Linchen - Co Abhängig

  • Hallo und danke für die Aufnahme.

    Zu mir: Mein Mann trinkt seit 2-3 Jahren regelmäßig und heimlich. Es war soweit das er vor Wochen ins Krankenhaus gekommen ist da sein Körper krampfte und quasi einen Entzug gemacht hat. Es hat zwei Wochen zuhause gedauert bis er wieder mit dem Trinken angefangen hat. Nach viel Tränen und Streit hat er mir heute gesagt er kann nicht aufhören da der Alkohol ihm hilft seinen Kopf ruhig zu bekommen und er sich keine Hilfe holt. Er möchte auch kein Gespräch führen über eine Trennung.
    Soll ich einfach so eine Wohnung suchen? Wir haben ein Haus. Wie es finanziell danach wird kann ich kaum einschätzen. Ich habe auch kein Verständnis für die Trinkerei. Werde wütend und verstehe nicht wie ihm der Alkohol wichtiger sein kann als wir. Von seiner Mutter kommt nicht viel Hilfe. Soll mich nur melden wenn ich was brauche.
    Ich fühle mich so überfordert mit dem Thema. Und weiß nicht was ich tun soll. Ich bin 39 Jahre und das kann doch nicht mein Leben sein.

  • Hallo Linchen,

    herzlich willkommen.

    Es ist schwierig, solange dein Mann nicht aufhören kann und will mit dem Trinken, solange wird sich nichts zum Positiven verändern können. Bei ihm. Und solange du da mit drinnen hängst, wirst du auch immer davon mitbelastet sein. Der Alkohol ist ihm wichtiger als alles, er ist suchtkrank und die Sucht bestimmt sein Leben.

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den Austausch: https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Klick einfach drauf und schreib kurz, dass du um Freischaltung bittest. Dann wird dein Thema in den Bereich für Angehörige und Coabhängige verschoben.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Marie04 14. Oktober 2025 um 21:41

    Hat den Titel des Themas von „Co Abhängig“ zu „Linchen - Co Abhängig“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Linchen.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Linchen,

    als ich immer konkretere Trennungsgedanken hatte, hab ich einen Anwaltstermin gemacht. Einfach um erstmal Informationen zu bekommen. Das hat mir beim Sortieren gut geholfen. Bei uns hing auch Eigentum dran, ich hab Teilzeit gearbeitet und mein Verdienst war nicht so hoch. Diese Dinge konnten schonmal geklärt werden. Also was mir im Falle einer Trennung, nicht Scheidung, zusteht. Wo meine Rechte und Pflichten dabei sind.

    Das hat mir ganz viel Angst genommen.

    Du kannst dich auch an die Caritas oder Diakonie wenden, zum Beispiel, auch da haben sie Informationen.

    Mir ging es damals echt besser als ich Infos hatte. Getrennt hab ich mich nicht sofort aber bald, es hat mir alles sehr erleichtert weil ich endlich in eine Handlung gekommen bin.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Autora, vielen Dank für deine Antwort. Die Caritas habe ich auch schon angeschrieben, allerdings ist da grad Urlaub. Wie konntest du den Alltag meistern? Hast du ihn ignoriert und dein Ding gemacht? Fühle mich grad so als wenn der Boden unter mir zusammenbricht.

    Lg

  • Hallo Linchen,

    ja, ich habe mehr und mehr mein Ding gemacht. Hab mich getraut, Dinge alleine zu unternehmen, habe nicht mehr gekocht für ihn und wenn meine Tochter und ihr Mann zu Besuch kamen, haben wir in einem anderen Zimmer gesessen. Ich habe im Wohnzimmer auf dem Sofa geschlafen oder in unserem kleinen Zimmer. Da konnte ich mich dann verbarrikadieren als er immer übergriffiger wurde.

    Er war zum Schluss massiv sexuell übergriffig und das war sehr schlimm. Das war der Zeitpunkt, an dem ich ganz klar und konkret gehandelt habe, mir eine Wohnung gesucht habe. Zu der Zeit gab es noch eine Auswahl an Wohnungen...

    Ignorieren konnte ich ihn nur teilweise. Wir haben in einer 89 m² großen 3,5 - Zimmer- Wohnung gewohnt, ein Zimmer bewohnte noch unser erwachsener Sohn zu der Zeit. Und mein Exmann lief mir zeitweise andauernd hinterher und war eben übergriffig... Oder er jammerte rum weil er merkte, dass ich ernst machte. Angedroht hatte ich es ja schon sehr oft, hab es aber nie umgesetzt. Darum hat er mich erstmal ausgelacht bis er sah, dass ich es diesmal durchziehe.

    Ich war in einem Ausnahmezustand und habe funktioniert. Erst als ich in meine Wohnung eingezogen war und meine Möbel hatte und so, hatte ich eine Art Zusammenbruch. Da habe ich einen Tag lang nur geweint.

    Aber ich habe diesen Schritt nie bereut. Auch wenn es ab da nochmal gedauert hat bis ich richtig losgelassen hatte.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Linchen,

    willkommen.

    Ich habe es damals ähnlich gemacht. Eine klare Ansage, als es mir echt gereicht hat und dann kein Gerede mehr, sondern ihn seinem Schicksal überlassen. Ich hatte alle Hilfe über viele Jahre angeboten und war immer da. Dann hab ich ihn freigegeben und ihn trinken lassen.

