PinkiePie - Herzliches Hallo an alle

  • Liebes Forum


    Letzten Sonntag habe ich es geschafft. Ich habe mich aus meiner Co Abhängigkeit befreit. Nach 12 Jahren Streit, Gaslightning und stetiger Abwärtsspirale war ich vor 2 Wochen bei einer Anwältin. Sie hat beim Gericht ein Trennungsgesuch eingereicht, am Sonntag hat mein Mann unsere gemeinsame Wohnung nach einer üblen Auseinandersetzung endlich verlassen.
    Nach einer kurzen Phase der Erleichterung, spüre ich nun leere und offenbar auch „Entzugserscheinungen“. Ich merke, wie meine Gedanken wieder anfangen um ihn zu kreisen und ich anfange ihn zu bemitleiden und mir die letzten 10 Jahre schön zu reden. Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um? Kann mir jemand Tipps geben?

    Liebe Grüsse an alle

    PinkiePie

  • Hallo PinkiePie,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mit Deinem Problem bist Du bedauerlicherweise nicht allein. Du hast schon sehr viel geschafft und es geht einigen so daß sie anfangen zu grübeln ob die Entscheidung richtig war.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben. Dann wirst Du freigeschaltet und Dein Thema in den Bereich "Erste Schritte für Angehörige" verschoben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo PinkiePie,

    ich hab dich freigeschaltet und du kannst dich hier überall austauschen. Bitte schreibe aber die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern, die noch nicht freigeschaltet sind. Du erkennst das daran, dass die Nicknamen noch in roter Schrift erscheinen.

    Wenn nach so vielen Jahren plötzlich endlich aller Stress vorbei ist, wenn endlich Ruhe einkehrt, dann fehlt irgendwas. Auch wenn das, was fehlt, schlecht war. Du bist es gewohnt, im Dauerstress und Hab - Acht Stellung zu sein, dass es auf eine Art zur Normalität geworden ist.

    Du kannst diese Lücke mit Dingen füllen, die dir guttun. Freunde treffen, in Ruhe ein Buch lesen oder einen Serienmarathon starten. Die Wohnung umräumen, einen Wellnessnachmittag einlegen. Was auch immer.

    Und du kannst hier im Forum andere Lebensgeschichten lesen und dich austauschen. Schreiben, wenn es dich zu sehr bedrückt.

    Gedanken darüber, sich die Vergangenheit schönzureden, hatte ich auch. Und auch Mitleid und Schuldgefühle. Ich hab mir für solche Momente eine Art " Feindbild" gemacht. Mir in' s Gedächtnis gerufen, was an schlimmen Dingen passiert ist, dass es viele gute Gründe für die Trennung gegeben hat. Teilweise habe ich diese Gedanken auch einfach ausgehalten, mich abgelenkt durch andere Sachen.

    Und gegen das Mitleid habe ich mir im Kopf erklärt, dass er erwachsen ist und Möglichkeiten hat, sein Leben zu ändern. Und dass er mit mir auch nie Mitleid hatte. Und dass ich es verdiene, glücklich zu sein, ohne ihn.

    Das dauert ein bisschen, dann wird das immer weniger. Denn du wirst merken, dass dein Alltag viel ruhiger und entspannter wird, du dich erholst.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich habe heute den Termin für unsere Gerichtsverhandlung bekommen. Es wird um die Obhut für unsere Kinder, Unterhalt und unsere künftige Wohnsituation gehen. Leider „erst“ am 18.03. was für ein Gericht eh schon sehr schnell ist. Ich habe soeben seine Vorladung per Einschreiben von der Post entgegengenommen. Keine Ahnung wie er damit umgehen wird. Er kennt die Details bisher nicht, wird sie aber dem Schreiben entnehmen können. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal denken würde, aber ich hoffe, er verbringt den Rest der Woche betrunken und öffnet seine Post nicht. Er hat sich heute noch per WhatsApp nach meinem Befinden erkundigt. Wahrscheinlich um mich weiterhin in seiner Abhängigkeit zu halten. Ignoriert ihr solche Kontaktaufnahmen? Er hat sich noch nie ernsthaft dafür interessiert wies jemand anderem geht.
    War jemand in einer ähnlichen Situation? Es ist ja eigentlich erschreckend wie sehr sich die Geschichten hier ähnlich sind.
    Danke fürs lesen, liebe Grüsse an alle

  • Er hat den Brief geöffnet und mich direkt angerufen um mit mir zu besprechen wieviel Unterhalt ich denn gerne hätte. Er liebt es, mir leicht angetrunken zu erklären was er von Trennungsunterhalt hält und wie unfair das für alle Männer sei.
    Ich habe ihn an seinen Anwalt verwiesen und an fehlende Einkommensnachweise seinerseits erinnert. Das hat er komischerweise angenommen und nicht weiter genervt.

