Hoffnung niemals aufgeben

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Zusammen,


    Nach meinem Entzug vor 2 1/2 Wochen bin ich nun freigeschaltet , worüber ich mich sehr freue.
    Morgen werde ich mich mal zu den Grundbausteinen äußern, dazu habe ich ein paar allgemeine Fragen.


    Ganz schönes WE...Lia

  • Liebe Jessica,


    Anfangseuphorie hat mich bisher leider nicht vor zahlreichen Rückfällen bewahrt, denn die verfliegt irgendwann und dann wird es auch schwer.
    Trotzdem weiss ich, dass es sich lohnt durchzuhalten.


    Es ist einfach so grausig betrunken zu sein und der Entzug erst recht.


    Ich wünsche dir sehr, dass du den Absprung schaffst, bevor du noch vieles Scheussliches durchmachen musst.


    LG Lia

  • Hallo an alle,


    heute starte ich in die 4. Woche Nüchternheit und es fühlt sich einfach nur gut und richtig an.
    Meine Tage sind gut geplant, die Coronakrise trifft mich auch nicht negativ, da ich ja arbeiten kann und das schöne Wetter macht den Rest.
    Ich habe mir jetzt eine Tastatur fürs Tablet bestellt, dann ist das Schreiben hier im Forum viel entspannter für mich.


    Jetzt Jahre ich zu meiner kleinen Enkeltochter worüber ich mich sehr freue.


    Ich kann gar nicht verstehen im Moment, warum ich mir mein Leben immer wieder so versaut habe mit dem ALK. Einfach nur grausig.


    Wenn ich jetzt einkaufen gehe (grosser Stolperstein) trinke ich vorher noch im Auto ne Flasche Wasser, könnte ja helfen...


    Frage zu den Grundbausteinen:
    Wir haben im Keller einen abgeschlossenen Raum, in dem mein Mann seinen Besonderen Wein und so Zeug aufbewahrt, Schlüssel unauffindbar, interressiert mich auch nicht.
    Das haben wir gemeinsam so vereinbart als wir vor 5 Jahren unser Haus gebaut haben.
    Aber seit ich hier lese, Frage ich mich ob es vertretbar ist.
    Triggern tut es mich nicht, hat es auch noch nie.
    Der Rest der Grundbausteine ist erfüllt, ausser, das mein Mann abends sein Bier trinkt, aber erst ab frühestens 10 Uhr Abends, niemals tagsüber, egal in welcher Situation.


    Ich würde das niemals unterbinden wollen, da es mich nicht stört, ausserdem ist es meine Krankheite, da ist etwas Eigenverantwortung schon angesagt, denke ich.
    Noch dazu, wo er äusserst diszipliniert mit Alkohol umgehen kann.


    Was meint ihr dazu?


    LG Lia

  • Hallo Lia,


    mich persönlich würde es stören bzw. nervös machen, wenn mein Partner zu Hause trinken würde. Auch wenn es nur ein Drink wäre. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowas auch nachträglich triggern kann. Ist mir selbst letztes Jahr passiert.


    Wir hatten Besuch aus dem Ausland und unser Gast wollte abends immer gerne ein paar alkoholische Drinks genießen. Zu dieser Zeit machte ich mal wieder eine Trinkpause und war doch tatsächlich davon überzeugt, dass es mir nichts ausmachen würde, jeden Abend dabei zuzusehen, wie sich unser Gast seine Drinks genehmigt. Ich kaufte den Alkohol für ihn sogar selbst ein. Das muss man sich mal vorstellen!!! Mein Partner war total verärgert über die ganze Situation. So animierte ich unseren Besuch noch zum trinken, trank aber selbst nur Wasser.


    Und jetzt kommt der Hammer. Tage später, der Besuch war bereits abgereist, bekam ich so einen starken Saufdruck, den ich damals garnicht mit dem Besuch in Verbindung brachte, heute weiss ich, dass er mit ziemlicher Sicherheit der Auslöser war, wurde rückfällig und trank fast drei Monate am Stück durch. Das war einer meiner heftigsten Saufexzesse.


    Zu der Weinlagerung im Keller: Mein Partner hatte bis vor kurzem eine Whiskey-Sammlung in seinem Arbeitszimmer. Diese hat mich nie interessiert, da ich keine Whiskey-Trinkerin war. Ich bin da also nie drangegangen. Bis zu meinem letzten Absturz im Februar/ März. Da habe ich, als ich spät nachts nichts mehr zu trinken hatte, seine Sammlung zum ersten Mal geplündert. Er war so wütend und enttäuscht, da da zum Teil sehr teure Flaschen und Erinnerungsstücke bei waren. Aber mir war das im Rausch völlig egal. Hauptsache weitertrinken. Jetzt lagern die Flaschen in der Garage. Mich stört das nicht oder mache ich mir wieder etwas vor? Ich kann doch aber auch nicht von meinem Partner erwarten, dass er seine Sammlung einfach auf den Müll schmeißt.


    Ich wollte dir nur mal meine Erfahrungen weitergeben.


