Dry_Steve - Hallo in die Runde - Meine kleine Vorstellung

  • Ich werde unterstützt nichts mehr "mitzutrinken".

    Das klingt für mich nach Ausrede. Nur Du allein bist für Dich, deine Abstinenz und somit Deine Gesundheit verantwortlich, nicht die Dritten, die Dir im Augenblick nichts anbieten. Werden sie auch das nächste mal davon Abstand nehmen, Dich zum Saufen zu animieren?

    Oder könntest Du doch mal wieder etwas mittrinken.weil Du ja jetzt schon so lange clean und daher längst über den Berg bist?

    Kennen sich diese Dritten mit dem Alkoholismus und den Tücken des Suchtgedächtnisses aus?

    Mir ist der Ausstieg gelungen, als ich meiner Abstinenz zur Prio Nr. 1 im Leben gemacht und ihr alles untergeordnet habe. Übrigens, genau das ist das Erfolgsgeheimnis der langjährig Abstinenten hier im Forum.

    Du wandelst auf riskantem Kurs, änder ihn.

  • Kennen sich diese Dritten mit dem Alkoholismus und den Tücken des Suchtgedächtnisses aus?

    Die Anfangszeit - damit meine ich mindestens das erste Jahr - habe ich erst mal selbst die Tücken meines eigenen Suchtgedächtnisses lernen dürfen.

    Ein anderer wird sie nicht kennen. Schon gar nicht wärend er selbst Alkohol konsumiert.

    Deswegen Selbstschutz.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Vielen Dank an alle für die vielen Anregungen!

    Habe ich auch immer geschrieben, wenn ich die anderen nicht lesen mochte, vor allem die Weisheiten. Ist es wirklich so abwegig Risikosituationen zu meiden?

    Klar klingt das augenscheinlich cool: "Schaut ich bin dabei! Ich widerstehe! Mir macht es nichts aus!

    Niemand mit einer Brandverletzung wird zur Heilung ins offene Feuer greifen.

    Das ist es nicht wert. Wofür? Du wirst als trockener Alkoholiker früher oder später darauf kommen, dass Du zu Trinkveranstaltungen nicht mehr gehören möchtest.

    Die Langzeittrockenen haben gegenüber Dir und auch mir einen riesen Vorteil. Sie wissen wie es funktioniert und kennen viele Fehler bereits.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Guten Morgen Steve,

    Glückwunsch für Deine 14 Tage ohne Alkohol. Schritt für Schritt weiter gehen.

    Ich finde es auch schön, dass Du ernst nimmst was hier von Langzeittrockenen geschrieben wird. Es mag einen individuellen Weg aus der Sucht geben, aber lasse das Geschriebene hier auch richtig sacken.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Super, Steve! Herzlichen Glückwunsch zum ersten Meilenstein! Und so geht es immer weiter. Es lohnt sich so sehr.

    Lies dich hier in die Anfänge der schon länger Trockenen ein. Das kann in mancherlei Hinsicht ein Augenöffner sein :)

    Freu mich, von dir zu lesen.

    Liebe Grüße

    Mattie

  • Ich habe gerade von der sog. "Sober-Senke" (Pink Cloud) gelesen. Nach der ersten Euphorie/ Motivationsphase tritt diese "Pink Cloud" ein und steigert das Verlangen nach Alkohol.

    Sie tritt typischerweise in der 3. und 6. Woche der Nüchternheit ein und dauert meist einige Tage bis zu zwei Wochen. Über den Verlauf gibt es aber offenbar unterschiedliche Zeiträume - ist eben alles auch individuell. In diese Phase dürfte ich nun langsam übergehen?

    Gibt es hierzu Erfahrungen?!

  • Ich hatte in meinen trockenen elf Monaten kein einziges Mal das Verlangen, wieder Alkohol zu trinken. Aber das Leben ist ein Auf und Ab, ohne Alkohol nehme ich die Höhen und Tiefen bewusster wahr, und das gefällt mir. Mein Leben ist kein Ponyhof, aber unberauscht ist alles besser.

