• Und dass wegen des Geschmacks? Purer Alkohol ist nicht gerade genießbar man braucht Zusatzstoffe damit er schmeckt. Wenn das dein Empfinden war, dann war es vielleicht fehlgeleitet?

    Das habe ich nicht geschrieben.
    Ich habe geschrieben, dass ich wegen der Wirkung getrunken habe.

    Wir haben selbst Getränke produziert, aber drauf geachtet, dass es möglichst reinhaut.

    Genusstrinker kannte ich früher nicht. Erst, als ich schon länger trocken war und mich unter Normalbürgern bewegte, begegnete mir das.
    Edit: natürlich wurde es früher auch bei uns zelebriert. Tu Dir was Gutes, die Werbesprüche funktionieren ja nur, weil es sich auch so anfühlt.

    Und es war kurz- aber nur kurz - verführerisch, weil die ganz offensichtlich überhaupt kein Problem damit hatten/haben und nur die schönen Seiten zelebrieren.
    Da hätte ich in dem Moment, als die Sauferei schon kein Problem mehr war, kurz gerne dazugehört.
    Ging aber auch an mir vorüber.
    Ich würde dann sogar mal eine der Hauptfiguren in so einer Clique, obwohl ich offen kommuniziert hatte, dass ich Alkoholiker bin. Das war für mich ein Teil des Normal-Werdens.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Mich selbst hat an meinem eigenen Anfang interessiert:
    gibt es Leute, die es auf Dauer schaffen?
    Wie sind die drauf?
    Werde ich mich nüchtern irgendwannwieder als ganzer Mensch fühlen (denn der Alk war in mein Leben schon sehr tief eingebaut, ich wusste nicht ob das eine runde Sache wird)

    Genau das war es bei mir anfangs auch: Gibt es Leute, die das auf Dauer schaffen?
    Und genau das war es doch, was mich auch in meiner Sucht gefangen hielt, dieses: Ich habe mich jetzt in die Alkoholsucht gesoffen und da komme ich nie wieder raus. Überall habe ich nur gehört und gelesen: Nur die allerwenigsten schaffen es. Und das auch nur mit ganz viel Willen.
    Und das wurde mir doch ‚da draußen‘ auch vermittelt, das ist das, was ich gesehen habe.

    Dabei war es doch gerade der Wille, den ich so sehr hatte. Ich wollte nichts so sehr wie das Nüchternsein. Ich habe es trotzdem nicht geschafft.
    Und irgendwann habe ich selbst geglaubt, dass ich zu schwach bin, nicht genug Willen und nicht genug Stärke in mir habe.

    Dann kam ich hier an.
    Ich kannte keinen einzigen trockenen Alkoholiker.
    Hier gab es sie….diese Leute, die es geschafft haben. Und sogar so viele Frauen.
    Ich habe alles hier gelesen….die leisen, die lauten, die unsicheren und überheblichen, die widersprüchlichen, die besserwisserischen, die mahnenden und auch die einfach nur aus ihrem nüchternen Alltag erzählenden Beiträge.
    Ich habe jeden Beitrag hier gelesen und ich habe ganz viele Beiträge als das gesehen, was sie sind: Ein Bericht für den, der sie in erster Linie für sich selbst schreibt und für uns anderen hier lässt. Sie sind nicht dafür verantwortlich, was ich in ihnen lese oder auch nicht dafür, ob mir gefällt, was sie schreiben.

    Ich habe mir aus den Beiträgen das mitgenommen , was für mich passt, habe liegen gelassen, was für mich nicht passt und habe mir später das Liegengelassene noch mal angeschaut und dann ggf. auch neu entschieden.

    Und genau so lese ich bei dir und mir persönlich gibt das viel. Weil ich mich da gar nicht so in Details verliere, sondern meinen Blick auf das große Ganze richte. Und das große Ganze ist: 24 nüchterne Jahre.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Vorhin beim Spazieren ist mir noch was zu dem Spaßtrinken eingefallen.

    Hier hört es sich ja an, als ob das besonders pervers wäre.

    Es ist Normalität.
    Fast jeder kennt die Bilder vom Ballermann, wo sich die Kampftrinker stolz zur Schau stellen.
    Es sind immer viele Frauen auch dabei.