    LG
    Carmen

  • Danke Carmen für deine Erfahrungen,


    wenn das Zeug zugänglich wäre, würde ich es auch sofort ändern, da würde ich in Trinkphasen auch alles plündern, und wenn es ein "Kulturgut" wäre, aber so stört es mich nicht, da ist es im Supermarkt gefährlicher, wenn alles offen rumsteht.


    Gott sei dank trinkt mein Umfeld gar nicht oder kaum, meine 3 engsten Freundinnen trinken null( keine Alkis) und in der Arbeit eh nicht.


    Das Bier am Abend von meinem Mann...na ja, ohne wäre es sicher besser, aber ich denke, das kann Mann tollerieren, wenn ich das Gefühl habe, dass es mich nicht stört, so zumindest meine Therapeutin bei meiner ambulanten Therapie.


    Geht's dir gut?


    LG Lia

  • Also vermutlich wirkt das auf Jeden anders. Ich kann also nur von mir persönlich berichten. Ich wohne mit mehreren Familienmitgliedern in einem Haus, jeder hat jedoch seine abgeschlossene Wohnung. In meiner Wohnung befindet sich kein Alkohol. In der Diele der Hauseigentümerin befinden sich Kühlschränke, in denen auch Alkohol ist. Ich gehe jeden Tag mehrfach über die Diele, weil ich über diese zu meiner Wohnung gelange. Dieser Alkohol gehört mir nicht, er interessiert mich auch nicht. Wenn ich trinken wollen würde, dann kann ich auch in unserem kleinen Dorfladen gegenüber gehen. Ja, ich weiß. Je weiter weg, umso besser. Mich stört das Wissen, dass da außerhalb meiner Wohnung etwas ist, trotzdem nicht.
    Davon mal ganz abgesehen, arbeite ich in einem kleinen Hofladen, der auch Wein anbietet. Ich sehe das gar nicht mehr. Es ist wie eine dekorierte Wand.
    Natürlich nehme ich das ab und zu wahr. Aber was soll’s, ich will ihn nicht trinken.


    Verbieten würde ich meinem Partner nicht, etwas zu trinken, wenn es ab und zu wäre. Ich würde mich aber nicht daneben setzen. Bei dem Exemplar, der seit einem halben Jahr an meiner Seite ist, kam das bisher aber noch nie vor, dass er in seinem Zuhause etwas alkoholisches getrunken hat.


    Puh, das Thema kann man endlos in die Länge ziehen....

  • Hallo Lia,


    ich habe zum Glück auch keinen trinkenden Menschen in meinem Umfeld und Freunde habe ich nicht mehr.


    Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm gefährlich werden könnte. Aber ich richte mich, so gut, wie es geht, nach den Grundbausteinen, weil ich mich nicht unnötig in Gefahr bringen und mir den Weg in die Trockenheit nicht noch erschweren möchte.


    Ich könnte mir aktuell zum Beispiel niemals vorstellen, abends essen oder in eine Bar zu gehen. Allein der Gedanke daran triggert mich schon, weil ich abends ausgehen mit viel Alkohol verbinde. Ich habe hier aber schon oft gelesen, dass frisch Abstinente schon nach ein paar Wochen wieder auf Veranstaltungen gehen, auf denen Alkohol ausgeschenkt wird. Ich könnte das nicht. Auch im Supermarkt vermeide ich es an den Weinregalen langzugehen, weil das immer noch starke Unruhe und Unbehagen in mir auslöst.


    Und den Fehler, den ich vor einem Jahr mit unserem Gast begangen habe, werde ich auch nicht wiederholen. Bei mir zu Hause darf kein Alkohol getrunken werden. Ich bin da nicht so stark wie du.


    LG
    Carmen

  • Hallo Cadda,


    ja, das stimmt, manchmal weiss ich auch gar nicht, wo ich anfangen oder aufhören soll...Aber das macht nix, ist halt so.
    Ich sehe es wie du, der Alkohol gehört mir nicht und ich will eh nicht trinken, aber eben nur, wenn ich nüchtern bin.
    In Trinkphasen, wenn Nachschub her muss, würde ich allerdings wie Carmen, alles plündern....


    Aber ich denke positiv, ich will nicht trinken und Punkt. Da könnte jetzt eine offene Flasche dastehen, keine Lust morgen so beschiessen aufzuwachen und was kommt dann?
    Jedenfalls nur Schlechtes....ne, mir reicht's.
    Ich freue mich jetzt schon drauf heute Abend entspannt einzuschlafen und morgen fit, klar und dankbar aufzuwachen.
    Wär alles futsch mit nur einem einzigen Schluck.
    Verrückt, aber wie wir alle wissen, so ist es nunmal und so wird es immer bleiben.


    Deshalb....Ich glaube daran in Zukunft hier weiter nüchtern schreiben zu können.


