Seppel1986 - Ich bin Alkoholiker

  • Guten Abend zusammen, habe mich hier angemeldet da ich grade merke das ich es alleine nicht schaffe trocken zu werden. Ich werde bald 40 und trinke seit meiner frühen Jugend, meistens Bier, viel Bier, jeden Abend. Unter der Woche grad so viel das es bei der Arbeit nicht auffällt, am Wochenende dann so viel bis ich einschlafe. Habe mir lange eingeredet das ich alles unter Kontrolle habe, da ich wenn nötig immer reduzieren konnte oder auch mal ganz weglassen konnte.

    Seit kurzem ist es anders, ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube ich habe Entzugserscheinungen, mittags ab 16:00 verlangt mein Körper Nachschub, ich zöger es bis ca. 20:00Uhr raus und fange dann an zu trinken, 23:00Uhr gehe ich dann spätestens schlafen. Ich bin Alkoholiker und langsam fällt es glaube ich auf, meine Kinder sehen mich anders an, sie sehen die Flaschen und meine Launen, ich werde nie aggressiv oder laut, aber ich habe Stimmungsschwankugen. Ich habe grade einen neuen Job angefangen und will da nicht gleich fehlen. Muss ich zum Arzt und mich outen?

  • Grüße dich und willkommen im Forum,

    "Müssen" tust du garnix...

    Ich würde es dir allerdings Raten: Arzt und Suchthilfe (ersterer hat ne Schweigepflich und letztere kann man oft 1-3 Termine Anonym mit nem Psychologen reden).
    Arzt ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, Alkohol macht im Körper verdammt viel kaputt, kalter, unbegleiteter Entzug ist potenziell tötlich, das braucht niemand.

    Außeder, so war es bei mir, hatte ich zwar vor dem Arzt schiss ohne Ende, danach war ich aber unglaublich froh offen reden zu können, Leber/Nieren, Schilddryse durchgescheckt zu haben etc.

    Therapie wenn gewollt geht grade bei einem "geordneten" Leben auch ambulant (1-2 Termine je Woche, quasi wie Fitnessstudio etc.) wobei ich einen Stationären Entzug auch sehr gut fand, einfach um Abstand zu haben ...


    Grüße


    Barthell

    Train to survive

    survive to train

  • Hi Barthell, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Das Arztgespräch hatte ich schon mal gesucht wegen hoher Blutfettwerte, er schob es damals auf gutes Essen nach den Feiertagen, habe ich so hingenommen, habe ihm erzählt das mein Bierkonsum seit Corona, viel frei gehabt, gestiegen ist, fand er nicht so schlimm, ich sollte was für mich finden was mich entspannt. Auch meine regelmäßigen Krankmeldungen wegen durchzechter Nächte fallen ihm nicht auf, ich habe es paar mal probiert mich zu outen, es kommt bei ihm nicht an.

    Ich muss es wohl deutlicher sagen, habe Angst davor.

  • Grüße dich,


    ich glaube diese "Angst" kennt jeder der sich beim Arzt offenbart hat, ich kann dir sagen: die Zeit im Wartezimmer bzw. im SPrechzimmer bevor der Arzt dann reinkam? Waren gefühlt die Hölle, im Rückblick wars halb so wild...
    Trockener Alkoholiker zu sein, heißt halt auch oft gnadenlos ehrlich zu sein (auf jeden Fall zu sich selbst), wir haben viel zu oft, viel zu lange rumgelogen und geschauspielert...


    Mach' nen Termin geh hin, sei offen und Ehrlich, im Zweifelsfall bei nem Arzt den du noch nicht kennst, je nachdem ob du deinem Aktuellen Hausarzt vertraust, ansonsten haben die Suchtberatungsstellen auch oft Gute Kontakte zu Ärzten die dich in Bezug zur Sucht wirklcih ernst nehmen.

    Train to survive

    survive to train

  • Das werde ich tun, mache mir grade Sorgen wieso ich plötzlich Entzugserscheinungen habe, ich habe mein Konsum nicht gesteigert, trinke die letzten 20 Jahre im Schnitt die selbe Menge an Bier, habe Angst das meine Leber vielleicht schon durch ist.

    Vor dem Gespräch mit dem Arzt habe ich keine Angst, nur vor dem dem was danach kommt, was ich damit lostrete. Die Untersuchungen die mir dann aufzeigen was ich schon alles kaputt gesoffen habe.

  • was wäre denn die Alternative? Der Körper ist ein Wunderwerk, der kann ganz viel Reparieren wenn man ihn lässt.


    Weitersaufen machts sicher nicht besser, das ist als ob beim Auto der Motor komische Geräusche macht und qualmt, also zieht man die Sonnenbrille auf, dreht das Radio hoch und fährt weiter? ...

    Der Körper altert, wir sind nicht mehr so unverwundbar wie mit 19-20... Die Regeneration wird immer wichtiger die Leistungsfähigkeit sinkt und plötzlich führt die gleiche Dosis wie immer zu unerwünschten Folgen .....

