Ich habe ein Problem - oder doch nicht?

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen,


    der Titel ist bewusst etwas provokant ;) Ich bin 32 Jahre alt, bin seit 14 Jahren mit meinem Freund zusammen, wir leben zur Miete in einer Doppelhaushälfte mit großem Garten, haben zusammen ein gutes Einkommen, stehen beide mit beiden Beinen im Berufsleben. Dennoch habe ich ein kleines?mittleres?großes Alkoholproblem.


    Ich werde am Mittwoch meinen QE starten, bis dahin... ist es Wehmütigkeit? Ich weiß es nicht. Vom Kopf her weiß ich ganz genau das mein Trinkverhalten nicht normal ist. Trotzdem hänge ich dran. Es ist nicht mal mehr so das ich irgendwie versuche was zu verdrängen - Grundsätzlich bin ich zufrieden mit meinem Leben, meinem Job und meinem nicht vorhandenem sozialen Umfeld. Ich bin ein Einsiedlerkrebs und das stört mich nicht.


    Angefangen hat's früh. Gar nicht mal vorgelebt durch irgendwen, sondern Gewöhnung, eine psychische Erkrankrung und eins kam dann eben zum anderen.

    Hatte vor +-3 Jahren mal aufgehört mit dem saufen. Enorm viel Gewicht verloren und komplett neues Lebensgefühl.

    Sind dann umgezogen, hatten für die Helfer paar Kisten Bier besorgt, die wollten aber gar nicht. Das stand hier dann rum... und ja. Das erste und dann war vorbei. Vorher über ein Jahr clean gewesen.


    Bin aktuell wieder auf 5-7 Liter Bier pro Tag.


    Habe mir eine neue Hausärztin gesucht, da der bisherige, der mich ursprünglich gut betreut hat, nur noch herablassend behandelt hat.


    Ich will weg davon, vermisse es aber im gleichen Atemzug schon wieder und bilde mir auch so Phantasiegeschichten ein wie - da ich "eh nur Bier trinke" passt das schon wenn man bisschen Wein in die Sauce kippt etc.pp. - den Zahn wird man mir hoffentlich im QE ziehen.


    Haben den Druck auf mich selbst erhöht, indem ich meinem Arbeitgeber von meiner Sucht erzählt habe. Erfahre jede Menge Unterstützung (kleines Unternehmen mit +-10 Mitarbeitern). Mein Partner ist auch dabei. Meine Eltern auch.


    Kann eigentlich nur schief gehen und an meiner eigenen Dummheit scheitern...

    Selbstentzug funktioniert (leider?) nicht mehr. Gerade auf Montage öfter mal probiert, es klappt zwar auch dann für fünf Tage ohne, aber ich bin ein nervliches Wrack und pampe alle an. Ist mit Kundenkontakt nicht wirklich geil. Schlafen kann ich auch nicht und mehrere Tage wach wenn man paar hundert km fahren muss... suboptimal.


    Hoffe jetzt auf einen guten körperlichen Entzug und danach eine vernünftige Reha. Währenddessen reduziere ich soweit es möglich ist ohne "Nebenwirkungen".


    Leider kann ich mir null vorstellen in "offline" SHG unterwegs zu sein. Ich habe jetzt schon enorm Panik vor Gruppensitzungen. Da ich schon mehrmals (allerdings nie in Suchtstationen) stationär in psychiatrischen Kliniken war kenne ich da die Abläufe und ne. Bloß nicht. Ich sitze dann da, starre Löcher in die Luft, rege mich auf aber sage nichts. Da ist mir so eine Online Community schon lieber.


    Grüße,

    Mach dich frei und lass die alten Zeiten gehen

    Pack deine Sachen, die Gewohnheit lässt du einfach stehen

    Wehr dich jetzt nicht sondern lass dich einfach gehen

    Es tut nicht weh, du stirbst nicht, du wirst es schon sehen

  • Hallo Myopie,


    willkommen hier im Forum. Dies ist ja eine online-Selbsthilfegruppe. Wenn du dich hier wohl fühlst ist das super. Es gibt einige User, die keine reale Gruppe besucht haben.

    Ein Kalter Entzug zu Hause ist nie eine gute Idee und sehr gefährlich. Gut, dass du in die Entgiftung gehst.


