Steevie - Hallo, nun konnte ich nicht anders…

  • Meine Frau und ich sind Drogensüchtig, sie seit 20 Jahren clean. Ich zusätzlich Alkoholabhängig und trocken und clean.

    Uns fehlt nichts, uns gehst super. Es ist toll. Wenn dein Mann süchtig ist wird er es auf Dauer nicht schaffen dieses Maß zu halten nur 4 Stück etc. behaupte ich mal.

    Wenn er nicht süchtig ist könnte er dir zur Liebe aufhören. Er tut was für seine Gesundheit etc. und für dich wird es 100x leichter. Keine Trigger besonders zu Hause. Wie gesagt ich würde es nicht schaffen und müsste ausziehen, Trennung usw.

    Heute trinke ich nicht

  • Gestern war echt seltsam!
    Wir sitzen zusammen im Garten, alles schön und entspannt. Dann geht mein Freund rein und sagt, er kümmert sich mal um die Gurken(wir haben viele Gurken angepflanzt und die legen wir auch selber ein…) Aber ich kann ja in Ruhe bleiben! (Habe meine Nägel gemacht).
    Ich bin also entspannt.
    Danach bin ich reingegangen, habe ein kleines Training gemacht. Das ganze hat ungefähr 1h gedauert.
    Als mein Freund dann zu mir kam, sagte ich: das hat jetzt etwas länger gedauert bei mir, hättest du Hilfe gebraucht?

    Dann habe ich gemerkt wie total seine Stimmung gekippt ist… er war voll abweisend und ist dann wieder gegangen.
    Ich bin zu ihm gegangen und frag was los ist.
    Er ist dann aggressiv und laut geworden, und meinte dass er ja meine Hilfe gebraucht hätte … usw.
    Ich habe dann ganz aus dem Affekt( etwas zickig )reagiert und gesagt, dass es für ihn okay war und er mir jetzt nicht vorhalten soll dass ich nicht ihm geholfen habe! (Bei Dingen, die alleine eigentlich in 20 Minuten erledigt sind!) keine Ahnung, was er 1h gemacht hat..egal

    Jedenfalls gab es an dem Tag noch zweimal solche Situationen, in denen er mich oder die Situation ganz falsch wahrgenommen oder beurteilt hat.
    Ich sei zu sensibel und ich soll aufhören… Ich schau komisch…

    (Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, hat sich nichts an seinen Trinkmengen oder Einstellung verändert. Ich bin mir auch garnicht sicher, ob er sich an seine Aussagen über seinen Konsum überhaupt erinnert(obwohl er eigentlich recht nüchtern war…)

    Solche Situationen gab es in der Vergangenheit auch schon, da habe ich aber sehr an meiner eigenen Wahrnehmung gezweifelt!
    Im Nachhinein frage ich mich, ob ich mir das immer einreden lassen habe…

    Es kommt mir manchmal schon vor, als ob er einen Streit künstlich erstellt..

    mittlerweile glaube ich, dass eher er mich verlassen würde, weil ich ihm indirekt sein Problem vorzeige, indem ich nicht mehr trinke.. als dass ich ihn verlassen würde, weil er trinkt.

    (Sorry für das lange Geschreibe.. musste ich los werden…)

    Heute war nichts besonders auffällig. Aber ich musste mich heute eh nicht soviel mit dem Thema auseinandersetzen. Liege mit Sommerlicher Grippe heute flach. (Gedankenkreisen kommen trotzdem leider)


    Ansonsten bin ich alkoholfrei! Tag 17.

  • Ich habe mir auch Gedanken gemacht, bezüglich dessen wie viel ich noch aushalte oder mitmachen kann um mich nicht selbst zu zerstören (entweder rückfälligkeit oder psychische Schäden)
    Ich kann nur echt nicht sagen wo meine Grenzen sind, weil ich es einfach nicht weiß..
    Ich weiß, dass eine räumliche Trennung oder komplette Trennung von den meisten in Betracht gezogen wird.
    Ich sehe das für mich aber unmöglich.

