aennie - Es ist wie es ist

  • Hallo Aennie,

    du schämst dich gerade, bist sentimental und versuchst, deine Sucht rückblickend besser zu verstehen und einzuordnen. Das hilft um die eigene Geschichte zu sortieren.

    Aber letztlich ist es erst einmal so, wie es ist. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern. Heute ist heute. Und heute wirst du das Glas stehen lassen. Vielleicht konzentrierst du dich zunächst einmal nur darauf. Alles Weitere kommt danach.

    Für mich ist dieses Forum ein Werkzeug, ein Hilfsmittel, um abstinent zu bleiben. Da muss sich die Scham hinten anstellen. Wenn ich hier nicht offen und ehrlich über meine Sucht, meine Gedanken und meine Rückschläge schreiben kann, wo dann?

    Ich kann aber gut nachvollziehen, was du meinst. Auch ich hatte gerade am Anfang große Hemmungen, hier über aufkommende Suchtgedanken zu schreiben. Ich hatte Angst, schwach zu wirken oder mich angreifbar zu machen.

    Aber das ist doch völliger Unsinn, schließlich bin ich genau deshalb hier, weil ich suchtkrank bin und zu meiner Selbsthilfe. Ich muss niemandem etwas beweisen und auch keine perfekte Abstinenzgeschichte präsentieren.

    Und wenn gerade etwas ist, wenn du getrunken hast, Suchtdruck verspürst oder dich einfach nur mitteilen möchtest, dann schreib es hier. Du musst nichts beschönigen und dich auch nicht verstecken. Du wirst gelesen und bist mit dem Ganzen nicht allein.

    Es ist, wie es ist. Vielleicht reicht es erst einmal, den Blick auf heute zu richten.

    LG KW

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Aber, der letzte Rückfall liegt erst 42 Tage zurück. Ein Tag.

    Ein Tag Abschalten vom Abschalten.

    Das kenne ich. Habe auch immer wieder von vorne angefangen. Tage zählen auch. Es ist eine Sackgasse, die Probleme werden nicht besser. Es ist KURZ abschalten, aber mit schweren Folgen.Scham, Kater, wieder von vorne, Wut. Du brauchst ein neues Abschalten ohne Folgen. Bei mir ist es Sauna, spazieren in der Natur, PS5 spielen geworden. Hast du etwas neues entdeckt??

    Macht jetzt was ihr wollt mit mir. Ich habe gelogen. Ich kann jetzt sagen ich konnte nicht anders.

    Mich treibt auch so um,dass ich scheinbar die einzige mit Rückfällen bin.

    Verschweigen die anderen ihre um hier nicht rauszufallen oder bin ich tatsächlich die einzige die diese hat?

    Finde klasse das du ehrlich bist. Ich kenne das mit der Scham. Du bist 42 Tage trocken. Ist doch super!! Jeder trockene Tag ist super.

    Hier macht niemand etwas schlimmes mit dir. Es ist deine Abstinenz, deine Gesundheit, dein Leben!! Was wir wohl machen, dir unsere Meinung schreiben, mehr nicht.

    Mehrere hatten hier schon Rückfälle. Ich 2 im letzten Jahr glaube ich. Oder 3. Steht in meinem Faden. Einer im Februar und einer im letzten Herbst?! Hier fällt keiner raus

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Aennie,

    du brauchst dich vor uns nicht zu rechtfertigen. Aber bei der eigenen Trockenheit sollte man schon ehrlich mit sich selbst sein.

    Nicht für uns. Für dich. Die Frage ist doch: Was bringt es dir, wenn du Rückfälle verschweigst oder dir selbst eine andere Trockenzeit erzählst?

    Wenn der letzte Rückfall 42 Tage zurückliegt, dann sind es eben 42 Tage durchgehende Abstinenz. Dein Wendepunkt kann trotzdem vor zwei Jahren gewesen sein. Das sind zwei verschiedene Dinge. Wenn du daraus Monate oder Jahre ohne Alkohol machst, belügst du damit letztlich nicht uns, sondern dich selbst.

    Und ja, wer wieder säuft, sollte das hier auch sagen. Unser Forum richtet sich nun einmal an Menschen, die nicht trinken.

    Aber ein Rückfall ist ein Rückfall. Wenn du danach wieder in die Spur zurückfindest, passt du deshalb trotzdem hierher. Wegen eines Rückfalls fliegt hier niemand automatisch raus.

    Verschweigen und so tun, als wäre nichts gewesen, bringt dagegen niemanden weiter. Am wenigsten dich selbst.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Aennie

    Ich habe heute auch Tag 43. Ich war vorher schon abstinent, war aber hier noch nicht im Forum und dann kam ein Absturz mit Filmriss/Rückfall.

    Also zurück an Start und weiter gehts. Ich werde nie mehr Alk trinken. Und dieses Mal durchziehen!

    Kopf hoch!

  • Hallo Aennie,

    Fakt ist: Du wolltest trinken.

    Für mich liest es sich so, dass Du Dir noch Hintertürchen offen hältst.
    Die Blutwerte sind ja in Ordnung…es ist normal, zu trinken…

    Alle Werte top, ausser Blutfette und Blutzucker.

    Ich hatte nur die Kreise in denen es hiess: Trink einen, dann geht es Dir besser.

