Eigeninitiative oder Schock...

  • Hallo,


    sorra hat einen Themenvorschlag! Ich denke, das Thema ist für Alkoholiker genau so interessant wie für Angehörige.
    Beide Seiten können da ihre Erfahrungen und Erlebnisse diskutieren.


    Hallo,


    ich habe einen Themenvorschlag: Wieviel bringen Interventionen (der Titel muss nicht eins zu eins so lauten...)


    Über die Überwindung der Alkoholkrankheit, gibt es verschiedene Ansätze.
    In Europa ist es weitverbreitet, dass der Alkoholkranke aus einem bedeutsamen Moment heraus, sich eigeninitiativ Hilfe holt.
    In den USA ist die konfrontative Intervention beliebt, die einen anderen Ansatz verfolgt.


    Ich fände es spannend, welche Ansichten es über diese Methode im Forum gibt und zu diskutieren, wie effektiv diese ist.
    Vielleicht kann man eine kurze Begriffserklärung hinzufügen, falls es nicht jeder kennt.
    Ich habe hier einen gut zusammengefassten Artikel darüber vom Kölner Stadt-Anzeiger herausgesucht, der gut erklärt und einen Fall in Deutschland beschreibt: https://www.ksta.de/ratgeber/gesundheit ... sa-4030654


    Alles Liebe,
    sorra


    Hallo sorra, danke für dieses Thema und ich hoffe, der Titel des Threads ist okay so.


    Viele Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo sorra,


    nööö, der link ist doch noch da... :wink: .
    Ich bin gespannt auf den Austausch über dieses Thema!


    Viele Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    so neu ist ja diese Vorgehensweise auch nicht.


    Betroffenen mit ihrer Sucht zu konfrontrieren, ist ja oft gängige Praxis.
    Ob es die Familienangehörigen, der Arbeitgeber oder Freunde sind.


    Manch einer wird dadurch zu seinem Glück gezwungen.


    Ein Satz hat mich aber nachdenklich gemacht:


    „Er war wie seine Angehörigen erleichtert, dass jemand kam und alles in die Hand nahm, Ordnung in sein Leben brachte und ihm den Weg wies“
    Quelle: https://www.ksta.de/ratgeber/g…-therapie-neu-usa-4030654


    - Woher wollen Außenstehende wissen, welches der richtige Weg für ihn ist?
    - wenn es klappt, ist die Gefahr für einen Rückfall nicht größer, weil sich vielleicht wieder jemand finden wird, der "alles in die Hand nimmt"?


    Für mich liest sich das wie "die Hilfe hinterhertragen", obwohl der Betroffene aus eigener Sicht noch gar nicht soweit ist.


    Es gibt halt viele Möglichkeiten, mit denen man den ersten Schritt machen kann.


    Ich bin eher der Meinung fördern und fordern bringt den Betroffenen zum selbstständigen Handeln, welches er aus eigener Überzeugung tut.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo,


    solange Hilfe hinterhertragen auch nur minimal dazu beiträgt dass der Betroffene dem "soweit sein" einen Schritt näher kommt ist der Nutzen schon erfüllt.


    Bei der doch am Ende doch sehr geringen Erfolgsquote der Versuche diese Krankheit zumindest zu stoppen ist jede Hilfe in meinen Augen besser, ob jetzt hinterhergetragen oder nicht, als gar keinen Hilfe in Anspruch nehmen.


    Gruss,


    Mario B.

  • Hallo Mario,


    das sehe ich auch so.
    Hauptsache jemand wird nüchtern.


    Das Ergebnis zählt, aber meine persönlichen Erfahrungen sind halt andere.
    Ich wurde auch öfter ins Krankenhaus gebracht, die Sozialarbeiter haben sich sogar teilweise darum gekümmert, dass ich eine Wohnung bekommen hätte, als ich obdachlos war. In den Neunziger Jahren war das alles noch einfach. Mir wurde buchstäblich alles hinten reingeschoben, aber saufen war mir wichtiger.


    Für mich hat dieses verlinkte Beispiel etwas, was mich nie hätte nüchtern werden lassen. Man gibt ja die Eigneverantwortung irgendwie ab.


