Fragen an einen Alkoholiker

  • Ich könnte heulen weil er mir auch so leid tut. Es fällt mir schwer Jemanden so zu behandeln, wo man weiss das er leidet. Und was ist wenn er seine Drohung Tod ernst macht?

    Mitleid ist mitleiden. Er erpresst Dich emotional und Du leidest.
    Du hängst an dem Alkoholiker, wie er an der Flasche.
    Er ist verantwortlich für sein Leben, Du für Deins.
    Solche Nachrichten von ihm sind Energierauber und der Versuch, Dich zu manipulieren. Verbindet Euch noch irgendwas, so dass ihr Kontakt halten müsst?
    Schau was DIR gut tut, genieße das Leben und schön, dass Dein Sohn wieder Kontakt aufgenommen hat.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi,


    ja du hast Recht. Ich hänge an ihm wie er an der Flasche. Denke das es Zeit braucht. Verbinden tuen uns noch Verbindlichkeiten, welcher er monatlich an mich bezahlen muss. Auch für unsere beiden Hunde, welche ich nun alleine habe. Er hat zwar eine Vereinbarung unterschrieben in welcher er für die Verbindlichkeiten aufkommt, was auch bei einem Antwalt in Kürze richtig festgehalten wird im Wege der Scheidung doch das Geld welches er überweist benötige ich aktuell schon um die Kosten zu decken. Wäre ungünstig wenn er nicht mehr zahlt; daher ist das mit dem blockieren nicht so einfach. Ich habe ihm jedoch geschriebe, dass ich auf negative Mails nicht mehr antworte und ich habe alles stumm gestellt. Bisher antworte ich auch nicht.

  • Richte deinen Fokus weg von ihm, zurück auf dich. Das ist ganz sicher nicht leicht- deine Gedanken kreisen seit langer Zeit um ihn.

    Trinkt er? Geht es ihm gut? Liebt er mich noch?

    Lass das los! Es ist irrelevant für dich. Was machst du gerne, wo willst du hin, wie willst du leben? Welche Menschen möchtest du um dich haben?

    Sieh es so: Die Zeit und Energie, die du in ihn gesteckt hast, kannst du für so viel schöneres verwenden!
    Du kannst ihm nicht helfen- nur dir selbst. Ich weiß, dass das fürchterlich schwer ist, aber es ist eine Chance. Nutze sie!

  • Hallo Hartmut, habe mal eine Frage an dich. Und zwar hab ich mich wie du weißt von meinem alkoholabhängigen Mann getrennt. Räumliche Trennung vor einem Jahr. Radikale Trennung vor knapp zwei Wochen. Nachdem er geweint hat und gebettelt hat und mich angefleht hat ihn nicht aufzugeben wirkt er seit gestern sehr klar und meinte er habe alles verstanden und er würde sich nun in seinem Urlaub um eine Therapie etc bemühen. Er sagt er versteht meine Entscheidung und auch das er dumm war wegen Alkohol alles aufs Spiel zu setzen. Er sagt er habe alles verstanden und würde nun seins machen. Den " ersten richtigen Weg" wie er schreibt. Er möchte mich wiederhaben und würde alles dafür tun. Ich habe ihm gesagt, dass ich bei der Trennung bleibe. Das ich ihm nicht glaube und er mir Taten zeigen soll. Mir zeigen soll, dass er es wirklich ernst mein und in Therapie geht und sich Hilfe holt. Ich habe ihm gesagt das ich abwarten werde, dass sich aber an der Trennung erstmal nichts ändern. Und bis auf kurze Treffen wegen den Hunden und einmal Abendessen im neutralen Restaurant kein Kontakt stattfinden wird. Ich habe ihm gesagt, dass er sich bewegen muss und ich mich nicht für ihn bewegen werde. Das ich mit Hilfe und Büchern unterwegs bin und nicht mehr um ihn kreise. Wie soll ich nun weiter vorgehen, was soll ich tun? Ganz alleine lassen geht ja wohl auch nicht auf dem Weg oder? Zumindestens mal ein offenes Ohr kann ich doch haben via whats app wenn es für ihn akut schwierig ist? Es ist alles so schwierig aktuell. Und wie gehts dann weiter wenn er tatsächlich in Therapie geht? Sollte man es wenn er trocken ist wieder versuchen als Paar oder lieber Abstand halten davon? Auch wegen der räumlichen Trennung. Keine Ahnung wie man am Besten mit der Sache umgeht.

