Guten Abend ihr Lieben. Die letzten Tage waren die reinste Qual. Ich bin mit meiner Mama von Termin zu Termin gerammelt. Heute wurde der Port gelegt und in kürze startet die chemo. Morgen rasiere ich ihr den Kopf und es bricht mir das Herz. Ich habe solche Angst, kann kaum schlafen, von essen will ich gar nicht reden. Zum Glück hat der Krebs noch nicht gestreut aber mir kommen immer wieder satzfetzen der Ärzte in den Kopf. Schnell wachsend, sehr aggressiv, streut gern. Sie ist so tapfer und ich will es auch sein. Habe nur ein mal vor ihr geweint und ansonsten meine Tränen runtergeschluckt. Ich will nicht, dass sie MICH trösten muss. Die Selbsthilfegruppe letzte Woche hat mir gut getan. Habe sehr offen über die momentane Situation gesprochen. Was mir nicht klar war ist, dass es in meiner Stadt eine Anlaufstelle gibt zu der ich jederzeit gehen kann. 365 Tage im Jahr 24/7. Ich habe mir die Adresse mitgenommen und sie hängt am Kühlschrank und ich werde nicht zögern dort hinzugehen, wenn es notwendig ist. Mein Mann ist eine große Stütze. Redet mit mir, wenn ich möchte, lässt mich, wenn ich es brauche. Ich fühle mich traurig und ausgelaugt aber trotzdem stabil. Bald sind die zwei Monate voll und ich bin ein bisschen stolz, dass ich diese Katastrophe nicht als Rechtfertigung hergenommen habe, um alles wieder mit dem Hintern einzureißen, was ich die letzten zwei Monate in kleinen Schritten erreicht habe.
Ich hoffe euch geht es gut, habt einen schönen Abend.