Leben ein Leben ist." Wenn so etwas von Menschen kommt, die tatsächlich viel erlebt haben, dann komme ich dabei schon ins Grübeln... Überhaupt finde ich die AA-Meetings (wenn die Zusammensetzung stimmt) eine gute Hilfestellung für uns Suchtkranke.
So, nachdem jetzt zumindest doch noch ein wenig die Sonne herauskommt, geht es noch in die freie Wildbahn, eine Runde laufen und dann später noch zur Abendmesse.
Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag.
LG, Stef.
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Liebes Forum!
Nachdem ich heute (wenigstens!) und was überhaupt nicht meinem Naturell entspricht zur Untätigkeit verdammt bin, dachte ich mir, ein wenig schreiben könnte nicht schaden.
Die mir aufgezwungene Untätigkeit ist ein wenig der Ironie des Schicksals geschuldet, da heute, am gefühlt schönsten und sonnigsten Tag seit Jahresbeginn, der Rist meines linken Fußes so gar nicht mag (Entzündung durch Überbeanspruchung) und mir als passioniertem Langstreckenläufer (der gerade heute bei diesem Traumwetter eine richtig große Runde drehen wollte) daher auch nichts anderes übrig bleibt, als in der Wohnung zu hocken und der Sonne beim Scheinen zuzusehen... Naja, vielleicht geht später ein wenig was auf dem Heimtrainer...
Sonst tut sich hier bei mir eher wenig. Einige Möbel für die neue Wohnung sind bestellt, wobei bei manchen Lieferzeiten einem das Schaudern kommen kann. Ein Bezug ist wohl kaum vor April möglich, aber was soll's..? Ärgern hilft ja auch nichts. Ich hoffe zumindest, dass die ersten Umzugsaktivitäten Mitte/Ende März starten können.
Die Ballsaison habe ich - das wundert mich tatsächlich - auch gut und völlig entspannt überstanden. Mit Orangensaftschorle anzustoßen, sorgt zwar nach wie vor gelegentlich für fragende Blicke, aber inzwischen haben sich die Herr- (und Frau-)schaften schon daran gewöhnt, dass es bei mir keinen Alkohol mehr gibt. Und mich gegen meinen Willen zu einem Gläschen zu drängen, das versucht dann auch keiner. Meine Mitarbeiter sowieso nicht und bei anderen greift ja noch immer das "Totschlagargument" mit den Tabletten. Was mich dann doch fasziniert ist, dass gelegentlich gemeint wird, dass meine Medikation echt gut wirken würde, da ich im Vergleich zu vorigem Jahr viel besser aussehen und mehr Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen würde. Klar, keine zwei Flaschen Wein am Tag und auch keine Biere mehr zu trinken, das lässt Gesicht und Figur doch schon wieder ein wenig mehr erstrahlen und die Psyche zur Ruhe kommen...

Jetzt steht noch der Karneval auf dem Programm. Gut, da ist hier bei mir bei der Arbeit sowieso nichts zu holen - und wer will, kann sich ja draußen an der frischen Luft etwas genehmigen (und gegebenenfalls der Natur auch wieder etwas zurückgeben).
Im sozialen Bereich versuche ich weiter besser Fuß zu fassen, Altes aufzugeben und Neues zu beginnen ist aber leider nicht so einfach. Andererseits gibt es ohnehin keine Alternative. Je länger ich gezielt und bewusst trocken bleibe (wie schon gesagt, diesmal ist der Entschluss da, nicht bloß für ein paar Monate eine Trinkpause einzulegen, sondern tatsächlich trocken zu bleiben), desto feinfühliger werde ich. Aber natürlich kann es nur step by step gehen.
Meine Psychotherapeutin ist hier auch Goldes wert; habe selten so eine ruhige und ausgeglichene Person erlebt, die dennoch kurz und prägnant die Probleme beim Namen nennt und mir immer wieder mal den Schubs in die richtige Richtung gibt.
Parallel bin ich auch mit einem entfernt bekannten Psychologen, den ich seit dem Studium kenne, in Kontakt. Der hilft mir auch ein wenig, einen Ausgleich in mein Leben zu bringen (Arbeit, Freizeit/Hobbies/Soziales und das restliche "Leben" - hier gehört bei mir dringend mehr Balance in meinen Alltag).
Oben habe ich schließlich irgendwo mal mein "Flaschenzählsystem" als Motivationshilfe erwähnt. Zählte da gestern nach und seit meinem letzten Entschluss des Trockenseins und -bleibens habe ich mir immerhin in den letzten Monaten über 200 Flaschen Wein und 400 Flaschen Bier "erspart"... Für mich ist das eine der besten Motivationen überhaupt.
Gut, ich glaube, ich lasse es dann mal. Vielleicht bringe ich ja meinen Fuss noch "in Bewegung" - sonst wird das eher ein langweiliger Tag... Wünsche Euch noch ein schönes Wochenende!
LG, Euer Stef.
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Liebes Forum!
