Ich wünsche Dir einen wunderschönen entspannten Urlaub, mit zauberhaften Momenten!
Liebe und Hass
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Hallo,
liebe Haferflocke , koda und *Rina* , oh ja, ich hab mich ganz gut erholt. Nun ist der Urlaub auf Usedom schon wieder um. Wir hatten schöne Zeiten und ja, auch zauberhafte Momente.
Mein Mann hat diese Woche noch Urlaub, ein bisschen was wollen wir auch unternehmen. Danach kommt der Alltag noch schnell genug.
Aurora
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Hallo,
das schrieb ich am 13.10.2008...
Heute morgen um 8.14 h war es soweit, die kleine Erbse, mein Enkelchen, wurde geboren! Alles dran an der Kleinen, alles gesund und munter. Ich bin einfach nur furchtbar glücklich...
Am Montag ist sie 17 Jahre alt geworden. Meene Jüte, wo ist die Zeit geblieben... Nix mehr mit Erbse...
Sie lebt ja nun wieder bei ihrem Vater. Zu dem hatte ich ja den Kontakt auf ein Minimum reduziert, das Minimum bestand noch weil die Enkelin im September oder Oktober 2022 bei uns ankam und von den Drangsalierungen, der psychischen Gewalt, die ihre Stiefmutter an ihr ausgeübt hat, erzählte. Sie war dann nur noch sporadisch zuhause und hat dann ab April '23 dauerhaft bei uns gewohnt.
Und nun waren wir zum Geburtstag eingeladen. Den Exschwiegersohn hatte ich in der ganzen Zeit nur 2 oder 3 Mal getroffen. Weil halt Dinge besprochen werden mussten. Und nun saßen Dante und ich da mit ihm an einem Tisch... Die Enkelin war so glücklich. Sie hatte sich immer gewünscht, dass wir uns wieder vertragen.
Nun ist das noch in den Sternen, was da wird. Aber wir konnten wieder normal reden, der Exschwiegersohn ist seit der Trennung wie ausgewechselt, wieder so, wie ich ihn seit seiner Teeniezeit kenne.
Seine Noch-Ehefrau ist eine böse Narzisstin, also das ist bewiesen, keine Vermutung von mir. Und sie trinkt inzwischen auch. Es hat gedauert, bis er sich endlich trennen konnte. Es ist so viel kaputt gegangen, an Freundschaften aber auch in der Familie. Aber vor allem zwischen seiner Tochter und ihm. Nun versucht er, wieder in Kontakt zu kommen. Zu uns, zu seiner Mutter. Zu den Freunden, die zum Teil wieder da sind.
Unsere Enkelin ist ja wieder bei ihm. Es ist nicht alles Gold aber es ist gut so.
Was das für Leid gebracht hat bei vielen Menschen. Dieses Hoffen, was er hatte. Dass sie endlich vernünftig wird. Dass es, dass sie normal wird. Dafür hat er Menschen unglaublich schlimm verletzt, vor allem seine Tochter. Für nichts und wieder nichts. Er war verdreht durch ihre Manipulationen und hatte nicht den Mut, sich zu trennen.
Unsere Enkelin hatte uns oft erzählt, was da abgegangen war, wie oft er mit Trennung gedroht hatte... Und sie war dann wieder nett und er hoffte... kommt mir seeehr bekannt vor.
Wie weit ich mich da wieder einlassen kann, weiß ich noch nicht. Ich mag ihn sehr aber die Verletzungen sind tief und das Vertrauen zerstört. Toxische Beziehungen... Das ist pure Zerstörung aller Mitbetroffenen.
Aurora
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Liebe Aurora,
Wahnsinn, dass die Enkelin schon 17 ist
war ich echt so lange weg? 
Schön zu hören, dass der Exschwiegersohn sich von seiner Noch-Frau getrennt und hoffentlich auch gelöst hat.
Ich kann total verstehen, dass ihr euch ihm (noch?) nicht wirklich annähern könnt/wollt. Es ist ja damals, als ich zuletzt hier war, schon sehr viel echt schlimmes bzw negatives passiert. Das ist wirklich eine schwierige Situation. Ich ziehe aber den Hut, dass ihr trotzdem gemeinsam Enkelins Geburtstag gefeiert habt.
