Angler - Hoffnung kommt hoffentlich

  • Von der Jammerei mal abgesehen.

    Du hast eine sehr große Menge an Erfahrungen und Ratschlägen hier erhalten.

    Diese werden von dir abgeblockt, nichts davon umgesetzt. Ich lese nur Rechtfertigungen. Aus dem Grund schreibe ich hier nicht mehr. Das stresst dich ja nur.

    Aber eine Frage habe ich jetzt doch. Was erwartest du dir hier von diesem Forum? Was nur?
    Aus welchem Grund bist du hier?

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Angler, für mich hörst du dich wie ein sehr suchender, tiefgründiger Mensch an, der aber leider Antworten sucht bei Menschen, die diese nicht geben können.

    Ich bewundere deine reflektierte Selbstbeobachtung. Ich glaube in dir ist ganz viel Sehnsucht nach den wirklich bereichernden wertvollem Erleben im Leben.

    Du hast erkannt, dass das materielle dich nicht glücklich macht, sondern echtes Verständnis und Liebe, denke ich.

    Das ist toll, das ist wach aber auch schwierig, weil viele Menschen nicht so weit sind....

    Viele Menschen brauchen Schubladen und Begrenzung, um sich sicher zu fühlen. Du hörst dich für mich wie ein Freigeist an, noch ein recht einsamer, aber das muss nicht so bleiben.

    Vielleicht könnten dich spirituelle Menschen begleiten und erfüllen?


    I

  • Ich hatte gehofft, dass hier wertschätzend miteinander umgegangen wird, leider vermisse ich das bei einigen Antworten in diesem Verlauf.

    Wenn es Menschen hier sowieso nicht gut geht, sind meiner Meinung nach positive Antworten konstruktiv und wirklich verantwortungsvoll.

    Alles was noch mehr runterzieht muss meiner Meinung nach unbedingt vermieden werden!

  • Ich hab mal nachgesehen: Du bist erst heute morgen hier gestartet, Tobina, bei den COs.

    Ist es da nicht etwas früh für so eine Einschätzung - und sollte nicht gerade ganz am Anfang Deine eigene Selbsthilfe bei Dir im Vordergrund stehen?

  • Von der Jammerei mal abgesehen.

    Du hast eine sehr große Menge an Erfahrungen und Ratschlägen hier erhalten.

    Diese werden von dir abgeblockt, nichts davon umgesetzt. Ich lese nur Rechtfertigungen. Aus dem Grund schreibe ich hier nicht mehr. Das stresst dich ja nur.

    Aber eine Frage habe ich jetzt doch. Was erwartest du dir hier von diesem Forum? Was nur?
    Aus welchem Grund bist du hier?

    Es geht nicht darum, dass ich mit Suchtdruck zu kämpfen habe oder Verlangen auf Alkohol habe. Wie du liest, ist davon nicht ansatzweise was vorhanden. Es geht um das Aufarbeiten WAS geschehen ist. Finde es schön, wenn andere nach vorne blicken und positiv durchstarten. Wie man lesen kann, geht es seit Januar bei mir darum, dass ich diese Last nicht loswerde. Ich habe mir externe Hilfe gesucht und nehme auch Tablette. Und trotzdem ist der Alkohol wie eine schwarze Wolke über mir.
    Ich lese alle Beiträge und versuche den Umgang der anderen Betroffenen zu verstehen. Bisher habe ich aber diese Belastung in noch keinem Feed gelesen.

    Ich möchte gern mein Verhalten, die Auslöser und den Umgang damit verstehen.
    Es ist nicht das Bier im Supermarkt was auf einmal gekauft wird weil ich Lust habe. Irgendwas scheint mich ja so zu belasten, dass ich die Hilfe im Alkohol gesucht habe.


    Was ist, wenn das wieder passiert? Steige ich dann wieder in das Auto und fahre fest entschlossen ins Edeka?
    Und solange ich diesen Seelenfrieden nicht gefunden habe, beschäftigt mich das Thema enorm, weil es meinen Alltag und mein Leben stark belastet.

    Ich habe die Grundbausteine sehr oft gelesen. Die Umsetzung lindert aber nicht meinen Scham und die Schuld. Das ist ja kein Schalter, den man mal eben umlegt.

  • Ich hatte gehofft, dass hier wertschätzend miteinander umgegangen wird, leider vermisse ich das bei einigen Antworten in diesem Verlauf.

