Laura - Trennung oder bleiben

  • Wo wir wieder bei Deinem XY und Fuerteventura wären.

    ja, wenn ich zu ihm sagen würde bleib dann würde er es tun aaaber muss ich sowas sagen ???? Für mich wäre sowas absolut selbstverständlich. Und wenn ich nicht mit zu der Beerdigung gehen könnte wäre ich danach für ihn da. Es ist so traurig das ich an dieser Beziehung fest halte und mich immer an die schönen Momente klammere obwohl die schlechten überwiegen. Meine pro und contra Liste fällt absolut negativ aus, und trotzdem gehe ich nicht….

  • Das Problem ist wenn ich etwas von ihm verlange bzw. sage das hätte ich gerne macht er es. Aber nicht von sich aus 🥲

    Ich weiß das er mich wirklich liebt und gerne mit mir zusammen ist aber er hat so viel Probleme mit sich selbst das er sich mit meinen „Problemchen „ nicht auseinandersetzen kann und will. Ich muss immer die starke sein ☹️

    Liebe Laura!

    Aus Sicht eines Alkoholikers möchte ich kurz von mir erzählen: Bei meiner Frau und mir war es genau dasselbe. Durch meinen jahrelangen Alkoholkonsum war ich zum Schluss schon so dermaßen auf mich fixiert, dass ich nicht mehr ansatzweise an die Bedürfnisse anderer dachte. Weder an jene meiner Frau, noch an jene meiner Familie, Freunde und Bekannten.

    Und wie bei Dir: Wenn meine Frau sagte: "Mach dies" oder "Mach das", dann habe ich dies auch immer getan (sofern ich dazu überhaupt noch in der Lage war). Von selbst aber tat ich kaum noch was. Gerade in den letzten Jahren scherte ich mich nicht mehr wirklich um die notwendigen Dinge des täglichen Lebens - weil meine Gedanken eben meistens ganz woanders waren (z.B. Ich brauche einen Grund, um in die Garage zu gehen, da ich dort meinen Kasten Bier versteckt habe. Den Geschirrspüler ausräumen? Ach, das mache ich dann später irgendwann mal. Bis er ohne mein Zutun leergeräumt war.).

    Je länger ich alkoholkrank war, desto mehr war ich mit mir und meinen Problemen beschäftigt. Andere hatten da keinen Platz mehr.

    Im Endeffekt erfolgt die Trennung. Meine Frau verließ mich - und dies war einer der ganz wesentlichen Gründe.

    Rückblickend denke ich (auf mich bezogen) zwar, dass ich vieles anders machen hätte sollen, vor allem zuletzt, um die Beziehung zu retten (möglich gewesen wäre es noch), aber - und so fair und reflektiert möchte ich auch sein: Betrachte ich die Situation aus der Perspektive meiner Frau, dann war ihre Trennung von mir absolut notwendig bzw. der einzige sinnvolle Schritt. Ich selbst hätte ich mich von so einem Partner (wie mir) auch getrennt.

    LG, Stef.

  • Ich selbst hätte ich mich von so einem Partner (wie mir) auch getrennt.

    Lieber Stef, danke für deine Worte. Du sprichst mir aus der Seele, genau so geht es meinem xy🥲. Ich weiß das seine Gedanken den ganzen Tag um den Alkohol kreisen. Er geht zum Beispiel immer für mich in den Keller Wäsche holen und warum weil da seine Bierkästen stehen. Welcher Mensch braucht 15 min zum Wäsche holen ????
    Er kann sich gar nicht mit mir befassen obwohl er es versucht und das tut mir weh….

  • Hallo Laura,

    jetzt hast du so viele Erfahrungsberichte bekommen, sogar Alkoholiker haben geschrieben, wie ihre Welt im nassen Zustand funktioniert hat. Im Grunde genommen läuft doch alles darauf hinaus, dass eine Trennung der einzige Weg ist. Wenn du wieder unbeschwert und frei leben möchtest.

    Ich kann dir sagen, dass ich in einer Art Ausnahmezustand war als ich endlich gehen konnte. Ich hatte Angst, Zweifel, Schuldgefühle, Trauer um eine Zeit, die es seit vielen Jahren schon nicht mehr gab. Das alles hat weh getan, war sehr unangenehm und schwer auszuhalten. Da musste ich durch. Und mit jedem Tag wurde es aber besser.

    Und die guten Gefühle wurden stärker als die schlechten. Es fühlte sich mehr und mehr wie eine Erlösung an und das war es ja auch.

    Es hat sich gelohnt für mich. Du kannst das auch schaffen...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Laura, ich kann nur bestätigen, was Aurora schreibt.

