Alyfee - 7 Monate ohne Alkohol - ich wusste nicht mehr, wie schön das Leben sein kann.

  • Liebe Mitabstinentler,

    ich möchte mich auch mal vorstellen. Ich bin Alyfee, 41 Jahre alt und alleinerziehende Mutter eines 15-jährigen Jungen der im Autismus-Spektrum ist.

    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn mein Leben mit Alkohol hat schon sehr früh begonnen, dauerte lange und ist seit 7 Monaten vorbei. Dass ich ein Alkoholproblem habe, wusste ich irgendwie schon lange, habe aber, suchttypisch, immer Ausreden gefunden, warum das alles nicht so schlimm ist, mir eingeredet, dass ich, trotz des immer steigendem Konsums, alles noch im Griff habe und mir das Zeug hilft, meinen stressigen Alltag, meine schwere Vergangenheit, das schlechte Wetter (füge hier noch mehr Ausreden ein) zu ertragen. Verstecken konnte ich das auch immer sehr gut, denn ich habe immer noch allein zu Hause getrunken. Wenn ich unterwegs war (war ich fast nie, denn der Alkohol hat mich träge, depressiv, mürrisch und misanthropisch gemacht) habe ich immer darauf geachtet, moderat zu trinken, um nicht aufzufallen. 2 Bierchen am Abend in Gesellschaft und zu Hause kam dann die Pulle Schnapps auf den Tisch. Auch vor meinem Sohn konnte ich das verbergen, denn ich trank nur, wenn er schon im Bett war. Eigentlich...denn im letzten Jahr habe ich vermehrt angefangen, auch schon nachmittags zu trinken. Vodka gemischt mit Cola, riecht man nicht so sehr. War super, keiner merkts. (Spoiler, natürlich merkt man es, auch mein Sohn, der wusste nur nicht, warum ich so merkwürdig bin)

    Und dann kam ein Abend, letztes Jahr ca. im Mai, da habe ich schon nachmittags angefangen zu trinken. Warum? Weiß ich nicht mehr, gab ja immer irgendeinen Grund. Und als mein Sohn abends nach Hause kam, war ich so sturzbesoffen, dass ich weder mit dem Hund Gassi gehen konnte, noch einen geraden Satz rausbringen konnte, ich bin nur noch durch die Wohnung getorkelt. Und da habe ich die Angst in den Augen meines Sohnes gesehen. Den Ekel, das Entsetzen, das Unverständnis. Ich glaube, ich habe mich in meinem Leben noch niemals so geschämt, wie in diesem Moment. Ich habe in den Augen meines Sohnes meine eigenen Augen gesehen, als ich klein war, und meine eigenen Eltern so erleben musste. (komme aus einer Alkohokikerfamilie)

    Das war der letzte Tag, an dem ich getrunken habe. Am nächsten Tag habe ich alle Alkoholvorräte weggekippt und bin abends zu einem Meeting der Anonymen Alkoholiker gegangen. Seitdem bin ich trocken. Seitdem lerne ich, jeden Tag, wie erfüllend ein Leben sein kann, das nicht von Gift bestimmt wird. Nach über 20 Jahren, in denen ich eigentlich selten wirklich nüchtern war. Ich liebe das neue Leben. Aber es ist auch wirklich, wirklich anstrengend. Es fühlt sich an, als müsste ich alles neu lernen, muss ich ja eigentlich auch. Gefühle aushalten ohne sie zu betäuben. Ehrlich sein mit sich selbst, die Fehler der Vergangenheit eingestehen, überlegen, wie es im Leben weiter geht, Freundschaften und Beziehungen neu strukturieren, weil sie alle nur auf Alkohol basierten und somit falsch und unecht waren.

    Das ist alles eine ganz schöne Herausforderung. Und trotzdem fühlt es sich mittlerweile so unglaublich gut an, nicht mehr trinken zu müssen. Ich fühle mich endlich frei und unabhängig und finde allmählich wieder zu mir selbst.

    Ich wünsche mir hier vielleicht einen Austausch mit anderen, die auch alkoholfrei leben wollen. Erfahrungen, welche Hilfen euch im Alltag etwas bringen, um weiterhin ohne Alkohol zu leben. Wie man mit schwierigen Situationen umgeht aber auch, warum ein Leben ohne Alkohol wunderschön ist und nicht bedeutet, etwas aufzugeben, sondern etwas zu gewinnen...Lebensqualität, Freiheit, Gesundheit.


    Soweit erstmal zu mir.

    LG Alyfee

  • Hallo Alyfee,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.