    Leider vermute ich bei meinem Freund auch eine Leberzirrhose..
    Am liebsten würde ich wollen, dass er sich mal beim Hausarzt durchchecken lässt.
    Aber …Ich glaube nicht dass er das machen würde.

  • Es kommt mir manchmal schon vor, als ob er einen Streit künstlich erstellt..

    Wenn ich versucht habe weniger zu trinken war ich auch schnell gereizt. Und Streit ist ein "Grund" zum trinken.

    Ich nehme an du "störst" ihn beim trinken. Ob du das nun beabsichtigst oder nicht.

    Du steckst da in einer schwierigen Situation.

    da habe ich aber sehr an meiner eigenen Wahrnehmung gezweifelt!
    Im Nachhinein frage ich mich, ob ich mir das immer einreden lassen habe…

    Als ich aufgehört habe fing ich schnell an das "Zusammenleben" so zu sehen wie es eigentlich ist. Meine damalige Partnerin (ja Vergangenheitsform) hat nicht aufgehört Alkohol zu sich zu nehmen. Bald dann nicht mehr vor mir und wahrscheinlich auch nicht viel. Aber Alkohol war im Haus und wenn ich den Kühlschrank aufgemacht habe, war da welcher vorhanden. Und gerochen habe ich es auch. Das geht auf Dauer gar nicht. Alkohol musste aus meinem Leben raus.

    Es wird der Moment kommen, an dem du siehst an welcher Stelle du stehst. Wenn er denn Alkoholiker ist. Ich möchte keine Schlüsse ziehen.

    Leider vermute ich bei meinem Freund auch eine Leberzirrhose..

    Dann wird bald von selbst eine Veränderung anstehen.

    Als ich aufhörte zu trinken, dachte ich alle würden sich freuen. Jubeln und mich beglückwünschen. "Alle" meine Freunde haben massiv Alkohol getrunken und ich habe keinen Kontakt mehr. Wir hatten auch keine Themen mehr und ich würde sie beim Trinken stören. Außerdem gebe ich mir das nicht und es wäre noch dazu gefährlich. Aber ich vermisse sie nicht, weil ich feststellen durfte, dass da gar nichts ist. Sie waren nur Beiwerk zum trinken. Und ich ebenfalls für sie.

    Es hat sich unglaublich viel in meinem Leben geändert. Von wegen, nur nichts mehr trinken.

    Aber um mal zu spoilern. Ich bin heute so glücklich wie noch nie. Hätte nicht gedacht, dass dieses Leben das noch mal für mich bereithält.

    Es lohnt sich voll. Außerdem gibt es keine andere Option. Wenn ich Gift in mich rein schütte geht es bergab langsam oder schnell. Unaufhörlich.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Es wird der Moment kommen, an dem du siehst an welcher Stelle du stehst. Wenn er denn Alkoholiker ist. Ich möchte keine Schlüsse ziehen.

    Naja, 5-9 Bier täglich seit 5 Jahren … und davor auch schon 4 jahre stetig ansteigender Konsum…

    Dann wird bald von selbst eine Veränderung anstehen.

    Das denke ich auch…

    Als ich aufgehört habe fing ich schnell an das "Zusammenleben" so zu sehen wie es eigentlich ist.

    Ich liebe meinen Freund über alles, aber wenn sich nichts ändert, kann es auf Dauer nicht gut gehen. Für mich nicht und ich glaube auch , dass er als nasser Alkoholiker auch auf dauer keine Lust darauf hat, dass ich nichts trinke…und niemehr will.


    Außerdem gibt es keine andere Option. Wenn ich Gift in mich rein schütte geht es bergab langsam oder schnell. Unaufhörlich.

    So ist es für mich aufjeden Fall auch! Es gibt keine Alternative!

    Ich werde nichts trinken! Auch wenn es zum Streit kommt!