    Beim Münchner Oktoberfest gibt es den Kotzhügel. Jedes Jahr gibts Fotos von den Bierleichen.
    Keiner dort schämt sich, besoffen zu sein.
    Die Italiener fahren zügeweise nach München zur Fiesta della Birra. Die Hotels sind ausgebucht.

    Sicher nicht alles nur Problemtrinker.
    Und überall gibt es vermutlich welche, die den Spaß übertreiben und unter den Alkoholikern landen.

    Natürlich, trocken ist das blöd.
    Aber als ich noch gesoffen habe, habe ich anders gedacht.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • Ich fühlte mich auch überlegen.
    Viel vertragen hiess ja, man merkte mir nicht viel an, und den Aussagen nach wurde ich nicht so schnell blöd wie viele Andere.
    Ausserdem konnte ich tatsächlich einige unter den Tisch trinken.
    So richtig ein Typ zum fröhlichen Bechern.
    Wie geschrieben, mit meiner damals noch zukünftigen Frau oft der letzte aus der Studentenkneipe. Und ich war kein Problemfall. Wir haben uns damals schon krankgelacht.
    Wir haben noch jahrelang Hochprozentiges selbst angesetzt, bis sie sich morgens nicht mehr gut fühlte.
    Und dann hätte sie gerne gehabt, dass ich irgendwie mitmache, ich wollte aber nicht.
    Es war erst nicht Sucht, ich wollte einfach weitermachen wie vorher. Einfach, weil ich ja machen kann, was ich will, ausser wir haben es abgemacht. Die Abmachung gab es aber nicht.

    Irgendwann kam halt die allseits bekannte Persönlichkeitsveränderung.
    Und die anderen Probleme.

    Natürlich gab es dann genügend Gründe zum Aufhören, sonst wäre ich kaum 24 Jahre etcpipapo.

    LG LK

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    Aber das Gras wächst.
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  • Ausserdem konnte ich tatsächlich einige unter den Tisch trinken.

    Wir haben noch jahrelang Hochprozentiges selbst angesetzt, bis sie sich morgens nicht mehr gut fühlte.

    Ist das erwähnenswert, Lebenskuenstler? Ausgerechnet in einem Forum, wo sich trockene Alkoholiker austauschen?

    Ist Deine Bilanz bald beendet?

    Wie wäre es mit Geschichten aus der trockenen Vergangenheit oder der Gegenwart?

    LG Elly

    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Deine Rechtfertigungsarie, wer wo und wer alles daran Spaß hat zu saufen, ist irrelevant, unabhängig davon, welchen Heldenstatus du dir zuschreibst und welches, zumindest in meinen Augen "pitsch patsches nasses Stammtisch Denken " du vertrittst.

    Es geht hier im Forum um dich, und solche Binsenweisheiten hätte ich von jemandem erwartet, der gerade erst am Anfang steht. Und es tut mir leid, aber ich nehme dir nicht ab, dass du nicht gerne wieder dabei sein möchtest.

    Dein gesamtes Denken, wenn du deinen Thread einmal durchliest, bezieht sich meist auf die, ich nenne es mal, wehmütigen, nassen Zeiten.

    Ich habe auch mal einmal einen Test gemacht und den öffentlichen Bereich, der von jedem einsehbar ist, von jemandem lesen lassen, der nicht trinkt. Nicht, dass mir Betriebsblindheit vorgeworfen wird. Die Antwort: Trinkt er noch, oder hat er schon aufgehört?

    Es darf jeder Spaß haben am Saufen, aber das ist eben hier nicht mehr der Fall.

    Bitte nehme Abstand davon, denn es geht hier um das trockene Leben, nicht um das nasse. Wir verteufeln den Alkohol nicht, verharmlosen ihn jedoch auch nicht. Niemand muss Alkohol trinken.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich bin ein bisschen übers Ziel rausgeschossen. Von wegen weil meine Frau mein armes Opfer war. Ist sie nicht und sie sieht sich auch selbst nicht so.

    Die Bilanz könnte jetzt wirklich langsam beendet sein.
    Aus dem trockenen Leben habe ich ein paar Sachen erzählt, aber ich will nicht zu viel erzählen.
    Erst die Jobs, mit denen ich nicht zufrieden war, dann die Selbstständigkeit.
    Kraftquellen großer Garten, Katzen, Bergtouren. Damit habe ich mich aber früher auch schon seelisch über Wasser gehalten, das war nie ganz weg.
    Umzug, eigenes Haus. Ist aber auch nicht so viel, dass ich dass immer wiederholen will.
    Ich habe ja schon mehrmals erzählt, dass ich kein Risikominimierer war, das wäre hier auch schwierig, denke ich.