    In deiner Beschreibung bist du sehr ehrlich zu dir und du hast schon einiges erreicht, 7 Monate, Glückwunsch dazu.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Ich möchte keine Annahmen treffen, daher die Frage:
    Siehst du dich als Alkoholikerin und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,

    auch wenn ich den Begriff Alkohokiker/in nicht mag, ja, ich bin eine. Und ich arbeite weiterhin an einem abstinenten Leben. Die Vergangenheit hat mir gezeigt, dass ich einfach nicht "kontrolliert" trinken kann. Ich weiß, wenn ich nachlässig werde, bin ich innerhalb von spätestens zwei Wochen wieder auf dem alten Sauflevel. Also kann mein Ziel nur sein, gar keinen Alkohol mehr zu trinken. Wozu auch...er hat schon sehr lange nicht mehr die Wirkung gehabt, die ich eigentlich haben wollte. Mein Magen hat rebelliert, mein Rheuma ist explodiert, ich konnte nicht mehr Schlafen, hatte keine Lust mehr zu gar nichts. Entspannung war da schon lange nicht mehr, der Rausch eigentlich nur eine Qual.

    Das will ich nicht mehr. Nie mehr. Ich habe ein Leben kennengelernt, von dem ich nicht wusste, dass es so existiert. Das lasse ich nicht wieder los. Ich bin so glücklich, dass ich endlich nicht mehr Trinken MUSS. Ich DARF endlich Abstinent leben.

    Liebe Grüße

    Alyfee

  • Ganz ehrlich, ich mochte den Begriff auch nicht, aber erst als ich akzeptiert habe, dass ich Alkoholiker bin, mit all den Konsequenzen,
    hatte ich die Chance auf ein Leben ohne Alkohol.
    Ich habe ein Alkoholproblem beschreibt einen Zustand und lässt mich Distanz wahren, ich bin Alkoholiker, das bin ich und ich muss die Verantwortung übernehmen und handeln.

    Ich bin so glücklich, dass ich endlich nicht mehr Trinken MUSS. Ich DARF endlich Abstinent leben.

    Dieser Satz entspringt der Erfahrung eines Alkoholikers.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:
    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/
    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ganz ehrlich, ich mochte den Begriff auch nicht, aber erst als ich akzeptiert habe, dass ich Alkoholiker bin, mit all den Konsequenzen,
    hatte ich die Chance auf ein Leben ohne Alkohol.

    Ich glaube, ich habe nur so ein Problem mit dem Wort, weil es in der Gesellschaft so extrem stigmatisiert wirkt. Auch mein Bild von "Alkoholikern" war eben jahrelang, dass sie alle verwahrlost sind, agressiv, dreckig, zu nichts zu gebrauchen...das "typische" Bild eben. Das habe ich immer noch nicht ganz abgelegt, obwohl ich rational weiß, dass das nicht stimmt. Das Alkoholismus viele Gesichter hat und dieses Bild, was so allgemein durch die Köpfe der Menschen (auch meinem) geistert, völlig einseitig und polemisch ist.

    Und ich erfülle ALLE Kriterien eines Alkoholikers. Alle, außer vielleicht die körperliche Abhängigkeit mit Zittern, Schwitzen ect. Da habe ich einfach Glück gehabt, die Kurve vorher bekommen zu haben, aber ich weiß auch, hätte ich nicht aufgehört zu trinken, vielleicht noch einen Monat, dann wäre es auch dazu gekommen. Eine ganze Flasche Vodka am Abend kann nur zu körperlicher Abhängigkeit führen. Alle anderen Kriterien erfülle ich aber maximal und auch nicht erst seit gestern sondern schon viele Jahre lang.

    Dessen bin ich mir sehr bewusst. ( Mittlerweile, weil ich das endlich nüchtern betrachten kann) Sich das einzugestehen kostet aber auch verdammt viel Überwindung. Es hat viel mit Scham zu tun (bei mir jedenfalls) und mit Schuld. Dass ich diese Gefühle wirklich ansehen konnte und mich damit beschäftigen konnte, das war erst möglich, nachdem ich wirklich eine ganze Zeit schon nüchtern war. Und zuende ist das auch immer noch nicht, da ist noch sehr viel, was ich mir ansehen muss und neu bewerten muss. Mir selbst verzeihen aber auch andere um Verzeihung zu bitten. Alkohol hatte bei mir einfach auch eine Funktion. Die fällt nun weg und ich muss neue Strategien und Mittel finden, die diese Funktionen übernehmen können. Das ist jeden Tag Arbeit an mir selbst. Und das ist echt ganz schön anstrengend. Aber auch sehr lohnend. Zu merken, dass ich Gefühle auch fühlen kann, ohne mich in ihnen zu verlieren, habe ich so viele Jahre nicht mehr gekonnt. Konflikte zu lösen, statt sie zu ertränken ist ein ganz neues Gefühl. Sich Problemen zu stellen, statt wegzulaufen. Es ist eben viel mehr, als "einfach nicht mehr trinken"

    Danke, dass ich hier sein darf.

