Bibitor 66 - 43 Jahre im Rausch reicht

  • Tag 134

    Heute weiß ich gar nicht viel zum schreiben. Mir geht es gut und es sind keine Gefahren in Sicht. Auch "Ruckler" sind nicht aufgetreten. Alles läuft ruhig und gemütlich.

    Heute werde ich beginnen meinen vielen Deko-Kram der so rumsteht, zu entstauben und in Kartons zu verpacken. Ich brauche Platz für die Weihnachtsdeko. Vieles was so rumsteht muss ich eh vor Weihnachten wegräumen, damit die Enkel nicht dran kommen. :) Vieles ist aus Glas was hier steht. Das würde kaputt gehen, oder die Kids könnten sich verletzen.

    Das mache ich jedes Weihnachten so. Nur die letzten Jahre immer auf den letzten Drücker und ohne Grundreinigung. Einfach staubig ab in den Karton. Ich gehe davon aus, dass Weihnachten dieses Jahr so ordentlich wie noch nie ablaufen wird.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 135

    Heute habe ich seit langer Zeit mal wieder bis 7:30 Uhr geschlafen. Das ist ganz schön lang für mich Frühaufsteherin. Die Katzen waren heute aber auch gnädig. Sonst sind die nämlich schuld an dem frühen wach werden. Wenn denen nachts um 4:30 Uhr einfällt, sie brauchen jetzt sofort was zum Fressen, ist die Nachtruhe erst mal gestört. Die nerven und miauen so lange, bis ich aufstehe. Keine Chance.

    Eigentlich wäre heute wieder Wocheneinkauf angesagt. Aber mein Mann und ich wollen nicht raus in die Kälte. Bei uns hat es sich extrem abgekühlt. Musste schon die Heizung höher drehen. Der Vorratsschrank und Gefrierfach gibt noch genug her. Also mümmeln wir uns heute schön ein und bleiben zu Hause.

    Jetzt gibt es Kaffee Nr. 2 und dann stricke ich an meinem Schal weiter. Er könnte bis Weihnachten fertig werden. Falls nicht, auch nicht schlimm. Soll meiner werden. :)

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Kenne ich, aber die werden zum Glück auch älter und bequemer ...

    Hallo Rennschnecke,

    die sind schon älter. 13 und 7. Es sollen die letzten sein. Ich möchte nicht, dass mich die Katzen mal überleben.

    Ich habe seit 40 Jahren Katzen. Meistens 2, kurze Lebensstrecken waren es auch mal 3. Ich bin ehrenamtlich im Tierschutz tätig und die Katzen waren immer aus dem Tierheim. Ich liebe Katzen. Ich mag deren eigenwilligen Charakter. Aber sie haben mich schon immer um den Finger gewickelt und haben genau gewusst, wie man den Dosenöffner in Bewegung setzt. :)

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich habe auch mein Leben lang Katzen. Die erste wilde habe ich heim geschleppt, das war so 1972. Die hatte ich in einem alten Bauernhof gefunden der am Tag drauf abgerissen wurde. Die Katze war erst ein paar Wochen alt und hätte das sicher nicht überlebt.

    Meine Mutter war damals total überfordert, damals gab es noch gar kein richtiges Katzenfutter, Katzenstreu usw. Wir können aber nicht alles falsch gemacht haben, sie wurde 21 Jahre alt.

    Ich hatte daraufhin nur wilde Katzen. Mein jetziger Kater ist auch so einer:

    Der wurde draussen mit einem grossen Tumor an der Nase gefunden. Dieser wurde weg operiert, dann kam er ins Tierheim.

    Da er ein wilder war, war er nicht gerade freundlich und seine Nase war entstellt. Er galt als nicht vermittelbar. Der war genau richtig für mich.

    Nachdem ich mit ihm ausdiskutiert hatte, ob er aus dem Tierheim will, ist er bei uns eingezogen. Heute ist er der liebste Schmustkater, sicher war er das schon immer. Nur wenn man lieber alleine ist und so viele andere Katzen um sich hat, ist man nun mal genervt - vollkommen erständlich oder? ;)

  • Stromer

    Hallo Stromer,

    das ist ja toll mit Deinen wilden Katzen. Und 21 Jahre für eine Katze ist schon ein beachtliches Alter. Da habt Ihr schon alles richtig gemacht. Bei meinen Katzen war das höchste Alter 19 Jahre. Das war mein erster Kater, den ich mir mit 18 Jahren in meiner ersten eigenen Wohnung zugelegt hatte.

    Bei meinen Eltern zu Hause durfte ich mir keine Katze anschaffen. Sie wollten keinen Hund oder Katze in der Wohnung haben.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 136

    Ich fühle mich immer noch pudelwohl.

