R/no - "lauf R/no lauf"

  • Hallo Topfmann,

    erst mal: Du schreibst nicht konfuser oder ‚schlechter‘ als andere hier, sei da mal ganz beruhigt. Aber in dieser Angst schlecht zu schreiben, nicht verstanden zu werden und auch in der schnellen Wut, wenn kritische Punkte benannt werden (die ich von mir selbst extrem gut kenne!!!) erkenne ich eine sehr sensible Seite von dir.
    Schau dir diesen weichen Kern mal an und begreife, dass das eigentlich etwas ist, das man liebevoll behandeln muss.
    Alkohol verdeckt diesen Kern, schüttet ihn zu, macht ihn kaputt. Dann kommt er im Suff manchmal überraschend hervor- bei manchen heulend bei anderen als Aggression- dann lehnt man alle ab und die können einen mal.

    Wie wäre es dieses weiche Innere wert zu schätzen, es zu beschützen und deiner Frau zu sagen: ich bin alkoholiker, mir geht es sehr schlecht damit und ich brauche jetzt deine Unterstützung, denn alleine schaffe ich das nicht.

    Nüchtern werden heißt auch, sich mit sich selbst zu konfrontieren, fürchterlich ungeschminkt mit allen Schwächen. Aber irgendwann entdeckt man dann auch Stärken die man vorher gar nicht gesehen hat. Sei lieb zu dir, denn du bist es wert!

    Deine Anna

  • Hallo Anna, erstmal danke für die lieben Worte!

    Ich bin im Grunde ein guter Kerl aber mein Lebenslauf hat mich zu einem fast einsamen Menschen voller Hass gemacht, ich war schon seit der Kindheit immer im verteidigungsmodus (Lebenslauf folgt) und hab meinen besten Freund den Alkohol ziemlich früh kennengelernt, bin schon mehrmals auf die schnauze gefallen aber habe es immer wieder geschafft auf die Beine zu kommen. Du darfst nicht denken das ich ein armer Mensch bin, ich hab meiner Frau und vielen Leuten auch sehr weh getan, verbale Entgleisungen, aggressives verhalten etc.

    Mir wurde schon erzählt das es bei mir von einem zum anderen Moment so war als hätte jemand einen Schalter umgelegt also ein Wechsel von heiterer zur absolut unberechenbaren Persönlichkeit in Minuten (im vollsuff). Es war nicht alles nur von meiner Seite aus schlecht, eigentlich zieht es sich wie ein roter Faden durch mein Leben das ich enttäuscht wurde aber König Alkohol war immer an meiner Seite aber das kennen wir ja alle. Seit diesem Jahr hab ich aber zum ersten Mal begriffen das wenn ich so weitermache ich es nicht mehr schaffe auf due Beine zu kommen, dazu kommen noch die gesundheitlichen Folgen die sich zum Glück schon extremst verbessert haben, fast schon normalisiert:saint:. Ich bin ruhiger geworden und reflektiere mich öfters als bisher. Ich genieße auch den klaren Kopf und ich merke richtig wie mein Körper vor Freude schreit das er nicht mehr kaputt gemacht wird. Das Forum hier tut mir auch richtig gut, es hilft mir sehr mal die Dinge von Seele zu schreiben.

    Eigentlich wollte ich nur sagen das es mir bewusst ist das ich auch oft ein verbittert Ar...loch war, ich möchte nicht so rüber kommen als wären alle anderen schuld an meiner Misere. Ab jetzt kann ich es verändern und bleibe hoffentlich meinem Weg treu!

    Liebe Grüße Topfmann

  • erst mal: Du schreibst nicht konfuser oder ‚schlechter‘ als andere hier

    Moin Anna, hast du echt gut formuliert. Du findest den richtigen Ton.Ich weiß noch, als ich angefangen habe im Forum. Man ist verunsichert und der Zuspruch tut gut! Naja, meine ersten Zeilen waren auch etwas unbeholfen

    und konfus! Danke für dein Verständnis! :thumbup: LG Bono59

  • meinen besten Freund

    König Alkohol

    Hallo Topfmann,

    meiner Meinung nach solltest Du den Alkohol nicht als besten Freund, bzw. als König bezeichnen.