    Alyfee

  • Nayouk24 26. Februar 2026 um 11:17

    Hat den Titel des Themas von „7 Monate ohne Alkohol - ich wusste nicht mehr, wie schön das Leben sein kann.“ zu „Alyfee - 7 Monate ohne Alkohol - ich wusste nicht mehr, wie schön das Leben sein kann.“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Alyfee .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Kennst du schon unsere Grundbausteine für ein abstinentes Leben?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Unter "Artikel" im Menü findest du auch den Notfallkoffer:

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Vielen Dank fürs Verschieben, ich lese mich mal durch. Bin aber, glaube ich, auch schon sehr belesen, was das angeht. Habe sehr viele Jahre Therapieerfahrung (allerdings wurde der Alkohol hier immer an die Seite gelegt und irgendwie nicht so ernst genommen) Aber Notfallkoffer habe ich schon seit 20 Jahren, allerdings eher gegen andere Symptome. Hilft aber auch wunderbar bei Craving. Da heißt es bei mir eigentlich nur, anwenden, anwenden, anwenden.

  • Hallo Alyfee,

    herzlich willkommen. Ich finde mich in fast all deinen Aussagen wieder. Ein glückliches, abstinentes Leben ist auch mein Ziel.

    Ich bin übermorgen auch 7 Monate trocken :)

    Lies dich erstmal ein.

    LG Lebensmut

  • Hallo Alyfee, auch von mir ein herzliches Willkommen. Wie die Suchtgeschichten sich doch ähneln. Finde mich in deinen Beiträgen wieder. Du liest Dich gut sortiert und freue mich für Dich, dass Du Deinen Weg in eine zufriedene Abstinenz gehst.
    Konntest oder kannst Du mit Deinem Sohn darüber reden?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich bin übermorgen auch 7 Monate trocken :)

    Hallo Lebensmut74,

    herzlichen Glückwunsch zu 7 Monaten Freiheit. Tolle Leistung! Wie geht es dir damit? Ist schon Alltag eingekehrt, oder kannst du dich immer noch darüber freuen, morgens ohne Kater aufzuwachen?

    Ich feiere das noch jeden Tag. Auch das Abends ins Bett gehen, und einfach einschlafen zu können. Nachts nicht mehr wach zu werden, weil ich wieder 10 Mal aufs Klo muss. Morgens mit Energie aufzuwachen und einen klaren Kopf zu haben. Ich freue mich einfach jeden Tag darüber, ich mache es mir auch immer wieder ganz bewusst, erinnere mich an das Gefühl vor der Abstinenz und bin so glücklich, mich endlich wieder gesund zu fühlen.

    Liebe Grüße

  • Konntest oder kannst Du mit Deinem Sohn darüber reden?

    Hallo Tabsi, danke für deine Nachricht.

    Ja, wir haben schon das ein oder andere Mal darüber gesprochen. Er tut sich noch sehr schwer damit, merkt aber selbst, dass unsere Beziehung deutlich harmonischer ist, als noch zu Alkoholzeiten. Mehr Spaß, weniger Streit, ich bin deutlich geduldiger und weniger wehleidig. Auch dieses ständige Selbstmitleid und suhlen in der Opferrolle (meine Güte, ich konnte mich selbst kaum noch ertragen) hat aufgehört.

    Klar, wir haben immer noch die gleichen Probleme wie früher, die sind ja nicht weg. ( Und wir haben einen Haufen davon). Aber ich kann sie jetzt endlich angehen und lösen, statt die ganze Zeit nur in Selbstmitleid zu ertrinken und über die böse Welt zu schimpfen.

    Wir sind weiterhin immer wieder im Gespräch. Wenn er bereit ist, und zu mir kommt, dann können wir sehr offen sprechen. Er ist ein toller Junge. Ich habe sicher viel falsch gemacht in der Vergangenheit (aber auch sehr viel Gut) und diese Fehler müssen jetzt besprochen und verändert werden. Da sind wir dran. Auch mit professioneller Unterstützung.