    Ab da habe ich mein Leben größtenteils ohne ihn gelebt. Ich habe sein Problem ignoriert und ihn ebenfalls. Es gab eine 0 Toleranz-Grenze. Und ich habe ihn nicht mehr gedeckt, nichts mehr mit ihm geplant oder besprochen und nichts organisiert. Er war auf sich allein gestellt und wir haben neben einander her gelebt. Nach 4 Monaten war ich bei meiner Anwältin und war überrascht, wie gut es mir ohne ihn gehen kann. 2 Wochen später hat er sich das nächste Ding geleistet und dann musste er gehen.

    Es war ein Prozess. Stück für Stück in meinem Tempo und angepasst an die Situation.

  • Ich werde auch versuchen wieder mehr zu mir zu finden. Damit ich auch die Kraft habe wenn ich gehe. Werde weiterhin nach Wohnungen schauen.
    Ich muss loslassen lernen. Ich habe jedes Mal ein blödes Bauchgefühl wenn er allein ist oder im Büro sitzt weil ich dann direkt denke er betrinkt sich. Ich hoffe das dieses Gefühl weggeht und es mich nicht mehr interessiert. Als er aus dem Krankenhaus kam, war alles wie früher. Ich habe so sehr gehofft das es wieder so wird wie früher. Ich habe furchtbare Angst vor der Zukunft.

  • Guten Morgen Linchen,

    Ich muss loslassen lernen. Ich habe jedes Mal ein blödes Bauchgefühl wenn er allein ist oder im Büro sitzt weil ich dann direkt denke er betrinkt sich. Ich hoffe das dieses Gefühl weggeht und es mich nicht mehr interessiert.

    Das Gefühl kenne ich.

    Loslassen…. Das ist der Schlüssel. Ich habe mit meinem Mann zusammen gearbeitet und ich hatte immer Angst. Im Büro und daheim. Irgendwann hab ich nicht mehr gegessen, nicht mehr geschlafen und Panikattacken bekommen.

    Im Büro hab ich dann die Verantwortung an seinen Geschäftspartner abgegeben und zu Hause an Ihn. Und ich war raus aus der Nummer. Das hat soooo viel Erleichterung verschafft. Dann kam das Hungergefühl zurück, der Schlaf und die Kraft. Und dann konnte ich mich aus der Situation befreien.

    Mach weiter so. Stück für Stück. Schau auf dich und nicht auf ihn.

    LG ☀️

  • Hallo zusammen,

    so ich bin zuhause ausgezogen zu meiner Mutter. Jetzt bettelt mein Mann und weint und fleht und meint er holt sich Hilfe. Ich möchte uns erst eine Chance geben wenn er gesund ist. Ist das falsch? Meine Angst ist zu groß das er es doch nicht durchzieht. Aber es tut mir natürlich auch leid das es ihm jetzt so schlecht geht. Ich weiß grad nicht ob ich richtig handel?
    Lg

  • Das betteln und flehen kommt sehr oft von nassen Alkoholikern wenn der Partner ernst macht. Du solltest jetzt konsequent bleiben da er dich sonst nicht mehr ernst nimmt.

    Du kannst beobachten was er tut, ob er wirklich handelt, er muss für sich trocken werden.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Du machst das richtig. Bleib stark!

    Klar, er hat jetzt Bammel, weil er merkt, du machst ernst. Deswegen verspricht er dir jetzt erstmal alles, damit du wieder zurück kommst. Dann reißt er sich vielleicht 2-3 Wochen (wenn überhaupt) zusammen und dann geht wahrscheinlich wieder alles wieder von vorne los.

    Er muss auch erstmal für sich trocken werden wollen. Wenn das wirklich ernsthaft will und nicht nur redet, sondern auch Taten folgen lässt, dann kannst du nach einiger Zeit immer noch mal gucken.

    Aber eins muss dir klar sein, wenn er Alkoholiker ist, wird er nicht wieder "gesund", die Krankheit bleibt lebenslang. Und es gibt verdammt viele Alkoholiker, die es schaffen, auch lange Trinkpausen einzulegen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Den Führerschein wiederzubekommen ist dabei ein Klassiker. Das schaffen viele und trinken dann teils direkt am gleichen Tag nach der MPU wieder.

    Versuch dich erstmal abzulenken. Vielleicht ein Spaziergang, lesen, Filme gucken. Und du kannst auch erstmal von Tag zu Tag denken. Einen nach dem anderen überstehen.

  • So lange er noch Zeit zum Betteln und Weinen hat, statt bereits bei der Hilfe zu sein, vergiss es.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich habe sehr viel Angst das er trocken wird, wird zurück gehen und dann wird er doch wieder Rückfällig. Es gibt ja keine Zeit wo man weiß jetzt hat er es für immer geschafft.
    Die andere Seite ist das er mich sehr leid tut weil er jetzt allein ist und sich natürlich verlassen fühlt.

  • Die andere Seite ist das er mich sehr leid tut weil er jetzt allein ist und sich natürlich verlassen fühlt.

    Das mag unter Umständen ein bisschen hart für dich klingen - aber das hilft weder ihm, noch dir. Er ist für sich verantwortlich und du für dich. Kannst Du Dir sicher sein, dass er sich wirklich verlassen fühlt? Bleib bei Dir. Sei für Dich da! Du brauchst jetzt deine ganze Energie für Dich!

  • Kann sein, dass es ihm jetzt schlecht geht, das ist aber sein Problem und vor allem seine Verantwortung. Er hat sich durch sein Handeln in diese Situation gebracht und jetzt muss er mit den Konsequenzen leben.
    Und es ist ja nicht so, dass du ihm vorher nicht zig Chancen gegeben und x mal mit ihm geredet hättest. Und ihn hat es übrigens nicht wirklich interessiert, wie schlecht es dir die ganze Zeit über ging oder?

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