MadMax Hallo zusammen.. Hilfe und Rat gesucht…

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen,


    ich bin verzweifelt. Ich bin seit fast vier Jahren mit meiner Freundin zusammen und habe nachdem wir uns ein halbes Jahr kannten, mitbekommen das sie trinkt. Sie hat es vorher sehr gut vor mir versteckt.

    Es kam in der Vergangenheit auch schon zu Ohrfeigen, Schubsen etc. Auch hatte sie eine Zeit, wo sie nix getrunken hat. Das war ca. ein halbes Jahr… Dann starb ihr Mutter und es ging wieder los.. seitdem fast jeden zweiten, mindestens aber dritten Tag. Der Tag nach dem trinken ist ein „toter“ Tag. Sie liegt nur rum.


    Früher waren wir viel unterwegs, hatten Freude usw aber das alles ist weg und es ist einfach immer nur: trinken - toter Tag - nix bereden können - nix unternehmen können - trinken -

    Toter Tag - nix passiert - oder man spricht über Beleidigungen die im Rausch passiert sind - und wieder von vorne…


    Mich zieht es sehr runter. Vor kurzem ist ihre Schwester ins gleiche Haus gezogen, die auch trinkt. Ich bin einfach erschlagen und ratlos. Meine Freundin ist Herzkrank und hat einen Schriftmacher.. und ich sorge mich um sie, natürlich auch um uns.

    Ich fühle mich „gefangen“ weil, man einfach nicht mehr normal sein kann. Nicht einfach miteinander reden kann und so ganz banale Sachen nicht möglich sind. Kennt das jemand? Geht es jemandem genauso?


    Bin ich zu schwach zu gehen? Müsste ich gehen?


    Ich stelle mir viele Fragen, Zweifel an vielem, zwischendrin Hoffe ich und dann erfüllt sich diese Hoffnung nicht und ich bin einfach deprimiert und weiß nicht weiter.


    Freue mich wenn ich mich hier austauschen kann.


    Vielen Dank!

  • Hallo MadMax.

    herzlich Willkommen.


    Ich sehe gerade, daß du dich bereits für die Freischaltung fürs Forum beworben hast.

    Das wird zeitnah bearbeitet und dein Thema gleich in den richtigen Bereich verschoben.


    Ich drücke dir die Daumen, daß dir der Erfahrungsaustausch mit den anderen Angehörigen helfen wird.


    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hartmut

    Hat den Titel des Themas von „Hallo zusammen.. Hilfe und Rat gesucht…“ zu „MadMax Hallo zusammen.. Hilfe und Rat gesucht…“ geändert.
  • Hallo Madmax,


    ich kann mich sehr gut in Deine Lage versetzen. Es ist schlimm mit anzusehen, wenn ein Mensch, den man liebt und mit dem man zusammen sein möchte, dem Alkohol verfällt. Das Problem ist, dass Du nichts tun kannst. Es gibt hier etliche Menschen, die dasselbe durchmachen, wie Du. Wenn Du die Geschichten hier liest, wirst Du Dich in vielem hier wieder erkennen.

    Was Du tun kannst ist, dass Du Dich fragst, wie es DIR besser gehen könnte. Was könntest Du tun, um die Situation zu verändern? Lebt ihr zusammen?


    Wenn Du Dich gern regelmäßig hier austauschen möchtest, kannst Du Dich gern für den offenen Bereich bewerben, damit wir Dich freischalten können.


    LG Cadda

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 () aus folgendem Grund: Bewerbungslink entfernt

  • Hallo MadMax,


    willkommen bei uns. Ich habe dich für das Forum freigeschaltet und in den zuständigen Bereich verschoben . Einen hilfreichen Austausch wünsche ich dir.

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo und danke für deine Antwort. Ich wohne bei ihr und wenn es „nicht auszuhalten“ ist oder ich auf der Arbeit, wenn wir uns schreiben merke das Sie trinkt, bei meinen Eltern. Mein Verstand sagt, abgrenzen. Einen Cut machen. Aber ich kann es nicht. Schaffe es einfach nicht. Fühle mich haltlos bei dem Gedanken ohne sie zu sein.

    (Seit dem Tot meiner Schwester habe ich Riesen Verlustangst)

    Und ich habe Angst davor, auch wenn’s sich blöd liest, das es ihr egal sein wird, weil Sie sich in das trinken flüchten wird. Aber so wird sich nichts ändern. Was hat sie schon alles versprochen.. Es ist so schwer zu gehen.

  • Hallo MadMax,


    schön, dass du ins Forum gefunden hast.

    Bin ich zu schwach zu gehen? Müsste ich gehen?

    Du musst erstmal gar nix. Ich kann dich gut verstehen. Ein Alkoholiker und ein Mensch mit Verlustangst passen meiner Meinung nach gut zusammen (leider nicht im positiven Sinne). Habe mich und meinen Ex auch als Arsch-auf-Eimer Beziehung empfunden. Paradoxerweise eine sichere Beziehung voller Unsicherheit. Der Alkoholiker wird den Co nicht verlassen solange beide in ihrer Rolle bleiben. Allerdings ist man in einer Beziehung mit einem Alkoholiker auf sich alleine gestellt.