    Liebe Grüße

  • Hallo Alyfee und Willkommen im Forum,

    ich möchte Dich auch einfach mal begrüßen, da Deine Geschichte meiner Geschichte ähnelt. Aber davon finden sich hier nun mal viele Geschichten. Deine Freude über die positiven Aspekte der Nüchternheit freuen mich. Da geht es mir ganz genauso. Ich bin auch etwas über 7 Monate abstinent und möchte die ganzen gesundheitlichen sowie psychischen Verbesserungen nicht mehr missen.

    Ich bin froh den Absprung geschafft zu haben.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich bin froh den Absprung geschafft zu haben.

    Hallo Bibitor 66

    ich gratuliere dir zu diesem Schritt. Ja, ich bin unglaublich froh und dankbar, den Absprung endlich geschafft zu haben. Anläufe gab es bei mir schon häufig, aber das waren Trinkpausen, die im Nachhinein betrachtet, das ganze Problem nur noch verstärkt haben. Denn nach Wochen, manchmal auch Monaten, in denen ich nicht getrunken hatte, war das für mich immer der "Beweis" Siehste... du bist nicht abhänging, hast du ja gerade gezeigt, also kannst du wieder Trinken, weil aufhören ist ja kein Problem.

    Heute weiß ich, der schwierigste Schritt ist nicht aufzuhören, das Schwierigste ist, nicht wieder anzufangen. Denn um nicht wieder anzufangen, muss ich sehr hart mit mir ins Gericht gehen, eigentlich musste ich mein komplettes Selbstbild (völlig kaputt und nur negativ geprägt, aber trotzdem eine Konstatnte, die ich kannte und die Halt gab) und auch mein Weltbild verändern. Mich Ängsten stellen, einen Neuanfang wagen. Und bei mir war einfach die Angst vor dem Unbekannten lange viel Stärker, als mein Leidensdruck. Wie soll ein Leben ohne Alkohol funktionieren, wenn man sich das überhaupt nicht vorstellen kann?

    Vielleicht schreibe ich hier mal auf, was mir dabei geholfen hat, den Absprung wirklich zu schaffen.

    LG

  • Vor ungefähr 2 Jahren hatte ich (mal wieder) einen extremen Tiefpunkt.

    Ich bin seit früher Jugend psychisch erkrankt. Komme aus einem Alkoholikerhaushalt und habe alle Formen der Gewalt erlebt, die man sich vorstellen kann. (Vorstellen und dann Mal 2 multiplizieren) Daraus entwickelten sich schon früh Anzeichen von psychischen Erkrankungen, die ich aber erst nach dem Tod meiner Eltern wirklich aufarbeiten konnte. Das ist mittlerweile 25 bzw 20 Jahre her. Seitdem lebe ich mit den Folgen, bin trotz sehr gute abgeschlossener Ausbildung, seit ber 10 Jahren voll Erwerbsgemindert und pflege meinen autistischen Sohn seit 11 Jahren allein. Also allein allein, denn Familie habe ich so gut wie gar nicht mehr. (Kein Kontakt, oder sie leben im Ausland) Als sein Vater sich noch ab und zu gekümmert hat, habe ich die Zeit genutzt, um eine längere Traumatherapie zu machen (in Intervallen, 8 Wochen Therapie, 8 Wochen zu Hause, über zwei Jahre)

    Obwohl ich wusste, was Alkohol anrichtet, habe ich schon früh angefangen, damit zu experimentieren. Naja, eigentlich habe ich nur zwanghaft versucht, Freunde und Anschluss zu finden. Ich war das Alkohokikerkind, alle wussten das, viele wollten einfach nichts mit mir zu tun haben. Aber ich wusste, wie man an Alkohol und Zigaretten kommt also hab ich mich quasi in meine Clique "eingekauft" Immer, wenn wir unbeobachtet waren (Übernachtungen bei Freunden, Ferienfreizeiten ect.) wurde Komagetrunken. Ich hab fröhlich mitgemacht und vertrug auch eine Menge. Allerding war mein Part immer, egal, wie betrunken ich selbst war, aufzupassen, dass niemand zu Schaden kommt. Also so wirklich loslassen und ist mir alles egal, sowas hatte ich nie, weder in meiner Jugend, noch später. Filmrisse kenne ich nicht. Ich hab meine "Freunde" davon abgehalten, vom Balkon zu springen oder sie so hingelegt, dass sie nicht an ihrem eigenen Erbrochenen erstickten. Nachts durch die Stadt gelaufen, weil irgendjemand verschwunden war, und wir uns Sorgen gemacht hatten.