    Bist du abschließend noch in einer Therapie/Reha? Oder nur die Zeit in der Entgiftung? Vielleicht liege ich da falsch, aber ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit in der Entgiftung vielleicht nicht ausreicht, um an sich zu arbeiten. Und in der Reha wirst du auch Gruppensitzungen haben. Vielleicht kannst du ja versuchen, die Gesprächsrunden positiv zu sehen und anzunehmen.


    Es lebt sich viel besser, wenn du zufrieden abstinent bist und nicht mit der Faust in der Tasche den Alkohol verbannst. Die Frage ist dabei: Was kannst du tun? Wie kannst du dein Verhalten ändern und Alternativen finden? Dazu erhälst du in der Therapie einige Lösungsvorschläge. Hier im Forum natürlich auch.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hallo Seeblick,


    eine anschließende Reha über 4-6 Wochen ist angedacht, ob die Kasse da so mitmacht etc. - mal sehen.


    Leider musste die geplante Aufnahme heute verschoben werden. Soll morgen früh noch mal auf der Station anrufen, ob dann was frei ist... bisschen unbefriedigend, da ich eh schon mega nervös bin, habe mich dann heute auch von meiner HA krankschreiben lassen für den Tag.


    Zu Hause komme ich selbstständig einfach nicht von weg. Es ist was da, also wird es auch getrunken. Und wenn nichts da ist, wird was geholt... total ätzend. Dabei habe ich ja eigtl. nur gute Erinnerungen an den kurzen +-1 Jahr Zeitraum, wo ich gar nichts getrunken hatte. Körperlich viel, viel belastbarer, nach der Arbeit war der Fokus nicht auf die Kiste Bier gerichtet sondern man hat noch irgendwas unternommen oder gemeinsam gespielt oder mal eine Serie geguckt. Wenn ich jetzt 'ne Serie anfange, kann ich am nächsten Tag wieder von vorne anfangen, da ich durch den nebenbei laufenden Konsum die Handlung eh nicht mehr auf die Kette kriege.


    Hoffen wir mal, dass ich morgen eine positive Zusage bekomme.


    Grüße,

    Mach dich frei und lass die alten Zeiten gehen

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  • Hallo Myopie,


    dann drücke ich die Daumen, dass du morgen beginnen kannst. Denk daran, dass deine Wohnung alkoholfrei ist, wenn du aus der Klinik zurückkommst und nicht dann erst alles entsorgt werden muss.

    Sonst stehst du da frisch entgiftet mit der Flasche in der Hand.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Herzlich Willkommen Myopie,


    es ist sehr gut, dass Dir bewusst ist, dass Du unter Aufsicht die Entgiftung vornimmst. Wie Seeblick schon geschrieben hat, ist ein kalter Entzug lebensgefährlich. Deine Entscheidung, nicht mehr zu trinken und Dir dabei helfen zu lassen, ist jedenfalls goldrichtig.


    Dass Du hier das Forum gefunden- und Dich angemeldet hast, kann Dich auch unterstützen, wenn Du das möchtest.


    Wichtig ist, dass Du auf jeden Fall extrem am Ball bleibst, damit die Entgiftung beginnen kann. Melde Dich doch danach gleich wieder hier!


    Liebe Grüße


    Cadda

  • Hallo zusammen,


    ich habe jetzt die zweite Woche meines QE hinter mir und mir geht es (mittlerweile wieder) ganz gut. Anfangs war das Scoring noch zu gering, ab dem zweiten Abend gab es dann alle 6 Stunden - Medikamentenname entfernt - , was mittlerweile auch wieder ausgeschlichen ist. Heute war der erste Tag in "Freiheit" (Tagesurlaub) und es lief gut. Bisschen ungewohnt beim Essen gehen was antialkoholisches zu bestellen und den Schnaps am Ende abzulehnen, aber in Summe dann doch einfacher als erwartet. Aber gut, ich bin noch sehr am Anfang.


    Zum QE allgemein:

    War die richtige Entscheidung. Pflegepersonal ist 1a und immer ansprechbar, die Ärzte sind auch total i.O., grundsätzlich findet man zu jeder Tageszeit jemanden zum reden wenn Bedarf besteht. Die Gruppendynamik (25 Leute auf der Station) ist total okay.