    Alkohol ist eine toxische, psychoaktive und süchtig machende Substanz. Und aus diesem Grund sollte man ihn so sehen, wie er ist und nicht noch mit hübschen Worten umschreiben.

    Auch Deine Einstellung dazu wird sich ändern, sobald Du in die andere Richtung denkst.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Ich hatte vorher ein Telefonat mit meinem besten Freund den ich jetzt schon 4 Wochen nicht mehr gesehen habe und habe ihm von meinem Zustand erzählt, er hat sowas von super reagiert, mich gelobt und hat sich wirklich für mich gefreut. Er ist stolz auf mich und möchte mich bald wieder treffen (wir arbeiten zusammen und haben uns seit meinem Rippenbruch nicht mehr gesehen) und mit mir im Garten am Feuer sitzen, das hat gerade sehr gut getan, vor allem war er wirklich interessiert an meiner Geschichte er hat es ja auch nie wirklich mitbekommen....jetzt sitz ich hier trinke eine heiße Zitrone und bin wieder etwas positiver drauf. Morgen geh ich wieder früh in den Garten und schleif die Küchenschränke ab damit ich sieh im Frühling lackieren kann.

    Wie Hartmut gesagt hat man muss "Tun" und das mache ich jetzt, ich freue mich auf die kalte klare Luft die Sonne und das sich endlich mal was zum positiven verändert. Auch wenn ich noch ganz am Anfang bin habe ich ein gutes Gefühl.

    Es ist gut hier zu sein!

    Gruß Topfmann

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (13. Januar 2025 um 22:00) aus folgendem Grund: Realnamen geändert. Bitte besser aufpassen.

  • P.S. Ich weiß das ich euphorisch klinge und die alten Hasen hier denken sich ihren Teil, aber ich habe gerade echt ein "Hoch" mir ist aber klar das dass erst der Anfang ist und die echten Prüfungen erst noch kommen, aber ich qerde es schaffen. Ich bleibe euch noch lange erhalten und freue mich darauf.

    Vielen Grüße und schlaft gut! Ich war gestern wieder bis 4-5 Uhr wach, das schkaucht ganz schön:rolleyes:

    Topfmann

    Einmal editiert, zuletzt von Alex_aufdemweg (13. Januar 2025 um 22:01) aus folgendem Grund: Realnamen geändert. Bitte besser aufpassen.

  • Morgen geh ich wieder früh in den Garten und schleif die Küchenschränke ab damit ich sieh im Frühling lackieren kann.

    Brrrrr, Küchenschränke schleifen in der Kälte.:shock: Viel Spaß!;) p.s.: Ich bin gelernter Tischler

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • ch weiß das ich euphorisch klinge und die alten Hasen hier denken sich ihren Teil

    Ist es dir wichtig, was andere denken?

    Wenn du ein Hoch hast, dann hast du ein Hoch. Solange diese Euphorie dich nicht zu Risiken zwingt, Alkohol griffbereit zu haben, dann ist alles okay.

    Einfach hier auch mal etwas schreiben, von dem du denkst, es wäre nicht wichtig. Du bekommst ein Feedback. Nicht immer 'mundgerecht' und manchmal schwer zu schlucken , jedoch nur der Sache und nicht der Person wegen.

    Zumindest meistens

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Was nicht wichtig ist?

    Wenn du denkst, es wäre nicht wichtig oder belanglos.

    So enthält mancher Tagesablauf alte Verhaltensweisen, die eventuell zum Saufen geführt haben. Es flackern ja auch da und da in bestimmten Situation Gedanken auf die ans Saufen erinnern.