    Danke Alex_aufdemweg

  • (Wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, hat sich nichts an seinen Trinkmengen oder Einstellung verändert. Ich bin mir auch garnicht sicher, ob er sich an seine Aussagen über seinen Konsum überhaupt erinnert(obwohl er eigentlich recht nüchtern war…)

    Es gibt online einen Test ob man Süchtig nach Alkohol etc. ist. Wenn man diesen ehrlich ausfüllt war es früher erstaunlich für mich. Was? Das passt ja alles! Ich bin süchtig? Hmm. Meinste? Ja, ich binst. Au weia. Wenn ich ehrlich bin stimmt das

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Abstinenzler

    Ja, so einen Test habe ich auch gemacht, als ich angefangen habe mich damit zu beschäftigen. Der war eindeutig!

    Auch viele andere Dinge, die ich im Internet gelesen habe, über die Folgen von Alkoholkonsum und was es wirklich anrichtet, hat mich echt geschockt und bedrückt!
    Auch wenn ich aus medizinischer Sicht das Ganze betrachte, verstehe ich vieles besser.

  • Es ging mir von Jahr zu Jahr immer schlimmer. Längere und schlimmere Entzüge und Kater. Mehr Polizei und Krankenhaus. Immer weniger Kraft. Nur noch alleine Saufen weil niemand mehr mich dabei haben wollte. Es war nur noch das Saufhirn was nach Alk schrie und ich gab es ihm. Ein Häufchen Elend war ich das verzweifelt versuchte dort raus zu kommen

    Heute trinke ich nicht

  • Längere und schlimmere Entzüge und Kater. Mehr Polizei und Krankenhaus. Immer weniger Kraft.

    Muss es soweit kommen??!

    (…)

    Ich habe mich von der Erkältung sogut wie erholt.
    Mir geht es auch sonst gut! Kein Saufdruck oder irgendeine Art Wunsch Alkohol zu trinken!

    Aber je besser ICH mich fühle, desto schlimmer wird das Beziehungsleben.
    Gerade die letzten Tage: Streit, wieder alles gut, Streit, wieder alles gut, Streit…

    Und das nichtmal wegen Trinken/Nicht trinken oder sonstiges was das Thema betrifft.
    Dafür steht im Raum: ich hätte mich verändert, ich wäre immer schlecht drauf, wir würden uns voneinander distanzieren…Es fühlt sich für ihn an, als wenn ich eine Zu-lange-Kumpeline währe, die ihm jetzt auf den Sack geht!
    ..während der Auseinandersetzung würde ich anscheinend sofort laut werden, zickig reagieren und so weiter und so fort…
    (Und genau diese Sachen stelle ich bei IHM fest!!!)

    Dabei merke ich immer noch mehr von Tag zu Tag, wie gut es mir geht: ich kann viel besser mit Stresssituationen umgehen, ich bin gelassener, und nicht wie er mich beschreibt!
    Und das glaubt er alles wirklich!!

    Er geht mir seit ein paar Stunden total aus dem Weg, sagt nichts mehr..(erst war alles total toll, wir haben einen kleinen Ausflug gemacht und dann kurz bevor wir zuhause waren ist es wieder eskaliert.. wegen nichts… da hat er gleich wieder gesagt: wir distanzieren uns, ich hätte an allem etwas zu meckern…die ganze Autofahrt schon…) War nicht so!

    Ist es wirklich so, dass jemand eine so falsche Wahrnehmung bekommen kann??
    Oder verändere ich mich wirklich dadurch, dass ich keinen Alkohol trinke??

    Vorhin habe ich einen ganzen Wasserfall geweint, als ich mich mit der Mutter von meinem Freund unterhalten habe. (Sie hat gemerkt, dass es mir schlecht geht und hat das Gespräch angefangen)
    Sie sieht dasselbe wie ich, dass er sehr oft (sehr oft!!!) aggressiv ist, beleidigend wird und man nichts mehr sagen/tun kann, ohne eine Einfuhr zu bekommen.(Sie hat das mit ihrem Mann/Vater von meinem Freund auch schon so ähnlich mitgemacht wegen Alkohol)

    Ich weiß gerade einfach nicht weiter oder was ich sagen soll. Er ist so abweisend, dass ich eh nur was falsches sagen kann

  • Ist es wirklich so, dass jemand eine so falsche Wahrnehmung bekommen kann??
    Oder verändere ich mich wirklich dadurch, dass ich keinen Alkohol trinke??