  • Hallo PinkiePie,

    Ich befinde mich auf dem selben Weg wie du und reiche demnächst meine Alkoholkranke Frau die Scheidung ein. Ich mache mir natürlich Gedanken über Sorgerechtregelungen und die Wohnsituation. Wir wohnen zur Miete und sie steht im Mietvertrag drin. Ich glaube wenn sie nicht ausziehen will (kann ich dies irgendwie erzwingen?) muss ich wohl eine neue Wohnung für mich und meine Mäuse finden. Wir haben zwei wundervolle Kinder im Alter von 4 und 6.

    Vielleicht könntest du mir ein bisschen über dein Trennung erzählen.


    GRüße

    Grüße

    ein stolzer alleinerziehender Papa

  • Ich melde mich mal wieder. Bei uns hat sich einiges getan. Damit er die Kinder regelmässig sehen darf, muss er im August eine Haarprobe abgeben. Interessanterweise schafft er es jetzt plötzlich nüchtern zu bleiben. Für mich ist das gar nicht unbedingt angenehm. Er hat jetzt viel Zeit und mutmasslich innere Unruhe. Die nutzt er um ständig bei mir anzurufen und nach Kontakt zu den Kindern ausserhalb der Vereinbarung zu drängen. Die Zeit nutzt er dann, um sich bei den Kindern anzubiedern indem er ihnen teure Sachen kauft, mit ihnen zu McDonald’s fährt, ihnen Chips gibt und sie fernsehen oder auf seinem Handy rumdrücken lässt. Für mich ist das alles sehr belastend. Erschwerend kommt hinzu, dass wir im selben Haus in getrennten Wohnungen wohnen. Ich habe inzwischen glücklicherweise etwas anderes gefunden und werde demnächst umziehen. Ich freue mich wahnsinnig darauf, obwohl es gleichzeitig sehr belastend ist. Allein der Umzug mit 3 Kindern. Ich musste mir Geld von meiner Mutter leihen um mir Möbel zu kaufen. Vom Rechtssystem fühle ich mich im Stich gelassen. Er muss mir keinen Unterhalt bezahlen, weil er seine Finanzen weiterhin nicht geklärt hat. Meine Anwältin sagt, ich könnte das auch rückwirkend fordern, das hilft mir aber wenig um liquide zu bleiben. Ausserdem hat sein Anwalt natürlich eine ganz andere Meinung. So zieht sich das durch. Er akzeptiert kein nein, hat auch nüchtern eine völlig selektive Wahrnehmung und legt selbst gerichtliche Vereinbarungen nach seiner Laune aus. Ich muss alles haarklein dokumentieren und meine Anwältin interveniert dann über seinen Anwalt. Der hat aber eine ganz andere Meinung und dann wieder von vorne. Es ist sehr zermürbend und aufreibend. Ich bin froh, wenn wenigstens wohnlich mehr Distanz. Im August ist unsere nächste Gerichtsverhandlung.
    Inzwischen wäre ich geradezu froh, wenn er wieder trinken würde. Er hat seit er abstinent ist extrem viel Energie, die er insbesondere dafür verwendet ständig mit mir irgendwas diskutieren zu müssen oder Kontakt zu den Kindern zu fordern. Er ruft oft 10 mal an, schreibt endlos WhatsApp und steht vor meiner Tür. Gleichzeitig öffnet er seine Post nicht und seine Wohnung verwahrlost.

  • Hallo PinkiePie,

    Ich befinde mich auf dem selben Weg wie du und reiche demnächst meine Alkoholkranke Frau die Scheidung ein. Ich mache mir natürlich Gedanken über Sorgerechtregelungen und die Wohnsituation. Wir wohnen zur Miete und sie steht im Mietvertrag drin. Ich glaube wenn sie nicht ausziehen will (kann ich dies irgendwie erzwingen?) muss ich wohl eine neue Wohnung für mich und meine Mäuse finden. Wir haben zwei wundervolle Kinder im Alter von 4 und 6.

