Wilma - Es hat einfach Klick gemacht?

  • Hallo Ihr Lieben, heute sind es schon oder erst 7 Wochen Nüchternheit. Mir geht es gut. Ich fühle mich sehr wohl und genieße das Leben gerade in einer Qualität, die verloren gegangen war. Ich bin einfach klar.

    Natürlich begegne ich manchmal Situationen, die mich so überraschen, dass ich mich dann teilweise erstmal fangen muss. Gestern war wieder so eine Situation. Ich war mit einer Bekannten verabredet. Sie bringt einen kalten Sekt mit und meint, den trinken wir jetzt und freut sich. Ich stand da, wie vom Blitz getroffen. Hab aber gleich direkt gesagt, dass ich aktuell keinen Alkohol trinke. Sie fragte sogleich, ob ich schwanger bin 🤣 nein, mit fast 50 bin ich nicht schwanger. Ich hab nur gesagt, dass mir Alk nicht mehr schmeckt und ich mich ohne einfach besser fühle. Das fand sie gut. Mehr muss sie nicht wissen. Und das Thema war durch. Schon komisch, dass es mich so aus der Bahn wirft, wie schon mal zuvor mit dem alkfreien Sekt.

    Es hat mich nicht gereizt den Sekt zu trinken, gar nicht, hatte auch gar nicht den Gedanken daran. Ich muss nur im Nachhinein über mich lachen, wie absolut entsetzt und fassungslos ich innerlich reagiert habe.

    Wünsche allen ein schönes Wochenende

  • Huhu,

    Heute vor 2 Monaten habe ich das letzte Mal Alkohol getrunken und mich übel abgeschossen. Ich schreibe fast immer noch täglich in mein Tagebuch, wie unfassbar schön es ist, jeden Morgen so klar aufzuwachen. Keine roten und dicken Augen morgens, keine Kopfschmerzen, kein Kontrollieren am Morgen, wieviel Alk es wirklich am Vorabend war, keine Erinnerungslücken ... im Gegenteil, ich weiß alles, bin ausgeschlafen, habe Energie, meine Haut sieht gut aus und ich bin einfach klar.

    Ich habe noch so naiv gedacht, ich höre mit dem Saufen auf und alles ist gut. Ich ahnte nicht, was alles in den 2 Monaten folgt.

    Absolutes Gefühlschaos. In Dauerschleife. Alle Gefühle, bekannte und neue, sind in einer Salatschleuder. Wut, Freude , Tränen, Stolz, Zufriedenheit, Angst, Glück, Hoffnung, Liebe, Zuversicht, Erfolg und Misserfolg usw. Ich weine viel, ich kennen weinen aus der Vergangenheit nicht. Ich kann lachen und fröhlich sein und im nächsten Moment weinen.

    Das alles hängt natürlich mit meinen Eheproblemen zusammen. Ein Auf und Ab, wobei das Auf gerade dominiert. Es braucht einfach Zeit. Schließlich hat es auch sehr viel Zeit gekostet, alles kaputt zu machen

    Hätte ich vor 2 Monaten, an meinem Tiefpunkt, nicht aufgehört zu Saufen, hätte ich heute keine Ehe mehr, keine Chance auf eine 2te Chance.

    Das Chaos ist irgendwie auch Glück im Unglück. Ich kann alle Probleme nüchtern angehen und mir ist absolut bewusst, mit Alk wäre das überhaupt nicht möglich gewesen. Deswegen habe ich keine traurigen Verzichtsgedanken.

    Natürlich komme ich mit der Achtsamkeit mir gegenüber nicht vorwärts. Bin teilweise voller Energie, teilweise einfach erschöpft von diesem Gefühlschaos. Ich gönne mir allerdings auch Ruhepause auf der Couch. Mal esse ich gut, mal auch gar nix.

    Dennoch ist eine positive Tendenz Richtung "alles wird wieder gut" zu erkennen.

    Und wenn mal ein Gedanke an Alk kommt, sage ich mir immer: Du kannst nicht trinken, für Dich gibt es das eine Glas nicht. Andere können das. Ist ok. Der Diabetiker verzichtet auch auf Zucker, andere müssen das nicht. Ist halt Fakt, völlig wertungsfrei.

    Ich lese täglich hier im Forum und schreibe mein Tagebuch. Das hilft mir, meine Gefühle zu ordnen.