    Bis Donnerstag bin ich jetzt noch hier, dann sind exakt drei Wochen rum und es geht nahtlos weiter in eine 13-wöchige REHA Maßnahme. Hat die Rentenkasse gestern das okay für gegeben. Arbeitgeber weiß auch Bescheid und unterstützt mich da.


    Hier sind zwar wahnsinnig viele "Stammgäste" auf der Station, aber wie sagte die Pflege zu mir ... die, die es schaffen, sieht man ja auch nie wieder ;) Wenn man so hört "71. Entgiftung" macht man sich ja schon seine Gedanken.


    Liebe Grüße,

    Myo

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    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 () aus folgendem Grund: Bitte keine Medikamentennamen nennen, danke.

  • Hallo Myo,


    das hört sich toll an!


    Leider gibt es Menschen, die zur Entgiftung gehen, um wieder fit zu werden, damit sie weitersaufen können. Aber das wird dich sicherlich nicht von deinem Weg abhalten.


    Ich hoffe, dass du in der Therapie viel für dich mitnehmen kannst. Auch dort sind manchmal Patienten, die nicht zum ersten Mal da sind und die Hilfe nicht annehmen können. Man bekommt in der Reha nichts übergestülpt, sondern muss sich mit seiner Situation auseinandersetzen.

    Man kann dort viel lernen.


    Weiterhin viel Erfolg

    Seeblick

  • Hallo Myo,


    es freut mich, dass Du am Ball geblieben bist und Dich wieder gemeldet hast. Möchtest Du Dich weiterhin regelmäßig austauschen?


    Dann könntest Du Dich einmal kurz für den offenen Bereich bewerben, damit Du für den offenen Bereich freigeschaltet werden kannst!


    LG Cadda

  • Hallo zusammen,


    Tag 27 der Abstinenz und die erste Woche der Reha ist abgeschlossen. Jeder Schritt bzw. jeder Tag zählt. In der Reha Maßnahme habe ich jetzt nicht mehr die ständig wechselnden Patienten, hier läuft keiner mehr volltrunken über die Flure, alles ist auf viel mehr Eigenverantwortung ausgelegt. Nichts mit morgens wecken oder Tabletten abholen etc.pp. - hier wird nicht hinterher geräumt. Sehr angenehm.


    Corona- sowie Personalbedingt findet nicht das komplette Therapieprogramm statt, aber weit mehr als unten in der Entgiftung.

    Die Gruppendynamik hier stimmt und das ist imho auch, obwohl ich ein Eigenbrötler bin, sehr wichtig für den Erfolg der Reha. Fokus liegt natürlich auf mir, auf meiner Gesundheit, meiner Abstinenz, aber ein vernünftiges miteinander geht einher mit guten Gesprächen und einem Erfahrungsaustausch, der unheimlich produktiv sein kann.


    Schön ist, dass es hier ein festes Pflegeteam gibt, in der Entgiftung wechselte das Personal alle zwei bis drei Tage (auch Corona-, Krankheits- und Urlaubsbedingt) - diese Konstanz ist ebenfalls unglaublich wichtig für mich.


    In meiner kleinen Filterblase der Klinik komme ich erstaunlich gut zurecht, ich habe keinen Suchtdruck und auch keine Ambitionen das Gelände für einen Gang zum Kiosk o.Ä. zu verlassen. Ich hoffe, es ergeben sich trotz Corona genügend Möglichkeiten für Erprobungen im häuslichen Umfeld, da ich da eher den Knackpunkt sehe.


    Stand jetzt, mit zwar noch 12 Wochen vor mir aber auch schon vier Wochen stationär hinter mir, kann ich nur sagen das ich die Entscheidung mir professionelle Hilfe zu suchen nicht bereue. Diese engmaschige Betreuung mit Gesprächen und medikamentöser Unterstützung bei der Entgiftung wäre ambulant nicht ansatzweise möglich gewesen.


    Lieben Gruß

    Myo

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  • Hallo zusammen,


    aktuell macht mich die Antriebslosigkeit komplett fertig. Das ich unter Alkohol kaum was auf die Reihe im Haushalt bekommen habe, hat mich ja nicht gewundert. Wenn aber gerade in der Reha keine Therapien sind schiebe ich gefühlt noch schlimmer alles von a nach b.

    Und wir reden hier über so 0815 Kram wie mal Handtücher tauschen.