    Tobina, das hier ist der Bereich für Alkoholiker. Deshalb wundert mich dein Beitrag gerade etwas. Hier geht es nicht um Tonfall, Wertschätzung oder psychologische Einordnungen, sondern um Suchterkrankung, Selbsthilfe und den Austausch von Erfahrungen.

    Hobbymäßige Ferndiagnosen oder Einschätzungen anderer helfen da meist nicht weiter. Die Dynamik einer Suchterkrankung kann man nur schwer beurteilen, wenn man sie selbst nicht erlebt hat.

    Deshalb tauschen wir hier Erfahrungen aus. Meinungen hat jeder. Erfahrungen sind der Teil, aus dem andere etwas mitnehmen können. Sucht ist ein zu ernstes Thema, um daraus eine Diskussion über Persönlichkeiten oder Befindlichkeiten zu machen.

    Bleib erst einmal bei dir und deinem eigenen Weg. Dafür hast du deinen Thread. Dort bekommst du Unterstützung, Rückmeldungen und Erfahrungen, die dir für deine eigene Selbsthilfe wirklich etwas bringen.

    Es ist ein Selbsthilfeforum. Es geht nicht darum, andere zu analysieren. Es geht darum, sich selbst besser zu verstehen und etwas für den eigenen Weg mitzunehmen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Auf was willst du raus?

    Dein Alles

    Hey, erste Radler mit 16. das erste Bier mit 18.. dann bis 19 ab und an, nur am Wochenende.

    Bis 25 gar keinen Alkohol mehr, oder nur mal auf einem Fest oder so. Dann etwa bis 28 deutlich zu viel: Abends so 3 Flaschen Bier.

    Ab 28 bis Anfang 30 unregelmäßig, ab 30 bis 35 deutlich zu viel, täglich. Am Ende sogar bis zu 7 Flaschen am Wochenende. 3 Jahre stopp bis 39 und eben dann bis letztes Jahr. Seitdem wieder stopp.


    Nach der Scheidung mit 31 wurde es abends mehr. Einsamkeit, Frust. In den 20er war es einfach Arbeit und am Wochenende mal die Sau rausgelassen.


    Ich habe immer gemerkt, Alkohol beruhigt mich ungemein, obwohl ich ihn selber nicht vertrage. Übelkeit, Kater, übergeben.

    Ist doch von Vorgestern.

    Schau nach vorne.

    Warum, wieso, weshalb analysiere mit deinem Therapeuten, aber du trinkst nicht mehr, also Abmarsch ins Neue. Ist doch gut!

    Einmal editiert, zuletzt von NIKA. (16. Juni 2026 um 23:40)

  • Trotzdem ist es destruktiv jemanden als Jammerlappen oder ASS zu bewerten. Das ist analysieren aber zu abwertend und hat mit reinem Erfahrungsaustausch nix zu tun, sondern ist eine Bewertung bzw Abwertung der Persönlichkeit.

  • Tobina ,

    Wir gehen jetzt nicht in die Diskussion über dein persönliches Empfinden oder darüber, was Erfahrungs­austausch ist oder nicht. Das ist dein Denken. Wenn es etwas zu bemängeln oder zu korrigieren gäbe, sind wir Moderatoren da und greifen ein.

    Und jetzt lassen wir den Thread wieder bei Angler, sonst wird er durch unnötige Diskussionen zerschossen.


    Angler

    Es geht um das Aufarbeiten WAS geschehen ist.

    Nimmt dir ja keiner weg. Aber genau deshalb bist du doch hier, deswegen hast du dich angemeldet: wegen Austausch. Und damit du nicht wieder in die Sucht rutschst und säufst, oder?

    Und aus meiner Erfahrung, sowohl mit meiner eigenen Sucht als auch nach vielen Jahren im Forum, sehe ich immer wieder dasselbe Muster. User suchen nach Erklärungen. Für ihr Saufen, für ihre Ängste, für ihre Gedanken, für ihre Vergangenheit. Das ist am Anfang völlig normal.

    Nur irgendwann kommt der Punkt, an dem die nächste Erklärung nichts mehr verändert. Dann wird aus Verstehen ein Festbeißen. Und aus Festbeißen wird Stillstand.

    Entscheidend ist nicht, was wir hier schreiben. Entscheidend ist, was du für dich daraus machst. Wer monatelang bei den Erklärungen bleibt, aber an den Konsequenzen nichts verändert, tritt irgendwann auf der Stelle.