    Liebe Grüße an alle 😊

  • Herzlichen Glückwunsch zu 2 nüchternen Monaten 💐

    Hier ganz viel lesen und schreiben hat auch mir sehr geholfen, mich und meine Gedanken zu sortieren.
    Es gab so viel (neu) zu entdecken und natürlich gehören diese ganzen Gefühle dazu.

    Und wenn mal ein Gedanke an Alk kommt, sage ich mir immer: Du kannst nicht trinken, für Dich gibt es das eine Glas nicht. Andere können das. Ist ok.

    Wann kommt dir denn der Gedanke an Alkohol?
    Aber viel wichtiger ist ja, wie du dann denkst. Für Alkoholiker gibt es das nicht mehr ….dieses eine Glas. Dieses eine Glas öffnet den Sog in der Suchtspirale.
    Ich denke für mich, dass ich es nicht noch einmal schaffen würde, aus dieser Suchtspirale rauszukommen. Und das lässt mich aufmerksam durch den Tag gehen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Guten Morgen Wilma,

    Herzlichen Glückwunsch zu 2 Monaten!

    Deinen Thread habe ich jetzt erst entdeckt und damit auch viele Ähnlichkeiten.
    Ja, das Gefühlschaos mit Auf und Ab kenne ich auch sehr gut.
    Es hat sich bei mir verändert, ist anders, dem Jetzt entsprechend, aber es ist da und das ist gut so.

    Bleibe auf Deinem reflektierten Weg, wir schaffen das 😀

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Danke Stern 😊

    Wann kommt dir denn der Gedanke an Alkohol?
    Aber viel wichtiger ist ja, wie du dann denkst. Für Alkoholiker gibt es das nicht mehr ….dieses eine Glas. Dieses eine Glas öffnet den Sog in der Suchtspirale.
    Ich denke für mich, dass ich es nicht noch einmal schaffen würde, aus dieser Suchtspirale rauszukommen. Und das lässt mich aufmerksam durch den Tag gehen.

    Letztens kam mir der Gedanke, als ich einkaufen war und überall Alkflaschen standen. Ich denke aber wie Du. Ich akzeptiere diese Krankheit und ich möchte da nicht zurück, wo ich war!

  • Naja, die Alkflaschen hüpfen ja nun mal nicht zur Seite. Die sind da ….bei jedem Einkauf, bei jedem Restaurantbesuch, in fast jedem Buch, in fast jedem Film…..

    Das ist so, und das werde ich nicht ändern.
    In einigen Geschäften ist das Alkoholregal ja so ziemlich am Anfang oder kurz vor den Kassen, da ist es schwer, das nicht zu bemerken. Deshalb finde ich es für mich wichtig, dass ich es nicht werte. Es ist da….so wie auch die Windelhöschen da sind, wenn ich zum Klopapier greife. Ich bemerke sie und mache mir darüber keine Gedanken. Weiterlaufen und Einkaufszettel abarbeiten.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Huhu, ich bin wieder zurück 😊

    Heute bin ich genau 2 Monate nüchtern. Ich schreibe hier erst jetzt, weil ich mir vorher wohl selber nicht getraut habe 🤷

    Tatsächlich sind mir die 2 Monate wieder leicht gefallen. Wo ist der Unterschied zum 1ten Mal? Vielleich mehr Wissen. Ich habe weiterhin jeden Tag im Forum gelesen, mich weiterhin täglich mit dem Thema Sucht/Suchtstimme/Abstinenz beschäftigt, immer am Thema geblieben und genieße gerade das nüchterne Leben sehr 🍀

    Der Beziehungsstress ist weg, wir haben uns vor einer Weile getrennt. Ich konnte wieder zu mir finden, bin ausgeglichen, fühle mich einfach guuuuut. Nicht euphorisch, eher gleichbleibend stabil. Keine extremen Höhepunkte, aber auch keine Dramen mehr.

    Ich bin immernoch Alkoholikerin und möchte abstinent leben.

    Habt alle einen sonnigen schönen Sonntag 😊

  • Hallo Wilma,

    willkommen zurück.
    Ich habe deinen Beitrag in dein altes Thema eingefügt. Schreib bitte hier einfach weiter, sonst wird es zu unübersichtlich.
    Wenn du deine Überschrift geändert haben willst, sag einfach Bescheid.

    Glückwunsch zu 2 alkoholfreien Monaten. Bleib am Thema dran und nutze hier deine Selbsthilfegruppe.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Wilma,

    Willkommen zurück.