    Ich behaupte beides trifft zu. Da ich beides an mir erlebt habe. Saufend war meine Wahrnehmung sehr verschroben. Jetzt nüchtern bin ich ein komplett anderer Mensch. Ich nehme alles anders wahr und handle auch ganz anders als in meinem nassen Zustand.

    Ich denke das es Deinem Partner stinkt das Du nichts mehr säufst und er sucht Streit um von sich und seiner Trinkerei abzulenken oder evtl. sogar um Dich so zu stressen, in der Hoffnung das Du wieder zur Flasche greifst.

    Gibt es in Eurer Partnerschaft denn noch Gemeinsamkeiten jetzt wo Du nicht mehr trinkst?

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

  • Mal meine Sicht

    Steevie, aus meiner Erfahrung ist nicht deine Wahrnehmung das Problem.;) Wenn man nüchtern wird, sieht man Dinge klarer, die vorher vom Alkohol überdeckt waren.

    Und du kennst das selbst. Du warst lange nass – du weißt, wie Alkohol Stimmung, Reizschwelle und Wahrnehmung verschiebt. Das passiert nicht erst seit du nüchtern bist. Das war immer da, nur weggeschüttet. Ganz normale Suchtmechanik.

    Ich habe es oft erlebt: In Beziehungen, in denen einer nüchtern wird und der andere weitersäuft, beginnt genau diese Entwicklung. Der Nüchterne wird ruhiger, klarer, stabiler. Der Trinkende wird unruhiger, gereizter, verzerrter. Die Klarheit des einen hält dem anderen den Spiegel vor. Und das wird verteidigt, sein Revier ist der Alkohol, dein Revier ist die Nüchternheit.

    Wenn sich daran nichts ändert, steht der nüchterne Alkoholiker irgendwann vor einer Entscheidung. Nicht aus Schwäche, sondern weil die Sucht solche Konstellationen ausnutzt: sich schützen oder über kurz oder lang wieder mitsaufen.

    Das Risiko ist nicht deine neue Wahrnehmung. Das Risiko ist das nasse Umfeld und das kennst du aus deiner eigenen nassen Zeit besser als jeder Außenstehende.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mein Partner und ich haben uns sehr lange unterhalten, ich habe diesmal wirklich ausführlich über mich und mein Problem gesprochen. Dass ich süchtig bin, keine Kontrolle mehr übers Trinken habe und die auch niemehr erlangen werde. (Mich als Alkoholikerin bezeichnet, habe ich jedoch nicht,

    Hallo ich schreib mal wie es bei mir war, wir hatten nicht viele Gespräche wegen meiner Abstinenz und an das eine erinnere ich mich noch gut.

    Ich hab da auch noch rumgeeiert (in den ersten Monaten), ich wurde gefragt ob ich jetzt nie wieder etwas trinken werde und hab wirklich geantwortet zuerst mal nicht mehr wir sehen was in einem Jahr ist vielleicht kann ich dann mal wieder ein "Glas" trinken, zuerst mal muss ich aber stabil werden...das hab ich hier natürlich nicht so geschildert und in meinem Hinterkopf war mir auch klar das es so nicht funktionieren kann.

    "Du bist kein richtiger Alkoholiker sondern merkst nur nie wann Schluss sein sollte" hab ich während dem Gespräch auch dankbar angenommen.

    Ich glaube ich bin Alkoholiker und sollte mal ne Pause machen lach😅...hatte ich vor meiner Abstinenz auch schon öfters gesagt.

    "Das du nicht mehr trinkst ist ne Leistung Respekt, aber"...

    Es war diese Hintertür die sich mein Suchthirn offen gelassen hat.

    Ich hab es überstanden ohne einen Rückfall aber optimal ist das nicht wie ich jetzt weiß, wenn der Partner gerne Alkohol trinkt oder genießt, wird es schwer für viele ist das nicht nachvollziehbar oder unvorstellbar, der Sundowner im Urlaub, beim auswärts Essen, bei Feiern, Geburtstagen, Ausflügen, Minigolf, Feierabend usw.