    Der Vergleich mit anderen hilft dabei nicht weiter. Ob jemand schneller trocken wird, langsamer trocken wird oder weniger Probleme hat, ändert nichts an der eigenen Baustelle.

    Selbsthilfe bedeutet für mich nicht, sich in seiner Geschichte einzurichten. Selbsthilfe bedeutet, irgendwann etwas mit der Geschichte zu machen. Und genau dort entscheidet sich, ob jemand vorankommt oder ob er sich weiter im Kreis dreht.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Und eines ist mir wichtig. In unseren Alkoholiker-Forum unterscheiden wir klar zwischen Abhängigkeit und Missbrauch. F10.1 ist keine Alkoholabhängigkeit, sondern schädlicher Gebrauch. Wenn du dich als Alkoholiker siehst, ist das deine persönliche Einordnung. Medizinisch wurde aber keine Abhängigkeit diagnostiziert. F10.2 Ist Abhängigkeit.

    F10.1: Das Trinken verursacht Probleme. F10.2: Das Trinken hat die Kontrolle übernommen.

    Das sind nun mal zwei verschiedene Baustellen. Bei einer Abhängigkeit steht irgendwann nicht mehr das Verhalten im Vordergrund, sondern die Sucht selbst.

    Aber auch das basiert auf der Diagnose F10.1, oder? Dabei geht es in erster Linie um das Verhalten und die Folgen des Konsums, nicht um Suchtdruck, Kontrollverlust oder die typische Suchtmechanik.

    Bei Missbrauch arbeitet man vor allem an Verhaltensmustern. Bei Abhängigkeit hingegen kämpft man gegen das Suchthirn, wenn ich das mal so sagen darf.

    Hallo Hartmut,


    die Therapeutin hat KEINE Diagnose von mir ausgehändigt bekommen. Ich bin dahin und habe ALLES erzählt. Von meiner Jugend bis heute. Wann ich getrunken habe, "wieso", wie es mir dabei ging usw.

    Da es hier "mein" Feed ist schreibe ich jetzt was bei MIR ist. Ich möchte jetzt nicht, dass andere sagen: bei mir genauso, dann ist ja alles "gut".

    Die Dame sagte wörtlich zu mir: "Sie haben kein Alkoholproblem, Sie haben ein Beziehungsproblem". Was sie natürlich nicht nachempfinden kann ist, wie Alkohol bei mir wirkt. Das erste Bier ist noch eklig gewesen und wirkte sofort. Die Alarmglocken gehen an "oh oh, das ist jetzt nicht gut" Angst und gleich wieder aufgehört. Da ist nichts passiert.

    Irgendwann kam der Punkt, da dachte ich: letzte Mal ging ja auch, du kannst das gut steuern. Und das kann ich eben nicht. Dann wird aus dem ab und zu nach einem halben Jahr ein rasant steigender Konsum. Und wir reden hier von ursprunglich mal einem Bier am Ende bis zu 8 Flaschen oder mehr - je nachdem ob ich die Möglichkeit habe. Bei der Menge trinkt man eben nicht mal mehr vor dem Partner oder daheim. Das heißt, ich habe "bewusst" unterwegs getrunken.

    Wusste ich, ich fahre heim, dann habe ich davor getrunken. Das war aber auch nicht täglich, das war immer phasenweise. Und immer im Kopf: du hast doch das gar nicht gebraucht.

    In meiner Phase der Abstinenz oder jetzt auch ist es so, wenn ich einmal "weg" von der Gewohnheit bin, vermisse ich es nicht. Es ist kein Verlangen. 2024 war das einfach ein riesen Fehler zu denken, das wird wieder, ich will ja irgendwie doch nicht völlig drauf verzichten.

    Und immer wieder rutschte ich da rein. Nach Monaten ohne Bier passierte "etwas" und ich sagte innerlich: jetzt trinkst du ein Bier, die können dich alle mal

    Und das meinte sie mit Mustern. Ich habe das Bier als Hebel für Probleme genutzt und so verbunden, dass es mir innerlich besser geht. Die Konsequenz ist in dem Fall die kaputte Partnerschaft, mein eigener Hass und Unwohlsein.