    Heute bin ich genau 2 Monate nüchtern. Ich schreibe hier erst jetzt, weil ich mir vorher wohl selber nicht getraut habe 🤷

    Tatsächlich sind mir die 2 Monate wieder leicht gefallen. Wo ist der Unterschied zum 1ten Mal? Vielleich mehr Wissen. Ich habe weiterhin jeden Tag im Forum gelesen, mich weiterhin täglich mit dem Thema Sucht/Suchtstimme/Abstinenz beschäftigt, immer am Thema geblieben und genieße gerade das nüchterne Leben sehr 🍀

    Als ich dir im Juni 2024 zu deinem 2. nüchternen Monat gratuliert habe, warst du anschließend verschwunden.
    Jetzt sind es wieder 2 nüchterne Monate. Ich gratuliere dir vor allem zu dem Entschluss, jetzt wieder nüchtern zu sein ….mit viel mehr Wissen. Auch mit mehr Erkenntnissen für dich und für deinen nüchternen Weg?

    Was ist passiert? Klar, du bist rückfällig geworden, du hast hier weiter gelesen und du hast jetzt mehr Wissen. Aber ….. ich lasse dieses ‚aber‘ mal bei dir.

    Du hast dich nicht getraut, hier zu schreiben? Hier ist deine Selbsthilfegruppe. Wo, wenn nicht hier, willst du dich trauen, über deine Sucht, über deinen Rückfall, über deine Pläne und Träume zu schreiben?

    Konntest du für dich klären, was der Auslöser war für deinen Rückfall?

    Ich wünsche dir einen guten und hilfreichen Austausch und ich wünsche dir, dass du dich immer trauen wirst, hier zu schreiben. Weil das Schreiben hier deine Selbsthilfe ist.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Stern,

    Danke für deine Nachricht. Der Auslöser war der permanente emotionale Beziehungsstress. Ich wollte tatsächlich einfach kurz "abschalten", diesen inneren Druck vorübergehend und kurzfristig ausblenden.

    Die Trennung war für mich traurig, aber gleichzeitig befreiend. Ich habe mich vor längerer Zeit komplett verloren 😐 ich habe die Zeit nach der Trennung erst fürs Verarbeiten genutzt und später dann in mich investiert, endlich. Wer bin ich überhaupt? Was mache ich gerne? Was macht mir Freude? Was sind meine Grenzen? Ich dachte ernsthaft, dass nur andere Menschen Grenzen haben. Das war gut und wichtig und brachte mir wieder Freude und Perspektive. Und das wiederum den starken Wunsch, nicht mehr trinken zu müssen. Noch einmal nach dem Ausstieg zu suchen.

    Ich hatte mich nicht getraut hier zu schreiben, weil ich mir selber irgendwie nicht getraut habe. In den 2 Monaten sind ein paar Situationen gewesen, die vorher nur mit Alk durchzustehen waren, zumindest in meiner vorherigen Wahrnehmung (unter anderem ein Todesfall einer mir nah stehenden Person). Es fühlte sich gut an, diese Gefühle nüchtern zu spüren und zuzulassen und zu verarbeiten und nicht wieder stumpf weg zu betäuben.

    Über das "aber" werde ich nachdenken, danke.

  • Ich hatte mich nicht getraut hier zu schreiben, weil ich mir selber irgendwie nicht getraut habe.

    Mir selbst trauen können, was für mich ganz wichtig. Wenn ich nicht an mich glaube, wie soll das denn dann für mich machen (können)?

    Es fühlte sich gut an, diese Gefühle nüchtern zu spüren und zuzulassen und zu verarbeiten und nicht wieder stumpf weg zu betäuben.

    Das ist das Leben. Nicht immer schön, nicht immer einfach. Aber nüchtern auf jeden Fall lebenswert.
    Nur nüchtern ist es möglich, schweres auszuhalten, zu verarbeiten, dagegen anzugehen….. je nachdem, was gerade erforderlich ist.
    Klar denken, gut für mich entscheiden können, das geht nur ohne Alkohol.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Mir selbst trauen können, was für mich ganz wichtig.

    Das ist für mich auch ultimativ wichtig und das A und O. Mein Selbstvertrauen ist normalerweise auch ziemlich gut ausgeprägt. klar, ab und zu gibt’s Situationen oder Gegebenheiten wo ich auch mal an mir selbst zweifele. Aber normalerweise fange ich mich auch schnell wieder.

