Livingthedream90, Zwangsouting im trockenen Zustand

  • Guten Abend allerseits,


    Ich bin Alkoholiker und habe es geschafft seit ein paar Jahren trocken zu sein.

    Gestern hat mich meine Schwiegermutter, in meiner Abwesenheit, im großen Familienkreis geoutet.

    Ein Teil der Familie sind fundamentalistische, erzkonservative Christen und bekannt dafür öffentlich Ihre Urteile über Menschen zu verbreiten.

    Ich lebe in einem kleinen Dorf und hab gerade eine super Stelle gefunden, in der ich mich aber noch in der Probezeit befindet.

    Nun weiß ich nicht wie ich reagieren soll, weil meine Schwiegermutter absolut uneinsichtig in der Sache zu sein scheint und auf Ihren Fauxpas angesprochen, verglich sie es mit "Witze über Dicke machen"; Das sei genauso wenig schlimm...

    Mich hat sie weder kontaktiert noch direkt mit mir gesprochen.

    Ich fühle mich in meiner Trockenheit bedroht und habe Angst, dass ich die Kontrolle über meine Lebenssituation verliere.

    Therapeuten sind unter normalen Umständen schon Mangelware, vor Weihnachten ist es quasi unmöglich.

    Hat jemand einen Rat?


    Danke für die Unterstützung und einen schönen Abend.

  • Hallo. Wenn du schnelle Hilfe benötigst, kannst du jederzeit und Tag und Nacht auch die kostenlose Hotline der Telefonseelsorge anrufen. Natürlich sind wir hier auch da.

    Aber mal schnell einfach mal so:

    💬 Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, 24/7)

    Es wird sich sicherlich gleich einer der Moderatoren übernehmen …

    Über mich - Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. – Mahatma Gandhi

  • Willkommen bei uns.

    Das ist übel. Aber im Moment weiß ich noch nicht genau, wie wir dir helfen können. Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, keine Beratungsstelle. Hier tauschen sich Menschen aus, die Selbsthilfe betreiben.

    Damit wir dich einordnen können, brauchen wir erstmal die Basics. Wie lange trinkst du schon nicht mehr? Wann war dein letzter Konsum? Und ist dein Ziel, dauerhaft abstinent zu bleiben?

    Und h ast du eine SHG vor Ort, die du besuchst?

    Erzähl uns ein bisschen von deinem Weg, damit wir dich besser kennenlernen und verstehen können, wo du stehst.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mein letzter Konsum war am 15.1.20 (also fast 6 Jahre trocken). Am Tag danach habe ich meine Entgiftung stationär in einer Klinik begonnen. So schnell wie möglich habe ich eine Entwöhnungstherapie gemacht. Danach 3 Monate ambulante Gesprächstherapie bei der örtlichen Caritas. Danach 2 Jahre SHG. Das lief nicht so gut, da der Altersunterschied (ich war damals Anfang / jetzt Mitte 30) und die Lebensrealität zwischen mir und der Gruppe zu unterschiedlich waren. Ich habe vor ein Leben lang trocken zu bleiben. Außerdem bin ich Herzkrank, auch eine Motivation trocken zu bleiben.

    Ich bedanke mich schonmal sehr für die Nachrichten und die Ratschläge. Sollte ich in meiner Stadium, Situation oder meinem Problem falsch hier sein, bitte gebt Bescheid.

    Dann entschuldige ich mich von Herzen und das war meine letzte Nachricht.

  • Sollte ich in meiner Stadium, Situation oder meinem Problem falsch hier sein, bitte gebt Bescheid.

    Nein, wenn du dich hier austauschen möchtest, deine Abstinenz stabilisieren willst, dann bist du hier richtig.

    Wir schauen nur genauer hin, denn alles, was medizinisch ist, gehört in qualifizierte Hände und da sind wir eben nicht zuständig

    Hier ist mal ein Link zur Freischaltung der offenen Bereiche. Du kannst selbst entscheiden, ob du die Freischaltung möchtest. Willkommen bist du auf alle Fälle.

    Kurz draufdrücken , um Freischaltung bitten , und der nächste mögliche Moderator macht das dann.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • _Eternal_ Weil es jetzt Dorfgespräch werden kann. Auf sowas stürzt man sich hier liebend gerne. Ich verliere die Deutungshoheit über meine Geschichte, die ich gerne für mich behalten hätte. Außerdem befindet ich mich noch in der Probezeit für eine Stelle, die von Ihrer öffentlichen Reputation lebt. Vielleicht übertreibe ich auch, es ist mir nur so wichtig...

  • Du befindest dich noch im Vorstellungsbereich.

    Wenn du dich austauschen möchtest, lies bitte zuerst unten „Bewirb dich“ und dann schalten wir dich frei.

    Hier ist mal ein Link zur Freischaltung der offenen Bereiche. Du kannst selbst entscheiden, ob du die Freischaltung möchtest. Willkommen bist du auf alle Fälle.