Ganz liebe Grüße

Eule
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Hallo,
im Juli hat uns unser Sohn mitgeteilt, dass er in's Ausland gehen wird. Mit seiner Partnerin, die beruflich weggeht, er geht halt mit. Das wird im Sommer nächsten Jahres soweit sein. Vorher werden sie noch heiraten 🥰.
Ich freue mich riesig, ich werde eine wundervolle Schwiegertochter bekommen. Und Sohn ist der glücklichste Mensch unter der Sonne. Er hat lange keine Partnerin gehabt, hatte auch viel Pech mit allem möglichen. Unter dem Tod seiner Schwester hat er auch gelitten, ganz klar. Und von den Eskalationen mit seinem abhängigen Vater die letzten Jahre vor meiner Trennung hatte er auch viel zu viel mitbekommen. Das ist wohl nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.
Es sortiert sich alles, ich bin so froh darüber. Was mich allerdings traurig macht ist, dass Sohn dann so weit weg sein wird. Nach dem Tod meiner Tochter hat sich für mich da schon was geändert. Ich habe oft Angst um ihn, mach mir viel den Kopp, Sorgen, und ich möchte doch nur, dass er glücklich ist. Es ist für mich nicht mehr so unentspannt, so locker, wie es vorher war.
Der Verlust meiner Tochter, meines Enkels hat viele, viele Ängste ausgelöst. Ich war ja sowieso schon ziemlich angeschlagen aber das hat mir den Rest gegeben. Und ich freue mich, dass es Sohn jetzt gutgeht und auf der anderen Seite bin ich unheimlich traurig, dass er bald nicht mehr umme Ecke wohnt.
Aber noch sind sie ja da und wir haben heute zusammen einige Dinge erledigt. Dann lecker zusammen gegessen und ganz viel erzählt.
Ja, also immer wieder mal was Neues aus dem Hause Aurora.
Aurora
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Aurora , danke, ich werde mir Zeit nehmen....wünsche dir einen schönen Sonntag
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Hallo,
liebe foxi, das wünsche ich dir auch.
Wir machen es uns gemütlich heute bei diesem Novemberwetter. Und werden Gänsekeulen futtern. Sozusagen als Übung für Weihnachten 😅.
Aurora
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Hallo,
es ist ja viel passiert in den letzten Jahren. Nachdem mein Exschwiegersohn eine neue Frau kennengelernt hatte, die sich als böse Narzisstin entpuppt hat. Er war nach und nach von allen abgekoppelt. Sie hat es geschafft dass seine Freunde, seine Urfamilie und schlussendlich auch wir entsorgt wurden.
Er war dann plötzlich wie ausgewechselt, er wurde immer böser. Ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu ihm, viel enger als er es zu seiner Familie hatte. Er war fast wie ein Sohn für mich. Und plötzlich trat er mich mehr und mehr in den Dreck. Ich hatte dann den Kontakt weitestgehend eingestellt.
Er hat sich kurz vor Ostern diesen Jahres endlich trennen können. Unsere Enkelin, die ja inzwischen bei uns eingezogen war, zog wieder zurück. Und an ihrem Geburtstag im Oktober waren wir da eingeladen und ich saß nach Jahren wieder in einem Zimmer mit dem Exschwiegersohn.
Nun ist das noch in den Sternen, was da wird. Aber wir konnten wieder normal reden, der Exschwiegersohn ist seit der Trennung wie ausgewechselt, wieder so, wie ich ihn seit seiner Teeniezeit kenne.
Letzte Woche hat er gefragt ob wir uns zusammensetzen können, er würde gerne mit mir reden und den Kontakt wieder aufleben lassen. Ich hab schon überlegt aber da er mir tatsächlich was bedeutet habe ich zugesagt. Dante und ich werden also Sonntag zum Kaffee dort aufschlagen.
Und am meisten freut sich unsere Enkelin, dass endlich wieder was zusammenfindet. Sie wieder die Familie hat, so wie sie es kannte. Ich mach das aber nicht ihr zuliebe sondern weil ich es mir insgeheim selbst immer gewünscht habe. Ich denke, es wird anders sein als vorher aber es wird gut sein.