    Ausserdem läuft es heute meistens einfach so vor sich hin.
    Ich arbeite nichts mehr und ich muss auch nichts mehr mit Leuten zu tun haben. Ausser, ich bemühe mich, mache ich manchmal, aber nicht immer.
    Zwangskontakte wie bei der Arbeit gibt es ja ncht mehr. Folglich auch keine Konflikte.
    Von der Großfamilie ist auch nicht mehr viel übrig, wird deutlich weniger.

    Vieles, was ich gerne gemacht habe, ist wegen der Behinderung nicht mehr möglich.
    Ich stehe morgens auf und überlege mir, was ich den Tag über so mache.
    Aus alter Gewohnheit (Softwareentwicklung) hänge ich den halben Tag am Rechner, lese mich irgendwo durch Nachrichten und Naturwissenschaften.
    Dabei bleibe ich auch öfter hier hängen. Auch schon ein bisschen Gewohnheit.

    Ansonsten, heute, Lesen, Liegestuhl, kleinere Erledigungen, kochen.
    Die süssen Sachen kocht meine Frau, die salzigen koche ich. Arbeitsteilung.
    Wahrscheinlich setze ich mich noch aufs Fahrrad.

    Und auf den Reha-Termin warte ich auch noch.

    Unspektakulär.

    LG LK

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    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ausserdem läuft es heute meistens einfach so vor sich hin.

    Und genau das wollen wir trockenen Alkoholiker. Dieses Auf und Ab der Sucht ist zerstörerisch und das will hier niemand mehr. Ich will Beständigkeit und ein gutes, ruhiges und zufriedenes Leben.

    Du bist über 24 Jahre abstinent und wärmst die uralten Geschichten wieder auf. Das ist weder für Dich, noch für die Lesenden hier im Forum gut.

    Mich interessiert Deine Vergangenheit nicht, denn ich habe genug von meiner Vergangenheit und bin froh, dass sie hinter mir liegt.

    Die Gegenwart und die Zukunft sind für mich wichtig, keine andauernden Rückblicke, an denen sich doch nichts mehr ändern lässt.

    Für einen baldigen Reha-Termin drücke ich Dir die Daumen, Lebenskuenstler.

    Wie lange wird es dauern und in welche Region von Deutschland wirst Du dann reisen?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ansonsten, heute, Lesen, Liegestuhl, kleinere Erledigungen, kochen.

    Das klingt für mich viel lebendiger als das, was du sonst so über die Schatten deiner erlebten Feuerwerke geschrieben hast. Irgendwie echter, geerdeter und nicht aufgesetzt und nach Fassade.

    Ich entdecke gerade das vermeintlich „Unspektakuläre“ für mich. Aber keine Sorge, ich fange jetzt nicht damit an rumzuphilosophieren :lol:

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Unspektakulär.

    Stört es dich, schaust Du deshalb so ausführlich auf deine "dollen Trinkzeiten " zurück?

    Ist es nicht gerade ein "Geheimnis" zufriedener Trockenheit, sich auch an den unspektakulären Dingen des Lebens erfreuen zu können?

    Ich bin auch eine Freundin ungeschönter Selbstanalyse, aber Elly und Hartmut haben recht:

    Gerade hier im offenen Bereich sollten wir uns der möglichem Auswirkungen dessen, was und wie wir etwas beschreiben, bewusst sein. Da haben wir auch eine Verantwortung den (stillen) Mitlesern gegenüber und dafür sind wir hier ein klar moderiertes Forum.

    Was war noch mal der Beweggrund für Dich, hier mitzuschreiben? (Ganz sachlich nachgefragt)

    Nur, um aufzuzeigen, wie Du erst nass und dann langzeittrocken geworden bist?

    Oder gehst du auch davon aus, dass auch Du als "alter Trockenhase" von dem Austausch hier profitieren kannst, weil auch Deine Trockenheit trotz der vielen Jahre kein Selbstläufer ist?