  • "Sober-Senke" (Pink Cloud)

    Da musste ich gerade erst mal meine KI fragen. Das ist die Anfangseuphorie. Davon hört man hier auch immer wieder. Da empfindet man extreme Freude, Optimismus und ein starkes Gefühl der Unbesiegbarkeit. Die Phase sollte man nutzen, um gesunde Routinen zu etablieren, anstatt sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

    Dieser Zustand setzte bei mir ab Woche 6 ein. Ich habe angefangen zu Putzen. Für mich war es eine gesunde Routine. Durch das Aufräumen und Putzen sortierten sich auch meine Gedanken. Du musst was finden womit Du Dich ablenkst und was Dir Spaß macht.

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hallo Steve,

    herzlichen Glückwunsch zu 14 Tagen Abstinenz.

    Ich habe ab Beginn meiner Abstinenz viele Dinge geändert.
    Und die Veränderungen waren alle so neu, so voller Leben, dass ich keinen emotionalen Durchhänger hatte. Ich habe bisher zwar manchmal Gedanken an, aber kein Verlangen nach Alkohol. Und nach nun knapp 8 Monaten Abstinenz bin ich zwar nicht mehr euphorisch, aber zufrieden und oft auch glücklich. Geholfen haben mir die Grundbausteine dieses Forums. Ich meide alkohollastige Festivitäten und lasse alles weg, was mich an Alkohol, insbes. Bier, erinnert.

    Denn warum soll ich mich quälen, wenn ich gar keine Masochistin bin? Warum soll ich mich Gefahren aussetzen, wenn ich diese ohne Schwierigkeiten meiden kann?
    Risikominimierung ist ein wunderschönes Wort.

    Ich wünsche dir, dass du auch du die gleichen Erfahrungen machst und es dir mit deinem Weg nicht unnötig schwer machst.
    Denn auch, wenn du denkst, dass dir die Konfrontation mit Alkohol nichts ausmacht, dein Suchthirn speichert das ab, sorgt für eine immer bequem befahrbare „Nikotinautobahn“ in deinem Kopf (statt du für deren Abbau) und nutzt irgendwann später eine Situation aus, in der du u.U. gar nicht damit gerechnet hast.

    „Hey, mir macht der Anblick von Alkohol nichts mehr aus. Hey, ich kann aus meinen Alkoholgläsern ohne Probleme Antialkoholisches trinken. Hey, „alkoholfreier Alkohol“ triggert mich nicht. Hey, ein Glas Bier schadet mir nicht. Hey, ich heiße K. und möchte mich hier im Forum erneut austauschen, da ich nach einem Glas Alkohol rückfällig geworden bin.“

    Den Weg möchte ich nicht gehen!

    LG Kyra

    LG Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • Gibt es hierzu Erfahrungen?!

    Meine Erfahrung ist, wenn ich auf etwas warte, dann tritt es auch ein. Das ist wie wenn ich versuche, nicht an den rosa Elefanten zu denken.

    Sicher gibt es individuelle Schritte. Aber vieles ist auch nicht individuell. Ich kann ja jeden Tag individuell über Rot laufen und mal schauen, wohin das führt.

    Bei mir sind es jetzt viereinhalb Jahre und ich warte noch immer auf die Phase, wo ich trinken möchte. Nicht. ;)

    Das hat übrigens total unindividuell mit Risikominimierung geklappt.
    Am Anfang habe ich mir das Wissen der anderen zu Nutze gemacht. Und jetzt möchte ich mich schon lange keinem solchen Risiko nicht mehr aussetzen. Beziehungsweise, würde ich mich auf einer Feier, wo viel getrunken wird gar nicht wohl fühlen.

