• Hi, ich stelle mich mal kurz vor: Mein Name ist Marku$, ich bin 50 Jahre alt und seit 6.4.13 trockener Alkoholiker. Außerdem habe ich noch andere körperliche und psychische Erkrankungen (PTBS, Depris, Angst-/Zwangsstörung...).

    Ich freue mich auf Euch!

  • Hallo Markus,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Super, dann bist Du fast genauso lange trocken, wie ich. Wie hast Du damals gestartet? Erzähle ruhig mehr von Dir.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die ein dauerhaft abstinentes Leben anstreben.

    Hier für Dich die Grundbausteine dieser Online-Selbsthilfegruppe:

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Unsere Selbsthilfegruppe stützt sich auf diese bewährten Grundbausteine für ein abstinentes Leben. Wir respektieren, dass es auch andere Wege gibt – hier richten wir unseren Austausch jedoch bewusst an diesen gemeinsamen Grundlagen aus.

    Wie passt diese gemeinsame Grundlage für Dich? Fühlt sich das stimmig an?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Elly und vielen Dank für Deine nette Antwort.

    Ich habe mir die Grundbausteine durchgelesen. Ohne die gekannt zu haben, finde ich mich darin wieder. So hat sich mein Weg aus der aktiven Sucht gestaltet.

    Mit dem Trinken habe ich "relativ" spät angefangen, mit 19 Jahren. Die ersten Jahre war es nur zum Feiern an Wochenenden oder im Urlaub. Im Jahre 2001 gab es dann bei mir ein traumatisierendes Erlebnis in der Arbeit. Da fingen bei mir große psychische Probleme an. Ich konnte nicht mehr mit mir selbst alleine sein. Um die Angst, die Leere und die Einsamkeit zu bekämpfen trank ich ab da eigentlich jeden Abend so zwischen zwei und vier Bier. Natürlich ist die Menge über die Jahre konstant angestiegen - das kennt Ihr bestimmt alle.

    Relativ bald, so 2005, merkte ich, daß mein Trinkverhalten so nicht mehr normal ist. Aber irgendwie wollte ich es auch nicht wahrhaben. Wochenlange Abstinenzphasen haben mich immer wieder beruhigt ("Das schafft doch ein echter Alkoholiker nicht..."). Heute weiß ich natürlich, daß das ein Luftschloß war. Zu meinen psychischen Problemen kamen dann vermutlich aufgrund einer Virusinfektion ab 2005 mehrere Autoimmunerkrankungen. Mir ging es physisch immer schlechter und ich konnte kaum noch arbeiten gehen. Mein einziger vermeintlicher Verbündeter zu der Zeit war der Alkohol. Ich dachte, er gibt mir Kraft und auch mal eine Pause zum durchschnaufen.

    Nach fast sieben Jahren fand man dann endlich heraus, welche Krankheiten mich plagten. Da war ich nervlich schon total am Ende. Im Winter 2013 dann der totale Zusammenbruch. Ich trank jeden Tag, oft auch den ganzen Tag. Am 6.4.13 bin ich dann in die Psychiatrie zur qualifizierten Entgiftung. Danach stationäre Reha. Seitdem nicht mehr ein Tropfen Alkohol oder andere Suchtmittel - welche mich zum Glück sowieso noch nie interessiert haben.

    Jetzt bin ich aufgrund körperlicher und psychischer Erkrankungen voll berentet. Ich muß jeden Tag eine Handvoll Medikamente nehmen, doch geht es mir auf ganz niedrigem Niveau "gut". Ich bin glücklich verheiratet und habe drei Kinder.

  • Hallo Markus!

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Grüß' Euch!

    Ich wollte mich nur mal melden. Im Forum hier bin ich jeden Tag unterwegs, nur eben eher so ein stiller Mitleser.


    Mir geht's soweit ganz gut. Kein Suchtdruck, kein Craving. Ich bin echt froh, hier im Forum Mitglied zu sein. In meine SHG im Realleben schaffe ich es wegen meiner Gesundheit nicht oft. Doch hier kann ich mir jeden Tag ins Bewusstsein rufen, daß ich Alkoholiker bin und davon natürlich auch niemals geheilt werde. Doch die Krankheit ruht und ich bin symptomfrei, so lange ich nicht konsumiere.


    🙏🏻

  • Um diese Zeit vor 13 Jahren steckte ich mitten in meinem Rückfall. Es war der Tiefpunkt meines Lebens. Damals merkte ich ganz deutlich, daß ich trinken MUSS, nicht WILL.

    Heute geht es mir gut. Kein Craving, keine Lust auf Alkohol. 🙏🏻

  • Ich sag auch mal "Hallo" und willkommen bei dir.

    Die Erkenntnis, ich muss trinken war irgendwann auch in meinem Kopf angekommen und dennoch dauerte es noch ein paar Jahre bis ich den Tiefpunkt erreicht hatte um endgültig vom Alkohol loszukommen.

    Mit 13 Jahren Abstinenz hast du vieles richtig gemacht. Wo hast du deine Abstinenz gefährdet gesehen und wie bist du dem begegnet?

    Viele Grüsse
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk!

    Ich muss sagen, dass ich seit meinem Rückfall 2013 bisher noch keiner bewußten Bedrohung für meine Abstinenz begegnet bin. Die Situation damals war für mich so schlimm und ich hatte dadurch wohl einen Aha-Moment. Trotzdem bin ich mir klar darüber, dass ich für immer Alkoholiker bin und immer auf der Hut sein muss.

  • Heute vor 13 Jahren habe ich meinen letzten Schluck Alkohol getrunken. Es war der letzte Tag meines schlimmen Rückfalls. Ich wollte nicht mehr trinken, es hat mich angewidert. Aber ich konnte ohne Hilfe nicht aufhören, wegen der Entzugserscheinungen.

    Am Nachmittag dieses Tages log ich meine Frau an. Ich sagte Ihr, ich hàtte Sui*idgedanken. Sie war erschüttert und fuhr mich in die Psychiatrie. Doch ich hatte diese Gedanken nicht. Ich wollte nur Hilfe und Entgiftung.

    Meine liebe Frau saß im Wartebereich und ich sah, daß sie mit den Nerven am Ende war. Das war ein Stich in mein Herz, denn die Schuld lag bei mir.

    Ich machte die Entgiftung und nach einer Woche wurde ich entlassen. Schon nach kurzer Zeit bekam ich Post von der Rentenversicherung und es ging nach Furth im Wald zur Langzeit.

    Seitdem hatte ich nie wieder Craving, keine Lust auf Alkohol. Mein Leben ist jetzt nicht perfekt, doch tausend Mal besser als in der aktiven Sucht. Keines meiner drei Kinder mußte mich betrunken sehen.


    Dafür danke ich Gott.

  • …mich berühren deine Zeilen sehr, da du das Befinden deiner Frau miterwähnst… wie sie im Wartebereich saß… das ging mir richtig tief rein… UND dass du es geschafft hast…👍❣️ … Danke für deinen Bericht.

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