    Selbst im Fernsehen, wenn ich trinkende Menschen sehe, bleibt alles ruhig in mir. Dafür bin ich extremst dankbar. Wenn mir Gedanken kommen, beim Anblick von gefüllten Weingläsern oder Bierflaschen, sind sie der Natur, dass ich froh bin den Alkohol nicht mehr zu brauchen.

    Ich kann sowieso nicht mehr verstehen, warum ich mir das jahrelang angetan habe. Der Alkohol konnte mir ja überhaupt nichts mehr geben. Er hat mich nur immer kränker, träger und verwirrter gemacht.

    Ich ärgere mich nur, dass ich mir nicht viel früher eingestehen konnte krank zu sein. Alkoholikerin zu sein.

    Jetzt werde ich mir wieder Kaffee Nr. 2 aus der Maschine lassen und werde den Tag genauso gemütlich starten wie gestern.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo Bibi,


    ich lese dich immer und freu mich, dass du dich hier mitteilst.

    Ich kann sowieso nicht mehr verstehen, warum ich mir das jahrelang angetan habe

    Das kenne ich auch. Das nicht mehr verstehen zu können. Weil ich jetzt trocken bin und das nasse Denken von außen betrachte.
    Darin liegt für mich aber eben auch die Gefahr (so war es in der Vergangenheit), dass ich nicht mehr verstehe, und dadurch auch womöglich nicht mehr glaube, dass ich so bin - abhängig und, wenn ich Alkohol trinke, unfähig, mit dem Trinken aufzuhören.

    Dafür bin ich (auch) hier - die Erinnerung zumindest so wachzuhalten, dass mir die tiefe Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, nicht wieder abhanden kommt.

    Einen schönen Sonntag dir!

    Viele Grüße

    Thalia

  • Ich denke mittlerweile, was für eine widerliche Droge. Wie man sich verhält, nix gebacken bekommen, der Kater, Entzüge. Einfach ekelhaft- und davon bin ich Süchtig. Krank.

    Es ist eine widerliche Droge. Schon der Geschmack im Mund, morgens nach einem Suff, war ekelerregend.

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich denke mittlerweile, was für eine widerliche Droge. Wie man sich verhält, nix gebacken bekommen, der Kater, Entzüge. Einfach ekelhaft- und davon bin ich Süchtig. Krank.

    Guten Morgen, allseits!

    Wie ich schon einmal irgendwo glaube geschrieben zu haben, denke ich, dass der Alkohol bei vielen nicht zu einer Wesensveränderung führt, sondern das eigene "Ich" mit all seinen Ecken und Kanten bloß massiv verstärkt und die Hemmungen, sich zusammenzureißen, entsprechend betrunken dann halt peu à peu wegfallen.

    Wenn ich zu viel getrunken hatte, konnte ich z.B. ganz schön frech bzw. vorlaut und vor allem sarkastisch (aber auch bis hin zu rechthaberisch, herablassend und zynisch) werden. Was auch zu vielen irreparablen Zerwürfnissen (beruflich wie privat) geführt hat. Nüchtern war ich so nicht.

    Tatsächlich aber hatte ich nun jedoch immer schon ein wenig einen Hang zum "schwarzen Humor". Freilich bin ich damit nüchtern natürlich sehr sorgsam umgegangen, da mir schon klar war, dass so manches Gegenüber hiermit sicher nicht klarkommt und manche Äußerungen, auch wenn nicht ernst gemeint, mir bitterübel nehmen könnte. Im angetrunkenen Zustand war mir das zwar auch irgendwie noch so einigermaßen bewusst, aber es war mir dann doch wieder egal, mit teils beträchtlichen und vor allem ungewollten Folgen. Und da man einen geplatzten Luftballon nicht mehr kleben kann, war es dann oft auch aus mit dem/der netten Kollegen/-in, Bekanntschaften, Freundschaften usw.

    In meinem eigenen Faden habe ich ganz zu Beginn sinngemäß geschrieben, dass ich, obwohl ich mir vieles durch die Trinkerei zerstört habe, so manchmal doch ein geradezu unverschämtes Glück hatte, dass nichts oder nicht noch mehr passiert ist. "Schuld" daran war meistens eben der Umstand, dass ich mich nicht mehr (verbal) "zusammenriss". Ich weiß aber auch, dass solche Glücksfälle selten und bei mir damals schon oft - gefühlt zu oft - vorgekommen sind. Sprich: Käme ich wieder in so manch eine Situation, würde es vermutlich nicht mehr so glimpflich ausgehen. Gesundheitlich etwa, aber auch in anderer Hinsicht. Und auch weil ich damals noch sehr gute Freunde hatte, die mich das eine oder andere Mal aus der Misere befreien konnten... (Die es heute teils leider auch nicht mehr gibt...)