    Ein "normaler" Konsum ist für mich NICHT mehr möglich. Es löst sofort in mir Ruhe und Zufriedenheit aus. Alle Probleme sind erstmal weg. Vorallem aber die innere Anspannung. Daher weiß ich, dass ich das erste Glas nie trinken darf.

    Heute ist anders, weil ich weiss, es wird nie gut gehen. Es geht wieder nach hinten los. Ich muss aber auf nichts verzichten, weil es bei MIR eben nicht normal sein wird. Diese Gefahr weiß ich. Mir geht es ohne Alkohol ansonsten hervorragend. Selbst in der Runde ist nicht mehr das Gefühl da "och eins würde ich jetzt auch gern trinken, aber ich darf ja nicht." Es ist einfach nur "gut, dass ich diesen Kreislauf nicht mehr habe".


    Ich habe gemerkt, dass ich immer dachte mit Alkohol bin ich lockerer, mutiger. Aber eigentlich mögen mich die Menschen, wenn ich nüchtern bin. Ich bin ein total wertvoller und liebenswerter Mensch. Der Alkohol macht mich nur kaputt und verändert mich. Das möchte ich nicht.


    Warum habe ich es gemacht? Weil ich mit dieser Welt, meinen Gefühlen, der Liebe und der Zukunft überfordert bin. Der Alkohol hat mir Kraft gegeben, das alles locker zu sehen und keine Gedanken zu machen. Es war eine Flucht. Wieso habe ich in einer tollen Beziehung getrunken, wo ich wusste, was auf dem Spiel steht? Weil ich mich selber aufgegeben habe, für die Liebe. Ich hatte keinen Rückzugsort, war dauerhaft allem und jedem ausgeliefert. Ich war von jetzt auf gleich in einer anderen Welt und habe auf meine Bedürfnisse nie reagiert. Das war ein gefundenes Fressen. Und bekomm da mal wieder von jetzt auf gleich das Bier weg! Alle denken, das ist ein Schalter. "Trink doch einfach nicht. Trink doch mal ein Wasser"

    Du wirst als Alkoholiker beschimpft und gleichzeitig erwarten alle, dass du das mal eben abstellst. Keinen interessiert es, wie es dir geht. Nur die Schwäche wird gesucht. Ja bis hin sich "lustig" gemacht, was man für ein Versager ist.

    Was ist passiert, dass ich heute so denke?

    Zum einen bin ich mir dank der Therapeutin mal klar geworden, wie die Welt draußen ist. Stück für Stück kam ich aus dieser Blase wieder zu mir. Auf habe auf das Passierte geschaut und mit einer Klarheit erkannt, was ich da eigentlich gemacht habe. Wie ich das alles gar nicht mehr wahrgenommen habe. Als einzigen Ausweg gesehen habe. Vorallem aber habe ich gelernt, wie ich damit umgehe, wenn es mir eben nicht gut geht. Zum einen ist das Sport, wo ich mal was für mich mache und zum anderen ein guter sozialer Freundeskreis, wo ich auch das Gefühl habe, nicht allein auf der Welt zu sein. Wo keine Sorgen und Probleme sind sondern ich Freude habe.

    ich habe Alkohol schon immer gehasst und trotzdem war er ganz lange in meinem Leben. Wenn ich mich heute im Spiegel sehe, dann bin ich nur dankbar, dass ich nicht getrunken habe. Das ich den Mann sehe, der ich wirklich bin. das die innere Stärke und Kraft von mir kommt. ich nicht mehr diese Betäubung will, dieses wegbeamen aus der Realität und dem Leben. Lallend am Telefon, betrunken im Auto, mit Kater am Morgen, mit einem hohen Blutdruck, mit einem dicken Gesicht. Mit stinkendem Atem und Scham. Mit Verstecken im Auto, damit keiner sieht, was ich auf dem Weg getrunken habe. Vorallem aber keine Anspannung und Gedanken mehr, du musst nachher los dir was zu trinken holen, du hälst das nicht mehr aus. Diese Ruhe und Gelassenheit, wenn diese Option nicht mehr im Raum steht.


    Ich habe mich über ein Jahr völlig verloren. Die Vergangenheit kann ich nicht mehr ändern. Ich habe massiv draus gelernt und jeder Tag ohne das Zeug bringt mir Freiheit, Selbstbewusstsein und einfach nur Glück.