    Dein gesamtes Denken, wenn du deinen Thread einmal durchliest, bezieht sich meist auf die, ich nenne es mal, wehmütigen, nassen Zeiten.

    Ich habe auch mal einmal einen Test gemacht und den öffentlichen Bereich, der von jedem einsehbar ist, von jemandem lesen lassen, der nicht trinkt. Nicht, dass mir Betriebsblindheit vorgeworfen wird. Die Antwort: Trinkt er noch, oder hat er schon aufgehört?

    Lass Dir diesen Hinweis von Hartmut, der hier ja schon viele Alkoholiker hat kommen und gehen sehen, doch mal unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten in Ruhe durch den Kopf gehen - könnte da was dran sein?

    Bist du vielleicht schon lange trocken, aber nicht (mehr) wirklich zufrieden?

    So wird ein (Selbsthilfe)Schuh draus ...

  • Ein wesentlicher Punkt bei mir ist, dass mich "Normalgespräche", Smalltalk, wie er oft läuft, schlicht langweilen. Keine böse Absicht, fesseln mich einfach nicht.
    War früher schon so, deswegen war Saufen ja eine vollwertige Beschäftigung.
    Und ich bin aber auch aus dem Alter raus, wo ich mich zwinge, mit Leuten auskommen zu müssen.
    Früher wurde ich auch zu Hause rausgeschmissen und musste mich irgendwo beschäftigen, ist ja schon lange nicht mehr so.

    Großer Unterschied zu meiner Jugend, früher konnte ich mich in die Kneipe setzen, egal ob wer kam oder nicht, wenn ich was zu Trinken hatte brauchte ich nichts Anderes.
    Heute fällt das natürlich komplett aus, nicht wegen dem Risiko. sondern, wenn ich gegessen habe und meine Saftschorle leer ist, habe ich dort nichts mehr zu tun, mir wirds langweilig.

    Sucht ist trotz Allem immer noch ein spannendes Thema. Vor allem, wenn man sich nebenbei auch noch mit Suchtforschung beschäftigt. Da wird aber Konfrontation wesentlich positiver gesehen als hier, deswegen möchte ich das hier nicht.
    Ansonsten bin ich an sämtlichen Naturwissenschaften interessiert, ich habe ja auch dreimal mit dem Studieren begonnen, unterschiedliche Richtungen, und eins habe ich abgeschlossen. Also das passt schon zu mir.

    Und, ist ja unbestreitbar, ich kann durchaus manchmal noch was bieten. es müssen nicht alle sein, manche profitieren oder lesen es gern, steht ja hier. Und ich bin auch nicht das reine Arxxxloch, dem das völlig wurscht ist. Freut mich, wenn es jemandem hilft, und gibt mir zu denken, wenn es schadet. Manchmal sag ich auch, ich hab noch nie einen umgebracht, die kriminelle Energie war eher unterentwickelt, also was solls.

    Es ist im nüchternen Zustand immer noch schwierig, den Tag zu füllen. "Suchen Sie sich eine sinnvolle Beschäftigung" tja, das hier ist, wenn ichs nicht übertreibe, eine.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • Für einen baldigen Reha-Termin drücke ich Dir die Daumen, Lebenskuenstler.

    Wie lange wird es dauern und in welche Region von Deutschland wirst Du dann reisen?

    Die Reha findet direkt am Bodensee statt. Zwischen Therme und Strandbad am Bodensee ist die Klinik.
    Ich nehme das E-Bike mit, City Konstanz zwei Kilometer weg, direkt dahinter die Schweizer Grenze.
    4 Wochen Standard, je nach dem Verlängerung oder Verkürzung.

    Das wird mir schon gefallen, ausserdem wüsste ich gerne langsam den Termin, denn die Urlaubsplanung ist davon noch blockiert.

    Meine Schmerzen sind momentan sehr viel weniger.

    Ja, sind durchaus auch ein paar Luxusprobleme, die ich habe.

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    Einmal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (19. Mai 2025 um 11:38)

  • Trotzdem ist das nur ein Teil der Wahrheit, und weil es meine Suchtkarriere betrifft, schreibe ich es doch noch mal.