    Auch das war mit ein Grund, mit dem Trinken aufzuhören... weil es abzusehen war, dass irgendwann mal nichts mehr zu retten sein wird...

    LG, Stef.

    Einmal editiert, zuletzt von stef2303 (23. November 2025 um 10:46)

  • Hallo Thalia,

    ja genauso ging es mir immer. Wenn ich anfing zu trinken, konnte ich nicht mehr aufhören. Einfach nur schrecklich.

    Ich werde auch hier bleiben. Die Erkenntnis soll nicht abhanden kommen! Diese Freiheit die ich empfinde, will ich nie wieder verlieren.

    Ich wünsche Dir auch einen schönen, gemütlichen Sonntag.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Selbst im Fernsehen, wenn ich trinkende Menschen sehe, bleibt alles ruhig in mir.

    Was heute ist, kann morgen schon ganz anders sein.

    Ich horche auch heute noch, nach 4 einhalb Jahren, in mich rein, wenn ich irgendwo Alkohol sehe. Nicht ständig und auch nicht bei jedem Glas am Nachbartisch. Aber doch hin und wieder und das schon sehr bewusst. Gar nicht mal, weil ich da irgendwas fürchterlich Schlimmes erwarte, sondern vielmehr, weil ich nicht möchte, dass ich da nicht mehr drauf achte.

    Ich kann sowieso nicht mehr verstehen, warum ich mir das jahrelang angetan habe. Der Alkohol konnte mir ja überhaupt nichts mehr geben. Er hat mich nur immer kränker, träger und verwirrter gemacht.

    Mir konnte der Alkohol auch nichts mehr geben. Er hat mir noch nicht mal geschmeckt.
    Ich habe jahrelang gesoffen, weil ich alkoholabhängig bin. Süchtig nach Alkohol. Alkoholiker. Und weil ich nicht wusste, wie ich aus dieser Suchtspirale rauskommen könnte. Einen anderen Grund gab es nicht.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Tag 137

    Nüchternheit hat nur Vorteile.

    Meinem Mann sein Auto ist heute früh nicht angesprungen. Batterie platt. Hat wohl die Kälte nicht verkraftet. Nun ist er eben mit meinem Auto gefahren und wir kümmern uns nach der Arbeit, in unserer Werkstatt um eine neue Batterie für sein Auto.

    Ich hätte heute zwar auch einen Termin, aber den verlege ich. Ist nichts so Wichtiges.

    In nassen Zeiten hätte mir diese Situation den Blutdruck in die Höhe getrieben. In erster Linie deshalb, weil ich hier nicht weggekommen wäre um Bier zu kaufen. Heute lässt es mich komplett kalt. Zum Essen ist immer noch genug im Haus und ich muss nicht unbedingt raus.

    Später werde ich etwas Spazieren gehen. Vorausgesetzt meine bestellten Schuh-Spikes kommen heute. Die kann man über sämtliche Schuhe spannen und sie bieten Sicherheit auf gefrorenem Boden. Das muss sein. Ich bin besoffen nicht auf die Fresse geflogen, dann soll das nüchtern auf gar keinen Fall geschehen. ;) Das wäre tödlich für meine Knie.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Tag 138

    Es ist so schön ausgeruht und energiegeladen aufzuwachen. Die ganzen letzten Jahre habe ich nur im Nebel verbracht. Ich weiß wirklich nicht, wie ich so alles meistern konnte.

    Heute habe ich mein Auto wieder zur Verfügung. Mein Mann bekam gestern noch eine neue Batterie ins Auto und nun startet es auf Anhieb. Die Batterie war auch schon alt. Ein Wunder das sie überhaupt so lange durchgehalten hat.

    Ich werde nun Duschen gehen und sobald es richtig hell ist, werde ich mal ins Einkaufen fahren. Ich brauche auch noch ein paar Kleinigkeiten an Geschenken für Weihnachten. Dieses Jahr werde ich mich nicht kurz vor knapp ins Getümmel stürzen. Das war auch immer Stress pur. Volle Geschäfte, volle Parkplätze, rücksichtslose Menschen und Verkehrschaos auf den Straßen.

    Alles läuft ruhiger und geplanter für mich. Ich bin sehr zufrieden mit dieser Veränderung.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Liebe Bibi,

    wenn mal für eine Kampagne 'Ohne Alk ist alles besser' authentische Erfahrungsberichte gesucht werden, bewirb dich bitte. Niemand schildert die Vorzüge des abstinenten Lebens anschaulicher als du ^^

    Weiterhin alles Liebe - ich lese dich sehr gern.

    Mattie

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