Boss, Wenn das erste Bier den Tag beendet

  • Meinst Du nicht, dass der einzige wahre Grund erst die schlechte Gewohnheit und irgendwann die Sucht war?

    Und die findet immer einen "Grund" zum Saufen, ob gutes oder schlechtes Wetter, gute Laune, schlechte Laune, positiver oder negativer Stress...

    Ja, natürlich, du hast vollkommen recht. Ich glaube, so schnell hat noch nie jemand einen falschen Glaubenssatz gelöscht.

    Eigentlich habe ich doch immer getrunken – in guten wie in schlechten Situationen. Die Arbeitsstelle war einfach nur die schlechte Situation ganz zum Schluss.

    Am Anfang war alles toll, da habe ich auch getrunken.

    Manchmal bin ich auch einfach dämlich.

  • Keine Sorge, so haben wohl die meisten Alkoholiker irgendwann mal gedacht. Unser Suchthirn ist eben sehr erfinderisch, um an Stoff zu kommen.

    Besonders gern nutzt es die Opferrolle, hier auch gern IAS abgekürzt: "Ich arme Sau musste ja trinken, weil ich es so schwer hatte ..."

  • Guten Abend Boss,

    ich möchte gerne zu dieser Vorgehensweise etwas schreiben.

    Dann hole ich meine Liste mit den positiven Dingen hervor und die mit den Gründen, weshalb ich nicht mehr trinken will.

    Ich frage mich für wen? Willst Du damit Dein Suchthirn überzeugen? Das geht nicht, da es ja um seine Existenz geht.

    Dich selbst? Ich denke nicht. Denn Du hast das ganze schon längst durchdacht (spätestens als Du die Liste angefertigt hast).

    Als ich den Satz von Dir gelesen habe, dachte ich mir, dass das ein Grund sein könnte, wieso die Suchtgedanken noch öfters auftauchen.

    Beispiel. Wenn ich z. B. auf einer Verbrauchermesse bin und ich komme an einem Stand vorbei, wo ich vom Betreiber angesprochen werde.

    Er fragt:"Darf ich ihnen dies oder das zeigen?"

    Wenn ich sage "Nein".

    Er: "Aber wieso? Ich möchte doch nur..."

    Ich: "Nein. Einen schönen Tag noch."

    Gespräch (im übertragenen Sinn "Suchtgedanke") vorbei.

    Wenn ich aber sage:" Ich habe keine Zeit jetzt."

    Er: "Nur kurz, es geht nicht lange".

    Ich argumentiere: "Ich habe aber schon ein ähnliches Gerät."

    Er: "Aber dieses ist viel besser und ich machen einen guten Preis..." blablabla

    Wenn ich also eine Liste von Gründen auspacken würde und anfangen sie dieser Person vorzutragen, wird sie immer weiter einhaken und versuchen mich zu überzeugen.

    Zum Schluss legt sie mich dann auf Wiedervorlage, um immer wieder anzuklopfen und es weiter zu versuchen. (Wiederholte Suchtgedanken)

    Also. Langer Rede, kurzer Sinn. Spar Dir die Liste. "Nein. Ich trinke nicht und ich weiß wieso."

    Danach nur noch "Nein". "Nein". "Verp... Dich." hilft auch ganz gut. Da es in meinem Kopf ist, kann ich auch ausfällig werden. Hat mir Spaß gemacht.

    Das hat bei mir sehr schnell geholfen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • "Nein". "Nein". "Verp... Dich."

    Genau das geht mir gerade auch durch den Kopf, wenn es um den Gedanken der Ausführung geht – also um das Trinken. Heute ist übrigens der erste Tag, an dem ich keinen Druck verspüre und mein Kiefer mal wieder entspannt ist. Naja, zu ungefähr 80 Prozent.

    Danke auch für deinen Dialog. Ich verstehe die Analogie. Allerdings scheint dieser Satz heute bei einigen aufgestoßen zu sein. Es geht ja nicht darum, einen Autokatalog zu erstellen und aufzuschreiben, warum das ein tolles Auto ist. Die Vorteile kann ich überall im Internet nachlesen. Selbst meine App, in der ich mein Startdatum eingetragen habe, hat diese Funktion.