    Wir haben immer und überall getrunken, ich war da halt eine Klasse schwerer als "Madame" aber es war überall Alkohol und das alles soll dann auf einmal weg sein, für manche ist das unvorstellbar und bedeutet einen Verlust von Lebensqualität.

    Dein Mann ist jedenfalls auch Alkoholiker, die Menge von der du schreibst 6-8 Bier ist die übliche Dosis um nicht auffällig zu werden oder halt den Spiegel zu halten und noch zu funktionieren, jedenfalls bei mir war es ungefähr so. Am WE wurde dann natürlich die Taktzahl erhöht bis zum Filmriss...

    Meine Frau hat nicht so konsumiert wie ich, zwar genauso häufig aber nicht die Menge oder bis zum Kontrollverlust. Aber trotzdem ist es ihr wichtig bzw. ein Verlust von Lebensqualität wenn man darauf achten muss, wer trinkt auch gerne vor einem Alkoholiker.

    Bei deinem Mann kommt so langsam die Erkenntnis von der Hartmut schon geschrieben hat

    Und das wird verteidigt, sein Revier ist der Alkohol, dein Revier ist die Nüchternheit.

    So sehe ich das jedenfalls auch.

    Wir haben uns inzwischen getrennt...was aber kein Ratschlag sein soll !

    Du solltest ihm klipp und klar sagen das du "Alkoholikerin" bist und so nicht mehr weiter machen kannst alles andere ist Selbstbetrug, ich hatte Glück und bin trocken geblieben. Das kann aber auch an meinen Gesundheitlichen Problemen liegen die nicht mehr von der Hand zu weisen waren, also die Angst war da auch noch was mich bestimmt noch unterstützt hat trocken zu bleiben.

    Gruß R/no

  • Gibt es in Eurer Partnerschaft denn noch Gemeinsamkeiten jetzt wo Du nicht mehr trinkst?

    Hallo Bibitor 66
    Ich würde am liebsten mit einem klaren: JA, natürlich antworten. Aber da bin ich etwas zögerlich… Es gibt noch Gemeinsamkeiten. Aber der ganze Umstand überschattet dies im Moment.

    Eigentlich wollten wir in den nächsten 1-2 Jahren mit Familienplanung anfangen.
    Das kann ich mir so überhaupt nicht mehr vorstellen…wäre ja auch im nassen Zustand unmöglich gewesen! Wie konnte ich mir das nur einbilden.
    (Andere sagen, dass es ihn vielleicht ‚aufweckt‘, wenn er ein Kind hätte. ) Aber ich finde das eher unverantwortlich und unwahrscheinlich!

    Der Nüchterne wird ruhiger, klarer, stabiler. Der Trinkende wird unruhiger, gereizter, verzerrter. Die Klarheit des einen hält dem anderen den Spiegel vor. Und das wird verteidigt, sein Revier ist der Alkohol, dein Revier ist die Nüchternheit.

    Danke Hartmut ! Das trifft wohl den Nagel auf den Kopf!
    Und es geht wirklich gerade nur noch um Verteidigung.

    oder über kurz oder lang wieder mitsaufen.

    Das war bisher mein „Ausweg“!
    Ich habe wieder mitgesoffen und die Laune war wiederhergestellt.

    Das werde ich nicht tun! Das kann ich mir selbst nicht antun!
    Und das ist bestimmt keine gesunde Beziehung: zu saufen um den angeblichen Frieden zu wahren und dann doch wieder zu streiten weil man besoffen ist.

    In letzter Zeit habe ich mir auch wirklich schon verschiedene Szenarien vorgestellt, für den Fall das es Ernst wird.

    Ich merke, dass ich es erst wieder lernen muss, aber
    Meine Gesundheit stelle ich an erster Stelle! Und wenn das bedeutet, dass sich Wege trennen müssen
    (auch nach 13 Jahren;() Und das würde auch eine schwierige Entscheidung werden! Es war nicht immer so, auch wenn das sich so liest.
    Es ärgert mich, nein es macht mich total wütend und macht mich so traurig, dass der Alkohol/die Sucht soweit ging/geht und alles in die Brüche geht!