    Ich sehe es auch eher als Einzelfall an. Trotzdem noch mal. Jeder Einzelne ist wichtig, der es, egal wie, schafft, nüchtern zu leben.


    Gruß
    Karsten

  • Hallöchen!


    Ich habe diesen Bericht etwas zwiegespalten gelesen. Meiner Meinung nach hat der Betroffene insgeheim bereits gedacht dass mit seinem Alkholgenuss etwas nicht in Ordnung ist und so fiel die Vorgehensweise auf fruchtbaren Boden.


    Die Norm sieht doch meistens anders aus trotz vieler Maßnahmen errreichen Alkoholiker keine anhaltende Trockenheit. Es werden nun ja viele Therapien angeboten und auch von der Krankenkasse bezahlt aber trotz allem ist die Rückfallquote sehr hoch.


    Bei so einer Vorgehensweise wie in dem Bericht würden viele auch einfach "dicht" machen und sich total unter Druck gesetzt fühlen. Aber wenn der Betroffene denkt er hätte gar kein Alkoholproblem können Verwandte, Bekannte und auch Therapeuten sich dem "Mund fusselig" reden und trotzdem passiert nichts.


    Ja wenn es so einfach wäre würde es viel Leid das durch Suchtkrankheiten ausgelöst wird gar nicht passieren. Aber immerhin ist es positiv dass einige wenige Suchtkranke ihre Sucht in den Griff bekommen.


    Liebe Grüsse Speranza

  • Hallo,


    ich halte von "Hilfe-hinterhertragen" überhaupt nichts.
    Wenn der Impuls nicht vom Betroffenen selbst ausgeht, wird das nichts mit dem Trockenwerden.
    Viele werden sehr oft einen Schock bekommen.
    Ob einer dieser Schockerlebnisse irgendwann die Eigeninitiative triggert hängt ganz vom Betroffenen ab.
    Manche wählen den Weg in den Untergang.
    Manche wählen einen anderen Weg.
    Ich freue mich über jeden, der den Weg aus der Sucht heraus findet.
    Nur gehen muss diesen Weg jeder für sich allein.


    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo,


    gerade die Einsicht ist ja sehr wichtig, dass man eben auch Veränderungen selbst herbeiführen möchte.


    In dem Beispiel wird dem Betroffenen ja auch die Entscheidungfreiheit abgenommen, sich outen zu wollen und eben Hilfe annehmen zu wollen.


    Liest sich irgendwie auch wie ein Märchen, als wenn man das Allheilmittel gefunden haben will.


    Ich bin und bleib der Meinung, Süchtige müssen auch gefordert werden.


    Ich weiss auch, dass dies nicht oft möglich ist. Habe es ja hier auh versucht und alle haben aufgeschrien :)


    Ich habe hier ja nun auch schon ein paar Erfahrungen mit Betroffenen sammeln können und Zucker alleine hilft ganz selten.


    Gruß
    Karsten

  • Ich bin und bleib der Meinung, Süchtige müssen auch gefordert werden.


    Bin der gleichen Meinung. Es scheint mir aber allgemein schwierig, eine allgemein gültige Erfolgsformel zu entwickeln. Letztlich kann man aber sagen, dass es sowieso nur die schaffen, die es selbst wollen. Insofern ist es im Prinzip egal, wie man mit den tendenziell erfolglosen Kandidaten umgeht; der einzige Unterschied in der Statistik ist dann, ob sie eine Entgiftung mit niedriger Erfolgschance beginnen oder nicht.


    Mich persönlich hat das sehr angetrieben, als ich die Statistiken über die Mehrheit der rückfälligen Patienten gesehen habe, da mein Interesse im Leben auch immer nur dann geweckt wird, wenn es scheinbar unmöglich ist.