    Teilweise würde ich im Getränkemarkt gern auf die bunten Bierdosen einschlagen, so sauer bin ich auf mich und das Zeug. Ich habe aber annehmen müssen, dass ich dafür nicht wirklich was kann, dass ich da reingerutscht bin ohne es zu wollen. Durch jahrelanges Fehlverhalten. Also kann ich für mich nur sagen, die Zeit ist vorbei, was ich ab jetzt mache zählt. Klar wünsche ich mir, das wäre nie so gekommen. Aber ich muss auch sagen, selbst wenn es nicht so wäre und ich das Wissen hätte, ich würde heute nicht mehr trinken wollen. Meine Zeit ist vorbei und es war eine eingeredet "schöne" Zeit. Nein, die war nicht schön. Es war die beschissenste Sache in meinem Leben. Für kein Geld der Welt will ich da je wieder hin. Jeden Tag bin ich froh. jeden Tag kommt der Ekel hoch, der Abstand und das Durchatmen: nicht mehr mit mir.

    Alkohol (also Bier bei mir) hat seine Image des Tollen, der Freiheit, der Coolnes, des Genusses völlig verloren, wenn ich an alle Biermomente meines Lebens denke. Das war nicht ich. Das war eine andere Version von mir. Und die mag ich nicht.

  • Ich glaube, es macht wenig Sinn, dieselbe Sache immer wieder neu zu diskutieren.;)

    Wann hören die Erklärungen auf und wo fängt die Veränderung an? Denn sehr wenig von dem, was hier geschrieben wird, kommt bei dir an , stattdessen läuft immer wieder dieselbe Erklärungsschleife.

    Es ist nicht so, dass hier ein Alkoholiker zu beschränkt wäre, um zu verstehen, was Alkohol anrichtet. Das wissen wir alle. Auswirkungen, Peinlichkeiten, das ganze Programm – private Beziehungen und eine Menge Mist. Habe wir alle durch.

    Das Problem ist, dass seit Monaten dieselben Themen, dieselben Erklärungen und dieselben Schlussfolgerungen von dir kommen. Ist dir das selbst schon aufgefallen? In welchem Tunnel bewegst du dich?

    Du schreibst immer wieder, warum du getrunken hast, warum es dir schlecht ging, warum du überfordert warst, warum du heute anders denkst.

    Aber bei der Sucht gibt es nur eine Antwort: „Warum wurde gesoffen?“ Weil die Sucht da war. Nicht mehr, nicht weniger. Zuvor war es ein Üben, ab der Sucht war es Zwang und hebelte jeden Grund aus.;) Das ist das Thema hier. Nicht der Missbrauch davor, nicht die Lebensgeschichte, nicht die psychologischen Erklärungen.

    In einem Suchtforum geht es um die Mechanik der Abhängigkeit, nicht um die Vorgeschichte.

    Ist deine Vorstellung von Selbsthilfe, die Geschichte immer wieder neu zu erzählen? Oder wäre Selbsthilfe, endlich etwas mit dieser Geschichte zu machen?

    Es gibt Grenzen hier. . Wenn jemand dauerhaft an denselben psychischen Themen festhängt, stößt Selbsthilfe an ihre Grenzen. Dann geht es um Themen, die in eine qualifizierte therapeutische Begleitung gehören.

    Und wenn du selbst von einer Suchterkrankung ausgehst, deine Therapeutin aber nicht, dann beißt sich das. Für Suchtthemen braucht es suchtbezogene Antworten. Für andere psychische Baustellen andere Antworten.

    Ein Alkoholikerforum kann Erfahrungen zur Sucht, zur Abstinenz und zur Selbsthilfe liefern. Es kann aber keine Therapie ersetzen.

    Und genau deshalb stößt der Austausch hier an Grenzen, wenn sich alles dauerhaft um dieselben Erklärungen dreht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Verstehe ich alles, Hartmut.

    Ich habe halt nicht diese Alltags"schwierigkeiten" oder Umgang mit Alkohol. Da ich mit dem Thema abgeschlossen habe. Zwar nicht in der Erinnerung aber in meinem Jetzt und Hier.

    Ich lebe mein Leben, mache Sport, habe Freunde. Thema Bier ist nicht an der Tagesordnung. Es wird nur mit der Schuld und Scham verbunden. Trotzdem gehe ich "stabil" in meinem Leben weiter.


    ich lese ja hier die Beiträge von Suchtdruck, Gedanken und Rückfallsorgen. Das habe ich (zum Glück bisher) nicht. Für mich ist das auch gar nicht so richtig fühlbar, wie das ist, Alkohol zu WOLLEN, nur weil es ihn gibt.

    ich darf halt nur nicht denken "eins geht mal". Und solang ich damit gut durchkomme bin ich glücklich.