    Vielleicht könntest du mir ein bisschen über dein Trennung erzählen.


    GRüße

    Hast du inzwischen was erreicht? Für mich war die erste Hürde überhaupt einen Anwalt zu finden, der Zeit hat und sich auskennt.
    Wie gesagt, ich fühle mich vom Gesetz absolut im Stich gelassen.
    Ich kann dir erst mal den Tipp geben, so viele Dokumente zu sammeln wie du nur kriegen kannst. Die Diagnose „Alkoholabhängigkeitssyndrom“ muss irgendwo ärztlich bestätigt sein, sonst läufst du wahrscheinlich erstmal gegen eine Wand.
    Grundsätzlich darf der in der Wohnung bleiben, der die Kinder betreut. Wer die Kinder hauptsächlich betreut, muss aber erst mal gerichtlich geklärt werden. Dasselbe mit den Finanzen. Dann kriegt der andere eine Frist um sich eine eigene Wohnung zu suchen. Ich hätte laut Beschluss vorerst bleiben können, habe mir aber inzwischen selbst eine Wohnung gesucht, weil er keine Anstalten macht und die Frist dann einfach verlängert wird.
    Dem Gesetz ist es sehr wichtig, dass Kontakt zu beiden Eltern besteht. Dabei ist es völlig egal, ob beim einen Elternteil im Verdreckten Wohnzimmer stundenlang ferngesehen und dazu Chips gegessen werden. Wenn du keine offizielle Diagnose hast, kann der andere Elternteil 50:50 beantragen. Ich habe zwei voneinander unabhängige Arztberichte mit der Diagnose sowie ein Strafbefehl wegen fahren in angetrunkenem Zustand vorlegen können (alles über Jahre verteilt). Trotzdem betreut er die Kinder weiterhin einen Tag pro Woche allein. Wenigstens ohne Übernachtung. Er muss per Haarproben Abstinenz nachweisen, wobei ich mich frage was das bringen soll, das Ergebnis kommt ja erst im Nachhinein.

  • Hallo PinkiePie,

    Seitdem ist einiges passiert und sie musste wegen Gerichtliche Beschluss nach Kindeswohlgefährdung die Wohnung zum 28.05. aus 6 Monate sofort verlassen und darf nicht wiederkommen. Die Kinder darf sie ohne Ankündigung auch nicht sehen oder Annähern. Wir hatten gestern unsere erste Gerichtstermin wegen Kindeswohlgefährdung was das Jugendamt eingereicht hatte. Dies wird nicht weiter verfolgt, die Kinder wurden angehört (zum anderen Termin ohne Eltern ) und der Richter hat uns Elterntherapie angeordnet. Ich glaube da hackt es im deutschen Rechtssystem...


    Zum Glück darf ich noch innerhalb dieser 6 Monate Entscheiden wann sie die Kinder sehen darf. Meine Voraussetzung ganz klar: nach eine abgeschlossene Reha und stabil. Dies sieht sie nicht ein...

    Sie hat eine WG gefunden wo sie immer Sachen von Zuhause hinschleppt, das Familienauto tagelang nicht wieder bringt weil sie trinkt. Sie bekommt auch ihre Briefe auch nicht vom Amtsgericht, angeblich obwohl ich ihr alles weitergeleitet habe.... Und zum Glück hat sie für Dokumente gesorgt wie oft und genau wann sie eine Therapie gemacht hat.


    Ich wünsche dir viel Kraft. Du bist nicht alleine.... Kopf hoch und niemals aufgeben

    Grüße

    ein stolzer alleinerziehender Papa

  • Ich wünsche dir viel Kraft. Du bist nicht alleine.... Kopf hoch und niemals aufgeben

    Ich habe mich in Ruhe bei dir eingelesen und sehe einige Parallelen. Auch „mein Alki“ schickt mir regelmässig Liebesschwüre, Erinnerungen an mein Eheversprechen, Versprechungen und dann wieder Drohungen und Beschimpftungen. Er geht die ganze Palette durch, um mich in meiner Abhängigkeit zu halten. Ich kann das inzwischen, zumindest oberflächlich, einigermassen ignorieren.
    Ich habe inzwischen durchschaut, dass er nicht mich liebt, sondern das bequeme Leben welches ich ihm ermöglicht habe. Ich habe für ihn geputzt, eingekauft, gekocht, gewaschen, organisiert, ihn sogar daran erinnert Rechnungen zu zahlen und seine Post zu öffnen. Jetzt muss er das alles selbst und es ist offensichtlich, dass er es nicht kann. Noch nicht mal jetzt, wo er seit ca zwei Monaten nicht mehr trinkt.