    Augen zu und weitermachen? besser wird's nicht, und nur weil der Arzt es feststellt heißt das nicht, dass es ohne die Diagnose nicht haaargenauso schlimm wäre ...

    Train to survive

    survive to train

    2 Mal editiert, zuletzt von Barthell (28. September 2025 um 21:34)

  • Ich finde Deinen Nick-Namen für ein Alkoholiker-Forum etwas sonderbar. Lass das "r" weg und Du hast eine Biersorte.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hallo Seppel,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst.

    Die Erkenntnis Alkoholiker geworden zu sein ist nicht schön aber ein wichtiger Schritt hin zur Abstinenz.
    Du hast dich dazu bekannt und das gebührt Respekt.

    Barthell hat dir schon den richtigen Weg aufgezeigt. Beginne deinen abstinenten Weg mit einem Checkup beim Arzt.
    Sei offen und ehrlich und beschönige nichts, dann kann er dich effektiv bei der Entgiftung unterstützen.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Zusätzlich will ich dich noch mit ein paar Regeln dieses Forums vertraut machen.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die ein dauerhaft abstinentes Leben anstreben.
    Ich nehme an, dass du jetzt ein dauerhaft, abstinentes Leben beginnen willst?

    Melde dich wieder, wenn du beim Arzt warst und weisst wie es weiter geht.
    Wirst du bei der Entgiftung ärztlich begleitet, dann kann es für dich hier weitergehen.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi, bin seit letztem Freitag trocken, war allerdings mehr einer Grippe geschuldet, hatte Fieber und absolut kein Verlangen nach Bier. Somit auch Null Entzugserscheinungen, hatte mit dem Fieber zu kämpfen, nun bin ich seit Montag wieder fit und fahre jeden Morgen ohne Fahne zur Arbeit,fühlt sich gut an. Erwische mich allerdings immer wieder wie ich mich auf Freitag freue, auf das Trinken ohne am nächsten Tag zur Arbeit zu müssen, dann fällt mir ein das ich garnicht trinken will auch nicht am Wochenende. Die Abende ziehen sich jetzt schon so lange, gehe immer früh ins Bett und schlafe momentan viel, habe bange vor dem Wochenende.

  • Hallo Seppel,
    schön wieder von dir zu hören und dass du jetzt den Absprung geschafft hast.

    Aber du schreibst

    war allerdings mehr einer Grippe geschuldet

    ....und ohne Grippe würdest du noch trinken?

    Da schliesst sich meine letzte Frage an dich an:

    Ich nehme an, dass du jetzt ein dauerhaft, abstinentes Leben beginnen willst?

    Ist das so? Willst du dauerhaft abstinent leben?

    Viele Grüsse
    Nayouk

    P.S. Du bist noch im Vorstellungsbereich, der Austausch beginnt für dich erst nach Freischaltung.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi, ja ich will dauerhaft Abstinenz bleiben, die Grippe ist schon rum und ich trinke nicht. Die Grippe hat dabei geholfen den ersten Abend nicht zu trinken, die nächsten Abende hätte ich trinken können, wollte aber nicht. Ich dachte das war Tag 1 und jetzt bleibe ich dran.

    Eventuell würde ich ohne Grippe noch trinken, ja.

  • Wie auch immer, auch heute bleibe ich nüchtern weil ich das so möchte, es fällt mir grade nicht schwer, freue mich auf das Schlafengehen und auf das Aufwachen. Hoffe das ich morgen noch genauso denke. Wie gesagt habe ich Bange vor dem Wochenende. Ich schaue morgen mal hier rein, vielleicht ist der ein oder andere Tipp dabei.

  • Den schwierigen Anfang hast du geschafft.
    Jetzt ist es erstmal wichtig, dass du dran bleibst, Tag für Tag.
    "Heute lasse ich das erste Glas stehen!".

    Nach 7 Tagen Abstinenz ist die Entgiftung in der Regel weitestgehend durch.
    Das ist ein wichtiger Meilenstein.
    Melde dich morgen wieder, dann kann es für dich hier weitergehen.

    Bis dahin kannst du dich hier schon mal bei den anderen Usern einlesen und dir auch die beiden folgenden Artikel durchlesen.

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • So da bin ich immer noch, geschlafen habe ich beschissen und fühle mich heute krank. Hatte die Nacht Sodbrennen und war ziemlich viel wach deswegen, bin bei der Arbeit quele mich gerade, habe schon 5 Tee getrunken und habe Magenprobleme, kein Appetit. Dafür noch Kopf und Gliederschmerzen. Die ganze Woche war so gut und jetzt macht mein Körper wieder schlapp. Ob es am Verzicht liegt weiß ich nicht, fühlt sich eher wieder nach Grippe an. Naja, werde früher von der Arbeit abhauen und mich hinlegen.

    Euch allen ein schönes Wochenende.

  • Das hört sich nach einem Infekt an. Alkohol ist keine Option. Gute Besserung.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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