    Mir geht es darum, mich später wieder in genau den Zustand zurückversetzen zu können, den ich jetzt gerade erlebe oder den ich vor ein paar Wochen erlebt habe. Das wünsche ich mir für die Zukunft, falls die Abstinenz irgendwann zum Autopiloten wird und ich mich in einem unvorsichtigen Moment von der Sucht bequatschen lasse.

    LG

  • Ich möchte einfach ein paar Dinge zur Prävention tun und mir meinen eigenen „Notfallkoffer“ packen. Also Gedanken, Situationen und Erinnerungen festhalten, die mir helfen, wenn irgendwann mal ein schwacher Moment kommt. Weißt du, wie ich das meine?

    Kein Autokatalog, keine Motivationssprüche sondern Ankerpunkte, die mich im Notfall wieder auf Kurs bringen.

  • Beim Zocken habe ich nie getrunken, weil die Spiele Konzentration erfordern. Mit Alkohol würde ich ständig verlieren. Bei der Arbeit genauso. Ich arbeite mit dem Kopf. Mit Alkohol wäre das unmöglich.

    Ich auch nicht. Ich habe wegen dem Alkohol aufgehört mit dem Zocken und jetzt in der Abstinenz wieder angefangen damit. Es ist schön gelegentlich abends mal wieder für ein paar Stunden zu zocken. Ich habe es vermisst, aber war ständig mit Saufen beschäftigt und dadurch ging es dann verloren.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • und ich mich in einem unvorsichtigen Moment von der Sucht bequatschen lasse

    Glaube mir. Wenn Du hier regelmäßig liest, gibt es keine unvorsichtigen Momente mehr. ^^ Unvorhergesehene vielleicht.

    Aber das Forum hat sich so in meinem Kopf festgesetzt, dass ich automatisch sehr wachsam bin.

    Ach ja. Und genau darum ging es in meinem Dialog. NICHT bequatschen lassen. Egal, was für ein Moment. Es gibt keine Ausreden um sie reden zu lassen. Weil Du keine gelten lässt. Es ist Dein Kopf. Und da bist DU der Boss. 8)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Und da bist DU der Boss. 8)

    8)8)8)

    Glaube mir. Wenn Du hier regelmäßig liest, gibt es keine unvorsichtigen Momente mehr. ^^ Unvorhergesehene vielleicht.

    Aber das Forum hat sich so in meinem Kopf festgesetzt, dass ich automatisch sehr wachsam bin.

    Definitiv, ich bin schon voll dabei und möchte auch gar nicht weg von hier. Vielleicht sollte die Zeit, die ich hier verbringe, irgendwann mal weniger werden – nicht, dass ich danach noch süchtig werde^^.

    Ich verstehe inzwischen viel besser, warum es so wichtig ist, sich als Alkoholiker zu bezeichnen. Das hat nichts mit Selbsterniedrigung zu tun. Es geht darum, ehrlich mit sich selbst zu bleiben und sich immer wieder daran zu erinnern, wie man da reingerutscht ist. Für mich bedeutet das: Es gibt kein „normales“ Trinken mehr. Dieses Wort hält mich wach und schützt mich davor, mir irgendwann wieder etwas schönzureden.

    Ich auch nicht. Ich habe wegen dem Alkohol aufgehört mit dem Zocken und jetzt in der Abstinenz wieder angefangen damit. Es ist schön gelegentlich abends mal wieder für ein paar Stunden zu zocken. Ich habe es vermisst, aber war ständig mit Saufen beschäftigt und dadurch ging es dann verloren.

    Genau so! 100%. Im übrigen habe ich nicht nur auf das Zocken verzichtet, sondern auch auf viele viele weitere Hobbys.

    LG

  • Ich hatte Angst plötzlich zu "vergessen" warum ich nicht mehr trinken will. Deswegen hatte ich auch eine Liste mit positiven und negativen Dingen und habe jeden Tag hier im Forum gelesen und mich konditioniert bis der Gedanke an Alkohol praktisch damit verbundenen war. Das negative Stand da bei mir im Vordergrund. Das Positive wäre, hoffentlich, ein Nebeneffekt.

