Robyn - Mein Weg zur Abstinenz

  • Hallo Robyn,

    zuerst mal ist es ja kein Muss, überall alles zu lesen. Schon garnicht in den Bereichen, die dich nicht ganz nahe betreffen.

    In Beziehungen, die Coabhängige von/ mit Alkoholikern führen, geht es auch um Gewalt. Obwohl mein erster Mann mich nie geschlagen hat, war ich seiner Gewalt ausgesetzt. Die auf psychischer Ebene stattgefunden hat. Und später auf sexueller Ebene. Manipulationen, Schuldzuweisungen, Abwertungen, das sind fast immer Bestandteile in Beziehungen mit Abhängigen.

    Oft ist das den Betroffenen nicht mal bewusst. Mir war das lange, auch nach der Beendigung der Beziehung, garnicht klar. Für mich waren gewisse Dinge normal geworden. Weil sie immer und immer wieder passiert sind. Und unter Gewalt verstehen viele Leute noch immer, dass es sich um körperliche Misshandlungen handelt. Als ich begriffen hatte, im Rahmen meiner Therapie, dass das durchaus ziemliche Gewalt war, war ich wie vor den Kopf geschlagen.

    Psychische, unsichtbare Taten sind mindestens genauso schlimm wie das sichtbare blaue Auge, blaue Flecken, Würgemale... Warum ich das viele, viele Jahre mitgemacht habe? Menschen das immer wieder mitmachen? Das ist so schwer zu verstehen. Da spielen so viele innere Dinge mit. Ich kann heute viele davon benennen aber immernoch nicht alle. Das sind Gefühle, die ich immernoch nicht beschreiben kann.

    Coabhängigkeit geschieht nicht nur mit Suchtmittel-Abhängigen. Aber es hat mit Abhängigkeit zu tun, ist Abhängigkeit.

    Ich hoffe, ich habe deine Gedanken zu Coabhängigkeit und Gewalt richtig verstanden und kann dir mit meinem Beitrag ein wenig Klarheit da reinbringen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Warum ich das viele, viele Jahre mitgemacht habe? Menschen das immer wieder mitmachen? Das ist so schwer zu verstehen. Da spielen so viele innere Dinge mit. Ich kann heute viele davon benennen aber immernoch nicht alle. Das sind Gefühle, die ich immernoch nicht beschreiben kann

    Das kann ich genau so bestätigen. Bei meiner Erfahrung waren keine Suchtmittel im Spiel und dennoch finde ich mich in vielen Beschreibungen der Cos wieder. Es ist so eine seltsame Dynamik dass man so damit beschäftigt ist, es ihm recht zu machen, dass man gar nicht mehr sieht, dass man gehen kann- ja MUSS.

    Dafür bekommen viele hier den Stubs von außen. Aber ich kann verstehen dass du da unruhig wirst und wie Aurora schon schrieb- niemand ist verpflichtet alles zu lesen. Tu was dir hier hilft!

  • Hallo Aurora ,

    danke für deine so offene Antwort. Ich weiß nicht mehr warum ich das geschrieben habe. Ich befand mich da schon auf den Weg zum Gefühlsflashback und dissoziieren. Jetzt werde ich langsam wieder normal aber wenn ich zurückblicke ist da ne Mauer, wo ich zwar rüber blicken kann, ich sehe (verstehe) nicht mehr alles.

    Ja, also mir ging es nicht so gut, aber ich bin weiterhin abstinent. In solchen Zeiten fällt mir die Abstinenz am schwersten. Ich habe mir aber die letzten Monate ein starkes Mindset aufgebaut, das rettet mich dann. Gewisse Situation übernehmen nicht mehr die völlige Kontrolle, ich habe jetzt das Steuer in der Hand (teilweise).

    Ich bin noch etwas leer und gefühllos. Halte mich deswegen vielleicht besser zurück mit schreiben.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

    Einmal editiert, zuletzt von Robyn (31. Juli 2025 um 13:39)

  • Ja, also mir ging es nicht so gut,

    Ich bin noch etwas leer und gefühllos. Halte mich deswegen vielleicht besser zurück mit schreiben.