    Ich bin inzwischen grossteils froh, dass ich ihn los geworden bin und habe deutlich mehr Energie für mich und weniger Wut und Anspannung für ihn. Allerdings merke ich auch, dass ich mich die letzten Jahre sozial total isoliert habe. Ich war absolut alleinerziehend, sogar die Geburten waren ambulant, weil ich ihn nicht mit den anderen Kindern allein lassen konnte. Ich habe seit Jahren keine Freunde mehr zu Besuch gehabt und mich zurückgezogen, weil ich mich für mich und für ihn geschämt habe. Ich werde mir künftig etwas einfallen lassen müssen, um wieder Kontakte zu finden. Zusätzlich bin ich derzeit auch überfordert mit dem Umzug, den Kindern, Arbeit und der ständigen Diskussion mit ihm und der Dokumentation seiner Eskapaden.
    Er verlangt mehrmals pro Woche Kontakt zu den Kindern, obwohl er einen fixen Tag hat. Wenn ich nicht nachgebe gelte ich als „Bindungsintolerant“ oder „nicht kooperativ.“ Dass er mit den Kindern in der Zeit ausschliesslich fernsieht und sie mit Süssigkeiten vollstopft oder ihnen ohne Anlass teure Sachen kauft, ist dabei völlig egal. Hauptsache er bemüht sich um Kontakt und zeigt sich engagiert. Er stört damit meine Abläufe und übernimmt dabei keinerlei Verantwortung für den Alltag. Ich bin gezwungen mir das anzuschauen und kommentarlos zu dokumentieren bis zur nächsten Verhandlung im August. Er wird auf Ausweitung seines Besuchsrechts hin arbeiten. Die Kinder wollen ja zu ihm. Wenn meine Dokumentation nicht ausreichend gewürdigt wird, wird er Übernachtungen durchsetzen.
    So gesehen war die Trennung kein Gewinn. Ich kann die Kinder weniger vor ihm schützen als vor der Trennung. Seine Wohnung ist verwahrlost und ich kann es nicht legal beweisen. Die Kinder müssen da hin. Obwohl einem hier, gerade der Kinder wegen, wärmstens zur Trennung geraten wird, bin ich mir nicht sicher ob es aus der Perspektive eine gute Idee war. Jetzt müssen sie mit ihm allein sein, vorher konnten sie jederzeit zu mir.

  • hallo Pinkie,

    Ich habe seit Jahren keine Freunde mehr zu Besuch gehabt und mich zurückgezogen, weil ich mich für mich und für ihn geschämt habe.

    Der Satz hätte anfangs auch von mir stammen können.
    Mir erging es ähnlich. Bis mein XY das erste Mal den Führerschein verlor. Dann habe ich mich meinen Freundinnen und meiner Familie anvertraut, und fast jeder hatte es geahnt, und ich bekam Verständnis. Ab da bin ich wieder zu den Treffen und Unternehmungen gegangen. Ich brauche mich nicht zu schämen, und du auch nicht.
    Ich weiß dass es schwer ist, aber Schritt für Schritt geht es.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )


  • So gesehen war die Trennung kein Gewinn. Ich kann die Kinder weniger vor ihm schützen als vor der Trennung. Seine Wohnung ist verwahrlost und ich kann es nicht legal beweisen. Die Kinder müssen da hin. Obwohl einem hier, gerade der Kinder wegen, wärmstens zur Trennung geraten wird, bin ich mir nicht sicher ob es aus der Perspektive eine gute Idee war. Jetzt müssen sie mit ihm allein sein, vorher konnten sie jederzeit zu mir.

    Müssen sie oder wollen sie??

    Freiheit begann für mich dort, wo die Ausreden endeten.

    Abstinent seit 2022

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