    Wenn möglich, bin ich eigentlich nur am schlafen. Gut das ich nächste Woche endlich das Einzelgespräch habe, ich habe mir eigentlich komplett gegenteiliges erhofft - mehr Antrieb, mehr Motivation. Ich habe früher gerne gelesen, habe ohne Ende Bücher auf meinem Reader, die mich prinzipiell interessieren, ich kriege mich aber nicht aufgerafft. Hatte 'ne neue Serie angefangen, kriege mich da aber auch nicht motiviert.


    Wir hatten letzte Woche eine Pro/Contra Liste erarbeitet für's trinken und die Abstinenz. Die Contra-Punkte beim trinken und die Pro-Punkte bei der Abstinenz überwiegen komplett. Und woran denke ich die ganze Zeit? An die paar wenigen Punkte die für das trinken sprechen / gegen die Abstinenz und das sind nicht mal richtige Argumente. Es ist jetzt nicht so, dass ich Suchtdruck habe, aber diese Gedankengänge sind so wirr und unlogisch.


    Was ich mittlerweile auch festgestellt habe: an jeder Ecke wird für Alkohol die Werbetrommel gerührt. Hier läuft im Gemeinschaftsraum immer das Radio, alleine da schon die Werbung der lokalen Brauereien oder Getränkemärkte (Lokalsender). Auf der Straße die Werbeplakate bzw. an Restaurants die Schilder. Im Restaurant auf dem Tisch die Weinkarte oder kleine Aufsteller. In der Musik gefühlt in jedem 2. oder 3. Lied.


    Ich kann froh sein, dass es mich nicht übermäßig triggert, andernfalls würde ich ja wahnsinnig werden. Wirklich gestört fühle ich mich dadurch nicht, aber es ist halt gedanklich wie so ein zupfen in die falsche Richtung. Lässt sich aber gut abschütteln.


    Nu ja. 30 Tage ohne geschafft. Nummer 31 schaffe ich dann auch noch und immer so weiter :)


    Grüße,

    Myo

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  • Hallo Myo,

    30 Tage, das ist echt ein Anfang!! Dranbleiben. :thumbup:


    Du bist antriebslos, o.k., aber rechne mal die 30 trockenen Tage gegen die ganzen Jahre vorher.... Ich weiß es ja nicht, aber vielleicht muß dein Körper sich erst weiter erholen? Ist das Einzelgespräch beim Therapeut oder beim Arzt? Es gibt bestimmt etwas, womit du deinen Körper unterstützen kannst.


    Viele liebe Grüße und einen guten Tag 31, 1. Advent.

    Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo zusammen,


    es geht weiter vorwärts. Antriebslosigkeit besteht zwar weiterhin, aber ich bin da im Austausch mit den Ärzten und Psychologen hier.


    Wir hatten das Thema Dauer der Abstinenz übrigens letztens in einer der Gruppenrunden.

    Interessant das gut 50% der Patienten ihre eigene Leistung gar nicht so besonders finden und auch mehrere Wochen Abstinenz runterreden, obwohl früher schon ein oder zwei Tage eine Qual waren.


    Ich habe mir angewöhnt, mir jeden Tag via Handy-App die bisherigen Tage bildlich visualieren zu lassen. Aktuell steht da eine 35. 35 Tage ohne Alkohol hatte ich das letzte mal vor über drei Jahren.


    Habe jetzt am Wochenende das erste mal "Ausgang" und darf für einige Stunden nach Hause, bin gespannt wie sich das anfühlt.


    Ansonsten bin ich froh über jeden weiteren Tag auf meiner "Strichliste" ;) wird auch jeden Tag ein ganz kleines bisschen leichter. Positiver Nebeneffekt der Abstinenz: Seit Jahren kümmere ich mich mal wieder aktiv um meine Gesundheit, die Klinik legt mir da keine Steine in den Weg solange ich versuche alles außerhalb des Therapieprogramms zu planen. Nächste Woche mehrere externe Arzttermine, die ich mitunter schon seit Jahren vor mir hergeschoben habe.


    Myo

    Mach dich frei und lass die alten Zeiten gehen

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  • Hallo Myo,

    Glückwunsch zu Tag 35! :)


    Hast du dich speziell auf den Ausgangs-Tag vorbereitet? Was wird empfohlen?

    Einfach so auf sich zukommen lassen oder mit innerer bzw. logistischer Vorbereitung?