    Mir hat es geholfen. Mittlerweile brauche ich das nicht mehr. Der Gedanke an Alkohol ist so nicht mehr da und somit auch nicht mehr die Gründe. Gedanklich. Bewusst ist es mir natürlich noch. Aber dieses ständige damit auseinandersetzen ist nicht mehr da.

    Natürlich ist das nicht das einzige. Aber es war ein Rad in meinem System.

    Genau so! 100%. Im übrigen habe ich nicht nur auf das Zocken verzichtet, sondern auch auf viele viele weitere Hobbys.

    LG

    Der Alkohol hat bei mir auch alles ersetzt.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Guten Abend,

    eigentlich wollte ich heute gar nichts berichten, weil ich dachte, dass es nichts zu berichten gibt. Eigentlich wollte ich seit drei Stunden an etwas arbeiten, das ich schon ewig vor mir herschiebe - diese typischen Aufgaben, auf die man absolut keinen Bock hat, die aber wichtig sind und erledigt werden müssen.

    Naja… was soll ich sagen.
    Das Aufschieben klappt auch ohne Alkohol hervorragend.
    Aber jetzt, wo ich weiß, dass ich es machen muss, knallt’s im Kopf - und Mr. Sucht wittert sofort seine Chance:

    „Mit ’nem Bier intus kannst du das auch locker bis morgen verschieben… ohne schlechtes Gewissen…“

    Und dann war ich tatsächlich wie ferngesteuert und habe - fragt mich nicht warum - angefangen, irgendwelche Promis zu googeln, die Alkoholiker sind, und ob die wieder trinken oder durchgehalten haben. Absolut bescheuert. :rolleyes:

    Gerade eben bin ich erst aus diesem Autopiloten rausgekommen. Und ich muss das einfach loswerden…

    So. Die Aufschieberitis bei dem besagten Thema muss jetzt heute enden.
    Ich gehe erst schlafen, wenn das erledigt ist.
    Dann kann mein Hirn mir auch nicht wieder so einen Quatsch servieren.

    Mann ey… es nervt. :cursing:

  • Ja, die Prokrastinationirerei (was für eine tolle Wortkreation ;) ) geht jetzt wirklich schlechter.

    Ich muss jetzt Dinge machen, weil mir sonst mein Hirn keine Ruhe lässt. Habe da aber auch ein besonders hartnäckiges Exemplar oben drin.

    Tja. Ich habe wirklich viel in Angriff genommen. Und bewältigt. Mein Leben hat sich von Grund auf gewandelt. Dabei dachte ich anfangs nur, dass ich einfach nicht mehr trinke. Aber ich bin ins Handeln gekommen.

    Irgendwer hat hier den Satz unten stehen "Tun muss man tun". ;)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hey zusammen,

    das Prokrastinieren setze ich weiterhin erfolgreich um. Merke aber mittlerweile, weil ich mir Themen nicht mehr egal trinken kann, dass es juckt und ich in Bewegung komme. Auch merke ich, wie ich gerade wieder Lust auf E-Gitarre bekomme. Ein Hobby, das ich 10 Jahre vernachlässigt habe. Es wurde mir einfach egal. Die Klampfe habe ich noch nicht ausgepackt, weil ich noch mit anderen Themen beschäftigt bin, aber das kommt bestimmt bald.

    Heute ist der 17. Tag (ich musste gerade nachschauen). Die Tage interessieren mich gar nicht so, weil ich davon nichts habe. Wieder eine Woche um, na und? Wichtig ist, dass ich heute und morgen nichts trinke. Da ist so psychologische Marken nichts wert.

    Was mich zu einem anderen Thema bringt: Ich habe heute mit meiner Mutter seit Wochen wieder telefoniert (wir nähern uns gerade wieder an und sie wohnt nicht mehr in meiner Nähe). Aber ich habe es nicht geschafft, ihr zu sagen, dass ich Alkoholiker bin. Gerade weil es noch so frisch ist. Ich habe eher das Gefühl, wenn ich mehr Abstand habe und sagen kann: „Ich bin Alkoholiker, jetzt aber seit 3 Monaten trocken, möchte mein Leben lang abstinent bleiben und bin in einer SHG“ (das hier ist meine SHG), dann klingt das einfach besser für jemanden Außenstehenden. Und es klingt auch so, als ob ich es wirklich ernst meine. Meine Mutter weiß, dass ich zu viel trinke, das hat sie damals hin und wieder zu spüren bekommen und es war auch schon Thema in Gesprächen. Die sind aber schon 5 Jahre her. Damals habe ich gesagt, ich höre auf, aber passiert ist ja nichts. Von daher habe ich Angst, dass es so ankommt wie: „Der quatscht ja nur“.