  • Ganz konkret:

    Hier im Forum sind mehrere Alkoholiker, die trotz massiver Konflikte in ihren Partnerschaften und mitten in der Trennung und Scheidung trocken wurden.
    Als ich aufgehört habe, habe ich erst mal keinen Gedanken dran verschwendet, ob das mit meiner Frau noch irgendwas wird. Ich war mit mir selbst beschäftigt.

    Singles werden auch trocken.

    Ich glaube die Frage ist eher der Hoffnung geschuldet, dass Du noch gebraucht wirst. Kann das sein?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Hartmut, habe mal eine Frage an dich.


    Yve,

    solche Situationen gehören zu den schwierigsten, weil Gefühle und Vernunft gegeneinander arbeiten. Ich schaue deshalb möglichst emotionslos und suchttechnisch staubtrocken darauf, weil ich diese Mechanismen aus eigener Erfahrung kenne. Überspitzt gesagt: Das könnte stellenweise direkt aus dem Handbuch eines nassen Alkoholikers stammen.;)

    Am Ende bleibt für mich nur ein entscheidender Punkt: Dein Mann ist für seinen Weg verantwortlich, nicht du.

    Wenn er jetzt klar wirkt, weint, bettelt und plötzlich alles verstanden haben will, ist das für mich Verhalten, ein typisches Muster der Suchtmechanik. Wenn der gewohnte Halt wegbricht, folgen oft Versprechen und Beteuerungen, um den bisherigen Zustand zu sichern und den drohenden Verlust aufzuhalten.

    Ob daraus echte Veränderung entsteht, zeigt sich nicht an Worten, sondern daran, was über längere Zeit gelebt wird. Auch eine angekündigte Therapie bedeutet noch nichts. Entscheidend sind konsequente Taten.

    Ein Partner ist dafür nicht nötig viele werden ohne Partner trocken.

    Kritisch sehe ich den WhatsApp‑Kontakt. Das ist keine Trennung, sondern weiterhin Kontakt. Damit bleibt man in der alten Dynamik hängen. Auch das passt zur Suchtmechanik. Solange Kontakt besteht, besteht die Hoffnung, den alten Zustand doch noch retten zu können.

    Ich würde die Trennung so leben, wie du sie angekündigt hast, und nur die sachlichen Dinge regeln. Alles andere ist sein Weg. Ob ihr irgendwann wieder als Paar zusammenfindet, entscheidet man nicht jetzt, sondern erst nach längerer Stabilität – und wenn du emotional wieder frei bist.

    Im Moment drehen sich deine Gedanken wieder hauptsächlich um ihn. Der wichtigere Schritt wäre, den Blick wieder auf dich selbst zu richten.

    Mal aus meiner Sicht

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Sagen wir mal so, mich hätte es schwer getroffen, wenn mich meine Frau wegen des Alkohols verlassen hätte. Vielleicht wäre es tatsächlich ein Anstoß gewesen aufzuhören. Allerdings ging es mir noch nicht schlecht genug und ich hätte dann weiter oder noch mehr gesoffen. Ich weis es nicht.

    Für mich ist ganz klar, das der Wunsch und die Umsetzung der lebenslangen Trockenheit aus mir selbst kommen muste! lch hätte ja so weitermachen können. Meine Frau hat das ja mitgemacht. Man weis natürlich nicht wie lange?

