Der einsame Kampf mit der Vergangenheit.

  • das schnelle Aburteilen um nicht bei sich Selbst schauen zu müssen wie es eigentlich mit der Trinkerei aussieht.

    Ich verurteile keinen. Wenn du lange genug gesoffen hast dann hast du einen Blick dafür. Aber das war nicht mein Thema. Ich habe mich in den Menschen gespiegelt und wieder erkannt. Meine Fehler wurden mir vorgeführt. Weil ich das ja genauso gemacht habe.

    Aber abgesehen davon wenn jemanden morgens ne Flasche Korn und ne Bild kauft und du schaust dir den Menschen an, dann weißt du bescheid. Ganz klar .

    Ich renne nicht rum und Werte Menschen ab. Früher hat mich das überhaupt nicht interessiert sondern es hat sich alles nur um meine Sucht gedreht. Nüchtern sehr ich aber erstmals hin.

    Wenn ich noch vor 5 Wochen am Glaskontainer war sind da fast nur Pullen drin gelandet und ich wollte nur schnell weg. Jetzt schmeiß ich Gurken und Marmeladengläser und versteck mich nicht. Aber ich sehe auch andere und natürlich mach ich mir mein eigenes Bild. Ist doch so. Und ich sehe mich und das wird mir jetzt erst richtig bewusst, weil ich auch nicht mehr schnell weg rennen muss sondern alles viel bewuster und ruhiger mache.

  • Ich stolpere täglich hier im Forum über ein Thema. Ein völlig selbstverständliches, alltägliches und wie selbstverständlich auch ungenanntes. Unter dem Teppich quasi:

    Smartphone und Co.

    Nur wer schon vor einem leeren Akku gesessen hat und das Ladegerät kaputt ist, weiss was wahre Entzugserscheinungen sind :roll:.

    Die Hälfte der Beiträge hier wären unnötig ohne den ewigen gezwungen - gewollten Kontakt per WhatsApp und Co.

    Ich beantrage die Aufnahme einer Parallelsucht ins Forum ( Sarkaswolf :mrgreen:)

    Wer fühlt sich ertappt? Meinungen?

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Guten Abend Micha!

    Ja, ein interessantes Thema, das Handy, mit allem, was dazu gehört.

    Mich nervt es total, wenn wir in einer Runde zusammensitzen und mindestens eine/r davon dauernd auf das Handy schaut. Scheint interessanter zu sein, als meine/unsere Gesellschaft. Ich finde das sehr unhöflich!

    Vor kurzem sagte eine Arzthelferin zu mir, die mich 4 x versuchte innerhalb einer Stunde zu erreichen, wofür ich denn ein Handy hätte, wenn ich nicht rangehen würde.

    Meine Antwort war: Weil das Handy auch eine Stummtaste hat!

    Achja, das sollte sie auch öfter mal bedenken und anwenden, war ihre Antwort. :mrgreen:

    Davon ab, wenn ich arbeite, dann kann ich nicht telefonieren, wenn ich mich hinlege, oder auch nachts will ich nicht telefonieren. Ist doch ganz einfach, oder nicht?! ;)

    Viele lassen sich von den sozialen Medien und dem Handy derart vereinnahmen und wundern sich, warum sie so gestresst sind.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich habe mein Handy immer auf lautlos, trage aber eine Smartwatch und bekomme alles angezeigt. Mit dem Ipad bin ich viel hier im Forum, auch mal in Youtube. Meistens mache ich das nebenbei. Kein Wunder wenn ich mich gestresst fühle.

    Die Zeiten zu reduzieren, wäre ein echter Zeitgewinn. Ich nehme mir das öfter vor, setze es aber nicht wirklich um. Es wird Zeit …. Zeit für mich.

    Danke Whitewolf fürs Anstubsen. 👍

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Ich habe auf dem Job mal mein Handy aus Versehen liegenlassen und bin nach Hause. Erst spät gemerkt, nicht schlimm. Am nächsten Tag wurde ich von einer Kollegin ( 25 ) allen Ernstes gefragt wie ich das ausgehalten habe :

    "Das geht ja garnicht, oh Gott, ich wäre nochmal zurückgefahren" ( 20km )

    Das hat mich doch etwas geschockt und zum nachdenken angeregt.

    Dieses kleine Gerät bestimmt unsere

    - Laune

    - Gesundheit

    - Denkweise

    -etc. .... Die Liste ist lang.

    Welche hier behandelte Sucht hat so einen Einfluss auf unser Zusammenleben ? Es ist erschütternd wie abhängig wir von so einem kleinen Gerät sind finde ich.

    Ich bin ein alter Knochen und kenne es noch anders. Die junge Generation hängt wohl fast komplett an der "Handy-Nadel"

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Dann bin ich alter Knochen wohl jung geblieben. 😉

    Seit ich mich mit meiner Sucht beschäftige und erst recht seit meiner Anmeldung hier im Forum hänge ich auch verdammt viel an dem praktischen Gerät, hab auch schon ewig kein Festnetztelefon mehr.