Aurora
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liebe aurora
jeder kann in falsche gesellschaft geraten und falsche entscheidungen treffen. gerade wenn man in die fänge von bösen menschen gerät die einem vorgaukeln geliebt zu werden, schnell wird aus einem guten menschen eine böse marionette.
wichtig ist hier, es ist beendet, und es steht echte reue im raum. du weißt das es kein schlechter mensch ist, und dein großes herz ist da der verzeihung deutlich näher als dem groll. das ist halt liebe. allumfassende liebe. wenn doch nur alle menschen so wären.
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Hallo,
das Treffen mit dem Exschwiegersohn war gut. Er hat viel erzählt, was da los war in dieser Ehe. Und das, was in ihm teilweise abging ähnelte sehr dem, was ich hier oft lese und auch selbst so erfahren habe. Er hatte ähnliche Verhaltensmuster. Obwohl in der Beziehung ihr Narzissmus das große Problem war und nicht Alkohol. Der kam erst zum Schluss noch dazu.
Nun nähern wir uns mehr und mehr an und werden den 1. Weihnachtsfeiertag zusammen verbringen. Ich freu mich drauf.
Heiligabend werden Sohn und Partnerin hier sein, das wird auch sehr schön werden.
Ich hoffe, dass das Jahr jetzt friedlich zuende geht und das neue ruhiger werden wird. Nach all dem Zeug der letzten Jahre wäre es mal an der Zeit.
Aurora
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Hallo,
ein neues Jahr hat angefangen. Ich hab gerade mal in meinem Fädchen bisschen bei meinen Anfängen hier gelesen und es ist wie immer erstaunlich und gut, was sich da für mich alles geändert hat. Positiv geändert hat.
Das habe ich am 29. Dezember 2009 geschrieben, 2 Jahre nach der Trennung vom ersten Mann...
Ich habe immer Rückschauen gehalten, all die vielen Jahre. Immer um diese Jahreszeit, ist ja klar. Immer waren es Rückschauen mit Schmerz, mit dem Gedanken, es war soooo schlimm, es muss doch mal besser werden. Ich muss mich halt noch mehr anstrengen...
Es wurde endlich besser, nämlich ab dann, als ich dachte, es wird jetzt besser werden, weil ich es anders nicht mehr will. Weil ich jetzt endlich leben möchte, leben will. Und lachen und lieben. Ich habe einmal diese wunderbare Chance bekommen, zu leben, ein Mensch, eine Frau zu sein, hier auf dieser Welt. Und ich will, verdammt noch mal, auch was davon haben! Und zwar was Angenehmes, nicht immer nur Kummer und Rumgeheule. Und Zwang und Angst. Und Druck und Ärger. Und Suff.
Mein Leben nach meiner ersten Ehe war und ist auch nicht immer nur reine Glückseligkeit. Aber es ist selbstbestimmt, frei und offen. Es war und ist auch voller Hürden, Schmerz und Verlust. Aber es ist auch voller Liebe, Lachen, Lebenslust. Trotz allem. Leben eben.
Ich kann's nur empfehlen. Entscheidungen zu treffen und zu handeln.
Ich wünsche allen, die hier vorbeischneien ein gutes neues Jahr.
Aurora
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Hallo,
ich will mal ein kleines Update aus dem Hause Aurora hierlassen.
Inzwischen gibt es ein Hochzeitsdatum für Sohn und seine Partnerin. Ich freue mich sehr, dass er eine so liebe Partnerin gefunden hat. Das ganze Prozedere um die Hochzeit ist völlig anders als bei meiner Tochter damals.
Da wurde lange geplant, überlegt, organisiert. Und es war ein wunderschönes Fest.
Und es war ein Fest über das ich mir schon vorher viele Sorgen gemacht habe. Denn da war ich noch mit meinem ersten Mann zusammen. Es war 2006. Ich war schon auf meinem Weg aus allem dran, war aber noch unsicher und voller Ängste und Zweifel. Aber der Gedanke, dass er sich bei diesem so wichtigen Fest abschießen würde, auffallen würde weil er sich sehr oft im Suff absurd verhielt, machte mich fertig.