    Bisher habe ich es auch meinem aktuell engsten Freund, mit dem ich die Tage unterwegs war (Konzert, Fußball), nicht erzählt. Er trinkt bei den Events im Übrigen auch nichts. Selten, dass er in den letzten Jahren überhaupt etwas trinkt. Naja, lustigerweise hat er mir eine Story erzählt, ohne dass ich ihn darauf angesprochen habe: dass er mal vor einiger Zeit nach der Arbeit immer ein paar Bier mit einem Arbeitskollegen getrunken hat und nach wenigen Monaten gemerkt hat: „Boah, jetzt habe ich aber Bock auf Bier abends.“ Das war für ihn der Klick-Moment, wo er es sein gelassen hat. Ich bin nicht näher darauf eingegangen. Beschäftigt mich aber schon, wann das war. Naja, egal. Er weiß von meinem Thema auch nichts.

    Es gibt allerdings eine Person in meinem „familiären“ Umfeld, der habe ich es gleich nach einer Woche erzählt. Er hatte es abgetan: „Was, du?“ Ich solle mir doch nichts einreden usw. Als ich ihm dann die Jahre genannt habe und auch die Menge, kam zumindest die Einsicht: „Ok, Junge, da solltest du wirklich mal eine Pause von 6 Wochen machen.“ Ich habe ihm dann gesagt: „Ne, ich trinke nie wieder, ich lasse es jetzt.“ Er beharrte so ein bisschen auf seinen 6 Wochen. Persönlich treffen wir uns nie, aber wir telefonieren manchmal stundenlang bis tief in die Nacht. So auch gestern. Natürlich war die Abstinenz auch wieder ein Thema, aber ich habe gemerkt, wie er es immer wieder versucht, etwas zu verharmlosen. Naja, eigentlich kennt er sich mit dem Thema auch ein bisschen aus, da er mal in einer Psychiatrie gearbeitet hat. Ziemlich seltsam. Es kamen so Aussagen wie: „Naja, du sollst dir keinen Stress machen und wenn du doch mal einen Ausrutscher hättest, dann wäre das völlig in Ordnung, denn das sei ja nur menschlich.“ Ähm ja… Als ich ihm dann erzählt habe, ich sei schon in einer SHG, da war er baff. Naja, er sieht schon ein, dass das problematisch war, was ich da betrieben habe, aber ich sei ja kein „fortgeschrittener“ Alkoholiker usw. Was soll ich dazu sagen… Eigentlich macht er auch was mit Sprache und Kommunikation, was schon in die Richtung „Therapie“ geht, aber er ist kein Arzt. Genaue Bezeichnung lasse ich hier zwecks Anonymität mal weg. Hat mich gewundert.

    Das Schöne ist, dass ich wirklich tagsüber und morgens gar keine Cravings habe und die Cravings mit Ausnahme von gestern Abend wirklich lapidar sind. Ich merke, wie es mir immer egaler wird. Gerade haben wir 20:40 Uhr. Hätte ich seinerzeit noch keinen Alkohol im Haus gehabt, wäre ich jetzt aber losgesprintet, weil der Kiosk um 21:00 Uhr zumacht.

    Ich wollte aber noch auf etwas anderes hinaus, und zwar die hier im Forum genannten Grundbausteine. Ich habe das Gefühl, dass ich davon so gut wie nichts umgesetzt habe.