    Wieso? Kennst du den Spruch,

    “Geht es dir gut, geh in deine SHG. Geht es dir schlecht, renn in die SHG.“

    Hier ist deine Selbsthilfegruppe! Unterstützung kann es geben, wenn du sie abrufst, durch schreiben, durch dich mitteilen und dann kannst du aus der Hilfe deine Selbsthilfe machen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist jetzt ca. 7 Monate abstinent, wenn ich richtig gerechnet habe. Das ist eine ordentliche Zeit, aber es ist auch die Zeit, in der die Häufigkeit der Erfolge und guten Gefühle abnehmen.
    Das „normale“ Leben kehrt mehr und mehr zurück und meine Wolke 7 wird immer kleiner. Das ist die Zeit in der ich meinen Weg gesucht habe, der mich an meinen Platz im Leben führt, an meinen Platz als trockener Alkoholiker, mit allem was dazu gehört.
    Und sei gewiss, diesen Platz gibt es auch für dich, dass Blöde ist nur, er fährt nicht einfach so an mir vorbei😉

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Das „normale“ Leben kehrt mehr und mehr zurück und meine Wolke 7 wird immer kleiner. Das ist die Zeit in der ich meinen Weg gesucht habe, der mich an meinen Platz im Leben führt, an meinen Platz als trockener Alkoholiker, mit allem was dazu gehört.

    Das ist für mich ein sehr wichtiger Punkt für meine Zukunft. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht, obwohl es offensichtlich gerade für Alkoholiker in meiner derzeitigen und zukünftigen Phase sehr wichtig ist.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Wieso? Kennst du den Spruch,

    “Geht es dir gut, geh in deine SHG. Geht es dir schlecht, renn in die SHG.“

    Hier ist deine Selbsthilfegruppe! Unterstützung kann es geben, wenn du sie abrufst, durch schreiben, durch dich mitteilen und dann kannst du aus der Hilfe deine Selbsthilfe machen.

    Ja den Spruch kenne ich :). Würde auch sagen, dass man den unbedingt befolgen sollte. Aber ich möchte hier nicht alles öffentlich schreiben. Bin für meine Verhältnisse schon sehr offen, aber ich möchte auch nicht erkannt werden, deshalb lasse ich auch einiges weg.

    Außerdem kann mich hier auch keiner unterstützen,wenn ich Flashbacks usw. habe. Da muss ich selbst schauen, mit Dingen, die ich in der Therapie lerne.

    Ich habe mir hier aber viel für mein Mindset mitgenommen, dass mir hilft, nicht in schlimmen Momenten zu saufen. Ich habe mich jeden Tag damit beschäftigt, so das es präsent bleibt, wenn meine andere Erkrankung das Steuer übernehmen und der liebste und jahrelang erlernte Ausweg Alkohol sich durchsetzen möchte.

    Also ich lerne hier in guten Zeiten, um bestimmte schlechte Zeiten zu überstehen.

    In schlechten Momenten, in denen es nur um Alk geht, würde ich definitiv nach hier kommen.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Du bist jetzt ca. 7 Monate abstinent, wenn ich richtig gerechnet habe. Das ist eine ordentliche Zeit, aber es ist auch die Zeit, in der die Häufigkeit der Erfolge und guten Gefühle abnehmen.
    Das „normale“ Leben kehrt mehr und mehr zurück und meine Wolke 7 wird immer kleiner. Das ist die Zeit in der ich meinen Weg gesucht habe, der mich an meinen Platz im Leben führt, an meinen Platz als trockener Alkoholiker, mit allem was dazu gehört.
    Und sei gewiss, diesen Platz gibt es auch für dich, dass Blöde ist nur, er fährt nicht einfach so an mir vorbei😉

    Ja fast. Noch ein paar Tage, dann sind es sieben Monate.

    Es stimmt, die Euphorie lässt definitiv nach.

    Ich bin für meinen Platz gerade hart am kämpfen und arbeiten. Muss viel aus meiner Komfortzone. Ich kann da jetzt nicht genau beschreiben wie und was ich alles tue, möchte nicht erkannt werden und das kann ja wirklich jeder lesen.

    Ich stimme dir aber absolut zu.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Ich habe aber auch viel zu große Angst mich für den geschlossenen Bereich zu bewerben. Ich hatte deswegen auch zeitweise überlegt im Reallife ne Selbsthilfegruppe zu besuchen. Aber da wird's noch schwerer offen zu reden und was ist wenn ich da von etwas erzähle was ich hier geschrieben habe und dann ist da jemand aus dem Forum oder der hier mitliest.