    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Was mir da viel gebracht hatte: Ein Stundenplan, so wie ein Schüler einen hat.


    Das Erstellen desselben war mir ein Gräuel, ich hasse diese Planerei. Und ich hab mich dann auch nur marginal daran gehalten.

    Aber er war eine gute Stütze für den Fall, dass ich mit meiner Zeit nix Vernünftiges anstellen könnte - was dann jedoch ausblieb. Ich kam nämlich auf einen Putzfimmel, und hab die Wohnung gewienert - mit Sound, Keksen, Limo und viel guter Laune.

  • Hallo Myo,


    ich hab dir noch gar nicht geschrieben, sah ich gerade - daher noch ein verspätetes Willkommen und schön, dass du dich hier austauschen willst. Und natürlich noch Gratulation zum ersten trockenen Monat!


    Als ich von deiner Antriebslosigkeit gelesen habe, dachte ich spontan, vielleicht ist es auch einfach Erschöpfung. Es ist ja eine große Umstellung für Körper und Seele, die da gerade stattfindet.

    Ich habe auch heutzutage (bin schon einige Jahre trocken) immer mal wieder mit Antriebslosigkeit zu tun, und ich übe mich darin, mich dann einfach auch mal so sein zu lassen. Dann brauche ich das eben einfach mal. Und in dem Moment, wenn ich das akzeptiere, dann gehts mir schon besser damit, und das ist ja das eigentlich Belastende (zumindest bei mir): der Gedanke „eigentlich müsste ich doch …“. Nee. Muss ich jetzt nicht.


    Ich wünsche dir ein gutes Erprobungswochenende. Wie siehst du dem entgegen?


    Herzliche Grüße

    Thalia

  • Hallo ihr drei,


    mal von oben nach unten:

    Vorbereitet insofern, dass wir uns ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gekauft haben, welches aufgebaut werden muss und dann auch eingeweiht wird. Da ich insgesamt nur vier Stunden zur Verfügung habe, werde ich gut beschäftigt sein - Wäsche waschen, Kater knuddeln (sofern er sich erbarmt), erwähntes Spielzeug aufbauen und mit was leckerem zu Essen einweihen... und auf der Station wird dann abends Fußball geguckt, für den Samstag mache ich mir also keine Gedanken.


    Für Sonntag kriege ich eventuell Besuch, habe aber auch davon unabhängig genug auf meiner To-Do-Liste im Kopf, ich muss es nur umsetzen. Wir hatten diese Woche aber gute Anregungen in der Gruppensitzung, aktuell sehe ich dem gelassen entgegen.


    Putzfimmel kann mir nicht passieren ;D


    Alkoholfrei ist das zu Hause nicht. Ich habe Jahrelang aus Urlauben immer ein Exemplar eines lokalen Bieres mitgebracht, diese stehen noch weiterhin als indirekt beleuchtete Deko in der Bibliothek. Sollte mich das doch triggern - trinkbar ist die Plörre so oder so nicht - werde ich sie entsorgen, aber ich hatte auch in der ersten längeren Abstinenzphase nie das Bedürfnis da dranzugehen. Auch sind im Keller noch diverse Kisten Wein und andere Spirituosen. Da ich nur Bier getrunken habe und der Rest mich nie interessiert hat, auch nicht wenn ich meinen Pegel noch nicht hatte und das Bier leer war, bleibt das da erst mal stehen und wird nach und nach verschenkt. Auch hier natürlich: Sollte sich auch nur annähernd das Verlangen einstellen, irgendetwas davon zu konsumieren, freut sich der Gulli.


    Ich war heute ein einer Kneipe/Café/Bar ... eher Kneipe, um die Zeit zu überbrücken bis das Restaurant, wo wir einen Tisch reserviert hatten, aufmachte. Das war ein wenig seltsam, gerade weil auch die Getränkelieferungen mit Kisten und Fässern in dem Moment kamen, aber nicht so das ich den Laden fluchtartig verlassen musste. Es fühlte sich einfach ungewohnt an, weil mit solchen Lokalitäten der Konsum im Kopf verknüpft ist. Ich pole mich jetzt um auf Kaffee und Wasser ;)


    Myo

    Mach dich frei und lass die alten Zeiten gehen

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    Wehr dich jetzt nicht sondern lass dich einfach gehen

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