  • Vielleicht ist es gut für dich wenn du dir Aktivitäten suchst, bei denen du zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht mehr Naturerfahrung, schwimmen im See, Waldspaziergänge, barfuß über die Wiese laufen, meditieren lernen. Im hier und jetzt sein, dann hört evtl das ständige Kopfkino auf und auch die Wut auf.

    Dazu gibt es auch gute Lektüre und Kurse.

    Du wirkst auf mich sehr getrieben.

  • Vielleicht ist es gut für dich wenn du dir Aktivitäten suchst, bei denen du zur Ruhe kommen kannst. Vielleicht mehr Naturerfahrung, schwimmen im See, Waldspaziergänge, barfuß über die Wiese laufen, meditieren lernen. Im hier und jetzt sein, dann hört evtl das ständige Kopfkino auf und auch die Wut auf.

    Dazu gibt es auch gute Lektüre und Kurse.

    Du wirkst auf mich sehr getrieben.

    Das mache ich alles. Das habe ich vorher auch gemacht. Ich war ein so stabiler Mensch, bin ich eine so tolle Beziehung gekommen und habe dafür alles aufgegeben. Irgendwann merkte ich aber, es fehlt mir was. tief im Inneren bin ich unzufrieden, nicht ausgefüllt. Unruhig trifft es. Immer in Bewegung, immer am machen. Und diese Unruhe musste ich irgendwann stillen. Runterfahren, genießen. Klar dann Beziehungsthemen, Selbstaufgabe usw.

    ich war damals froh, dass kein Alkohol am Anfang der Beziehung war. Ich wusste um mein "Problem" und dem Umgang. Ich war froh, dass ich eben nicht getrunken habe. Es war aber immer im Kopf drin und sprang sofort an, wenn die Gefühle überhand genommen haben.


    Am liebsten würde man sein Leben ganz neu starten. Privat, beruflich, ein anderer Ort. Aber das ist nur der Denkfehler, weil man die Sorgen und Probleme alle mitnimmt.

    also muss ich lernen damit umzugehen und das beste drauß zu machen. Ich kann nicht kündigen, nur weil mir die Arbeit keinen Spaß macht. Also weiß ich, irgendwann ist auch mal Feierabend. Statt das Bier auf dem Heimweg freue ich mich jetzt auf den Sport oder auf meine Kumpels.

    ich erlerne sozusagen einen neuen Umgang mit Dingen, die sich eingeschlichen haben. Das Wissen ist immer da: Bier ist keine Lösung, das bringt dir gar nichts! Da landest du nur wieder da, wo du schon mal warst. Also kann ich ALLES machen, und wenn es durch die Gegend fahren ist.

    Ich sage aber auch ganz offen: wenn ich nicht an dem Morgen vor dem Spiegel gestanden hätte und mich erschrocken hätte, ich wäre da nicht rausgekommen. ich konnte einfach nicht mehr. Ich wollte so nicht mehr leben und wusste, da stimmt mit dir was nicht. Du kommst mit deinen Gefühlen nicht mehr klar. Das ist nicht normal. Entweder sind das Depressionen oder du hast einen völligen Burn Out. Ich hatte zum Glück einen Therapieplatz mir letztes Jahr schon besorgt. jede Tag ohne Alkohol gibt mir Kraft und Mut. Ich kann mich jeden Tag selber im Spiegel anschauen und HEUTE mich nicht mehr schämen, was ich HEUTE gemacht habe. Das was ich mir nie verzeihen würde ist dieses wahnsinnige Glück der Freiheit wieder wegzuwerfen. Egal was ist, egal wie scheiße es mir geht, dieses ganze Trauma ist so ein riesen Mahnmal in meinem Leben was mir sagt: Lass die Finger davon! es verurteilt dich keiner (außer meine EX) was du gemacht hast, das was du heute aufs Parkett legst, das ist wichtig. Bleib bei dir, bleib der Mensch der du bist!


    ich habe noch nie in meinem Leben Drogen genommen weil ich immer Angst davor hatte, anders zu werden. Nur beim Alkohol bin ich in die Falle getappt. Und das will ich nie wieder machen.