    Da mache ich mir auch manchmal Sorgen wg. Suchtverlagerung, wie bei der Schokolade ...

  • Wer fühlt sich ertappt? Meinungen?

    Solange Erinnerungen und Erlebnisse und Erfahrungen aus der realen Welt kommen, ist das ein guter Begleiter. Das Digitale ist jedoch nicht mehr aus meiner Arbeitswelt wegzudenken. Damit verdiene ich mein Geld.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Informatik war beruflich meine Rettung.

    Ich bin seit mehr als 25 Jahren von morgens bis abends online.
    Selbst jetzt,wo ich nichts mehr tun muss, mache ich KI-Schulungen etc.

    Natürlich kämpfe ich auch manchmal damit, zu versumpfen. Und mir sind einige Probleme mit Internet etc. bewusst.
    Aber die Vorteile überwiegen die Nachteile.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Meinungen?

    Ich habe es heute getestet. Seit heute morgen bis jetzt hatte ich weder das Handy in der Hand, noch die Smartwatch am Arm, noch mit dem Ipad gesurft. WOW was für ein Zeitgewinn. Und ich bin viel ausgeglichener und entspannter.

    Ich werde einiges verändern und die Zeiten mit Handy und Ipad drastisch kürzen. Und ich werde öfter meine normalen Armbanduhren wieder anziehen. Das ist eine echte Bereicherung und ich verpasse ganz bestimmt nix.

    Whitewolf danke 🙏

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Die Hälfte der Beiträge hier wären unnötig ohne den ewigen gezwungen - gewollten Kontakt per WhatsApp und Co.

    Ich bin kein Handy oder Internet-Gegner. Ohne gäbe es auch das Forum nicht. Da müssten wir alle in reale SHG`s gehen. Ich benutze das alles gerne und viel für meine Zwecke. Das ist nicht der Punkt den ich aufzeigen wollte.

    Ich habe mein Statement geschrieben, weil mir hier aufgefallen ist, wie viele der eigentlich schon durch die Sucht zerstörte Beziehungen über diese Messenger am Leben gehalten werden.

    Zu meiner Saufzeit war das Thema schneller durch, da gab es allenfalls SMS. Umständlich und teuer. Persönlich telefonieren fällt da schon viel schwerer ( auch heute noch, so eine Nachricht ist aber schnell und unpersönlich mal getippt ) , daher lief der Kontakt irgendwann von Selbst aus.

    Dieses "Kontakt halten" , dieses verzweifelte warten auf Neuigkeiten, so einfach über WhatsApp & Co, bringt hier sehr viel Leid mit Sich . Es hält viele hier in einer Dauerschleife der Verzweiflung, der Wut und in falscher Hoffnung.

    "Einfach blockieren", wie oft wird das hier geschrieben und als Tipp gegeben ?

    Es fällt wohl ausgesprochen schwer. Warum eigentlich? Es ist ein Tastendruck, den man jederzeit schnell wieder rückgängig machen könnte. Und dennoch...:roll:

    Licht und Schatten.

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Da gebe ich Dir Recht Whitewolf . Bei mir war es so, dass dieser letzte Schritt zum Kontaktabbruch (blockieren der Nummer auf allen Kanälen, entfernen des Kontakts auf Social Media) sich ganz schlimm angefühlt hat. Es war so der letzte dünne Faden der Hoffnung. Es war eine riesen Hürde in meinem Kopf, aber rückblickend der beste Schritt, um Ruhe zu finden und bei mir anzukommen.

    LG Momo

  • Hallo Whitewolf und Alle,

    ich glaube die Annahme das virtuelle Kommunikation tatsächlich virtuell, also nur theoretisch existent ist von Anfang an falsch war. Niemand stellt infrage, dass ein Telefonanruf oder ein wirklicher Brief keine Kommunikation oder nur theoretisch ist. Und die heutige Technik kann nicht nur beides, beides gleichzeitig und beides plus noch weiteres. Worauf ich hinaus will ist, dass moderne Kommunikation persönlich und intim sein kann. Und da ist ein Kontaktabbruch eben genauso schwierig wie in einer "realen" persönlichen Kommunikation aus dem Kontakt zu gehen. Oder kann es zumindest sein.

    Kleiner Funfact mein mobiles Handtelefon aka Smartphone ist mindestens 15 Jahre alt. Und mein letztes Telefonat damit ist ca. drei Jahre her.:shock: Das Handtelefon habe mir nur angeschafft, weil ich eine Mobilfunknummer brauchte. Ich habe noch ein Festnetztelefon, über das ich in bestimmten Zeiten notwendigerweise erreichbar bin. Ich selber telefoniere nur, wenn es notwendig ist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

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