    Hier übrigens ein weiterer Tipp. Immer ein Hintertürchen offen haben. Durch, dass man sich schnell verdrücken kann. Ich habe mich in den letzten vier Jahren oft französisch verabschiedet. Du wirst ganz schnell merken, wenn die Stimmung kippt.
    Damit meine ich nicht mal Partys, sondern so etwas wie ein Betriebsfest.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Mit 14 Tagen ist der Anfang gemacht, der Körper ist entgiftet:thumbup:
    Das hast du schon mal geschafft, jetzt beginnt die (Trocken-)Arbeit im Kopf.

    ist eben alles auch individuell

    Genau so ist es und deswegen gibt es auch kein "typischerweise".
    Ich habe mit der Zeit gelernt zu unterscheiden, wer da an Alkohol denkt oder Verlangen hat. Bin ich das oder mein Suchthirn.
    Gedanken an Alkohol kamen immer mal wieder auf, auch heute noch und das wird auch so bleiben.
    Aber ich kann es einordnen und weiss, woher es kommt. Das Suchthirn ist ja nicht weg, diese Konditionierung bleibt mir ein Leben lang erhalten, aber ich kann lernen, sie sicher zu kontrollieren.
    Dazu musste ich mich aber erst nüchtern wieder kennenlernen und auch das, was mir aus der nassen Zeit erhalten gebleiben ist, richtig einzuschätzen.
    Solange ich nicht weiss, wie ich reagiere und ob ich mich auf mich verlassen kann, gibt es keine Kontrolle und da heisst die Strategie Risikominimierung, gerade in der Anfangszeit, in der ich noch labil und unerfahren bin.

    Eine Party überstanden zu haben, bei der kräftig gebechert wurde, besagt nichts über die Stabilität meiner Abstinenz. Das Suchthirn war mit auf der Party und hat kräftig Erfahrung gesammelt. Erfahrungen, die mich irgendwann das erste Glas nehmen lassen, dann wenn ich denke, ich habe das alles im Griff, oder noch schlimmer wenn ich es gar nicht merke.

    Du wirst auch erst erfahren, wie sich Suchtdruck bei dir äußert und wie er sich ankündigt, damit du schnell reagieren kannst.
    Suchtdruck , wenn er dann kommt, wird von jedem anders erlebt.

    Ein Nichtschwimmer geht nicht ins Tiefe, am Besten gar nicht in den See, denn auch der Glaube an den festen Untergrund, auf dem er steht, kann tödlich sein. Er lernt Schwimmen und dabei lernt er sich immer besser kennen und weiss, wieviel er sich zutrauen kann. Diese Gefühl für die eigenen Fähigkeiten hat er am Anfang nicht und deshalb betreibt er Risikominimierung und lernt da schwimmen, wo er nicht ertrinken kann. Und so wird er immer sicherer und stabiler und kann sich irgendwann unter vernünftigen Umständen ins Tiefe begeben.
    Schwimmen kannst du in ein paar Wochen lernen. Um stabil abstinent zu werden habe ich die Monate des ersten Jahres gebraucht. Es kam immer etwas dazu, was mir mehr Sicherheit gab, schwimmen um einfach oben zu bleiben, Schwimmen bei Strömung oder Wellen, Schwimmen bei unvorhergesehenen Ereignissen und auch heute noch weiss ich, dass es auf dem Wasser Situationen geben kann, bei denen ich unter gehen könnte.

    Stabil abstinent zu werden ist ein Lernprozess über eine Mindestzeit, deine Mindestzeit, die du nicht durch Willen verkürzen kannst. Nimm dir die Zeit und lerne dich kennen, dann kommt auch dein Kopf mit.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • dein Suchthirn speichert das ab, sorgt für eine immer bequem befahrbare „Nikotinautobahn“ in deinem Kopf

    Ups, ich meinte natürlich „Alkoholautobahn“, aber als Nikotinsüchtiger gibt es auch fürs Nikotin eine solche Autobahn 😊.

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • Ein Nichtschwimmer geht nicht ins Tiefe, am Besten gar nicht in den See, denn auch der Glaube an den festen Untergrund, auf dem er steht, kann tödlich sein.

    Ein Nichtschwimmer kann aber an den See gehen und Spaß am Strand/ Ufer haben und den Schwimmern zuschauen?

    Ich weiß mit den Analogien ist es immer so eine Sache mit einem treffenden Vergleich. ;)

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