  • Tobina , eine kurze Frage vorweg:

    Aus welcher eigenen Erfahrung als Alkoholikerin schreibst du das eigentlich? Ich hatte bisher verstanden, dass du aus dem Co-Bereich kommst. Falls ich das falsch verstanden habe, korrigiere mich gerne.

    Hier geht es nicht um Meinungen, Vermutungen oder darum, möglichst nett zu wirken. Hier geht es um eigen Erfahrung, Selbsthilfe und um Dinge, die man selbst erlebt hat.

    Denn genau davon lebt ein Selbsthilfeforum.

    Ratschläge kann jeder verteilen. Erfahrungen sind deutlich seltener. Deshalb frage ich nach, auf welche eigene Erfahrung du dich dabei beziehst? Wir sind hier schließlich kein allgemeines Diskussionsforum und auch kein sozialpädagogischer Debattierclub.

    Es geht um Alkoholabhängigkeit und den Austausch von Menschen, die diese Krankheit aus eigener Erfahrung kennen.

    So wie es den Bereich CO-Abhängigkeiten gibt.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zufriedene Abstinenz bedeutet für mich machen…, ich kann aber auch alles zerdenken…und täglich grüßt das Murmeltier…

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich verstehe so langsam die Struktur des Forums.

    Für mich ist es manchmal gut, einfach seine Gedanken/ Gefühle raus zu lassen. Ich stelle aber auch fest, dass es mich manchmal mehr belastet und ich mich rechtfertigen muss, wie ich mit allem umgehe.

    Wenn ich zum Beispiel wieder mal einen Monat "gut überstanden" habe und das Normalität für mich ist, hier so meine Gedanken reinschreibe, die Antworten lese, dann beschäftige ich mich tagelang damit und versuche mich rechtzufertigen.

    Ich sag das jetzt mal ganz offen: das belastet mich eher mehr, als es mir unterm Strich was bringt. Wenn ich nichts hier verfasse, es keine Antworten auf meinen Feed gibt, dann bin ich total ruhig und gehe mit dem Thema ganz anders um.

    Da mein Problem (in meinen Augen) nicht die Abstinenz zu wahren ist, sondern eher mit der Vergangenheit aufzuräumen, habe ich oft das Gefühl, das ist hier nicht der richtige Ort.

    Ich will nicht sagen, dass ich stolz über meine "Leistung" bin was ich mache, es ist für mich wieder die Normalität geworden. Ich aber langsam merke, dass ich mich von dem Thema lösen möchte.

    Das was ich jeden Tag mache, in mich investiere und an mir festhalte gibt mir so viel Kraft und Stärke, dass die ganze Alkoholthematik eher ein Rückschritt ist und mich wieder runterzieht.

    Das ist nicht gegen euch als Personen bezogen, aber ich stelle mehr und mehr fest, dass das hier nicht mein Rettungsanker ist, den ich für MICH brauche.

    ich sag das jetzt mal ganz frei aus dem Bauch: das Leben draußen, alles was ich erlebe gibt mir so viel Kraft und Stabilität, dass ich die Gedanken an Alkoholdinge vergesse, mal wieder Freude habe.

    Hier habe ich immer das Gefühl, ich hab in meinem Leben ein Stempel "Alkohol" bekommen und muss mich damit auseinandersetzen, wie ein Zwang, weil es nötig ist.

    Das tut mir nicht gut, das merke ich immer mehr, dass es eher erdrückend ist.


    Ich lese mich ja auch viel durch andere Beiträge durch und nehme viel mit.

    Auch da kommen mir langsam Zweifel, ob es bei mir wirklich Alkoholismus mit einem Suchtverhalten ist, oder wie Hartmut öfters schon schrieb, Missbrauch. Vielleicht auch ein Zwischending, da es nicht schwarz oder weiß gibt.

    In vielen Sachen habe ich kein Gespür für manches, kann das auch nicht nachvollziehen oder "verstehen".

    Ich wollte die Zeilen jetzt einfach mal frei heraus schreiben und nicht einfach verschwinden. Aber ich merke innerlich:


    Wenn du dich da abmeldest, dann lass das Thema hinter dir. Leb dein Leben, sei frei. Belaste dich damit nicht.