  • Hallo,


    ich bin wirklich zwiegespalten, was das Thema betrifft. Es wäre natürlich am hilfreichsten, wenn es Statistiken über die Erfolgsquote von den jeweiligen Methoden gäbe (welche wahrscheinlich aber schwer zu erfassen sind). So kann man nur Vermutungen anstellen.
    Ich muss aber auch dazu sagen, dass die Intervention


    1. Nur als Starthilfe bzw. "Wachrütteln" verwendet wird, das heißt den ganzen Weg muss der Betroffene trotzdem selber gehen. Es würde also nicht eine Entzugsklinik oder Selbsthilfegruppe ersetzen. Vielleicht noch eher ein Ersatz für eine Suchtberatungsstelle?
    Das heißt, dem Betroffenen wird auf jeden Fall einiges abverlangt und ihm wird jetzt nicht die Hilfe hinterhergetragen. Es ist mehr eine konfrontative Methode, so wie ich es verstanden habe. Das kann ja auch krass auf viele wirken, wenn dann alle aufmarschieren und du mit etwas konfrontiert wirst, was du nicht wahrhaben möchtest.
    2. Denke ich auch nicht, dass die Angehörigen wissen, was gut für den Alkoholiker ist, deshalb ist ja auch immer ein Fachexperte dabei, der das leitet. Ohne dem, würde ich die Aktion auch fragwürdiger finden. Aber der Leiter der Intervention gibt der Sache einen anderen Rahmen, wie wenn nur Freunde o.a. konfontrieren würden.


    Man könnte sagen der Realisierungsprozess der für Handlungsbedarf nötig ist, ist der größte Unterschied zwischen der europäischen und amerikanischen Herangehensweise, dann verlaufen die Heilungswege ähnlich.
    Ich finde es interessant, wie sich die Überlegungen zur Suchtbekämpfung, von Kultur zu Kultur unterscheiden. Und wie diese dann wahrgenommen werden. Für manche wäre eine Intervention viel zu heftig und ein großer Eingriff in die Freiheits (?)-rechte, für andere ist es vielleicht der kleine Stoß in die richtige Richtung, auf den sie nur gewartet haben.
    Zuerst wollte ich schreiben, dass die Interventionsmethode meiner Meinung nach mit einem großen Risiko verbunden ist. Aber nach einiger Überlegung ist auch das "Tiefpunkt/bedeutender Moment als Anstoß zum Handeln"-Prinzip sehr riskant.


    Ich bin nicht der Meinung, dass Suchtkranke zum "Nullpunkt" kommen müssen, damit sie die Dinge realisieren. Was nicht heißt, dass die Intervention die einzige Alternative ist.
    Es gibt zum Beispiel Studien von Orten (ich denke Portugal zB), wo es Suchtkranken - in dem Fall Abhängige von illegalen Drogen wie zB Heroin - erlaubt worden ist, ihre Sucht legal und im sicheren Umfeld zu konsumieren. Das führte dazu, dass die Leute nicht in die kriminelle Szene und diese Teufelsspirale abrutschen und dann leichter die Sucht bekämpfen konnten. Da Sucht ja auch eine Art von Flucht vor Problemen ist, oder Flucht vor einem Leben, das nicht lebenswert wirkt. Und Sucht und Probleme sind in einer Wechselbeziehung, in der sich beide gegenseitig verstärken. Auch ein anderer Ansatz.

  • Hallo sorra,


    so Statistiken sind ja immer eine heikle Sache. Meiner Meinung nach. Kommt immer darauf an, wer sowas in Auftrag gibt zum Beispiel.


    Ich denke, jeder Mensch ist einfach unterschiedlich. Zwar ist der Verlauf der Krankheit immer in etwa gleich, aber trotzdem steht immer noch eine Persönlichkeit ja auch dahinter. Darum kann auch der "Nullpunkt/Tiefpunkt" ganz unterschiedlich sein. Ich habe da schon von sehr, sehr vielen Tiefpunkten gehört und gelesen. Einige waren ganz unten, so wie Karsten hier, bei anderen war es der epileptische Anfall beim Versuch mal nicht zu trinken weil die Frau gemeckert hatte.


    Und immer hat da nur gezählt, dass da beim Betroffenen selbst der innigste Wunsch war aufhören zu wollen.