Ich schämte mich schon vorher dafür, was passieren würde. Und hatte Angst, dass er unserer Tochter das Fest verderben könnte...
Ich hab gehofft, ihn unter Kontrolle zu haben und wollte ihn überwachen. Was für eine bescheuerte Idee, wenn ich daran denke. Denn ich hab mir damit sehr viel meiner Leichtigkeit und Freude genommen. Und konnte doch nichts verhindern. Da er aber für sein affiges Betrunkenverhalten bekannt war, haben es an diesem Tag alle so genommen, wie es war.
Und er war auch nicht der einzige, der zu viel getrunken hat.
Diesmal ist es anders. Die Feier wird anders sein, in einem etwas kleineren Rahmen. Ich werde das genießen können denn um einen Mann, den ich versuchen muss zu kontrollieren damit er sich nicht bis zur Besinnungslosigkeit abschießt, hab ich nicht mehr. Mein zweiter Mann trinkt keinen Alkohol.
Und Kontrolle hatte ich, rückblickend, sowieso nie. Nicht über den ersten Mann, der abhängig getrunken hat. Da hatte die Sucht die Kontrolle, sonst keiner. Und ich hab mein Leben eingeschränkt weil ich dachte, ich könnte irgendwas verhindern. Jetzt weiß ich, dass ich das niemals konnte. Kontrolle hatte ich quasi immer nur über meinen eigenen nächsten Schritt.
Und der hat mich glücklicherweise aus der Suchtbeziehung rausgehen lassen.
Aurora
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Hallo,
ich lese hier oft von Menschen, die schon sehr lange in ihrer Beziehung mit einem Alkoholiker leben. Und wie anstrengend das ist, wie es zermürbt, unglücklich macht usw.
Da ist mir wieder in den Kopf gekommen was bei mir mit einer der Hauptgründe war, dass ich mich trennen konnte. Ja auch erst nach 26 Jahren.
Ich bin in einer Familie groß geworden, in der Alkohol eine große Rolle gespielt hat. Also weniger in meinem Elternhaus aber in der Familie drumherum.
Meine Mutter hatte 7 noch lebende Geschwister. Ihre Brüder hatten, bis auf einen, alle eine Alkoholsucht. Und ihre Schwestern waren mit Alkoholikern verheiratet.
Warum meine Eltern da nicht betroffen waren weiß ich bis heute nicht. Vielleicht lag es an meinem Vater, meine Eltern waren ganz anders drauf als meine Onkel und Tanten. Und der eine Onkel ( mütterlicherseits) war auch nicht so drauf, auch da war es so dass sie gerne was mittranken aber mehr auch nicht.
Bei allen Familienfeiern war Alkohol das Bindeglied zwischen allen.
Eine Tante ( Mutters Schwester) ist mir speziell im Gedächtnis geblieben. Den Onkel kenne ich nur besoffen und die Tante im Laufe der Jahre immer verhärmter. Der Onkel war irgendwann schon nach 1 Schnaps hinüber, dann verabreicht meine Tante ihm eine Schlaftablette und hatte ihre Ruhe.
Einmal wollte sie ihn aber aus dem Fenster werfen... Also was ich mitbekommen habe war es einmal.
Aus dem lustigen Säufer war ein Wrack geworden. Irgendwann hatte er Korsakow und meine Tante hätschelte ihn wie ein Baby. Und sah aus wie ein Gespenst, völlig kaputt.
Meine Lieblingstante ( mütterlicherseits) trank irgendwann mit ihrem Mann mit. Meine Cousine erzählt heute noch davon welche Angst sie jedes Mal hatte, wie sie nach Feiern ihre Eltern nach Hause bekommen sollte. Da war sie im Teenager Alter.
Meine Tante I ( mütterlicherseits) habe ich nicht oft gesehen, sie lebte nicht in West Berlin. Aber bei wenigen Besuchen erinnere ich mich noch an Onkel B, der kurz nach unserer Ankunft schon unter dem Tisch lag. Tante I war recht gebrechlich und krank, irgendwann.