    Haha, so gut das ich in Therapie bin 🥲 das klingt sogar für mich, wenn ich es so niederschreibe, etwas bescheuert.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Ausgelöst durch meine fortschreitende Alkoholkrankheit, hatte ich einen regelrechten Verfolgungswahn.

    Ich hatte z.B. einmal das Gefühl, dass jemand im Tierpark hinter mir ging und ein für mich wichtiges Thema mitgehört hätte. Absolut albern, denn wer kennt den- oder diejenige, über die ich gerade sprach und das auch noch sehr leise?!

    Aber es hat mir schlaflose Nächte bereitet. Von solchen Vorfällen gibt es noch mehr. Hat sich alles nicht bewahrheitet.

    Klar, die Welt ist manchmal klein, aber dass Du jemanden von hier real kennenlernst wirst, wird wohl nur bei einem Forentreffen passieren! Wenn Du da mal hin möchtest, natürlich nur.

    Im Laufe meiner Abstinenz wurde ich wieder ruhiger und selbstsicherer. Du bist jetzt 7 Monate abstinent, d.h. noch nicht ganz so gefestigt. Aber das wird, Robyn!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hi Robyn,

    schön, wieder etwas von Dir zu lesen. Und noch schöner zu lesen, dass Du wieder aus Deiner anderen Welt aufgetaucht bist. Und am allerbesten ist, dass Du sie unterscheiden kannst und die Notwendigkeit nicht mehr zu trinken aus dieser Welt in die andere Welt mitgenommen hast. Ich würde sagen, das ist ein Riesenschritt.

    Ich habe aber auch viel zu große Angst mich für den geschlossenen Bereich zu bewerben. Ich hatte deswegen auch zeitweise überlegt im Reallife ne Selbsthilfegruppe zu besuchen. Aber da wird's noch schwerer offen zu reden und was ist wenn ich da von etwas erzähle was ich hier geschrieben habe und dann ist da jemand aus dem Forum oder der hier mitliest.

    Haha, so gut das ich in Therapie bin 🥲 das klingt sogar für mich, wenn ich es so niederschreibe, etwas bescheuert.

    Ich würde es nicht als bescheuert bezeichnen. Wichtig ist nur das Du erkennst das Du mit dieser Gedankenkette diese SHG nicht so für Dich nutzen kannst wie es eigentlich möglich wäre. Und sich mitzuteilen ist nun mal der erste und wichtigste Schritt.

    Ein letzter Gedanke. Ich selbst halte es ebenso wie Elly für äußerst unwahrscheinlich, dass mich hier irgendwer erkennt. Wir hier sind nicht der Nabel der Welt und vermutlich ist hier kaum eine Person von öffentlichem Interesse. Und die Vorstellung ist schon etwas abseitig, dass es Menschen gibt, die ein solches Forum durchstöbern, um andere Menschen als Alkoholiker zu entlarven. Und selbst wenn.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hi Robyn,

    schön, wieder etwas von Dir zu lesen. Und noch schöner zu lesen, dass Du wieder aus Deiner anderen Welt aufgetaucht bist. Und am allerbesten ist, dass Du sie unterscheiden kannst und die Notwendigkeit nicht mehr zu trinken aus dieser Welt in die andere Welt mitgenommen hast. Ich würde sagen, das ist ein Riesenschritt.

    Danke für diese Beschreibung. Das trifft es sehr genau und es tut gut da verstanden zu werden.

    Ich würde es nicht als bescheuert bezeichnen. Wichtig ist nur das Du erkennst das Du mit dieser Gedankenkette diese SHG nicht so für Dich nutzen kannst wie es eigentlich möglich wäre. Und sich mitzuteilen ist nun mal der erste und wichtigste Schritt.

    Ein letzter Gedanke. Ich selbst halte es ebenso wie Elly für äußerst unwahrscheinlich, dass mich hier irgendwer erkennt. Wir hier sind nicht der Nabel der Welt und vermutlich ist hier kaum eine Person von öffentlichem Interesse. Und die Vorstellung ist schon etwas abseitig, dass es Menschen gibt, die ein solches Forum durchstöbern, um andere Menschen als Alkoholiker zu entlarven. Und selbst wenn.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ja das stimmt, ich stehe mir da selbst im Weg.