    Ich habe als aktive Coabhängige bei meinem Exmann alle möglichen Dinge versucht (hört sich das jetzt blöd an, ist aber so) um ihn vom Saufen weg zu bekommen. Er selbst hatte auch körperliche Dinge und doch, er war mal 4 Jahre lang trocken, dann ging es wieder los. Einfach, weil er es so wollte. Bei meinem Ex war übrigens der Auslöser für seine 4-jährige Pause, dass eine Hitzewelle angesagt war und er Angst hatte, die im Suff nicht zu überleben. Und gleichzeitig war ich am Ausziehen aus unserer Wohnung damals.


    Zitat

    Es gibt zum Beispiel Studien von Orten (ich denke Portugal zB), wo es Suchtkranken - in dem Fall Abhängige von illegalen Drogen wie zB Heroin - erlaubt worden ist, ihre Sucht legal und im sicheren Umfeld zu konsumieren. Das führte dazu, dass die Leute nicht in die kriminelle Szene und diese Teufelsspirale abrutschen und dann leichter die Sucht bekämpfen konnten.


    Auch Alkohol ist eine Droge! Ganz klar! Auch Nikotin. Und beides wird legal und im sicheren Umfeld konsumiert! Du bekommst überall Alkohol zu kaufen. Alkohol zu trinken ist geradezu ja eine "Kultur", wird positiv beworben und ist völlig "normal". Der einzige Unterschied zu Heroin und Co ist eben, dass es legal ist, mehr nicht.


    Viele Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    ich spreche jetzt von mir: Für mich gibt es nur eine Methode zur Genesung, und die liegt in mir selbst begründet. Genesung von außen funktioniert für mich nicht - lediglich Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe. Niemand kann den Weg für mich gehen.
    Wenn ich so Dinge lese wie "Jemand kam von außen und nahm die Dinge für mich in die Hand" (so oder so ähnlich ein Zitat weiter oben in diesem Thread), sehe ich das problematisch. Letztlich bin ich persönlich überzeugt davon, dass nur die Eigeninitiative für mich zum Erfolg führt, denn diese setzt voraus, dass man akzeptiert hat, Alkoholiker zu sein. Da konnten mir Menschen von außerhalb aber hundertmal sagen, dass ich ein Alkoholproblem habe - solange ICH es nicht akzeptiere und annehme, ist die Genesung schwierig. Ich weiß, dass ich mich vom Saufen nur selbst wegbekomme. Das kann niemand für mich tun. Niemand kann für mich auf das erste Glas Bier verzichten. Niemand kann für mich die begleitenden, seelischen Prozesse übernehmen. Niemand kann für mich mein Leben ändern. Niemand kann für mich lernen, wie ich mit meiner Nüchternheit umgehe (was ich in meiner Saufzeit nicht konnte, sonst hätte ich nicht gesoffen). Ich kann Unterstützung dabei erhalten, und für diese bin ich auch dankbar. Aber die Schritte, um trocken zu werden bzw. zu bleiben, liegen bei mir.


    Gruß,
    Herr Palomar

  • Hallo!


    Von mir häufig beobachtet ist das Zusammenfallen von beiden Faktoren: Der Schlüsselreiz von außen (Arbeitgeber, Familie, Führerscheinstelle), der auf eine entsprechende Einsicht beim Betroffenen trifft.


    Es nutzt der beste Anreiz von außen nichts, wenn der Betroffene selbst noch nicht so weit ist.


    So war es bei mir. Ich war nicht mehr in der Lage, Saufpausen einzulegen, wie es mir früher, als ich mir selbst einen vorgemacht habe, gelungen ist. Das war genau zu dem Zeitpunkt, als mir die Familie die Pistole auf die Brust setzte.


    Aber das ist Jeder doch anders gestrickt. Es gibt genug Fälle, in denen der Alkoholiker erst sprichwörtlich in der Gosse liegen oder mit einem Bein im Grab stehen muss, bis er innerlich bereit ist, sich seiner Krankheit zu stellen. Andere schaffen den Absprung schon früher, bevor sie ganz unten angelangt sind.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Es nutzt der beste Anreiz von außen nichts, wenn der Betroffene selbst noch nicht so weit ist.