    Ich selbst habe viel zu lange zugesehen, wie mein Ex-Partner sich in die Suchtspirale gedreht hat. Es ging nur noch um ihn. Die Bedürfnisse meiner Tochter und mir spielten keine Rolle mehr. Ich habe gar nicht gemerkt, wie ich mich selbst nach und nach verloren habe. Ich war für alles allein verantwortlich und überfordert mit der Last. Erst als nach vielen Jahren wieder eine Panikattacke im Anmarsch war, wurde mir bewusst, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und ich handeln muss. So ein fremdbestimmtes Leben wollte ich nicht weiter führen!

    Erst nach der Trennung fand ich wieder richtig zu mir. Meine Tochter und ich führen ein schönes Leben. Ganz oft denke ich nun: „Ich mag mein Leben!“
    Auch meine Tochter ist freier, unbeschwerter und selbstbewusster. Das macht mich sehr glücklich!

    Natürlich bin ich auch manchmal noch sehr traurig und denke an viele schöne gemeinsame Momente. Ich hadere ab und zu noch damit, dass ich meinem Partner nicht helfen könnte. Meistens steht aber der Gedanke im Vordergrund, dass wir ihm nicht wichtig genug waren. Aber das wird weniger und tut nicht mehr so weh.

    Es ist ein steiniger Weg, sich selbst wieder Raum zu geben. Nicht immer leicht, aber es lohnt sich! Ich habe wieder viel mehr Zeit für Freunde, gehe meine Interessen nach und gestalte mein Leben so, wie ich es für richtig halte.

    Ich hoffe, du entscheidest dich für DICH!

  • Es ging nur noch um ihn. Die Bedürfnisse meiner Tochter und mir spielten keine Rolle mehr.

    Ja so ist es leider geworden, er sagt und denkt zwar immer er tut alles für mich aber so ist es schon lange nicht mehr. Gestern habe ich zu ihm gesagt, das er mich kein einziges Mal gefragt hat wie es mir seit dem Tod von Opa geht , oder ob er mir etwas helfen könnte bei der Planung der Beerdigung. Er hat zu mir gesagt, du weißt das ich sowas nicht mag und das Thema war erledigt.

  • So ist es leider und es (er) wird sich nicht ändern. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, den Schritt zu gehen und damit für dich zu sorgen!


    Ich kann verstanden, wie sich das anfühlt. Mein Vater starb 2023 und ich fühlte mich in dieser Zeit sehr allein gelassen von meinem Partner.
    Ich hatte das Gefühl, dass mein Ex diese Emotionen nicht zulassen konnte und einfach noch mehr trank. Doppelte Last für die CoA.

    Ich wünsche dir trotz aller Sorgen einen schönen Sonntag! Vielleicht kannst du dir eine kleine Auszeit gönnen.

  • Hallo Laura,

    über dem Schreiben hier habe ich völlig vergessen, dass dein Opa verstorben ist. Mein herzliches Beileid. Und da ist viel Trauer in dir. Und zusätzlich sind da auch diese ganzen formellen Sachen, die das mit sich bringt. Das ist keine einfache Zeit gerade.

    Und gerade deshalb brauchst du deine Energie jetzt für dich alleine.

    Ich schicke dir eine virtuelle Umarmung

    Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich wollte mich mal wieder melden 🤷🏻‍♀️
    Die Beerdigung ist vorbei und mein xy ist natürlich nicht mit gekommen , was aber irgendwie auch gut war weil ich nie weiß in was für einem „Zustand „ er auftaucht. Meine Eltern mögen ihn nicht und haben auch gebeten das er nicht kommt.
    Nach Fuerteventura ist er auch nicht geflogen hat angeblich nicht geklappt, jetzt kam er gestern zu mir , nüchtern … gegen Mittag hat er angefangen zu trinken und gejammert wie traurig er wäre , jetzt würde er normal in der Sonne sitzen , bla bla bla.
    Gestern Abend hat er dann eine Flasche Sekt und eine Flasche Wein vernichtet , ich war schon im Bett. Er kam dann zu mir und hat angefangen mich zu provozieren bzw wollte mir lallend irgendwas erzählen, ich hatte aber keine Lust zuzuhören weil es nur Mist war. Darauf hat er gesagt ich wäre eine hohle Kuh. Verletzt mich mittlerweile nicht mehr aber es macht mich wütend 😡. Habe ihn dann auf die Couch verfrachtet da liegt er immer noch und schnarcht. Ich muss jetzt arbeiten. Ich denke das er nachher verschwunden ist.
    Was ich euch aber noch erzählen wollte. Letzte Woche hat er gesagt er braucht Hilfe, gestern erzählt er mir er trinke weil es ihm schmecke und er wäre nicht abhängig. Wenn er wollte könnte er von heute auf morgen aufhören ( ohne körperliche Symptome) . Er würde aber nicht wollen.
    Was ist das für eine gequirlte scheisse. Es nervt mich so…