    1. Arztbesuch und Entgiftung

      Ich war noch nicht beim Arzt. Ein bisschen drücke ich mich noch davor. Das letzte Mal war ich dort vor anderthalb Jahren. Mir wurde auch Blut abgenommen, weil ich eine geplante OP hatte. Der Anästhesist wollte auch die Leberwerte wissen, zumindest den GGT. Da hatte meine damalige Hausärztin mich schon gefragt, warum er das denn überhaupt wissen wolle. Das konnte ich ihr natürlich nicht sagen, weil ich es „ja nicht weiß“. Naja, das Ende vom Lied war, dass sie ihn natürlich gemessen hat und festgestellt hat, dass dieser erhöht war. Sie hat dann noch nachträglich weitere Leberwerte bestimmen lassen, was sie mir in einem persönlichen Gespräch sagte, um auszuschließen, dass etwas mit meiner Leber sei. In dem Gespräch ging es dann darum, dass sie sich Sorgen macht und falls es etwas in meinem Leben gibt, was nicht gut für meine Gesundheit wäre, dann solle ich das hinterfragen. Also eigentlich sehr liebevoll. Aber ich war damals noch nicht so weit. Schade im nachinein. Ich hätte es ihr sagen müssen. Muss dazu sagen, dass ich meine Hausärztin privat kenne, da ich mit ihren Kindern damals zur Schule gegangen bin, ergo auch dort als Kind gespielt habe.

      Naja, ich werde noch hingehen, vielleicht diesen Monat, vielleicht nächstes Jahr. Ich traue mich da noch nicht so. Auch habe ich die Hoffnung, dass, wenn ich gehe und schon ein bisschen Tage ins Land gezogen sind, dass die Leberwerte sich normalisiert haben.

    2. Therapie und Selbsthilfe

      Auch hier irgendwie nur die Hälfte. Ich bin hier, das finde ich auch gut. Aber mit einer Therapie habe ich mich gar nicht beschäftigt. Ich habe auch aktuell kein Interesse daran. Weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Naja, erstmal muss ich ja auch Punkt 1 erledigen.

    3. Offenheit und Ehrlichkeit

      Auch hier weiß ich noch gar nicht, was ich davon umgesetzt habe. Ich bin offen und ehrlich zu mir. Das könnte ich abhaken. Ich bin offen und ehrlich hier im Forum, das kann ich auch abhaken, wobei es mir leicht fällt, da ich in gewisser Weise anonym bin. Offen zu meiner Ärztin war ich noch nicht. Auch zu meinem anderen sozialen Umfeld nicht. Selbst bei dem benannten Familienmitglied, der es verharmlost, muss ich zugeben, dass ich es auch etwas verharmlost habe. Ja, so schlimm war es noch nicht usw. Also auch da habe ich es noch nicht hinbekommen.

    4. Alkoholfreies Umfeld

      Das ist das einzige, was ich so richtig abhaken kann. Das Einzige, was mich noch stört, sind Bierflaschen, die ich noch wegbringen muss.

    5. Soziales Umfeld, Kollegen und Familie

      Habe zu Offenheit und Ehrlichkeit schon etwas gesagt und auch im vorangegangenen Text. So richtig kann ich diesen Punkt auch nicht abhaken. Weiß auch gar nicht, ob und wie ich das Umfeld einbeziehe. Meine Arbeitskollegen brauche ich nicht einbeziehen und die habe ich ab Freitag sowieso nicht mehr. Einen Säuferfreundeskreis habe ich nicht und die einzigen Menschen, mit denen ich hin und wieder etwas mache, trinken in der Regel nichts. Das heißt, ich hatte auch hier noch keinen Grund, mich „blank“ zu machen. Meine Familie wohnt nicht mehr in meiner Nähe, weder Geschwister noch Eltern. Insofern komme ich auch hier nicht in alkoholischen Kontakt.

    6. Freizeitgestaltung

      Schwieriger Punkt. Hobbys wie Fußball und Konzerte waren zwar verbunden mit Biertrinken, sowie alles in meinem Leben eigentlich auch, bis auf die Arbeit und die Zeit mit meinem Sohn, aber sie waren nicht der Grund zu trinken. Es war halt nur einer von vielen. Naja, und beides bedeutet mir viel. Alte Hobbys, die ich wegen Alkohol aufgegeben habe, versuche ich in Zukunft wieder etwas aufleben zu lassen (zum Beispiel Gitarre). Bis auf Sport habe ich bisher aber nichts anderes implementiert. Denke, den Bereich muss ich auch noch etwas entwickeln und den kann ich gar nicht so schnell abhaken.