    Und gleichzeitig gehörte ich trotzdem nie ganz dazu. War dabei aber nie wirklich Teil. Zu verkopft, wegen der ganzen Probleme zu Hause auch nicht immer spontan verfügbar. Ohne Alkohol war ich langweilig, also nutze ich es als soziales Schmiermittel.

    Als die Clique dann nach und nach auseinander ging (Schulwechsel, Studium, Ausbilung) ging es natürlich auch in der Ausbildung weiter. Mein Vater starb, als ich 17 war und da fing ich auch an, zu Hause zu trinken. Ich war jetzt für alles verantwortlich, meine Mutter (sowieso völlig abhängig von ihrem Mann) fiel in ein tiefes Loch und verließ ihr Zimmer so gut wie gar nicht mehr. Ich brach das Gymnasium ab, um mir einen Job zu suchen und für meine Familie zu sorgen. 2 Jahre später begann ich dann meine Ausbildung und hatte endlich etwas gefunden, was mir unglaublich Spaß machte und mir sämtliches Wissen, was ich in die Hände bekommen konnte, eineignete. Nebenbei immer noch Arbeiten, nach der Schule (es war eine schulische Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin) und am Wochenende. Nach der Arbeit, bin ich jeden Abend zum Kiosk gegangen und habe mir mein Bier geholt. Erst zwei Flaschen, irgendwann waren es 8, manchmal 10. An einem Abend. Währenddessen ich mir die einverleibt habe, schrieb ich an meinen Hausarbeiten, lernte für Klausuren, verfasste Facharbeiten und Praktikumsberichte. Morgens mit dickem Schädel wieder zur Schule oder ins Praktikum.

    Dann wurde auch meine Mutter krank. Krebs im Endstadium. Neben Schule/Ausbildung, Arbeit und meiner kleinen Schwester, begleitete ich jetzt auch noch meine Mutter zu Hause in den Tod. Jede freie Minute, (davon hatte ich ja kaum eine) hab ich getrunken. Ich wusste einfach nicht, wie ich sonst zur Ruhe kommen sollte. Einfach trinken, bis ich besinnungslos zusammensackte, weil ich anders einfach nicht mehr abschalten konnte. Funktionieren, funktionieren, funktionieren. Was anderes kannte ich nicht mehr. Und das mit 20. Keine Unterstützung von meiner Familie (Tante/Onkel/große Geschwister) Da kam zwar Mitleid, aber sie waren in ihrem eigenen Selbstmitleid so gefangen, dass sie einfach handlungsunfähig waren. Der einzige "Freund" war der Alkohol.

    Nachdem meine Mutter dann verstorben war, kümmerte ich mich noch ca. 1 Jahr um meine jüngere Schwester, mit der ich auch zusammenlebte. Das Sorgerecht hatte allerdings meine Tante, die jedoch überhaupt keine Hilfe war. Jede Unterschrift, die wir brauchten, musste ich erbetteln, ich musste 30 km weit mit dem Zug fahren (Führerschein hatte ich keinen) weil sie keine Lust hatte, zu uns zu kommen. Als meine Schwester 18 wurde, zog sie von heute auf morgen in eine andere Stadt und ich stand allein da. Mit einer Wohnung, die ich mir nicht leisten konnte, weil zu groß und zu teuer, mit lauter Schulden, kaum Geld (Bafög war nicht viel und die Waisenrente wurde angerechnet) und vor allem niemand mehr, um den ich mich kümmern musste. Daraus bestand aber mein ganzes bisheriges Leben, zusehen, dass das Leben von anderen läuft. Ich wusste gar nicht, wie man sich um sich selbst kümmert.

    Ich stürzte mich also in meine Ausbildung (die ich die ganze Zeit weiter durchzog, auch mit Hilfe meiner tollen Lehrer und meiner Kollegen) und steckte all meine Energie da rein. Vom Alkohol kam ich aber nicht mehr los. Ich trank immer mehr, meine Wohnung sah aus, wie eine Müllhalde für Bierflaschen. Ich traute mich schon nicht mehr, die ganzen Flaschen wegzubringen, weil es mir so unangenehm war. Ich bin sehr lange Wege gelaufen, damit ich nicht immer am selben Kiosk kaufe, damit das nicht auffällt. Die Bedenken meiner Mitschüler und Freunde, dass ich wirklich zu viel trinke, ignorierte ich. Fand Ausreden, wurde wütend. Irgendwann ließen sie es sein. Und ich zog mich weiter zurück und trank.