    Ich hatte zum Beispiel schon beim Anblick meiner damaligen alten Saufkumpanen volle Erinnerungen an vergangene Zeiten und was wir da so alles an Partys weggekippt hatten. Sowas in dieser Art. Verstehst du was ich meine ?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo, mein Hoch hat sich wie zu erwarten war wieder in ein Tief gewandelt bin aber trotzdem noch sauber. Am Dienstag war ich auch wieder in meiner live SHG in der ich mich wirklich wohl fühle, bloß zuhause ist noch alles naja sagen wir schwer. Ich bin noch bis zum 24.1. Krank geschrieben was meiner Frau gar nicht passt, denn sie meint ich schiebe alles auf den Alkohol. Für sie ist es auch nicht ausreichend was ich mache selbst die von ihr vorgeschlagene Paartherapie auf die ich mich einlassen wollte ist nun plötzlich zu stressig. Morgens sobald die Kinder aus dem Haus sind wird es für mich sehr ungemütlich, vor 1 Stunde hatte ich wieder zum ersten Mal an Alkohol gedacht. Was mache ich wenn das alles wegbricht, was mache ich an ihrem Geburtstag oder auf einem Geburtstag von Freunden? Ich denke meiner Frau wird das alles zu langweilig mit mir, die möchte Leben und um die Häuser ziehen wie sie mir gesagt hat.

    Heute kommt sie bestimmt erst wieder um 6-7 Uhr morgens heim, ich bin dann natürlich auch völlig durch weil ich nicht gut schlafen kann und zusätzlich noch das Kopfkino läuft....so geht das jetzt schon 3-4 Jahre und ich denke nicht das es sich bessern wird. Irgendwie traurig jetzt hat einer von uns beiden mal erkannt was schief läuft aber dann passt es dem anderen nicht bin ratlos.

    Gruß AL

  • Seit ein paar Jahren schlafe ich schon im Wohnzimmer, angefangen hat es damit das ich immer um 5.30 aufstehe und um sie nicht zu stören hab ich im Wohnzimmer geschlafen, was mir natürlich auch recht kam, so konnte ich ohne Aufsicht weitertrinken. Wir haben uns auseinander gelebt ohne es zu merken, ihr hat es aber so gefallen wir haben einen riesigen Balkon und eine Tür vom Schlafzimmer aus, die andere aus dem Wohnzimmer. Man hat sich dann mal auf eine Zigarette draußen getroffen. Irgendwie kommt es mir so vor das sie mit meiner Situation nicht zufrieden ist weil ich ja jetzt ein Störfaktor bin obwohl ich ihr gesagt habe das sie nichts verstecken muss (🍷 ) aber seit ich nicht mehr trinke ist es sukzessive schlechter geworden mit unserer Beziehung

  • Mein Geschreibsel ist konfus


    Kein Problem. Ich kann ja einfach nachfragen.

    Was ich erlebt habe ist, dass - besonders da ich nicht groß auffällig war und gut funktioniert habe - meine Nüchternheit gar nicht so freudig aufgenommen wurde, wie ich gedacht habe.

    Sie dachte wahrscheinlich, dass das eine kurze Phase wird. Und dann fing ich an, zu fordern. Kein Alk vor meiner Nase trinken, usw. Oder sogar sowas wie, ich kaufe keinen mehr ein und bringe auch nicht die leeren Bierflaschen von ihr weg. Dann wollte ich bald, dass sie ihren aus dem Schrank nimmt, damit ich ihn nicht mehr sehe.

    Dann wollte ich nicht mehr den ganzen Einkauf übernehmen. (Wozu auch? Musste ja nicht mehr ständig Bier kaufen.)

    Kurzum, ich wurde unangenehm.

    Dazu kam dann, dass mir erst jetzt langsam klar wurde, was in unserer "Beziehung" eigentlich abläuft. Bis mir klar geworden ist, dass das schon sehr lange gar keine mehr ist. Sondern ein Kinder-Aufzucht-Team. Wo auch noch recht viel an mich abgedrückt wurde. Egal, ob ich der war, der Vollzeit gearbeitet hat.

    TEAM stand für "Toll ein anderer machts". ;)

    Sie hat sich dann auch abends mit "jemandem" getroffen. Da habe ich übrigens hier auch mal mitten in der Nacht geschrieben. Und zum Glück war jemand wach.

    Es musste sich etwas ändern. Heute bin ich sehr glücklich getrennt.

    Da ich nicht mehr wegsaufen konnte, wie es mir geht und wie die Welt um mich herum wirklich aussieht, musste ich vielen Dinge ändern. Und ich bin inzwischen so froh darüber. Ich war also nicht nur in meiner Sucht gefangen. Doch das konnte ich erst mit der Zeit, nüchtern sehen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

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