    Versteht ihr was ich meine? Ich habe so das Gefühl, ich belaste mich absichtlich und mache es mir nur schwer damit, statt einfach frei zu leben.

  • Das Forum ist ein Werkzeug. Wenn es dir hilft ,gut. Wenn es dich belastet, dann ist eine Pause oder ein Rückzug völlig legitim.

    Nüchtern bleiben musst du im echten Leben, nicht im Forum. Du musst dich hier nicht rechtfertigen und auch nichts beweisen. Mach das, was dir Stabilität gibt, nicht das, was dich im Kreis drehen lässt.

    Und genau das passiert hier. Sobald dir Tipps gegeben werden oder jemand nachfragt, drehst du wieder dieselbe Runde und fängst von vorne an.

    Das bringt dich nicht weiter und das Forum auch nicht.

    Ich kann deinen Thread jetzt erst einmal für eine unbestimmte Zeit schließen. Sortiere dich in Ruhe. Wenn es für dich wieder passt, kannst du mir oder dem Team eine PN schreiben und wir machen wieder auf.

    Wir siehst du das?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Angler,

    • wenn du für dich vermutest, dass du nicht abhängig, sondern missbräuchlich getrunken hast,
    • wenn dein Problem mangels Gefahr nicht das Bewahren der Abstinenz, sondern die Vergangenheitsbewältigung ist,
    • wenn du nur ohne dieses Forum einfach frei leben kannst
    • wenn nach deiner Auffassung

    das Leben draußen, alles was ich erlebe gibt mir so viel Kraft und Stabilität, dass ich die Gedanken an Alkoholdinge vergesse, mal wieder Freude habe.

    dann ist dieses Forum wahrscheinlich wirklich nicht der richtige Ort für dich.

    Ich wünsche dir, dass du auf deinem weiteren Weg einen inneren Seelenfrieden findest und dein Leben glücklich und zufrieden ohne deine Dämonen der Vergangenheit genießen kannst.

    LG Kyra

  • Ich hatte in der Anfangszeit meiner Trockenheit auch das Bedürfnis, es hinter mir zu lassen, mich irgendwann nicht mehr damit zu beschäftigen. Nach nem Jahr etwa hab ich halt gemerkt, dass für Sachen, die mich beschäftigt haben, öfter mal der Vorschlag meiner Außenwelt kam "dann trink was, dann gehts wieder" das Übliche, was viele Normalos halt machen. Im Management, in dem ich damals war, sehr verbreitet. Dann wollte ich wissen, we trockene Alkis damit umgehen, seitdem bin ich immer wieder bei der Selbsthilfe dabei, mit Unterbrechungen.

    Inzwischen ist es schon lange so, dass ich mich nebenher mit meiner Sucht beschäftige, weil auch einerseits das erste Glas stehen lassen muss/soll/will (Kontrollverlust ist übrigens ein recht eindeutiges Suchtkriterium, und den hattest du ja auch. Angefangen und mehr getrunken, als Du wolltest) und ich aber auch die Beschäftigung mit dem Thema interessant finde.
    Und "draussen" geben mir viele Leute und auch Beschäftigungen derer wenig. Unter Alkis finde ich mehr Tiefe, mehr um was gehts eigentlich im Leben, weil sich viele wegen der Sucht damit beschäftigen.

    Ansonsten gings bei mir auch wenig um Suchtdruck, und das schon von Anfang an, sondern mehr darum, was ich nun stattdessen mache, denn Alkohol hatte für mich auch Funktionen. Am Ende habe ich zwar süchtig getrunken und als Grund war mir dann alles recht, aber mein Problem war auch, dass ich immer wieder angefangen habe, das auch willentlich und gezielt getan habe, um bestimmte Gefühlszustände zu erreichen. Der letzte große Absturz begann damit, dass ich was zu feiern hatte und mir das nach längerer Trinkpause auch verdient hatte....und dann konnte ich monatelang nicht mehr aufhören, bis ich schon starke Ängste schob, ob ich da noch rauskomme.

    Will sagen, das, warum ich nicht aufgehört habe, bevor es so schlimm wurde, hatte ich ja trotzdem noch. Bei mir wars eher Stress und dass ich abends das Kopfkino nicht abstellen konnte, da half es, mich bewusstlos zu saufen. Und davor stand ich dann auch trocken und musste es anders lösen.

    Es zwingt Dich ja niemand, hier mehr zu schreiben, als Dir gut tut.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

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