Und die Onkel ( mütterlicherseits)? Hatten brave Cos. Bei einer erinnere ich mich noch gut, wie wütend sie war. Der Onkel hatte einen Herzinfarkt. Im Krankenhaus hatte er plötzlich epileptischen Anfälle. Die Tante wurde angesprochen, dass er Alkoholiker wäre und warum sie das nicht gesagt hatte.
Da war sie fuchsteufelswild, wie die Ärzte sowas behaupten könnten. Ihr Mann wäre doch wohl kein Alkoholiker, niemals. Die Tante war immer die Macherin und hat meinen Onkel gut verhätschelt. Sich geärgert wenn in Schnapsflaschen Wasser anstatt Schnaps war. Wie erschöpft und oft wütend sie war ist klar.
Diese Frauen hatte ich irgendwann vor Augen. Und dachte, wenn ich jetzt nicht was mache ende ich wie meine Tanten.
Es gab auch noch die Schwiegermutter von einem meiner Brüder. Und den dazugehörigen Schwiegervater. Und da war ich schon selbst verheiratet und begann selbst zu zweifeln was mit meinem ersten Mann nicht stimmte. Und da hab ich das Leid nochmal aus einer anderen Perspektive gesehen. Sie hat ihn nicht verhätchelt aber loslassen konnte sie auch nicht.
Sie war voller Wut und Verachtung. Oft gab es lautstark Streit und die Nachbarn schimpften über die böse Frau, die so mit ihrem armen Mann umging...
Auch diese Frau sah ich vor meinen Augen.
Und ich dachte, boah, ich bin schon so wie sie. Und wenn ich nichts mache ende ich auch so. Innerlich leer, freudlos, erschöpft. Das ist leider oft der Weg. Alkohol zerstört eben nicht nur den Säufer sondern auch alles drum herum.
Aurora
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Ja, die Alkoholkrankheit ist leider eine Familienkrankheit. Danke für Deinen Beitrag.
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Was war der Grund, dass du es 26 Jahre ausgehalten hast und die Jahre zuvor die Trennung nicht geschafft hast?
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Hallo Petra,
es gab viele Gründe, sie ähneln sich zum großen Teil hier mit allen anderen Cos.
Erstmal war für mich das Trinken in geselliger Runde normal. Weil ich es von klein auf kannte. Daher ist mir das Trinkverhalten meines ersten Mannes lange garnicht aufgefallen. Er trank bei Zusammenkünften genauso wie die anderen.
Aber er trank auch zuhause, nach Feierabend zum Beispiel war seine erste Amtshandlung sich ein Bier aufzumachen. Und oft trank ich was mit, er hat mich auch oft dazu animiert.
Im Laufe der Jahre wurde es aber komisch für mich. Und es fing an mich auch zu stören, dass er dauernd eine Fahne hatte. Oder bei Feiern sehr betrunken war. Er saß gerne neben meinen Onkeln...
Dass er Alkoholiker sein könnte war mir allerdings sehr, sehr lange garnicht bewusst, so blöd es sich auch anhört. Und ob er am Anfang unserer Beziehung schon süchtig gewesen war, weiß ich nicht, denke aber eher nicht. Und von Coabhängigkeit wusste ich schon garnichts.
Mit der Zeit habe ich immer öfter mit ihm gestritten. Hab abends Tee gekocht und bestimmt, dass wir den trinken und nicht Bier, was er abends immer trank. Dass er wohl heimlich trank habe ich lange, lange nicht gemerkt.
Mich hat alles immer mehr gestört aber ich habe immer wieder versucht, ihn von Trinken abzuhalten. Zumal er ja auch Ende der 80ger Jahre eine Gehirnblutung gehabt hatte und Medis gegen Epilepsie nehmen musste. Da hab ich vieles, was eigenartig war, darauf geschoben.
Und meine Schwiegermutter hat auch immer wieder betont, dass ihr Sohn eben auch nicht so belastbar wäre, sensibel wäre, Ruhe bräuchte. Und es meine Aufgabe wäre, gut für ihn zu sorgen. Damals war ich nicht so selbstbewusst wie heute. Ich wollte gut dastehen und hab alles gemacht um eine heile Welt zu haben.