    7. Trockenheitsarbeit ist eine Lebensaufgabe

      Na gut, das werde ich wohl nie abhaken können. Merke aber schon, dass es insgesamt leichter wird, wobei es halt manchmal in der Birne knallt.

    Naja, das war dann mal meine Bestandsanalyse für heute. Keine Ahnung warum ich das jetzt alles geschrieben habe, aber es tat gut.

    Wer das alles bis hierhin gelesen hat, bei dem entschuldige ich mich herzlich und wünsche noch eine gute Nacht 8)

  • Er beharrte so ein bisschen auf seinen 6 Wochen.

    Im Grunde gleiche ich immer alles was ich höre mit mir ab. Wahrscheinlich hat Deine Abstinenz bei ihm was klingeln lassen.

    Wenn ich jemandem davon erzählt habe (und das waren sehr viele) haben sich fast alle erst mal selbst hinterfragt. Sie haben mich ungefragt angefangen zu überzeugen, dass sie ja nicht so viel trinken und mich sogar um meine Meinung dazu gefragt.

    Meine "nassen" Freund haben nichts dazu gesagt, sondern waren wohl auch froh, als ich mich ausgeklinkt habe. Wie sich herausstellte, für immer.

    Ich habe den Eindruck gewonnen, dass sich manche an den Pranger gestellt fühlen, nur weil ich nichts trinke.

    seit 3 Monaten trocken, möchte mein Leben lang abstinent bleiben und bin in einer SHG“ (das hier ist meine SHG), dann klingt das einfach besser

    Das sehe ich auch so. Ich habe auch einige Zeit gewartet. Nicht bei den engsten Freunden, aber im Geschäft. Ich habe das große Glück, dass ich die Möglichkeit hatte da offen zu sein, ohne Nachteile zu erleiden. Das muss gut überlegt sein. Weiß nicht mehr genau. Aber so nach mindestens einem halben Jahr dann. Als die Kolleginnen anfingen es ständig auf sich zu beziehen, wenn ich nicht mit wollte, usw.
    Ich bin sehr froh, dass das bei mir ging. Ich kann bei jeder Feier abdampfen, oder gar nicht erst auftauchen, ohne dass es mir jemand übel nimmt. Außerdem bekomme ich immer sofort (ungefragt) einen O-Saft in die Hand gedrückt.

    Dass Du die Tage gerade noch nicht so feierst, kann ich nachvollziehen. Aber warte mal auf die 100, oder das ganze Jahr. Beim ersten Jahr war das ein ganz großes Ding für mich. Das hätte ich ja schon nie für möglich gehalten. Ich feiere ja an Silvester dann mein viertes. Hm, immer noch ein großes Ding. ^^

    Das Einzige, was mich noch stört, sind Bierflaschen, die ich noch wegbringen muss.

    :shock: Schmeiß die Dinger raus. Hast Du jemanden der da dabei sein kann. Da ist sicher viel Geruch dabei. Nicht jeder hat (so wie ich) daheim nur aus PET Flaschen gesoffen. Also, das würde ich in der Prio-Liste mal ganz nach oben setzten. Danach kannst Du Dir Gedanken über Deine Gitarre machen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Im Grunde gleiche ich immer alles was ich höre mit mir ab. Wahrscheinlich hat Deine Abstinenz bei ihm was klingeln lassen.

    Ich bin da wirklich gespannt, wie die Leute darauf reagieren. Die erste Erfahrung war schon etwas weird. Aber das, was du sagst, ergibt total Sinn.

    Dass Du die Tage gerade noch nicht so feierst, kann ich nachvollziehen. Aber warte mal auf die 100, oder das ganze Jahr. Beim ersten Jahr war das ein ganz großes Ding für mich. Das hätte ich ja schon nie für möglich gehalten. Ich feiere ja an Silvester dann mein viertes. Hm, immer noch ein großes Ding. ^^

    Ja, klar freue ich mich darauf, aber es ist nicht mein Ziel. Am meisten freue ich mich ehrlich gesagt darauf, das irgendwann im echten Leben aussprechen zu können aber dann mit einem „Nachweis“, also zum Beispiel 100 Tagen. Die 100 an sich fixen mich aber nicht wirklich.