    Kurz draufdrücken , um Freischaltung bitten , und der nächste mögliche Moderator macht das dann.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Bei öffentlicher Reputation ist heute sowieso mit Hasskommentaren zu rechnen.
    Wenn Du rückfällig werden solltest, haben sie erst recht ihren Spaß mit Dir.

    Es gab mal einen amerikanischen Präsidenten, der war trockener Alkoholiker.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Livingthedream90 du kannst doch stolz sein und hoch erhobenen Hauptes auftreten. Du hast etwas geschafft was andere nicht schaffen oder gar nicht erst versuchen.

    6 Jahre trocken ist doch mega und du kannst bei Konfrontationen sogar damit angeben.

    Ich vermute, dass die Leute, die am lautesten den Mund aufreißen, selbst zuhause am meisten saufen.

    Also setz ein erhabenes Lächeln auf und gut ist. Leb allen ein zufriedenes nüchternes Leben vor.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hartmut 10. Dezember 2025 um 12:55

    Hat den Titel des Themas von „Zwangsouting im trockenen Zustand“ zu „Livingthedream90, Zwangsouting im trockenen Zustand“ geändert.
  • Hallo Living,

    ich habe dich freigeschaltet, an die richtige Stelle verschoben, und du kannst dich jetzt überall austauschen, meide jedoch in den ersten 4 Wochen den Vorstellungsbereich.

    Einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hi Living,

    auch wenn es echt unterste Schublade ist, was deine Schwiegermutter hier gemacht hat:

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass 6 Jahre Trockenheit alles andere als ein Grund ist, sich zu schämen! Ich habe z.B. erst 1/12 davon geschafft.

    Hier passt denke ich der Spruch " nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird" ganz gut. Und ein trockener Alkoholiker performt am Arbeitsplatz sicher besser als ein nasser, das merke ich nach einem halben Jahr bereits. Das wird dein Arbeitgeber sicher auch erkennen und darauf sollte es ihm ankommen.

    Und abschließend noch zum Thema Klatsch und Tratsch im Dorf: Ich komme selbst aus einem und dort wird im wahrsten Sinne des Wortes "jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben", also gibt es m.M.n. für dich aktuell überhaupt keinen Grund, dir Sorgen zu machen!

    VG Soapstar

  • Soapstar Vielen Dank für deine netten Worte. Ich bin wahrscheinlich gerade wirklich einfach mehr verletzt als alles andere. Ein paar Mal drüber schlafen schadet sicher nicht. Ich wünsche dir, dass du dir deine Zuversicht behältst. Das ist eine ganz wunderbare Eigenschaft. Alle Kraft für die Zukunft.❤️

  • Hallo Du, zuallererst: Du bist nicht falsch, nicht verkehrt, Du hast nichts schlimmes oder böses gemacht sondern Du bist einfach nur krank. Dafür kannst Du nichts, Du bist nicht schuldig und Du hast nichts verbrochen.

    Du konntest sogar etwas lebenswichtigen für Dich tun: Du konntest sogar Deine Erkrankung stoppen! Das ist großartig! :thumbup:

    Ich weiss, wie schwer es ist, wenn man als Alkoholkranke Person auf Menschen trifft, die keine Ahnung von unserer Krankheit haben. Gerade in einem Dorf ist das nicht schön, wenn das die Runde macht. Aber weisst Du was: Das kann Dir am Arsch vorbei gehen denn das ist nicht Dein Problem, daß die nichts von Deiner Krankheit kennen sondern deren Problem.

    Du kannst selbstbewusst und voller Stolz durchs Leben gehen denn Du hast großartiges geschafft, was die meisten mit Deiner Erkrankung nicht schaffen: Du bist trocken. Und nur das zählt, das sollte das Wichtigste in Deinem Leben sein.

    Ich wünsche Dir hier einen tollen Einstand, gute Gespräche und alles Gute für Dich.

  • Sieh es doch mal so: Dein Dorf kennt Dich doch die ganzen letzten Jahre nur als Nichttrinker. Das ist doch nichts Neues für die.


    Das wahre Motiv wurde jetzt nur nachgeliefert. Wirklich "neu" und damit interessant wäre es doch nur, wenn Du bis gestern gesoffen und heute verkündet worden wäre, dass ab sofort Schluss sei.

    Also Kopf hoch, es wird glimpflich ausgehen.

    Die besagte Dame wäre für mich ab sofort "gestorben", aber das ist ein anderes Thema.

  • Carl Friedrich Vielen Dank für die neue Perspektive. Du hast Recht, vielleicht ist es doch kein so großes Ding. Aber ja, von meiner Schwiegermutter in Spe werde ich mich emotional distanzieren müssen. Sie arbeitet im Gesundheitswesen und sollte wissen, dass man über Zwangsstörungen nicht plaudert. Aber das ist tatsächlich eine eigene Geschichte...😉

  • Stromer Du verstehst genau, was mich so verletzt. Beim geoutet werden bleibt soviel auf der Strecke, was gesagt werden müsste um die Hintergründe zu verstehen. So bleibt nur das Stigma. Ich sollte das lockerer nehmen. Danke, dass du mir gegenüber so empathisch bist. Ich schätze das sehr und es tut mir gut ❤️

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