    Ich war in meiner wilden Jugend erst mal Mitvorstand in einem freien Jugendverein mit Gewölbekeller und Kneipenbetrieb. Aufgrund dessen warb mich meine Stadt für das städtische Jugendhaus an.
    Unterm Strich heisst das, dass ich schon vor dem Studium etwa 5 Jahre lang das Hausrecht in der eigenen Kneipe hatte, mit sämtlichen Kontakten die das mit sich brachte.
    Und das förderte meine Suchtkarriere wie noch was. Mein Selbstbewusstsein ebenfalls. Positiv dabei war, dass es gegen das Runtermachen zu Hause half.

    In meiner trockenen Zeit wurde ich unter Anderem aufgrund unserer Geschäftsidee Regionalvorstand eines ziemlich elitären Genussverbands, in dem die Weintrinker eine sehr erhebliche Rolle spielten. Und ich der trockene Alkoholiker vorn dran.

    Vor ein paar Jahren bin ich/sind wir zurück in meine frühere Heimat, und ich werde immer noch hin und wieder gefragt, ob ich für irgendwas den Landkreisvorsitz übernehmen will, weil man mich halt kennt und weil ich inzwischen auch ein paar Kompetenzen mehr habe. Ich muss mein Ehrenamt, das ich habe, aktiv begrenzen, sonst schütten sie mich zu. Und da muss ich hin und wieder recht deutlich werden, wo meine Grenzen sind.
    Ich muss mich schon damit auseinandersetzen, was ich will. Bis heute.

    LG Lk

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    Aber das Gras wächst.
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  • Da wird aber Konfrontation wesentlich positiver gesehen als hier

    Hi LK und Ihr,

    ich musste, um eine Angsterkrankung zu bewältigen, lernen meine Ängste zu konfrontieren. Und das hat geklappt, ich habe die Angsterkrankung bewältigt.

    Im Zusammenhang mit meiner Alkoholsucht macht Konfrontation für mich überhaupt keinen Sinn. Weil ich meine Alkoholsucht nicht bewältigen kann. Ich werde nach jeder Konfrontation genauso süchtig sein wie zuvor.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich will dazu eigentlich nichts sagen. Aber es gibt Hirnscans, nach denen der Anblick von Alkohol nach längerer Konfrontation nichts mehr bewirkt.

    Nicht lange her, dass ich gelesen habe, dass das besonders bei Langzeitrockenen eine Rolle spielt, bei denen die Erinnerung an schlimme Zeiten langsam verblasst.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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    Aber das Gras wächst.
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  • Es ist im nüchternen Zustand immer noch schwierig, den Tag zu füllen.

    Es ist bei Dir nach 24 Jahren Abstinenz noch schwierig den Tag zu füllen? Das erstaunt mich jetzt aber doch sehr, Lebenskuenstler.

    Und dann schreibst Du:

    Ich muss mein Ehrenamt, das ich habe, aktiv begrenzen, sonst schütten sie mich zu. Und da muss ich hin und wieder recht deutlich werden, wo meine Grenzen sind.

    Beißt sich irgendwie, nicht wahr?

    Aber es gibt Hirnscans, nach denen der Anblick von Alkohol nach längerer Konfrontation nichts mehr bewirkt.

    Die Frage ist, bei wem dieser Hirnscan vorgenommen wurde?!

    Bei mir, nach 12 Jahren Abstinenz, würde dieser immer noch ausschlagen. Vielleicht eher ins Negative und nicht als Aufruf etwas zu saufen. Aber ohne Ausschlag, das kann ich mir nicht vorstellen!

    Glaube nicht alles, was Du liest!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Meine Erfahrung ist, dass ich zwischen Weintrinkern sitzen kann und es bei mir nichts auslöst.

    Und dass ich meinen Tag füllen muss, heisst noch lange nicht, dass ich ihn als Vereinsmeier verbringen will.
    Es darf schon auch noch ein bisschen Spaß machen. Vereinsvorstand heisst vor allem, dass alle was von einem wollen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
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  • Meine Erfahrung ist, dass ich zwischen Weintrinkern sitzen kann und es bei mir nichts auslöst.

    Das ist Deine Erfahrung nach 24 Jahren Abstinenz!

    Für viele von den neuen Teilnehmern hier birgt das ein Sicherheitsrisiko ihrer Abstinenz.

    Also lass solche Schilderungen hier bitte sein, Lebenskuenstler.

    So langsam geht mir Deine Art auf die Nerven.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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