    Während meiner Examsphase musste ich dann umziehen, weil ich die Wohnung nun wirklich nicht mehr halten konnte. Ohne Auto. Ich hab mit einem Klassenkameraden mein Sofa auf ne Schubkasse gewuchtet, und von einer Wohnung in die andere geschoben. So ungefähr sah der ganze Umzug aus. Und weitertrinken und das Exam schreiben, weiter Arbeiten. Als ich die Examsprüfungen hinter mir hatte (wusste auch überhaupt nicht, was danach kommen sollte, obwohl mich mit den Noten jeder mit Kusshand genommen hätte, ich mich aber völlig dumm und nutzlos fühlte) habe ich das erste Mal gesagt... ich glaube, ich habe ein Alkoholproblem. Aber das schob ich auf meine Vergangenheit.

    Ich bin am Tag der Zeugnisübergabe mit gepackten Koffern dort aufgeschlagen, habe mein Zeugnis in Empfang genommen und bin das erste mal in eine psychosomatische Klinik gefahren. Aber nicht wegen meines Alkoholkomsums, sondern wegen schweren Depressionen. Da ich während der 8 wöchigen Therapie sowieso nicht trinken konnte (Alkoholverbot) habe ich das Thema Alkohol während der Therapie höchstens am Rande erwähnt. Aber ich trank nicht mehr. Bis ich wieder zu Hause war.

    Erstmal Schreibpause.

  • Zuhause ging es fröhlich weiter mit dem Trinken. Ich fand eine Stelle in einer Wohngruppe, liebte meine Arbeit, aber die Arbeitskollegen waren schrecklich und das Arbeitsumfeld eine Katastrophe. Weil ich selbst viel Gewalt in der Kindheit erlebt habe, bin ich unglaublich sensibel, was das Thema angeht. Und bei der Arbeit war Gewalt in jeglicher Form aber Gang und Gäbe. Das nagte sehr an mir, weil ich das weder mit meiner pädagogischen Überzeugung, noch mit meiner Vergangenheit in Einklang bringen konnte. Meine Prosteste gegen diese Praktiken führten nicht dazu, dass es aufhörte. Es führte dazu, dass ich mir eine andere Stelle suchen musste.

    Desillosioniert, frustriert, retraumatisiert und in einem System gefangen, dass sich selbst schützt, statt sich zu verändern, trank ich immer mehr. Bis ich nicht mehr arbeiten konnte. Zusammenbruch. Ein Klinikaufenthalt folgte dem nächsten. Alkohol war nie ein Thema. Selbst, wenn ich es ansprach, wurde es als Symptom abgetan, ich trank ja nur Bier. Mir wurde suggeriert, dass, wenn ich nur meine Vergangenheit aufarbeiten würde, das mit dem Alkohol schon von selbst verschwinden würde. Das war meine tiefste Überzeugung, auch, weil mir das Ärzte/Therapeuten/Sozialarbeiter immer wieder so bestätigt hatten. Eigentlich wusste ich es besser, denn ich hatte viel über Abhängigkeiten gelesen. Aber da ich mir selbst sowieso nie vertraute, ich mich leicht in Hierachiedenken verliere und immer glaube, alle anderen wissen es besser als ich, war das auch wieder eine sehr schöne Ausrede, einfach weiter zu trinken. Ich war ja in Therapie, dauerhaft, auch ambulant. Und es ging mir phasenweise auch immer mal wieder besser. Dann trank ich weniger, aber nie nichts. Und die Phasen waren eben Phasen und dauerten nie lange an. Dass Alkohol Depressionen verstärkt, sagte mir auch niemand. Wusste ich, aber ich bin ja dumm (war ich von überzeugt)

    Ich lernte meinen späteren Mann kennen, brach alle Zelte ab und zog in eine neue Stadt. Ich hatte ja sowieso nichts mehr (Job weg, Freunde weg, Familie interessierte sich nicht, bzw stellte immer nur Forderungen. Und dieser Typ, der lebte sein Leben. Das imponierte mir. Frei sein (so sah ich das damals) Und wir soffen zusammen. Kneipe, die abgeranzesten Kneipen, die man finden konnte. Eine Zeit fand ich das richtig super. Scheiß egal, woher du kommst, in diesen Kneipen sind alle gleich. Mit Alkohol sind wir alle Brüder und Schwestern.

    Aber das war nie das, was ich wollte. Ich war schon immer interessiert an Kunst, Musik, Kultur, Literatur ect. Aber ich fand nie Zugang zu Kreisen, die ähnliche Interessen hatten. Ich bin das Ghettokind, das Alkohokikerkind, ich verdiene nichts Gutes, ich muss mich mit meinem Platz in der Welt (in der Kneipe, ganz unten) einfach abfinden. Mit meinen Gedanken konnte dort aber niemand etwas anfangen, auch mein Mann nicht, also unterdrückte ich sie. Ich bin nicht zum Denken geboren, Denken überlass mal lieber den anderen, die können das besser als du.