    Ja, das wollte auch ich mit meinem Post ausdrücken.
    Ein Anreiz von außen kann natürlich einen Denkprozess in einem selbst auslösen, der dann letztlich in der Einsicht gipfelt, dass man alkoholkrank ist.
    Aber wie du richtig sagst: Wenn man selbst noch nicht so weit ist, geht das ins Leere.
    Mir hat 2013 das erste Mal eine gute Freundin gesagt, dass sie mein Trinken für problematisch hält, und mir geraten, Hilfe zu suchen.
    Das habe ich ignoriert und mich weiter selbst belogen, sogar noch schlimmer als zuvor, da ich mir angesichts dieser - von mir als Vorwürfe empfundenen - Ausführungen meiner Freundin noch mehr in den eigenen Sack gelogen habe, weil ich das Thema ab diesem Zeitpunkt, als es für mich nach Außen getreten war, noch intensiver verdrängt habe. Es hat dann noch fast 5 Jahre gedauert, bis ich mir selbst eingestanden habe, dass ich Alkoholiker bin, und ich nicht kontrolliert trinken kann, auch wenn ich es mir noch so oft einreden wollte.

  • Hallo,


    man könnte fast glauben, der verlinkte Beitrag ist nicht nur ein eher seltener Fall ( geben wird es solche Beispiele auch ), sondern auch ein Beitrag, wo mal ein etwas anderer Weg beschrieben wurde, der Aufmerksamkeit erregen soll.


    Da ich eine spezielle Meinung von Suchthilfe habe, die eben auch ein Handeln der Betroffenen erwartet, sehe ich dieses Beispiel auch eher skeptisch.


    Man kann es ja auch hier öfter in den Vorstellungen lesen, wo ein roter Teppich erwartet wird, wie man denn nun nüchtern werden und dauerhaft bleiben kann, ohne wirklich etwas zu tun, wie eben der notwendige Arztbesuch.


    Ich habe selbst mal ein ähnliches Erlebnis gehabt.
    Zu Zeiten wo ich auf der Straße gelebt habe, hatte ich mich im Winter auf eine Bank an einem Springbrunnen gelegt.
    Da kam dann ein Mann ( wie sich später herausstellte war es jemand von den AA ), der mich ansprach und mich sogar mit nach Hause nahm. Ich konnte da eine Nacht schlafen und seine Frau machte mir sogar was zu essen. Wir unterhielten uns lange noch.
    Am nächsten Tag fuhr er mit mir zu meiner Familie und sprach mit ihnen, welche Hilfe ich denn brauchen würde und wie sie mir helfen konnten.


    Dann sorgte er dafür, dass ich ins Krankenhaus zur Entgiftung kam. Das war auch das letzte Mal, wo ich ihn sah.


    Ich machte zwei Wochen eine Entgiftung und am Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus war ich auch schon wieder am saufen.


    Gruß
    Karsten

  • so Statistiken sind ja immer eine heikle Sache. Meiner Meinung nach. Kommt immer darauf an, wer sowas in Auftrag gibt zum Beispiel.


    Es gibt Entgiftungsstatistiken der Entzugskliniken, die besagen, dass 70 - 85 % innerhalb des ersten Entzugsjahres rückfällig werden. Inwiefern so eine Statistik "immer eine heikle Sache" sein könnte, erschließt sich mir nicht. Selbst, wenn die Fehlerquote bei 25 % liegt, ist es offensichtlich, dass die meisten Patienten rückfällig werden, obgleich dies bereits jene Alkoholiker sind, die eine gewisse Notwendigkeit im Entzug sehen oder zumindest kurzfristig keinen anderen Ausweg sehen.

  • Hallo Hull,


    wir brauchen ja gar nicht so weit schauen.
    Auch wenn hier immer für das Wegbleiben andere Gründe vermutet werden, die es sicher im einstelligen Prozentbereich auch gibt ;) ), vermute ich mal, dass die Meisten einfach weiter saufen, weil sie eben einfach noch nicht soweit sind und dementsprechend auch noch nicht aufhören wollen zu saufen.


    Es schaffen eben nur wenige. Nur die Harten kommen in den Garten der blühenden Nüchternheit.


    Gruß
    Karsten

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