Um zeigen zu können, dass ich eine gute Ehefrau, Hausfrau und Mutter wäre. Ich wollte den Kindern ihr Zuhause erhalten. Ich dachte, ich könne ihn zum Aufhören bewegen wenn ich mich nur genug anstrengen würde. Und ich dachte eben auch, dass vieles Folgen seiner Gehirnblutung und den Medis wäre. Das hat mir viel Angst gemacht.
Trennungsgedanken hatte ich ca Anfang der 90ger Jahre immer mal wieder. Aber da gab es immer wieder auch noch gute Zeiten und ich hab dann immer gedacht, es wird alles gut. Ich wollte nicht aufgeben. Ihn nicht, mein Zuhause nicht, die Ehe nicht.
Es wäre mir wie ein Scheitern vorgekommen. Wie ein Versagen. Und ich hatte auch nicht den Mut, alles aufzugeben. Es ging mir doch gut, wir hatten ein schönes Zuhause, gesunde Kinder, waren finanziell gut aufgestellt. Ich dachte immer, er müsste sich doch bloß zusammenreißen und dann wäre alles gut.
Im Laufe der Jahre dann wurde es für mich aber immer anstrengender. Er war immer öfter schon tagsüber am Wochenende betrunken, kam sonntags nicht aus dem Bett. Bei Feiern fiel er ab und am vom Stuhl, war mega schnell völlig betrunken usw. Ich hatte immer mehr Stress alles am Laufen zu halten.
Vor Feiern usw war ich bemüht ihn zu kontrollieren damit er nicht schon sofort betrunken war. Von der Familie bekam ich oft zu hören, ich solle auf meinen Mann aufpassen, er würde wieder so viel trinken. Und dann auch wurde mir gesagt, wenn du ihn verlässt, wird er völlig untergehen.
Ich fühlte mich verantwortlich für ihn, für alles. War immer erschöpfter. Und hing fest. Er gab ja immer wieder mir die Schuld an seinem Konsum. Und ich fühlte mich schuldig. Und Schwiegermutter machte mich auch verantwortlich für seine Sauferei. Und dass er hilflos und so sensibel und empfindlich wäre.
Und Trennungen, Scheidungen, das war ein No Go. Ich hatte auch kein Vorbild dafür, meine Tantchens zum Beispiel. Die hatten durchgehalten.
Aber irgendwann dachte ich an sie und wie sie gelebt hatten. Einige waren schon längst verstorben. Und dann die Schwiegerfamilie meines Bruders, da war mir alles nochmal ganz präsent. Und irgendwann, als es bei meinem Exmann eskalierte, er immer übergriffiger wurde, konnte ich handeln. In meinem Kopf war, " willst du so enden wie die Tanten, wie die Bruder Schwiegermutter" und " hör auf zu heulen, dich holt hier kein Ritter raus".
Und dann konnte ich handeln.
Das ist ein grober Überblick. Es steht ja auch viel hier in meinem Fädchen und in meinem Tagebuch geschrieben, im Laufe der Jahre habe ich viel darüber nachgedacht und aufgeschrieben, was mich festgehalten hat.
Und es gibt noch immer Gefühle, die ich bis heute nicht benennen kann oder verstehe.
Aurora
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Dass er Alkoholiker sein könnte war mir allerdings sehr, sehr lange garnicht bewusst, so blöd es sich auch anhört
Es hört sich nicht blöd an. Ich war auch seit der Jugendzeit mit meinem Ex- Partner 28 Jahre zusammen. In der Jugendzeit Alkohol am Wochenende mit Freunden, auf Feiern, Festen…dann gehörte der Alkohol irgendwann auch in der Woche dazu, beim Grillen, abends auf der Terrasse. Er sein Bier, ich meinen Wein- auch wenn keine Freunde dabei waren. Und schleichend wurde die Trinkmenge immer mehr…bei beiden. Unsere Beziehung lief nicht mehr… und trotzdem, wie Du es beschreibst: sich verantwortlich, schuldig zu fühlen, die Familie zusammenhalten zu wollen, Trennung ein No Go bei den älteren Generationen in der Familie… das darfst du nicht, das macht man nicht…
Mein Ex verstand es, mich gut zu manipulieren, unter Druck und Angst zu setzen. Bis ich eines Tages zusammenbrach, ausgebrannt, in Depressionen fiel.