    :shock: Schmeiß die Dinger raus. Hast Du jemanden der da dabei sein kann. Da ist sicher viel Geruch dabei. Nicht jeder hat (so wie ich) daheim nur aus PET Flaschen gesoffen. Also, das würde ich in der Prio-Liste mal ganz nach oben setzten. Danach kannst Du Dir Gedanken über Deine Gitarre machen.

    Ja, das muss ich noch machen. Ich mache das immer in Etappen. Es hat sich leider einiges angesammelt in den letzten Monaten, und es ist mir unangenehm, wenn ich mehr als eine Tüte wegbringe. X/
    Aber aktuell löst das bei mir nichts aus und triggert mich auch nicht (stinkt mittlerweile ehr). Jemanden fragen will ich allerdings auch nicht es weiß ja niemand von meinem Problem.

    Hast du eigentlich auch einen eigenen Thread hier im Forum? Ich glaube, ich habe noch nichts von dir gelesen.

    LG

  • Hallo Boss

    Das hört sich doch schon gut an bei dir,und du merkst ja selbst,das es Tag für Tag besser wird.

    Du hast doch Zeit mit dem erzählen bei anderen.

    Stück für Stück kommst du weiter.Erst mal die Flaschen weg,am besten in einem Rutsch,zack erledigt.

    und die Gitarre einfach mal auspacken.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hey Boss!

    Ich finde, deine letzten Beiträge hören sich sehr reflektiert und durchdacht an. Zu den Flaschen hat Alex ja bereits was geschrieben.

    Gut auch, dass du jetzt (wieder) mit Sport angefangen hast. Das hat mir am Anfang unheimlich gut getan (für Körper und Geist). Und wie Bolle schon schrieb, pack die Klampfe einfach mal aus und schau was passiert..

    Weitermachen!

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Hast du eigentlich auch einen eigenen Thread hier im Forum? Ich glaube, ich habe noch nichts von dir gelesen.

    Ja, sogar zwei sehr große. Diese sind aber im grünen Bereich. Mein erster Thread im blauen Bereich wurde aus persönlichen Gründen entfernt.

    Im öffentlichen gibt es nur meinen „Briefkasten“. Da könnte ich mal irgendwas reinschreiben.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Aber ich habe es nicht geschafft, ihr zu sagen, dass ich Alkoholiker bin.

    Was treibt dich dazu? Siehst du darin eine Gefahr oder ist es dir wichtig, dass die Mutter es weiß?

    Es gibt allerdings eine Person in meinem „familiären“ Umfeld, der habe ich es gleich nach einer Woche erzählt. Er hatte es abgetan: „Was, du?“ Ich solle mir doch nichts einreden usw

    Solche Reaktionen sind völlig normal. Bei vielen geht sofort der Alarm im Kopf los. Sie vergleichen oder analysieren ihr Trinkverhalten. Am deutlichsten erkenne ich es daran, dass sie sofort ihr eigenes Trinkverhalten erklären müssen. Aber manche haben schlicht keine Ahnung von Alkoholismus, wollen jedoch mit Halbwissen glänzen , das kannst du getrost in die Ecke eines Stammtischgesprächs stellen.


    Aber dieser Drang, sich rechtfertigen zu wollen, ist auch bei Alkoholikern nicht ungewöhnlich, die gerade erst trocken werden. Er zeigt, jedoch auch dass sie im Hinterkopf Alkoholismus noch nicht als Krankheit anerkennen, sondern als persönliche Schwäche einräumen.

    Das andere, was du noch geschrieben hast, lese ich mir später durch, aber es ist gut, dass du dich hier öffentlich für uns analysierst.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hey,

    Ich hatte heute einiges zu tun, musste eine Nachtschicht einlegen und habe bisher noch gar nicht geschlafen. Bock auf Alkohol habe ich tatsächlich bei glatten 0,0 %. Ab und zu ploppt mal ein Trigger auf, aber der macht gerade gar nichts mit mir – eher so eine alte Erinnerung daran, jetzt zu trinken.