    Es war meine Entscheidung und irgendwelcher Druck von außen, wäre nicht imstande gewesen mich zu ändern. Auf Druck reagiere ich sowieso trotzig. Dann gerade nicht!! Ich lass mich nicht drücken! Nur aus Herzlichkeit. :)

  • Hallo bono, interessanter Einwand.. eine Frage, wenn du damals so gescheit wie heute gewesen wärst, hätte eine Chance bestanden, dass du es einfach aus tiefer Liebe für deine Frau machst, oder warum ist der trotz stärker?

  • Bei mir ist es etwas anders gelaufen: Frau und Nachwuchs setzten mir die Pistole auf die Brust: Entweder Therapie oder Trennung. Sie hatten schon einen Termin für mich bei der Suchtberatung ausgemacht, wo meine Frau ohne mein Wissen vorher Rat suchte.


    Zu dem Zeitpunkt war mir bereits klar, dass mich der Alk im Griff hatte, nicht einmal mehr meine früher praktizierten Saufpausen bekam ich mehr hin.


    Also habe ich mich Ende April 2015 auf den Besuch bei der Suchtberatung eingelassen, wo ich frisch geduscht, rasiert und aufgedunsenem Gesicht aufschlug. Das Gespräch hat in mir die Handbremse gelöst und ich kam ab 01.05.2015 ins Rollen, seitdem unfallfrei.

    So ist es mir ergangen. Ich behaupte nicht, dass es auf diese Art und Weise auch bei anderen funktioniert. mancher wird einen kräftigeren Schuss vor den Bug als ich benötigen.

  • Hallo bono, interessanter Einwand.. eine Frage, wenn du damals so gescheit wie heute gewesen wärst, hätte eine Chance bestanden, dass du es einfach aus tiefer Liebe für deine Frau machst, oder warum ist der trotz stärker?

    Interessante Frage von dir. Damals war ich ja noch nicht so "gescheit" wie heute. Aber "gescheit" ist in Zusammenhang mit Sucht schonmal ein falscher Ausdruck.Ein Süchtiger kann in dem Zusammenhang garnicht gescheit sein, da die Sucht das Verhalten steuert.

    Allerdings, kann es sein, das es ein Anstoß hätte sein können, meinen Alkoholkonsum zu beenden. Wie gesagt hätte.... ! Ich weis es nicht. Vielleicht wär die Sucht aber auch stärker gewesen als die Liebe zu meiner Frau.

    Trotz bedeutet bei mir, das ich keine Meinung oder Druck von außen zulasse. Vielleicht ist Trotz auch der falsche Ausdruck. Auf alle Fälle lass ich mir keine Meinung oder Verhaltensweise aufzwingen. Ich hoffe. du kannst mit dieser Antwort was anfangen.:/

  • Haarscharf genau so hat mein ex auch gedacht und gehandelt .. deshalb hätte mich und auch du hast da probleme wie du dich ausdrücken sollst ... genau die selben Antworten wie bei dir, ich frag nur weil ich für mich die antwort suche, warum ihr den trotz brauchtet. Ich schätze einen grund zu haben, dann doch wieder rückfällig werden und zu demonstrieten als ein akt der macht, und damit zu entschuldigen ? Dass das problem Alkohol nicht die schuld ist. ? Sondern die trotzreaktion??

    3 Mal editiert, zuletzt von Jane1 (30. Juli 2026 um 23:42)

  • Hallo Jane1, ich glaube du interpretierst da zuviel rein.Ich weis nicht wie dein ex war.Anscheinend beschäftigt dich das Thema. Ich hab keinen Grund gesucht weiterzutrinkem. Ich habe damit auch keine Macht ausgeübt, denn meine Frau läst sich zum Glück nicht unterdrücken.

    Wenn ich gewust hätte, das es mir recht leicht fällt keinen Alkohol zu trinken, hätte ich es vielleicht schon eher getan. Aber bis zum Tag X wurde ich von der Sucht gesteuert und habe dadurch auch nicht logisch gehandelt.Ich sah keinen Grund mein Verhalten zu ändern. Demzufolge brauchte ich auch kein Hintertürchen.

    Jetzt frage ich dich einfach mal, warum beschäftigt dich das so. Hast du die Trennung von deinem Ex noch nicht verarbeitet??

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