  • er hat einen an der Waffel „ !
    Das sagt mein 14 jähriger Sohn

    Sehr schlauer junger Mann.Die nassen Alkoholiker haben ja tatsächlich einen an der Waffel! Die Entscheidung liegt bei dir, inwieweit du damit klarkommst.Aber du hast nicht nur für dich Verantwortung sondern auch für deinen Sohn! LG

  • Wenn er wollte könnte er von heute auf morgen aufhören ( ohne körperliche Symptome) . Er würde aber nicht wollen.

    Ha,Ha,Ha, so wie du das beschreibst, kann er das mit tödlicher Sicherheit nicht!! Eine nahe Verwadte von mir, hat ihrem pitschnassen Eheman die Pistole auf die Brust gesetzt.Entweder er ändert was oder sie trennt sich von ihm und er könne sich dann totsaufen! Das hätte sie auch gemacht.Er ist dann in Lagzeittherapie gegangen.Er ist jetzt ca.20 Jahre trocken und sie führen ein zufriedenes,glückliches Leben.Wollte sagen, lass dich von deinem xy nicht runterziehen. Klare Ansagen und denk an deinen Sohn.Das alles must du aber selbst entscheiden,das kann dir keiner abnehmen LG

    Einmal editiert, zuletzt von Bono59 (26. Februar 2025 um 15:56)

  • Ihr lieben ich habe mir gestern Gedanken über meine Situation gemacht, warum ich so an ihm hänge.
    Ich muss es einfach schreiben weil es mir gut tut.

    Ich habe verlustängste, Angst nicht den perfekten Partner zu finden…. So, dann dachte ich mein xy ist aber in keinerlei Hinsicht perfekt sogar eine Belastung. Jetzt kommt dass ABER , er braucht mich, die Chance von ihm verlassen zu werden ist minimal, er sagt mir immer „ohne dich will ich nicht mehr leben, du bist alles für mich… !“usw

    Wenn ich einen gesunden Mann kennen lerne der MIR gut tut, wo alles perfekt läuft , dann habe ich Angst das zu verlieren, wisst ihr was ich meine.
    Das ist wirklich verrückt 🫣

  • Hallo Laura,

    Wenn ich einen gesunden Mann kennen lerne der MIR gut tut, wo alles perfekt läuft , dann habe ich Angst das zu verlieren,

    Wow, da hast du was ganz Wichtiges erkannt und das ist gut.

    Damit kannst du etwas anfangen, etwas gegen diese Verlustangst tun. Erkennen, woher sie kommt. Es ist gut, dass du ehrlich zu dir selbst sein konntest und das herausgefunden hast.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Laura,

    Genau diese Gedanken hatte ich bei meinem Ex auch. Er braucht mich, ich bin unersetzlich, etc. Dann kann ich ihn nicht verlieren. Das offen auszusprechen war für mich mit großer Scham behaftet. Aber hilfreich, auch wenn es irgendwie im ersten Moment sich komisch anfühlt.

    "Guten" Männern habe ich in der Vergangenheit immer einen Krob gegeben. Ich habe immer irgendetwas gefunden, was für mich nicht gepasst hat. Aber eigentlich war/ist es die Angst von mir mich in eine gesunde Beziehung einzulassen.

    Danke, dass Du Deine Gedanken hier geteilt hast.

    LG Momo

  • Aber eigentlich war/ist es die Angst von mir mich in eine gesunde Beziehung einzulassen.

    Ja Momo ,

    genau so ist es, und ich habe keine Erklärung dafür. Dabei wünsche ich mir nichts sehnlicher als eine gesunde Beziehung 😢

    Mir fehlt so viel in dieser Beziehung, ich habe keine ruhigen Gedanken , ab und zu eine Panikattacke, ständiger Kontrollzwang ( ist er nüchtern oder nicht) ich gehe kaputt. Und trotzdem halte ich immer noch daran fest.
    Letzte Woche hat er gesagt wir fliegen im Juni nach Thailand , ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll, ich habe Angst davor weil der letzte Urlaub eine Katastrophe war. Und doch mach ich mir die Hoffnung das es schön wird.
    Ich möchte aber tief in mir einfach RAUS!!!!

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