    Und dann wurde ich schwanger. Nicht ungeplant. Ich wünschte mir schon lange eine eigene Familie. Also legte ich den Alkohol beiseite. Denn wenn ich eins wusste, dann auf jeden Fall, dass Schwanger sein und Trinken nicht zusammen geht. Ich hörte mit dem Trinken auf und war kurz darauf schwanger. Und es folgte eine ca. 2 jährige "Trockene" Phase. Ich war eine glückliche Schwangere, blühte auf, Hoffnung keimte auf. Und als mein Sohn auf der Welt war, war endlich alles so, wie ich es mir immer gewünscht hatte. Ich ging in meiner Mutterrolle auf, liebte das geregelte Leben, hatte ein zufriedenes, pflegeleichtes unglaublich wundervolles Baby zu Hause. Und einen Mann, der das alles unglaublich ätzend fand. Und sich am Familienleben überhaupt nicht beteiligte. Und soff. Er verlor seinen Job und hing nur noch zu Hause rum, schlief, saß am Computer, kaufte online irgendwelchen Kram und soff. Anschluss hatte ich in der neuen Stadt auch nicht gefunden, kleines Kaff, wenig Angebote, zu den Kneipenleuten von vor der Schwangerschaft wollte ich nicht zurück, das passte einfach nicht mit Säugling und ich mochte die Leute sowieso nie besonders. Also war ich einsam mit meinem Baby. Und wollte zurück in meine Heimat. Dort waren wenigtens noch ein, zwei Freunde, dort kannte ich mich aus. So zogen wir alle drei zurück in meine Heimatstadt. Besser wurde gar nichts.

    Nach meiner Elternzeit suchte ich nach einer neuen Stelle. Mein Mann war weiterhin arbeitslos, auch nicht gewillt, für einen "Hungerlohn" wie er das nannte, sich den Arsch abzurackern. Da wir nun aber beide dem Arbeitsmarkt (jedenfalls theoretisch) zur Verfügung standen, musste mein Sohn zur Tagesmutter, damit ich wenigstens eine Teilzeitstelle annehmen konnte.

    Die fand ich auch schnell. Ab da sah mein Tag dann so aus...Morgens aufstehen (nachts auch, weil mein Sohn mit 2 Jahren noch nicht zuverlässig durchschlief) Kind für die Tagesmutter fertig machen, Kind hinbringen, zur Arbeit fahren, Arbeiten, nach der Arbeit zur Tagesmutter, Kind abholen und nach Hause. Dort lag mein Mann. Im Bett. Haushalt lag da, Essen war nicht gekocht, Eingekauft war auch nicht. Zuhause musste ich aber auch noch berufliche Telefonate führen, Vor und Nachbereiten. Mein Mann verstand das nicht. Warum ich für so wenig Geld so viel Arbeiten würde, das wäre ja schön dämlich von mir, selbst Schuld, nicht sein Problem. PC und saufen.

    Das ging nicht lange gut. Ich erinnere mich auch nicht mehr daran, ob ich in der Zeit wirklich nichts getrunken hatte. Aber ich glaube, dazu war ich einfach viel zu müde. Aber mein Mann trank und trank und trank. Bis er eines Tages zu Hause zusammensackte. Herzinfarkt. Nicht der Erste. Gleichzeitig kündigte uns unsere Tagesmutter, mein Sohn sei einfach zu schwierig, sie käme nicht mit ihm zurecht. Das war´s dann mit meinem Job. Den musste ich aufgeben. Mein Mann bekam einen Schrittmacher und..machte weiter, wie bisher.

    Und dann konnte ich nicht mehr. Ich nahm Kontakt zur PIA (psychiatrische Institutsambulanz) auf, um mich dort behandeln zu lassen. Wurde dort gleich wieder in die Psychiatrie eingewiesen, eine Famlienhilfe wurde installiert. Mein Mann musste in der Zeit auf unseren Sohn aufpassen, mit der Famlienhilfe zusammen. Trotzdem ging ich jeden Tag einmal nach Hause (Die Klinik lang fußläufig zu unserer Wohnung) und da nach dem Rechten. Was auch nötig war, denn er war mit allem völlig überfordert. Eine neue Tagesmutter war organisiert, sodass unserer Sohn wenigstens tagsüber sicher versorgt werden konnte.