    Nur eins ist sicher: Ich trinke nicht!

  • Andere sagen, dass es ihn vielleicht ‚aufweckt‘, wenn er ein Kind hätte.

    Da haben "Andere" aber sowas von keine Ahnung.

    Ich durfte unter einem Alkoholiker aufwachsen. Da ist bei ihm nichts aufgewacht. Das war dann auch meine Kindheit.

    Und dann auch noch "vielleicht aufweckt". Ein Kind ist doch kein Testballon.

    Das kann ich mir so überhaupt nicht mehr vorstellen

    Ein Glück. Es ist doch schon mal gut, dass noch keine Kinder im Spiel sind. Weil die bald sehr darunter leiden würden. Das macht es jetzt um einiges einfacher.
    So geht es erstmal "nur" um dich und du kannst in Ruhe nachdenken.

    Es wird sich so oder so vieles verändern. Am Ende wird aber etwas besseres herauskommen. So war und ist das jedenfalls bei mir.

    Ich dachte nicht, dass ich ein so glücklicher Mensch werden kann.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Gerade die letzten Tage: Streit, wieder alles gut, Streit, wieder alles gut, Streit…

    Same. Immer ist man nie gut genug. Man säuft nicht mehr aber trotzdem immer am meckern und nörgeln. Und selber voller Fehler. Irgendwie komisch, wir haben auch gerade eine Phase mit viel Streit wegen nichts. Ich verstehe es auch nicht

    (Andere sagen, dass es ihn vielleicht ‚aufweckt‘, wenn er ein Kind hätte. ) Aber ich finde das eher unverantwortlich und unwahrscheinlich!

    Die Sucht bleibt egal ob ein Kind kommt oder 10

    Ich habe wieder mitgesoffen und die Laune war wiederhergestellt.

    Das werde ich nicht tun! Das kann ich mir selbst nicht antun!
    Und das ist bestimmt keine gesunde Beziehung: zu saufen um den angeblichen Frieden zu wahren und dann doch wieder zu streiten weil man besoffen ist.

    Eine trockene Alkoholikerin wohnt bei einem nassen Alkoholiker. Also für mich wo es mir jedes Jahr immer schlechter ging eine absolute Katastrophe!!

    Es ist so schon sehr schwer öfters, aber ich weiß das ich das nicht könnte. Dafür bin ich zu süchtig.

    Meine Frau war immer nüchtern und ich besoffen. Sie hatte so kein Bock mehr auf mein gelaber und verhalten das sie mir dann einfach aus dem Weg ging. Verständlich

    Es ärgert mich, nein es macht mich total wütend und macht mich so traurig, dass der Alkohol/die Sucht soweit ging/geht und alles in die Brüche geht!

    Ich kann das komplett verstehen. Bei mir sind viele Beziehungen wegen der Sucht gescheitert, Jobs, Gesundheit, Freundschaften. Alles!!!

    Ich behaupte mal: Als nasser Alkoholiker geht es immer weiter bergab, nicht immer schnell aber in eine Richtung.

    Als trockener Alkoholiker steil bergauf.

    Meine Lebensqualität und mein Leben sind von 0,00000 auf 10 gestiegen. Von Krankenhaus und Zelle zu Freiheit und ich habe alles

    Heute trinke ich nicht

  • es war überall Alkohol und das alles soll dann auf einmal weg sein, für manche ist das unvorstellbar und bedeutet einen Verlust von Lebensqualität.

    So ist das auch tatsächlich bei uns! Für meinen Partner ist das wie ein Verlust. Er verbindet einfach noch viel zu viel positives mit Alkohol, oder er bildet es sich gerne ein. Eigentlich spürt er die negativen Auswirkungen schon längst.

