SouthAfrica123 - Frage nach Erfahrungen/Ratschlägen

  • Er hat dir den Wein gekauft? :shock: Er spielt mit dem Feuer.

    Du kannst gern hier weiter schreiben, aber geh davon aus, daß die Rückmeldungen eben IMMER darauf hinauslaufen, daß Risikominimierung anders aussieht.

    Sowas wird auch deswegen immer wieder angesprochen, damit es eben keiner nachmacht.

    Es soll hier in deinem Thread primär nicht um ihn und sein riskantes Verhalten gehen, sondern um dich.

    Klar bist du nicht schuld, wenn er seine Trinkpause beendet. Dafür ist er selber verantwortlich.

    Machst du auch was für dich gerade?

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Es tut mir leid, falls wir hier eine eiserne Regel brechen.

    Ich denke, dass jeder im Forum seine persönliche Herangehensweise hat.

    Auch ich richte mich nicht zu 100% nach diesen Regeln. Sie sind für mich eine wichtige Orientierung, die ich individuell an mein Leben anpasse. Nur kommuniziere ich diese Abweichungen nicht. Wenn jeder im Forum das machen würde, würde die Anleitung zur Abstinenz "verwässern".

  • Unabhängig davon, dass ich nicht ganz verstehe, welche Art von Hilfe du suchst, frage ich mich, warum du in seinem Beisammensein trinken musst. Hast du selbst ein Problem mit Alkohol?

    Ungestoppter Alkoholismus endet tödlich und da gibt es keine Regeln, die dies ändern. Das ist ein Fakt.

    Wer trocken bleibt, sich jedoch einredet, dass es genügt, das Glas nur beiseitezustellen, oder dass Schutzmaßnahmen keine Rolle spielen, hat das wahre Ausmaß der Krankheit nicht erfasst oder gar verstanden.

    In unserem Forum gibt es zahlreiche Geschichten, die genau diese Verharmlosung zum Verhängnis geworden sind. Ende vom Lied. Rückfall und Tod. Es ist auch kein Wunschkonzert, wie man trocken bleiben kann. Es ist nur eine Wunschvorstellung. Sollte man nicht verwechseln.

    Jedoch ist das die Aufgabe des Alkoholikers für sich zu sorgen und nicht dem CO oder des Angehörigen es ihm vorzubereiten.

    Der Unterschied hier im Vergleich zu anderen Plattformen ist, dass wir eine Selbsthilfegruppe sind, die es ernst meint und nicht nur eine soziale Plattform zum Plaudern.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo SouthAfrica123,

    erst mal finde ich es toll, dass Dein Partner es bislang geschafft hat.
    Ich finde auch klasse, dass er so offen kommuniziert wenn ihn was triggert usw.. Das ist glaube ich zum einen von ihm ein guter Ansatz, zum anderen auch für eure Beziehung ein sehr guter Faktor.

    Ich kann Dir auch nur aus meiner Sicht als Alkoholikerin berichten.
    Das soll Dich weder entmutigen, noch ein erhobener Zeigefinger oder sonstwas negatives sein. Ich meine alles wirklich völlig wertfrei und wäre froh, wenn Du Dir für Dich das raus pickst, was Dir hilft - den Rest vergiss´ einfach wieder.

    Also - als ich damals aus der LZT kam, war ich auch saugut aufgelegt, mein Mann natürlich auch. Ich war fast schon euphorisch.
    Alkohol hatten wir dennoch nie zu Hause, die Frage kam erst gar nicht auf.
    Auch ich habe meinem Mann angeboten, dass er sowohl daheim, auswärts was trinken kann, und dass es mich auch null stört, wenn wir Alkohol im Haus haben.
    Meine Aussage damals war: wenn ich was will, hole ich es mir eh.
    Trotzdem blieb und bleibt mein Haushalt alkoholfrei. Sieht auch mein Mann so.
    Denn kein auch nur gelegentlich rumstehendes "Fläschchen" ist es wert das Risiko eines Rückfalls zu steigern.

    Und dass das ganz schnell mal so gehen kann, habe ich am eigenen Leib gespürt, als ich nach über 9 Jahren sowas von knapp vor einem Rückfall stand, dass es mir im Nachhinein echt noch die Socken auszieht.
    Hätte ich NIE für möglich gehalten.
    Da war ich froh, dass daheim nichts war.
    So hatte ich noch etwas Raum und Luft, mir die Situation bewusst zu machen, in die ich auf dem besten Wege reinzuschlittern drohte.
    Wie das ausgegangen wäre, wenn was greifbar gewesen wäre - keine Ahnung.
    Ist auch egal. Hat mir persönlich nur gezeigt, dass ich auch nach so langer Zeit alles tun will und werde, um alle möglichen Risiken auszuschalten.

    Natürlich kommt man immer und jederzeit an Alkohol wenn man will.
    Und wenn Dein Partner da arbeitsmäßig auch mit konfrontiert ist, umso mehr.
    Dennoch wäre mein ganz persönliches Empfinden, dass ich (gerade weil alles bei ihm noch so frisch ist !!!) mal so wirklich absolut gar nichts zusätzlich an Risiko haben will.