    Ich glaube aber jetzt nicht daran, dass man mich als Alkoholiker entlarven möchte. Eher an ein zufälliges Erkennen. Ich habe einfach Angst im RL auf jemanden zu treffen, der so viel über mich weiß. Aber vom Kopf her weiß ich auch, dass die Wahrscheinlichkeit eher gering ist. Eine Selbsthilfegruppe im RL ist eigentlich auch absolut utopisch gedacht, weil ich da erst rechts nichts erzählen würde und fremde Menschen eher meide.

    Aber ich arbeite ja gerade an mir und mal schauen, wie ich mich so entwickeln werde. Zumindest ist die Hoffnung bei mir sehr groß, dass vieles geheilt wird und ich irgendwann ganz "normal" agieren kann.

    Aber ich war ja heute sehr offen und in meinem Kopf schreit im Moment keine Stimme, dass ich meinen Thread löschen lassen soll 😅

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Ich glaube aber jetzt nicht daran, dass man mich als Alkoholiker entlarven möchte. Eher an ein zufälliges Erkennen. Ich habe einfach Angst im RL auf jemanden zu treffen, der so viel über mich weiß. Aber vom Kopf her weiß ich auch, dass die Wahrscheinlichkeit eher gering ist. Eine Selbsthilfegruppe im RL ist eigentlich auch absolut utopisch gedacht, weil ich da erst rechts nichts erzählen würde und fremde Menschen eher meide.

    Wenn Trockenheit Zufriedenheit bringt, ist alles wunderbar. Aber wenn die Angst, als Alkoholiker enttarnt zu werden, größer ist, hat das wenig mit Zufriedenheit zu tun.

    Ich bin jetzt seit 18 Jahren trocken, nicht um anzugeben, wie großartig das ist – oder auch nicht. Dennoch werden immer noch meine "nassen Geschichten" erzählt – peinliche Situationen, auffällige Momente. Das Komische daran: Nur aus der nassen Zeit erinnert sich jeder an die Details.

    Das Spannende ist: Niemand hat mir je einen Vorwurf gemacht, dass ich nichts mehr trinke. Und das zeigt mir, dass es so, wie ich lebe, in Ordnung ist. Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, fühlt sich Trockenheit nicht wie ein Verzicht an.

    Aber wenn ich mich hinter meinem Alkoholismus verstecke, führt das irgendwann zu Problemen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Aber ich war ja heute sehr offen und in meinem Kopf schreit im Moment keine Stimme, dass ich meinen Thread löschen lassen soll

    Hi Robyn,

    das ist doch gut. Und ich wünsche Dir, dass das so bleibt. Vielleicht hilft Dir ja auch die Erfahrung, dass Dir hier niemand etwas Böses will. Jedenfalls habe ich diese Erfahrung gemacht.

    Ich vermute, diese Stimme kommt aus Deiner anderen Welt? Auch hier ist es wichtig, das zu erkennen. Ich habe auch eine andere Welt. Ereignisse aus meiner Vergangenheit, eine schlimme Welt. Aber ich habe schon lange gelernt, dass ich nicht mehr in dieser Welt bin. Und dass ich mich im Hier und Jetzt dagegen wehren kann, wenn irgendein Mensch versucht, das Gleiche zu tun wie in dieser schlimmen Welt. Und wenn ich mich nicht wehren könnte dann weiß ich wo ich Hilfe dabei bekomme. Ich bin schon ganz lange nicht mehr hilflos. Erwachsen.

    Vielleicht hilft Dir das ja ein wenig weiter im Umgang mit Deiner anderen Welt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich glaube, ich hab mich schlecht ausgedrückt oder ich verstehe es gerade falsch. Ich habe keine Angst als Alkoholikerin enttarnt zu werden. Der Satz mit Erkennen war auf mich als Mensch bezogen, nicht die Sucht alleine.