    Es ist so schwer zu gehen.

    Verstehe ich das richtig: Du möchtest gehen, aber weißt nicht wie du es bewerkstelligen sollst? Hast du schon mal an eine Beratung für Angehörige gedacht?


    Hier hast du einen guten Platz um deine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Vielleicht siehst du dann bald klarer, wie es für dich weitergehen kann.

    LG,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo Anni,

    Ich möchte eigentlich nicht gehen, aber ich erlebe seit 3,5 Jahren, das sich nichts ändert. Es ist zwar eine kurze Einsicht da, aber keine Bereitschaft sich Hilfe zu holen. Zudem, wenn man über das Thema liest, liest man das man nicht helfen kann, bzw. die Einzige Hilfe ist, zu gehen. Es wird immer einen Grund geben zu trinken. Es wird immer eine Ausrede geben. Irgendwas, was es rechtfertigen wird. Ich bin einfach müde. Irgendwie leer. Zu warten, zu hoffen, die Beleidigungen anzuhören, manchmal, wenn es mir eh schon nicht gut geht, auch beleidigend zu werden… das will ich nicht, und so will ich nicht sein. Wenn sie nicht trinkt, ist sie ein anderer Mensch. Aber wenn ich sie betrunken sehe… ich finde es schlimm. Manchmal nervig, weil immer die gleichen Provokationen kommen.. dann torkelt sie durch die Wohnung, sitzt mit geschlossenen Augen in der Küche, der Kopf fällt runter.. Oder sie macht krach und und und… ich bin kraftlos über all das hinweg zu sehen und immer wieder zu sagen, Schwamm drüber.

    Und dann denke ich, sie ist krank. Sagt sie auch am Tag nach dem trinken, da rutschte mir aus Wut schonmal raus, dann geh zum Arzt! Wenn man krank ist, geht man zum Arzt!


    Und genau, ich habe Kontakt zu einer Beratungsstelle aufgenommen. Warte auf Rückmeldung.

  • hi madmax

    ich kann mich sooo gut in dich rein versetzen. meine Frau ist Alkoholabhängig, sie hat sich in den letzten jahren unheilbare Krankheiten angesoffen

    anfangs gab es "nur" trinkeskapaden, dann regelmässiger was zum Feierabend, mit der ausrede wenn es doch schmeckt...das waren so die versteckten anfänge.

    das hat sich über die jahre langsam langsam immer mehr vermehrt. inzwischen ist es bei ihr zum Spiegeltrinken geworden, heisst ohne Stoff kann sie nicht mehr Normalität erleben...zu Spitzenzeiten habe ich Promille-werte bei ihr mitbekommen, bei denen menschen normalerweise sterben.

    darüber bin ich in die co-abhängigkeit abgerutscht...habe verstecke gesucht, habe Flaschen entsorgt, bei freunden, Familie und Arbeitsstelle entschuldigt, gestritten, sorgen gemacht, Notarzt gerufen, mich um Krankenhausaufenthalte für sie gekümmert...die liste könnte verdammt lang werden.


    Das wichtigste jetzt vorneweg - DU bist nicht schuld an ihrem trinken. Das ist ganz wichtig.


    du hast mit dem anmelden hier im chat schon einen guten schritt gemacht, sich mit gleichgesinnten auszutauschen.

    ob du gehen müsstest kann dir keiner sagen, das hängt immer von jedem einzelnen ab.

    ich hatte bei der ersten Entgiftung meiner Frau vor über zehn jahren ein Gespräch mit einem Arzt, der meinte, das Beste für MICH wäre, aus der Beziehung raus zu gehen und abzuwarten, was sie macht und was passiert. damals habe ich über den Arzt gedacht: "was weisst du schon"...mittlerweile denke ich, dass ich auf seinen rat hätte hören sollen. hätte mir viel stress erspart und nicht soviel kraft gekostet. mich hat das saufen meiner Frau in den letzten zehn jahren an den Rand meiner Kräfte gebracht. ich bin auf der Co-Abhängigen-Spirale schön nach unten gelaufen ohne mich umzuschauen.

    mittlerweile habe ich einige grundlegende Sachen gelernt, um mit vielen Situationen umgehen zu können.


    Es ist bitter mit anzusehen, wie ein geliebter mensch sich so zurichten kann, ohne auf den Partner, die Umwelt, die eigene Gesundheit zu achten.

    Was mir geholfen hat, war eine Selbsthilfegruppe zu suchen-in natura, nicht nur online (nicht abwertend gemeint). das persönliche treffen mit anderen war sehr lehrreich für mich (bin noch in einer gemischten SHG - Abhängige und Angehörige).