    Bei deinem Mann kommt so langsam die Erkenntnis

    Ja, die Wahrheit ist anscheinend nicht so einfach für ihn anzunehmen.
    Ich kämpfe ja nun schon aktiv seit ca.2 bis 3 Jahren mit dem Alkohol, also mit dem Abstinent sein wollen. Und natürlich habe ich immer Trinkphasen gehabt…okay… aber ich dachte , er hat es soweit schon verstanden.
    Aber seine Worte waren gestern, dass ich ja von jetzt auf gleich aufhöre Alkohol zu trinken und er damit erstmal zurechtkommen muss.
    Und ja.. ich verstehe es auch irgendwie. Ich hätte viel früher offener sein müssen…


    Aber soviel erstmal dazu!


    Heute bin ich von einem Alptraum aufgewacht. Träumte, dass ich großes Verlangen hatte und ganz kurz davor war was zu trinken. Dann wollte ich im Forum im SOS-Thread schreiben, bin dann aufgewacht.
    Den ganzen Tag hatte ich dann so ein schlechtes Gefühl, fast schon Angst, dass wirklich dieses Verlangen kommt…Ich war auch total unruhig und unzufrieden.
    In der letzten Woche kam auch schonmal ein Gefühl von Unruhe und jede Kleinigkeit hat mich gestresst. Habe es aber immer rechtzeitig bemerkt und mich beruhigen können.

    Ich hoffe, dass es besser wird, wenn ich wieder mehr trainieren kann! (Durch die Erkältung musste ich das ziemlich einschränken…)
    Ich denke ich werde mir auch eine Art Notfallkoffer zusammenstellen…bis jetzt habe ich mich immer auf ‚auspowern‘ verlassen. Da müssen auf jeden Fall mehr Alternativen her!

  • Aber seine Worte waren gestern, dass ich ja von jetzt auf gleich aufhöre Alkohol zu trinken und er damit erstmal zurechtkommen muss.
    Und ja.. ich verstehe es auch irgendwie. Ich hätte viel früher offener sein müssen…

    Uiiiiii… 😉 Aus meiner Erfahrung spielt er gerade erst einmal auf Zeit.

    Ein bisschen schlechtes Gewissen einreden. Ein bisschen Verständnis zeigen. Ein bisschen „Ich muss mich erst daran gewöhnen.“ Das klingt erst einmal verständnisvoll.

    Für mich heißt das aber: Er hat deine Entscheidung noch nicht angenommen.

    Du machst gerade nichts Besonderes. Du hast aufgehört, Alkohol zu trinken. Mehr ist es erstmal nicht.

    Für ihn gerät natürlich jetzt auch seine bisherige Sauf-Normalität ins Wanken. Ihm schwimmen die Felle davon, und genau das ist für mich das eigentliche Thema..

    Was dir viel mehr Sorgen machen sollte, bist du. Du hast schon mehrere Anläufe hinter dir. Jeder gescheiterte Versuch hat gezeigt, wie schnell die Sucht wieder übernimmt.

    Jetzt sitzt der Alkohol nicht irgendwo weit weg. Er sitzt regelmäßig mit am Tisch.

    Das ist kein gelegentlicher Trigger, das ist Alltag. Und gegen einen Alltagstrigger, eine Dauerbeschallung, kenne ich aus eigener Erfahrung keinen Notfallkoffer.

    Der hilft vielleicht in einer akuten Situation. Aber nicht, wenn die Sucht jeden Tag aufs Neue Futter bekommt.

    Welche Möglichkeiten hast du? Entweder er hört ebenfalls auf zu saufen, oder du musst damit leben, dass dieses Risiko jeden einzelnen Tag neben dir sitzt, oder Trennung.

    Das ist keine Bewertung eurer Beziehung, sondern meine Erfahrung als Alkoholiker.

    Am Anfang meines Weges musste ich nicht beweisen, wie stark ich bin. Ich musste dafür sorgen, dass meine Sucht möglichst wenig Gelegenheiten bekommt.

    Dir alles Gute.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut

    Und ja… ich glaube auch, dass er immer noch die ‚Hoffnung‘ hat, es ist nur eine Phase. Er denkt schon:“Ich trinke schonmal wieder was mit ihm, ich darf dann nur nicht zu viel trinken etc…“
    Er glaubt eben auch, er könne seinen eigenenKonsum „unter Kontrolle halten“. Andererseits will er auch davon wegkommen, kann aber nicht erkennen, dass das kompletter Verzicht bedeutet (für ihn wäre es Verzicht).