    Ich wünsche euch beiden alles Gute !!!
    Liebe Grüße

  • Ja man kann alles nur im Rückblick betrachten, aber genauso kann man alles nur für sich persönlich und nicht allgemein in der aktuellen Lebenssituation entscheiden und bewerten.

    Absolut, deshalb auch meine persönliche Erfahrung zu dem Thema. Aber ich habe gerade über meinen Beitrag nachgedacht und du bist da ja tatsächlich der falsche Adressat. Wäre dein Partner hier angemeldet, wäre mein Hinweis für ihn gewesen. Du kannst selbstverständlich machen was du willst, es ist seine Sucht und nicht deine.

    Wenn es für dich, Hobbes, die Hölle war, wieso hast du das deinem Ex- Partner nicht gesagt?

    Wie gesagt, wusste es nicht besser und dachte damals noch in meiner Arroganz meiner Sucht gegenüber, dass der Wille ausreicht trocken zu werden. Ich habe mich geschämt Alkoholiker zu sein, nicht dagegen anzukommen und paradoxerweise habe ich mich auch schwach gefühlt wenn ich Hilfe hätte annehmen sollen. Wenn ich trocken werde mit Alkohol im Haus, ist ja sicherlich eine besondere Leistung. Ging schief, jetzt weiß ich es besser und bin seit 2,5 Jahren trocken.

    Das ist vollkommen normal, dass bei trockenen Alkoholikern bei "Alkohol zu Hause, bei der Arbeit, Alkohol für jemandem gekauft" ALLE Alarmglocken schrillen. Aber du hast dich ja als Angehörige angemeldet, deshalb sind meine Warnungen bei dir vermutlich fehl am Platz was das Handeln angeht.

    Alles Gute weiterhin.

  • Spricht halt die meisten Alkoholiker an.

    Ich kam hier rein und habe auch gesagt "Aber das im Schrank ist ja ihr Bier. Das kann ich ihr ja nicht verbieten".

    Und wenn ich hier dann nicht ordentlich bearbeitet worden wäre, hätte ich es nicht geschafft. Denn es wurde immer schwieriger zu ertragen.

    Jetzt bin ich zwei einhalb Jahre trocken. Mir geht es prächtig und ich will das, was mich umbringt nicht in meiner Bude haben. :)

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Es geht ja auch um das gegenseitige verstehen und dafür fand ich Hobbes Beitrag hilfreich

    Aus falschverstandenen Wiedergutmachungabsichten habe ich am Anfang es tatsächlich angeboten, dass meine Frau zu Hause Alkohol trinken kann.

    Ich hatte ihr soviel zugemutet, jetzt nicht auch das noch. Das war mein Gedanke.
    Als ich aber gemerkt habe, dass mir das nicht gut tut, habe ich mit ihr gesprochen und sie hatte überhaupt kein Problem damit.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo alle zusammen,

    ich wollte mal wieder ein Update geben und es ist weiterhin positiv. Ich erinnere mich, dass ich damals in der akuten Phase so sehr auch mal etwas positives lesen wollte, ohne natürlich verblendete Rückschlüsse daraus zu ziehen, aber einfach um zu sehen, dass es auch gut gehen kann. Ich möchte aber nochmal betonen, dass dies hier nur unser Weg ist und natürlich nichts an unserem Vorgehen oder unserer Dynamik einfach verallgemeinert werden soll.

    Mein Partner ist weiterhin trocken (seit 6.3.2024) und ich bin sehr sehr stolz. Ich weiß, dass viele es problematisch finden, dass wir Alkohol im Haus haben. Für uns funktioniert es gut. Wir sprechen natürlich auch immer wieder über das Thema und mal wieder gilt der alte Spruch: Kommunikation ist alles!

    Zu mir: Mit der Abstinenz meines Partners ist auch meine Co-Abhängigkeit nach und nach verschwunden. Ich habe keinerlei Zwang mehr ihn zu kontrollieren, ich bin nicht unruhig, wenn er alleine unterwegs oder alleine daheim ist. Es hat sich nach und nach eine sehr normale und gesunde Beziehungsdynamik eingestellt. Gerade zu Beginn passierte es, dass ab und an nochmal alte Erinnerungen hochkommen....von problematischen Abenden oder schlechten Erinnerungen. Das ging uns beiden so.

    Aber die Person, die ich damals hinter dem Alkohol gesehen hatte und die ich nicht durch eine Trennung verlieren wollte, gibt es so wirklich und ich bin sehr froh diese schlimme Phase mit ihm durchgestanden zu haben. Auch er hat mit mit frischer Kraft im letzten Jahr bei einigen Problemen geholfen und so sind wir glücklich und stärker aus der Situation heraus gekommen.

    Wir sind uns natürlich beide bewusst, dass der Alkohol immer ein Thema bleiben wird aber so können wir beide entspannt in die Zukunft schauen. Ich hoffe, dass dies noch vielen weiteren hier im Forum so ergehen wird.