    Tatsächlich gehe ich aber aus bestimmten Gründen offen mit meiner Alkoholabhängig um. Obwohl würde ich das auch, wenn ich jetzt einfach so Leute kennenlernen würde? Wahrscheinlich nicht. Ich lerne aber auch nicht einfach so irgendwelche Leute kennen. Da halte ich mich von fern. In einer Selbsthilfegruppe würde ich das sagen, weil ich ja deswegen da bin. Würde ich aber im RL in eine gehen? Auch nein. Ich würde mich wahrscheinlich nicht auf dem Weg machen, nur vornehmen. In meiner Familie gehe ich damit offen um und bei bestimmten Hilfsangeboten auch. Bei meiner Familie lerne ich das gerade erst mich mitzuteilen. Naja und für die anderen ist es ein Job, die kriegen dafür Geld. Obwohl natürlich gibt das auch keine 100% Sicherheit. Die hat man nie.

    Naja, also gehe ich doch nicht so offen damit um. Aber es liegt nicht daran, dass ich Alkoholiker bin, sondern dass ich grundsätzlich Menschen misstraue.

    Da habe ich ja jetzt was angefangen, wollte nicht so chaotisch sein.

    Aber wenn ich mich hinter meinem Alkoholismus verstecke, führt das irgendwann zu Problemen.

    Den Satz verstehe ich nicht richtig, also wie der gemeint ist. Vielleicht kannst du das weiter ausführen.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Ich vermute, diese Stimme kommt aus Deiner anderen Welt? Auch hier ist es wichtig, das zu erkennen. Ich habe auch eine andere Welt. Ereignisse aus meiner Vergangenheit, eine schlimme Welt.


    Ja kommt sie. Ich muss da ziemlich aufpassen, dass nicht zu sehr zu vermischen und extrem ins negative zu rutschen.

    Ich hab mir schon gedacht und auch mal bei dir gelesen, dass du schlimme Dinge hinter dir hast. Man liest das aber auch raus.

    Aber ich habe schon lange gelernt, dass ich nicht mehr in dieser Welt bin. Und dass ich mich im Hier und Jetzt dagegen wehren kann, wenn irgendein Mensch versucht, das Gleiche zu tun wie in dieser schlimmen Welt. Und wenn ich mich nicht wehren könnte dann weiß ich wo ich Hilfe dabei bekomme. Ich bin schon ganz lange nicht mehr hilflos. Erwachsen.

    Vielleicht hilft Dir das ja ein wenig weiter im Umgang mit Deiner anderen Welt.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Danke für die Erinnerung. Tatsächlich habe ich in meinen EMDR Sitzungen ein paar Sätze in diese Richtung gefühlt und gedacht. Das ist bei mir aber noch nicht wirklich gefestigt. Ich hatte hauptsächlich erst an meine Abstinenz gearbeitet, ohne die geht gar nichts. Aber jetzt geht's in anderen Bereichen tiefer weiter.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Den Satz verstehe ich nicht richtig, also wie der gemeint ist. Vielleicht kannst du das weiter ausführen.

    Immer wenn du in Situationen kommst, in denen Alkohol angeboten wird – ob beim Essen in der Gaststätte, auf Feiern, Veranstaltungen, bei Freunden, Geburtstagen oder sogar beim Arzt – spürst du einen inneren Druck, erklären zu müssen, warum du nichts trinkst.

    Sei es Alkohol im Essen oder bei medizinischen Eingriffen wie einer Narkose , ständig fühlst du dich gezwungen, dich zu rechtfertigen.

    Dabei wäre die einfache Antwort: „Ich bin trockener Alkoholiker.“

    Diese Aussage ist Erklärung genug. Sie verdient Respekt ganz ohne Nachfragen oder Diskussionen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Immer wenn du in Situationen kommst, in denen Alkohol angeboten wird – ob beim Essen in der Gaststätte, auf Feiern, Veranstaltungen, bei Freunden, Geburtstagen oder sogar beim Arzt – spürst du einen inneren Druck, erklären zu müssen, warum du nichts trinkst.

    Sei es Alkohol im Essen oder bei medizinischen Eingriffen wie einer Narkose , ständig fühlst du dich gezwungen, dich zu rechtfertigen.

    Dabei wäre die einfache Antwort: „Ich bin trockener Alkoholiker.“

    Diese Aussage ist Erklärung genug. Sie verdient Respekt ganz ohne Nachfragen oder Diskussionen.

    Verstehe ich. Danke für die Erklärung.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

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