    Welche Möglichkeiten hast du? Entweder er hört ebenfalls auf zu saufen, oder du musst damit leben, dass dieses Risiko jeden einzelnen Tag neben dir sitzt, oder Trennung.

    Ich gebe zu, ich lebe gerade von Tag zu Tag.
    Diese Möglichkeiten sind mir bewusst.. ich bin aber nicht in der Lage eine Entscheidung zu treffen.

    Die Hoffnung ist einfach bei mir noch da, er würde erkennen, dass die Sauferei scheisse ist und in unserem Leben keinen Platz mehr hat!
    Genauso ist der Alkohol eben jeden Tag noch anwesend…Es wäre so viel leichter für mich,wenn das endlich weg wäre! Ich will mich / und auf Dauer KANN ich mich dem täglichen Risiko NICHT aussetzten! Ich merke jetzt schon wie anstrengend das ist.
    Trennung…wäre eine allerletzte Option. Darüber will ich eigentlich gar nicht nachdenken!
    Leider,…wenn sich an der momentanen Situation nichts ändert (er trinkt weiter, ich bin abstinent), wird es früher oder später auf Trennung (beiderseits) rauslaufen. Das haben die letzten Streitereien ja schon gezeigt. :cry:

    In welche Richtung es geht, wird sich erst noch zeigen…
    Aber ganz sich nicht auf Kosten meiner Abstinenz!

  • Die Hoffnung ist einfach bei mir noch da, er würde erkennen, dass die Sauferei scheisse ist und in unserem Leben keinen Platz mehr hat!

    Um das rauszufinden musst du mit ihm reden, du musst ihm klar machen das du so nicht weiter machen willst/kannst und dann siehst du ja was ist. Seine tägliche Dosis die du beschrieben hast zeigt aber das er auch krank ist, vielleicht musst du ihm sagen das eine räumliche Trennung dann besser wäre.

    Ich stell mir nur gerade vor wie das bei mir wäre meine Frau hat nicht gesoffen oder wenigstens nicht so wie ich, wenn ich mir aber jetzt vorstelle ich hätte mich aushalten müssen während den ersten Wochen und Monaten dann wäre es sehr schwer für mich gewesen, ich behaupte sogar länger als 4-6 Wochen hätte ich nicht durchgehalten.

    Das sind ja Trigger noch und nöcher, was noch dazu kommt ist, ich hab jedenfalls den Eindruck, das Menschen/Partner die sich nicht als krank empfinden oft oder meistens nicht gut darauf reagieren, wie Hartmut ja schon geschrieben hat ist da jetzt plötzlich ein Störenfried im Revier.

    Keiner will vor einem Alkoholiker trinken, der Trinkende fühlt sich nicht wohl, ich denke das wird früher oder später Streit geben. Meine Ex und ich waren eigentlich schon viele Jahre getrennt sie in ihrer Welt und ich in meiner, als ich aber trocken war fing sie an still und leise einzuschenken hat den Wein versteckt, was ich sogar noch schlimmer fand. Jedenfalls hat sie es in meinen Augen nicht wegen der Sucht gemacht sondern weil es ihr unangenehm war. Dazu noch die Frage ob ich jetzt nie wieder etwas trinken werde...es ist ein Verlust von Lebensqualität in den Augen der meisten, leider.

    Irgendwann kommt bei dir auch der Punkt an dem du genervt bist, vom Zungenschlag, den roten Backen, dem Geruch... bei mir war das auf jeden Fall so und das ist auch gut so😉

  • Danke R/no !

    Offen und ehrlich reden gehört leider nicht zu meinen Stärken.
    Aber du hast voll Recht; genau das ist vorallem jetzt so wichtig!

    Noch bin ich nicht genervt.. habe eher große Sorgen.
    Über seine Gesundheit, unsere Beziehung und was die Zukunft überhaupt bringen wird…


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