Nachdem ich - trotz fleißigen Mitlesens - festgestellt habe, dass ich schon länger nichts mehr in meinem Faden geschrieben habe, denke ich, es ist Zeit für ein kleines Update. Wobei ich aber kaum etwas Interessantes berichten kann.
Wie geht's mir ohne Alkohol? Körperlich und mental im Grunde gut. Körperlich 1a - mental: ja, es passt schon. Alleine durch das Weglassen der täglichen und abendlichen (ich formuliere es mal sarkastisch:) "Tranquilizer", verbunden mit einer einigermaßen gesunden Ernährung und dem Sport habe ich - heute war mal wieder Wiegetag - etwas über 20 kg verloren. Fühlen tue ich mich wieder wie Mitte / Ende 30; ich glaube auch, die körperlichen Anzeichen des früheren Alkoholkonsums sieht man nicht mehr wirklich. Mein "Flaschenzähl"-Motivator (habe ich weiter oben mal erwähnt) funktioniert einwandfrei und für jeden Tag ohne Alkohol wandert abends ein 10-Euro-Schein in eine kleine Schachtel. Auch hier bin ich selbst von mir überrascht, wie leicht sich mein Suchthirn in seine Schranken weisen lässt.
Privat ist der Umzug im Gange, mit den üblichen kleineren Problemchen (Möbellieferung, Stromvertrag usw.), aber alles machbar: Anfang / Mitte April sollte ich tatsächlich einziehen können.
Die anderen Schwierigkeiten, die sich so in meinem Leben ergeben haben und die ich auch derzeit noch bewältigen muss, ja das ist eine andere Sache; hier geht es langsamer voran. Aber nachdem ich mich mein ganzes Leben lang durch die eine oder andere "Kampfzone" geschlagen habe und diese auch wieder - teils aber mit ordentlichen Blessuren - verlassen konnte (Ausbildung, Familie, Freund- und Bekanntschaften, Job, Job, JOB - gerade in Sachen Arbeit sehe ich mich seit bald 25 Jahren in einem Dauerkampf), werden auch diese Probleme über kurz oder lang wenn nicht zu lösen dann doch zumindest zu begraben sein. Probleme, die teils leider auch ihren Ursprung in meinem damals zeitweise recht problematischen Umgang mit dem Alkohol haben.
Ein weiterer Grund, dauerhaft die Finger von dem Zeug zu lassen.
Überhaupt kam mir heute morgen der Gedanke, dass ich zum Stand heute eigentlich nichts Positives mehr an der Trinkerei erkennen kann. So manches Problem wird vorübergehend ersäuft, ja, aber deshalb ist es nicht weg. Und diese kurzen Phasen der vermeintlichen Erleichterung zeigen ein wenig später ihre hässliche Fratze. Von den gesundheitlichen Problemen angefangen, über das Soziale, Freundschaften, Familie, Beziehungen, Job und und und - früher oder später sind doch alle Bereiche des Lebens vom Alkohol (manche mehr, manche weniger) beeinflusst.
Sehe ich heute z.B. jemanden im Gastgarten ein Bier trinken, dann kann es sein, dass mir der Gedanke kommt: "Wenn Du das jetzt auch machst, dann wird alles wieder so wie früher. Und vermutlich sogar noch schlimmer." Das hilft. Auch beim Karneval; auch hier ist der Gedanke dauerpräsent: "Lass' das!" Also wenn ich - berufsbedingt - entsprechend unterwegs bin (und so war es das letzte Wochenende samt Rosenmontag und dann eben auch Dienstag) und mir ein Glas Sekt in die Hand gedrückt wird (das kann man bei uns nicht vermeiden), dann wird ganz artig angestoßen, aber nicht getrunken und das Glas bleibt auf einem Tischlein stehen oder aber der Inhalt landet - wenn niemand hinsieht - im Gebüsch oder Blumentopf (oder so).
Ja, ich weiß, jetzt kommt vielleicht eine Schelte und ja, ich weiß, ehrlich ist etwas anderes. Aber ich glaube, ich habe schon irgendwo geschrieben, dass ich in einem Bereich tätig bin, wo der Alkohol zwar Teil des Gesellschafts- und Arbeitslebens ist (und auch viele ein massives Problem haben), aber ein quasi "Outing" hoch problematisch sein kann. Leider. Das macht das Leben zwar nicht einfacher, weil ich nach außen hin etwas anderes gebe, als das, was ich für mich in meinem Inneren festgelegt habe. Der Weisheit letzter Schluss fehlt mir hier leider noch.
Auch noch so eine Baustelle, die ich zu bearbeiten habe...
Gut dann, die Sonne lacht und wir im Süden haben hier knapp 20 Grad. Daher geht es wieder hinaus ins Training. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende - und wie man mancherorts sagt: "Gute 24 Stunden!" [Ich mache an dieser Stelle gleich 48 daraus.
].LG, euer Stef.
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Hallo Stef,
Du hörst dich mit dir im Reinen an.🙂
Ein Glas in die Hand drücken lassen, das mache ich nicht. Das wäre mir zu viel.