    Und als ich dann entlassen wurde, stabilisiert aber nicht gesund, soff er sich am selben Abend so zu, dass er krampfend in seinem eignen Erbrochenen im Flur zusammenbrach. Vor den Augen seines Sohnes. Es war grausam. Ich war so wütend, ich konnte mich nur mit Mühe zusammenreißen, nicht auf ihn einzutreten. Stattdessen rief ich den Rettungswagen und ließ in ins Krankenhaus bringen. (Die abfälligen Blicke der Rettungssanitäter werde ich nie vergessen) Als er am nächsten Tag nach Hause getorkelt kam, waren seine Sachen gepackt und ich brachte ihn, gegen seinen Willen, ebenfalls in die psychiatrische Klinik, aus der ich erst einen Tag vorher entlassen wurde. Ich hab ihm die Wahl gelassen, da hinzugehen, oder die Wohnung sofort zu verlassen, es war mir egal, ob er auf der Straße hätte schlafen müssen. Das Fass war übergelaufen. Das war der Anfang unserer Trennung. Während seines Aufenthalts haben wir es mit Paartherapie versucht, aber er war nicht willens, eigene Fehler einzugestehen. Ich war Schuld an allem, nichts war sein Problem. Ich war böse. Ich wollte das nicht mehr ertragen. Also trennte ich mich von ihm, während er noch dort in Therapie war. Ich hatte die Hoffnung, dass die Sozialarbeiter ihm helfen könnten, eine Wohnung zu finden und er nicht ganz allein gelassen würde, aber die Verantwortung dafür wollte ich auch nicht mehr tragen.

    Mein eigener Alkoholkonsum in dieser Zeit, war wenig. Ganz aufgehört hatte ich aber nicht. Als dann die Trennung räumlich (natürlich musste ich wieder umziehen, Wohnung für mich und meinen Sohn zu groß und zu teuer) durch war, war ich erleichtert. Und belohnte mich. Mit Alkohol. Ich war aus der grauenvollen Ehe entkommen und feierte meine neue Freiheit, mit Alkohol. Da ging es dann auch wieder los. Mein Kind drei Jahre alt, mittlerweile im Kindergarten. Erst einmal die Woche, dann am Wochenende, dann auch in der Woche. Ich weiß noch, was für ein furchtbar schlechtes Gewissen ich hatte, wenn ich abends, als mein Sohn schon schlief, wie ne irre im Laufschritt zum Kiosk um die Ecke lief, um Nachschub zu holen. Du lässt dein Kind allein zu Hause, um Alkohol zu kaufen. Ich wusste, dass das widerlich war. Ich schämte mich dafür. Und tat es trotzdem. Bald regelmäßig. Dann ging ich endlich in die Traumatherapie. Mein Sohn musste in dieser Zeit in eine Bereitschaftspflegefamilie, weil mein mittlerweile Ex Mann, weder wollte noch konnte. Aber die Therapie musste ich dringend machen, ich hatte 2 Jahre auf einen Platz gewartet. Ohne diese Therapie wäre ich nicht mehr am Leben, sie war lebensnotwenig. Und was ich dort gelernt habe, bildet heute noch den Grundstein für mein alkoholfreies Leben, auch wenn es noch Jahre gedauert hat, bis es wirklich greifen konnte. Aber ich profitiere heute von genau dieser Therapie von damals. 10 Jahre ist das her, eher 11, ich weiß nicht mehr genau.

    Alkohol spielte aber auch da keine Rolle. Alkohol wurde in allen Therapien nie wirklich als Problem gesehen. Und ich dachte eben auch, wenn ich an meiner Psyche arbeite, dann brauche ich den Alkohol nicht. Dass ich bereits süchtig war, war mir wirklich nicht bewusst. Ich trank während der Intervalle auch nichts, zu Hause dann wieder mehr. Dann wieder nichts. Dann wieder viel.

    In den Jahren danach schlich sich der Alkohol wieder als täglicher Begleiter ein. Und funktionierte auch wieder als soziales Schmiermittel. Meine Freundschaften und Bekanntschaften basierten alle ausschließlich auf Alkohol. Ich war immer angetrunken, wenn ich mich in meiner Freizeit mit Menschen traf. Tagsüber hatte ich dann immer mehr mit Therapeuten/Lehrern/Ärzten zu tun, da mein Sohn dann die Autismusdiagnose bestätigt bekam. Da war ich nüchtern, informiert, fachlich kompetent (ist ja auch mein Beruf). Niemand wäre auf die Idee gekommen, ich sei alkoholabhängig. Sobald mein Sohn abends schlief (tat er sehr gut und zuverlässig) soff ich bis zum Umfallen. Nicht jeden Tag, aber immer öfter.

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