    Morgen habe ich meinen letzten Arbeitstag. Der Bauch kribbelt schon vor Freude. :D
    Und das Gefühl hätte ich mir vor drei Wochen um diese Uhrzeit vermutlich wieder schön weggeballert.

    Ich finde, deine letzten Beiträge hören sich sehr reflektiert und durchdacht an.

    Danke. Das bestätigt gerade meinen Kurs. Ich will euch alle nur nicht mit meinem Aufsetzen nerven, da die aktuell ausufern. Aber es hilft mir wirklich, meine Gedanken zu sortieren. Wenn sie einmal geschrieben sind, ist alles nicht mehr so neblig im Kopf.

    Was treibt dich dazu? Siehst du darin eine Gefahr oder ist es dir wichtig, dass die Mutter es weiß?

    Ach, ich weiß es selbst noch nicht. Eine Gefahr ist es nicht. Aber es ist nun mal meine Mutter, und ich höre sie jetzt schon krähen: „Ich hab es dir doch gesagt! Warum hast du nicht früher…“ und so weiter. Muss nicht so kommen, ist nur in meinem Kopf. Und ehrlich: auf so eine nervige Diskussion habe ich gerade keinerlei Lust gerade :D.

    Solche Reaktionen sind völlig normal. Bei vielen geht sofort der Alarm im Kopf los. Sie vergleichen oder analysieren ihr Trinkverhalten. Am deutlichsten erkenne ich es daran, dass sie sofort ihr eigenes Trinkverhalten erklären müssen.

    Ich werde in Zukunft mal drauf achten, freue mich fast schon auf die Gespräche.
    Bei dem besagten Familienmitglied dachte ich mir nur: Wenn du wüsstest…
    Er hat direkt angefangen, seinen Konsum zu rechtfertigen und meinte, er trinke ja nur aus „Genuss“.
    Ich habe gesagt: „Ich trinke wegen der Wirkung.“
    Das fand er dann plötzlich total gefährlich.

    Aber mal ehrlich: Wer trinkt Alkohol wirklich, weil er gut schmeckt?
    Ich konnte zum Beispiel nur Pils trinken, weil ich es okay fand, nicht gut. Andere Biersorten fand ich schrecklich. Vom Schnaps mal ganz zu schweigen. Alkohol schmeckt nicht es wirkt.

    LG

  • Er hat direkt angefangen, seinen Konsum zu rechtfertigen und meinte, er trinke ja nur aus „Genuss“.

    Wenn du jemandem erzählst, dass du Alkoholiker bist, und er sofort sein Trinkverhalten rechtfertigt, dann fühlt er sich ertappt , sonst würde er es nicht tun.

    Gesunde rechtfertigen sich nicht, und Menschen ohne Problem mit ihrem Konsum auch nicht. Aber das ist nicht meine oder unsere Baustelle, sondern ihre. Wer versucht, dich wieder ins Boot zu holen, zeigt das deutlich, indem er dein Trinkverhalten abschwächt. Und wenn es die Runde macht, dass du Alkoholiker bist, dann macht es auch die Runde in Beziehungen.

    Dort werden dann auch Gespräche geführt, in denen Partner dich als Vorbild hinstellen: "Siehst du, der hat aufgehört , aber du trinkst noch. Das will sich niemand antun, der dem Alkohol näher steht als dem eigenen Willen, aufzuhören

    Am Anfang war mir nur eines wichtig: bei mir zu bleiben. Störfeuer aus dem Weg gehen. Ich habe konsequent alle feuchtfröhlichen Feste und Feiern gemieden, egal ob mit Freunden, Familie oder Bekannten , nicht nur wegen des Risikos, wieder zu saufen , sondern auch wegen der Unstabilität in der Anfangszeit.

    Ich wollte nicht das Gefühl haben, mich rechtfertigen zu müssen oder fehl am Platz zu sein. Gerade dieses Geschwätz der Sauf‑Freunde wollte ich mir nicht antun. Denn selbst wenn ich noch so "cool‘" geblieben wäre, hätte ich versucht, etwas zu rechtfertigen.

    Es liegt in meiner Natur, auch mal, sagen wir, „dezent“ bestimmender zu werden . Hier fällt das ja nicht auf.:saint::whistling::mrgreen:

    Gruß Hartmut

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