    Und eine der lehrreichsten Dinge die ich lernen durfte (da steckt nach meiner Meinung viel Weisheit drin):

    WENN SIE NICHT MIT TRINKEN AUFHÖREN WILL, DANN WILL SIE NICHT


    drücke dir die Daumen, dass du ein einigermassen normales Wochenende mit deiner Freundin verleben kannst.

    und wenn sie trinkt - unternehme selbständig was. geh ins Schwimmbad, Sauna, Kino, zum Essen - mach was was Dir gut tut


    LG vierauge

  • Was mir geholfen hat, war eine Selbsthilfegruppe zu suchen-in natura, nicht nur online (nicht abwertend gemeint). das persönliche treffen mit anderen war sehr lehrreich für mich (bin noch in einer gemischten SHG - Abhängige und Angehörige).

    Das ist Ok. Alles was hilft sollte in Anspruch genommen werden.


    WENN SIE NICHT MIT TRINKEN AUFHÖREN WILL, DANN WILL SIE NICHT

    Nicht immer hat das was mit Willen zu tun, es kann auch sein, das sie es noch nicht kann.. Es braucht erst den Point of Return. Oder wie wir es sagen . Einen eigenen Tiefpunkt.

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo MadMax,


    herzlich Willkommen, lies Dich in Ruhe ein, und Du wirst jede Menge Parallelen zu Deiner Geschichte finden und Unterstützung bekommen.

    Du musst erstmal gar nichts tun, sondern nach und nach verinnerlichen, dass eine Trennung das Beste ist, wenn Deine Partnerin das exzessive Trinken nicht lässt. Ich hoffe, bei Dir wird es nicht so lange dauern wie bei mir, die unzählige Male zurückgegangen ist und sich noch immer hinterfragt, ob es nicht etwas gab, dass ich hätte besser machen müssen. Ob ich etwas hätte tun-oder lassen- können, um ihm den Grund für seine Sauferrei zu nehmen.

    Eine Beziehung unter dem Vorzeichen einer wesensverändernden, psychoaktiven Droge, das Alkoholmissbrauch nun mal ist, wird eine erfüllte Beziehung nie möglich sein und eine Partnerschaft wird unter diesem Vorzeichen jeglicher Chance beraubt.

    Natürlich wäre es richtig, Deiner Partnerin genau das mitzuteilen und zu gehen. Aber so einfach ist es nicht- deshalb lass dem Gedanken erstmal in Ruhe Zeit zu einem Entschuss zu werden. Dass Du Dich hier angemeldet hast, ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

    Ich freue mich zur Zeit über meine kleinen "Tippelschrittchen" und dass mein Herz im Schneckentempo meinem Verstand folgt.

    Aber so wird sich nichts ändern. Was hat sie schon alles versprochen.. Es ist so schwer zu gehen.


    Genau. Und wie weh tut das. Es ist schwer zu gehen. Aber bedenke, der Alkoholiker ist schon gegangen, denn im Grunde bist Du in der Beziehung mit allem allein. Und die Abwärtsspirale dreht sich weiter.

  • Hallo MadMax,

    bitte schreibe deine Antworten UNTER die Zitate.

    Aktuell ist das sehr unübersichtlich, wer was geschrieben hat.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Du kannst mit der Maustaste Textstellen markieren. Im Schreibfeld unter dem letzten Beitrag ist eine blaue Leiste mit Symbolen. Die Sprechblase kannst du für Zitate nutzen.


    Dann darunter deine Antwort.


    und das nächste Zitat einfügen...

    u.s.w.


    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Zitat MadMax• "So fühlt es sich auch leider tief in mir an. Aber ich halte verbissen und voller Trauer, an dem alten, an dem was wir diese kurze Zeit hatten, fest. Und will nicht begreifen das es weg ist… Sie wird nicht mehr sein, wie früher. Weil das trinken sie verändert hat".


    Ich habe auch festgehalten und tue es noch immer- ich muss begreifen, dass er weg ist und ich im Grunde ein Phantom liebe.

    Mein Alki hat keine Tage mehr, in denen er "vor Anker" liegt. Er steht auf und schenkt sich als erstes Wein plus Wodka ein, obwohl er noch besoffen vom Vortag war. Seine nüchternen Phasen beschränken sich auf wenige Tage, weil der Körper rebelliert, nicht etwa aus Einsicht. Jedes Mal hatte ich Angst, wie ich ihn vorfinde. Irgendwann hörten die psychischen Verletzungen auf. Ich ertrug ihn trotzdem nicht mehr. Hoffte und hoffte, dass er einsichtig würde. Der stumpfe Blick, seine peinlichen Aktionen in der Öffentlichkeit . Er hörte mir nicht mehr zu, ließ mich mit allem allein, aber fordern, das konnte er.


    Fang an, in die Richtung einer Trennung zu denken. Du hast sie schon an den Alk verloren. Vielleicht wacht sie auf- aber verlasse Dich nicht darauf. Gehe. aber nicht, um sie aufzuwecken. Gehe um Dein Leben zu leben.

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