    Wünsche allen einen ganz schönen Abend

  • Liebe Carmen,


    ich glaube nicht, dass das was mit Stärke zu tun hat, denn ich musste mir da ja nix aktiv erarbeiten, es ist einfach Glück.
    Mir macht es auch überhaupt nichts aus, wenn irgendwo, Lokal, Veranstaltun, Urlaub oder so getrunken wird. Das triggert mich null. Von mir aus liegen alle unterm Tisch, ich freue mich dann, dass ich es nicht tue und fühle mich gut dabei.
    Habe aber auch ausschließlich allei und zuhause getrunken, schon von Anfang an.
    Ich rauche auch nur allein, sehr wenig zwar, aber ich mag da einfach für mich sein, mag es nicht mal, wenn sich mein Mann dann zu mir setzt.
    Irgendwie komisch, aber egal, ist halt so.



    Ich bin auch kein Frust oder Problemtrinker, am gefährlichsten ist es bei mir, wenn alles gut ist und ich das noch steigern oder konservieren will.
    Funktioniert aber schon lange nicht mehr, nach dem ersten Glas sinkt meine Laune, weil ich weiss, was folgen wird, unausweichlich, und trotzdem....


    Wie dämlich....
    Jetzt bin ich abgeschweift....


    Lg Lia

  • Ja, liebe Lia


    Auch wenn wir hier alle die selbe Krankheit haben, empfindet doch jeder in den Feinheiten unterschiedlich. Was den einen triggert, macht dem anderen nichts aus. Ich zähle zu den Unglücklichen, die viele Trigger haben, da ich in allen Stimmungslagen und sowohl draußen als auch zu Hause getrunken habe; aber das kann und wird sich mit Sicherheit mit zunehmender Abstinenz ändern.


    Ich freue mich für Dich, dass es Dir gut geht. Ich bin auch jeden Morgen dankbar nüchtern aufzuwachen und mich noch erinnern zu können, wie ich am Abend zuvor ins Bett gekommen bin.


    Ich wünsche Dir einen schönen Abend! :D

  • Da ist sie wieder... die individuelle Wahrnehmung. Der Gang durch die Diele ist mir egal, das Arbeiten in der Nähe eines Weinregals auch.
    Beim Einkaufen gehe ich jedoch nicht durch die Gänge mit Alkohol, wo ich mich früher eingedeckt habe mit Sekt und Wein. Da gucke ich sogar bewusst weg. Das bringe ich nämlich direkt mit meinem Elend in Verbindung.

  • Ja, ist interessant, denn ich bleibe oft genau da stehen, wo ich mich eingedeckt habe, schaue bewusst die Flaschen an und denke daran, was alles mit denen schief gelaufen ist...

  • Ich habe in einem Buch gelesen, dass die Autorin immer alkoholfreies Bier im Kühlschrank hatte und das auch zu Partys mitgenommen hat.
    Sie hatte immer Wein und Sekt getrunken. Fand ich nachvollziehbar und ich habe nun auch immer alkoholfreies Radler im Kühlschrank.
    Meist trinkt es dann mein Mann... ich selbst habe eines getrunken in den letzten 26 Tagen (oder 27? ich zähle schon gar nicht mehr wirklich)


    Aber ich denke, das geht, wenn man kein alkoholisches Bier getrunken hat.


    Für mich war es schwierig mit meinem Mann da zu sitzen, wenn er Wein trinkt. Geht aber inzwischen auch. Wobei er sehr viel weniger trinkt...
    Macht wohl nicht so viel Spass alleine :-)


    Ich glaube auch, dass jeder seinen Weg finden muss... Es gibt kein Patentrezept.
    Aber halt auch Try and Error sollte vermieden werden.

  • Hallo Jessica,


    Zitat

    Aber ich denke, das geht, wenn man kein alkoholisches Bier getrunken hat.


    egal welche Sorte von Alkohol du getrunken hast, alkoholfreies Bier hat Restalkoholanteile und sollte für Menschen die Trockenheit anstreben tabu sein.
    Das kann auf keinen Fall mit individuellem Weg gemeint sein.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja, da Stimme ich Morgenrot zu, ich lass es auch lieber, obwohl ich kein Biertrinker bin, aber in der Not habe ich auch das getan. Es gibt zwar mittlerweile Bier mit 0,0 alkohol, aber irgendwie ist es dann doch inkonsequent.
    Muss jeder selber wissen, aber man hört schon oft, dass viele über alkoholfreies Bier im Rückfall gelandet sind.
    Also ich lass es lieber.
    Habe Kopfweh heute, aber wenigstens kommt es nicht von gluck gluck.
    Irgendwie bin ich auch nervös heute, also muss ich umso mehr aufpassen, wenn ich heute nach der Arbeit am Supermarkt vorbei komme.


    LG Lia


  • aber man hört schon oft, dass viele über alkoholfreies Bier im Rückfall gelandet sind.


    Diese Plörre habe ich früher schon mal in meinen Saufpausen getrunken. Nach einer gewissen Zeit war ich von Aussehen, Farbe, Geruch und Begleitumständen so angetörnt, dass ich zur Tanke rannte, und mir was Richtiges holte. Und ich bin beileibe kein Einzelfall, auch wenn ich jemanden kenne, der sich damit unfallfrei seit Jahren behilft. Aber das dürfte eher die viel zitierte Ausnahme von der Regel sein.


    Mein Tipp: Hände weg von dem Zeug!


    Gruß
    Carl Friedrich

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