    Liebe Grüße aus Südafrika!

  • Ihr habt immer noch Alkohol im Haus. Finde ich sehr riskant. Auch wenn es bisher geklappt hat, ist die Gefahr immer da, das man zulangt wenn Suchtdruck kommt und etwas im Hause ist. Da nütze die beste Kommunikation vorher nix. Wenn mir die Abstinenz meines Partners ach so wichtig ist mache ich den Haushalt alkoholfrei.

  • Liebe/r Nordlichtfan,

    ich gestehe dir deine Meinung absolut zu, doch möchte ich dich bitten, mir den gleichen Respekt entgegen zu bringen. Zu behaupten, mir wäre seine Abstinenz nicht wichtig genug, ohne uns zu kennen ist einfach übergriffig und abschätzig. Wenns für dich nicht klappt, tut es mir Leid, du hast dort anscheinend andere Erfahrungen.

    Ich hatte in diesem Forum doch mehr an Umgangsformen erwartet, denn wenn es hier an einem fehlt, dann mal an Erfolgsgeschichten! Woran das liegt, sieht man ggf. an deinem Kommentar.

    Nein, ich trinke nicht täglich, nichtmal wöchentlich und wenn "mal" eine Flasche Wein im Haus ist, dann ist das so. Damit bin ich hier transparent, auch wenn es nicht alle gutheißen. Daher sagte ich auch, es ist UNSER Weg und keine Anleitung. Und eins kenn ich noch aus seinen Suchtzeiten: Wenn der Suchtdruck kommt, bekommt der Betroffene überall Alkohol her, zu jeder Tages und Nachtzeit. Da mache ich mir nichts mehr vor.

  • Die Einzige die hier rum poltert bist du.

    Hier im Forum steht 0,0 schon in der Überschrift. Und im Kleingedruckten findet sich das konsequent alkoholfreie Zuhause.

    Da hier eine Menge Menschen mitlesen, werden wir diesen Punkt jedes einzelne mal ansprechen.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich hatte in diesem Forum doch mehr an Umgangsformen erwartet, denn wenn es hier an einem fehlt, dann mal an Erfolgsgeschichten! Woran das liegt, sieht man ggf. an deinem Kommentar.

    Hier gibt es Erfolgsgeschichten. Aber die wenigsten beinhalten Alkohol immer griffbereit zu haben.

    Auch wenn sich ein Co/eine Co schafft endlich zu lösen und zu trennen ist das ein Erfolg für diese Person.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Es sollte nicht übergriffig rüberkommen. Wenn du es so aufgefasst hast tut es mir leid. Es sollte nur deutlich sein. Gerade dass es klappt ist unser Haushalt seit meiner Therapie alkoholfrei, auch wenn mein Mann gerne mal ein Bier trinkt. Und das seit nun 19 Monaten Abstinenz. Da er wie ich auch auf keinen Fall in alte Zeiten zurückwill schließen wir dieses Risiko aus. Natürlich hast du recht dass Alkohol überall zu bekommen ist. Es ist aber trotzdem erstmal eine Hürde fortzugehen und was zu kaufen.

  • Es sollte nicht übergriffig rüberkommen. Wenn du es so aufgefasst hast tut es mir leid. Es sollte nur deutlich sein. Gerade dass es klappt ist unser Haushalt seit meiner Therapie alkoholfrei, auch wenn mein Mann gerne mal ein Bier trinkt. Und das seit nun 19 Monaten Abstinenz. Da er wie ich auch auf keinen Fall in alte Zeiten zurückwill schließen wir dieses Risiko aus. Natürlich hast du recht dass Alkohol überall zu bekommen ist. Es ist aber trotzdem erstmal eine Hürde fortzugehen und was zu kaufen.


    Danke für die Entschuldigung, die ich gerne annehme. Es freut mich, dass es für euch auf diese Weise so gut klappt!

    Und ja, sorry natürlich ist auch eine Trennung eine Erfolg, je nach Situation. Ich meinte es im Sinne einer erfolgreich weiterverlaufenden Beziehung. Wie ich sehe, ist das bei nordlichtfan ja auch so, was ich sehr schön finde!

  • Danke SouthAfrica für deine Rückmeldung. Ich finde es gut, dass du das teilst, auch wenn du hier viel Gegenwind bekommen hast.

    Ich erinnere mich, dass dein Partner damals selbst, aus eigenem Antrieb in die Klinik gegangen ist, Krankheitseinsicht hatte und die Notwendigeit seiner Abstinenz selbst erkannt hat. Ich denke das ist die Vorraussetzung für eure positive Wendung.

    Ich betone das, weil sonst der Eindruck entstehen könnte es lohnt sich, doch noch beim süchtigen Partner zu bleiben, auch wenn er null Veränderungsmotivation hat.

    Deine sachliche, bedachte Umgehensweise hat mich damals schon beeindruckt.

    Alles Gute dir, Jump! 🏵️

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