Heute weiß ich, es gibt immer einen, der macht und einen der mit sich machen lässt.
Folge war die Trennung, aber der Alkohol war immer noch mein Seelentröster. Es dauerte noch weitere 7 Jahre bis ich vorm Alkohol kapitulieren konnte…
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Und es gibt noch immer Gefühle, die ich bis heute nicht benennen kann oder verstehe.
Das kann ich gut nachvollziehen.
Ich habe die letzten beiden Jahre still in diesem Forum mitgelesen, immer wieder wurde mir klar, wie sehr sich die Geschichten gleichen. Meine endete mit dem Tod meiner damals dann Ex-Frau (ca. 6 Wochen nach der Scheidung). Ihr Körper, ihre Organe waren letztlich komplett zerstört.
Zuerst dachte ich, dass sich das Thema nach der Beerdigung und einem gewissen Zeitraum egalisiert...das sich keine Gedanken mehr dazwischendrängen um ein uneingeschränktes weiteres Leben zu führen.
Mittlerweile erkenne ich immer wieder, dass sich die Gedanken an die Vergangenheit nicht so leicht wegwischen lassen. Und das auch Gefühle doch noch hochkommen...das wird doch noch länger dauern befürchte ich...
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Hallo Tabsi,
Mein Ex verstand es, mich gut zu manipulieren, unter Druck und Angst zu setzen.
Genau so war das auch bei mir. Er hat mir sehr oft Angst gemacht und sich dann köstlich über mich amüsiert.
Nach der Trennung hat es einige Jahre gedauert, bis ich zum Beispiel wieder entspannt als Beifahrerin im Auto von jemandem mitfahren konnte. Ich war vor Angst so verkrampft, dass ich schlimme Wadenkrämpfe hatte und mir alles wehgetan hat.
Ja, es gibt immer einen der macht und einen der es zulässt. Ich hab es viel zu lange zugelassen. Aber ich hab es zum Glück irgendwann da raus geschafft.
Und bei meinem Exmann lag es nicht nur am Alkohol. Der hat diese gemeinen Seiten in ihm nur noch stärker zum Vorschein gebracht, sie waren Teil seiner Persönlichkeit.
Aurora
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Hallo,
was vielleicht hier in meinem Beitrag nicht deutlich wird ist, dass ich in den Jahren mit meinem Exmann meine Tanten nicht als Coabhängige/ leben mit einem Alkoholiker erkannte. Für mich lebten sie in Ehen und hatten ihren Ärger und ihre Sorgen.
Was da wirklich hintersteckte wurde mir erst bewusst als ich begann, mich mit dem Thema Alkoholiker/ Coabhängige zu beschäftigen. Als ich erkannte, dass mein erster Mann Alkoholiker war und was das für mich als Partnerin bedeutete. Als ich begann zu verstehen, was da für eine Dynamik in der Beziehung, in solchen Beziehungen dahinter stand.
Das war ca 2 oder 3 Jahre, bevor ich mich endlich trennen konnte. Und da erst fielen mir meine Tanten wieder ein und ich erkannte, was mit ihnen wirklich losgewesen war. Da konnte ich sehen, wo mich der Weg wohl hinführen würde.
Hallo vierauge1 , mein erster Mann ist auch inzwischen verstorben. Er hat nach einer lange abstinenten Phase wieder zu trinken angefangen und sich totgesoffen. Das war im November 2018.
Das hat schon auch was mit mir gemacht, sowas geht wohl an vielen nicht so einfach vorbei. Immerhin hatten wir auch erstmal gute Jahre, haben 2 Kinder in die Welt gesetzt. Und auch wenn er irgendwann nicht mehr mein Traummann war weil ich mit seiner Art nicht konnte und dann auch weil er soff, war er ein Mensch, der mir mal sehr nahe gestanden hatte.
Mit diesen Gefühlen, die ich bis heute nicht alle benennen kann meine ich die Gründe, warum ich mich nicht eher trennen konnte. Die meisten weiß ich aber manche sind mir noch immer unklar. Aber im Grunde genommen spielen sie jetzt auch keine Rolle mehr.
Aurora
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