    Was sind meine Grenzen? Ich dachte ernsthaft, dass nur andere Menschen Grenzen haben.

    Das finde ich toll, dass du auch deine Grenzen setzt. Das ist wirklich wichtig und auch unbedingt nötig. So zeigst du deinen Selbstwert. 🫶✌️

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Guten Morgen 😊

    Ich habe über das "aber" nachgedacht und mir alles nochmal durchgelesen.

    Und mir ist etwas aufgefallen. Ich habe in 2024 tatsächlich einfach nur das Glas weggestellt, ABER das Drumherum nicht wirklich verändert. Jetzt habe ich ein anderes Umfeld, treffe mich tagsüber mit Menschen, ich versuche alte Muster zu überschreiben, alkfreies zuhause, die HALT- Regel ist für mich sehr wichtig. Vorher Durst = Alk, Hunger = Alk. Heute achte ich auf regelmäßiges Essen und trinke Wasser und Tee.

  • Das Thema Grenzen ist für mich auch gerade so ein Thema. Meine Grenzen erkennen, aber wesentlich diese auch zu kommunizieren. Ich kann nicht erwarten, dass mein Gegenüber Gedanken lesen kann. Oft habe ich mich auch nicht getraut, diese zu benennen, weil ich Angst vor Ablehnung hatte. Zu Erkennen, dass ein NEIN nicht gegen mich, sondern für mich ist.
    Ich freue mich, dass Du den Mut gefunden hast, hier wieder zu schreiben.
    Ich denke, hier zu schreiben bevor der Griff zur Flasche erfolgt, kann wesentlich entlastender sein, als sich zu betäuben… alles Gute für Deinen Reset und Neuanfang.

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi,

    danke für deine Nachricht und die aufmunternden Worte.

    Ich habe eine Weile gebraucht um zu verstehen, dass ich nichts tun muss, was ich nicht möchte. Ich kann jetzt auch nein sagen, und auch wenn ich das manchmal noch ein wenig beklemmend finde, so füllt es sich gut und richtig an. Schön geschrieben: es ist ein Ja zu mir/für mich 😊

  • Nein ….ist ein ganzer Satz. Ein ‚Nein‘ muss auch gar nicht begründet werden.
    Ich habe für mich festgestellt, dass ein ‚Nein‘ zu etwas anderem in erster Linie ein ‚Ja‘ zu mir ist.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallöchen 🙂

    wollte mal einen lieben Gruß da lassen ... mir geht es gut, bisher hat mich die Suchtstimme noch nicht aufgesucht. Ich steuere nach Möglichkeit gegen, es auch nicht drauf anzulegen, soweit es mir möglich ist. Beispielsweise war nach Gartenarbeit alk immer meine Belohnung (zwischen der Gartenarbeit aber auch als Motivation im Einsatz und auch sonst ohne bestimmte Gründe). Heute ist es so, bevor ich mit der Gartenarbeit starte, schenke ich mir vorab schon ein großes Glas Wasser ein, trinke viel davon und dann beginnt die Arbeit. Und vorher gut essen ist ebenfalls für mich sehr wichtig. Das funktioniert sehr gut bisher. Seit gestern bin ich 10 Wochen nüchtern und sehr sehr froh drüber 🤗 🍀

    Oft überlege ich, was ich hier schreibe könnte. Ich führe ein recht "langweiliges" Leben aktuell denke ich oft. Dann stelle ich aber fest, dass es doch gar nicht stimmt. Ich bin endlich wieder mit Menschen zusammen (überwiegend tagsüber, alkfreie Kontakte), lache mit ihnen, rede mit ihnen. Habe Spaß und Freude. Fühle mich dabei unbeschwert. Nicht mehr gehetzt, getrieben, innerlich unruhig. Ehrlich gesagt war es vorher langweilig, nur zuhause sitzen und vor sich hin trinken alleine und isoliert 🙈

  • Liebe Wilma,

    Das liest sich toll und ich freue mich für Dich, dass Deine "langweiligen" Tage für Dich so angenehm sind.

    Das Thema Isolation beschäftigt mich momentan auch. Ich versuche, Kontakte wieder zu aktivieren bzw. beleben. Die sind durch den Alltag selten, aber meines Erachtens geben sie Kraft und Schwung, durch die zwangsläufigen Phasen, in denen man alleine ist, gut durch zu kommen.

    Liebe Grüße,

    Toffifee

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