Was machst du denn, wenn derjenige gleich danach mit dir anstoßen will?In so einer Situation, sage ich „Nein, danke für mich ein Wasser oder O-Saft“. Das sollte doch immer möglich sein.
Wenn es mir gut geht, auch mental gut geht , dann habe ich die Stärke, das Glas Alkohol in der Hand weg zu stellen. Was ist aber an Tagen, wo ich gestresst, enttäuscht oder traurig bin? Habe ich sie dann immer noch?Viele Grüsse
Nayouk
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Was machst du denn, wenn derjenige gleich danach mit dir anstoßen will?
In so einer Situation, sage ich „Nein, danke für mich ein Wasser oder O-Saft“. Das sollte doch immer möglich sein.
Wenn es mir gut geht, auch mental gut geht , dann habe ich die Stärke, das Glas Alkohol in der Hand weg zu stellen. Was ist aber an Tagen, wo ich gestresst, enttäuscht oder traurig bin? Habe ich sie dann immer noch?Hallo Nayouk24!
Gute Frage. Hier kommt dann doch wieder ein wenig der Schauspieler in mir durch (bei dem, was ich beruflich mache, muss man das leider auch nur allzu oft sein).
Und was viele Alkoholiker (primär nasse, aber das verlernt man ja nicht) gut können (aus meiner Erfahrung zumindest), ist doch schauspielern und lügen (sich selbst anlügen oder andere - meistens ohnehin beides), fürchte ich, oder? Zumindest war das fast 25 Jahre lang meine "Überlebensstrategie". Ich glaube, in meiner Vorstellung habe ich mal kurz erwähnt, dass nicht einmal meine letzte Ex-Partnerin gemerkt hat, dass ich problematisch trinke (das sagt sie nach wie vor nach x Jahren Beziehung und ich glaube ihr das). Das finde ich nach wie vor schlimm bzw. kaum fassbar, wie der Alkohol die Persönlichkeit verändert. Die Trennung hatte einen anderen - leider unschönen - Grund. Auch in den AA-Meetings wird immer wieder erzählt oder bestätigt, wie kreativ man damals als nasser Alkoholiker mit Ausflüchten oder Lügen war. Die Frage stellt sich eben nur, wie weit man damit kommt und ob es einem tatsächlich geglaubt wird.
Ja, und wenn der Hut brennt, dann schaffe ich es doch immer wieder, mich aus brenzligen Situationen herauszuwinden. Ob mir das Gegenüber meine Ausflüchte wirklich "abnimmt", das weiß ich zwar nicht, aber das Trinken vermeide ich dadurch jedenfalls.
Was wären so die "Klassiker" in der von Dir geschilderten Situation:
- Meine Medikation lässt Alkohol derzeit nicht zu. Der Blutdruck, Du weißt - und Alkohol und Betablocker vertragen sich nicht.
- Es tut mir furchtbar leid, aber heute muss ich selbst mit dem Auto nach Hause fahren Du weißt, da kann ich mir höchstens 0.0 erlauben.
- Ich habe heute noch einen dringenden Termin, da ist vorher Alkohol tabu.
- Ich muss heute noch eine wichtige Arbeit zu erledigen, da bleibe ich lieber nüchtern. Es geht schließlich um die Firma, Du weißt, da darf man sich keine Fehler erlauben.
- Mein Magen macht mir die letzten Tage über Sorgen.
- Ich habe furchtbare Kopfschmerzen; das mit dem Sekt lasse ich heute lieber und nehme eine Tablette.
- usw.
Ganz zu schweigen, von den anderen Tricks und Kniffen, die es da gibt.
So ist das, ja leider.
Bloß zu sagen "Danke, ich trinke nicht." ist hier bei mir nicht ganz so einfach, wie man sich das vorstellt. Das hängt aber immer von der Situation bzw. Gesellschaft ab. Ab und an gilt tatsächlich die Devise: Mehr Schein als Sein.

Vielleicht brauche aber tatsächlich einmal einen wirklich peinlichen Moment, wo ich nicht mehr aus dem Schlamassel heraus kann..?
Wenn ich - wie Du fragst - gestresst, enttäuscht oder traurig (und vor allem - und das kommt häufiger vor - nachdenklich) bin, macht dies die Sache natürlich schwieriger. Da halte ich mich dann tatsächlich von jedem Glas bzw. Trinkanlass soweit es geht fern und powere mich beim Sport oder im Job so aus, dass für diese Gefühle gar kein Platz mehr ist. Oder ich erkläre, ich hätte was Wichtiges zu tun und verschwinde dann einfach. Ich glaube aber nicht, dass ich dennoch zur Flasche greifen würde.
Ich fürchte, dass ist meine Antwort auf Deine Frage. Stolz bin ich darauf nicht und charakterlich... Ja, ich weiß.
Doch man sieht: Mit der Abstinenz hören die Probleme nicht einfach so auf.
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