    Den Tag, wo mir mir gesagt wurde: Das ist normal.

    Daraus bastelte ich mir mein: Es ist normal.


    Dein „Aussen“ hat noch viel Einfluss auf Dich in Bezug auf was andere sagen und denken.

    Viele Jahre habe ich genauso gedacht und ließ mich weiter trinken.

    NEIN - es ist nicht normal!
    Ich bin Alkoholikerin und die Alkoholsucht ist eine tödliche Krankheit, die ich nur selbst zum stoppen bringen kann.

    Macht jetzt was ihr wollt mit mir. Ich habe gelogen. Ich kann jetzt sagen ich konnte nicht anders.

    Meinst Du wirklich, Du konntest nicht anders?
    Gründe fand ich immer.

    Was ich gut finde, dass Du jetzt so ehrlich bist, insbesondere Dir gegenüber.
    Ehrlichkeit zu mir selbst und Verantwortung für mein Verhalten zu übernehmen, waren und sind Grundvoraussetzungen , um trocken zu bleiben. Solange ich mir selbst was vorgemacht habe, konnte ich auch nicht trocken werden.

    Mich treibt auch so um,dass ich scheinbar die einzige mit Rückfällen bin.

    Das bezweifle ich bei den hohen Rückfallquoten.
    Bleib bei Dir. Du hattest deinen Rückfall. Was andere erstmal tun und denken, ist egal.

    „Macht jetzt, was Ihr wollt mit mir“ klingt nach Gleichgültigkeit…so ungefähr „ Ich stelle mich an den Pranger und bewerft mich mit Steinen“

    Das ist nicht Sinn einer SHG.
    Ja, Antworten können manchmal unbequem sein und Streichelgruppe bringt einem nicht weiter…

    entscheidend ist, dass Du Dich nicht aufgibst und weiter machst, nur vielleicht unter anderen Voraussetzungen. Nimm Dir das aus der Gruppe, was DU brauchst.
    Dafür sind wir hier.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Es ist gut, dass Du Dich jetzt vor Dir und Deiner SHG ehrlich gemacht hast, Aennie.

    Gut für Dich, denn nun kannst Du gemeinsam mit anderen Teilnehmern gucken, wie es dazu kam - sachlich, ohne Vorwurf, höchstens kritisch nachfragend - damit es nicht nicht noch mal zu einem Rückfall kommt.

    Wir sind hier nicht bei den Bundesjugendspielen, das ist kein Wettbewerb, sondern ein Angebot, im Austausch mit anderen die eigene Selbsthilfe voranzubringen.

    Ich finde, Du hast hier schon eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Bleib dran!

  • Schön das du am Ball bleibst aenni. Die SHG ist dafür da, dich wieder aufzufangen. Das beste wär, wenn du dich bei Gefahr vorher hier meldest. Du merkst sicher selbst, wenn es ernst wird.

    Schönes Wochenende.

    Gruß Bono

  • Ihr seit so lieb. Danke

    Ich hatte so Angst hier Heute reinzuschauen. Angst vor euren Antworten.

    Aber viel grösser war das Schämen für meine Lüge.

    Ich hatte im letzten Jahr drum gebeten meinen Thread hier zu schliessen. Ich fühlte mich nicht wohl hier. Ich kämpfte mit den Rückfällen, anderen viel es scheinbar alles so leicht. Ein Satz von Hartmut und die kuschten auch mit Widerworten, aber die kamen weiter. Ich nicht.

    Klar war für mich dennoch immer ! : Ich bleibe dran

    Bin ich eben die mit den Rückfällen, aber so im Laufe der Zeit und dem ständigem mitlesen hier dachte ich oft: Da sind hier doch einige, die, wie ich auch lügen. Die haben während sie hier so tun als wäre nichts auch Rückfälle. Ich kann da doch nicht die Einzige sein.

    Ich wollte es so oft hier schreiben, weil ich so wütend drüber war. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass da viel mehr schreiben, dass sie wieder rückfällig waren, um mich nicht damit so alleine zu fühlen.

    Hätte Elly gestern nicht die 2 Jahre angesprochen, hätte ich das, was ich gestern schrieb nicht geschrieben.

    Und ich bin so froh, dass es nun raus ist.

    Die Rückfälle sind nicht so, dass ich in die Saufroutine zurückgefallen bin.

    Die ersten waren die ferngesteuerten, die, wo ich überhaupt nicht wusste, was da gerade passiert. Ich null gegenhalten konnte. Ich kommunizierte es hier dann auch. Log glaube ich trotzdem drumrum, dass ich Rückfällig wurde. Trotzdem, ich las und las mich hier immer weiter durch. Überall fand und finde ich Heute noch so viele Antworten auf das, was mich in Bezug der zu erlernenden Abstinenz weiterhilft.

    Ich fühle mich immer noch neu auf dem Gebiet, obwohl ich auch sagen kann, doch schon sehr weit gekommen zu sein.

    Ich möchte meine Rückfälle nicht schönreden, aber jeder bringt mich weiter. Klingt doof, und ich hatte auch Angst es hier zu schreiben, weil, es könnte ja sein, dass wer dann denkt : Ja cool, baue ich so welche auch ein.

    So ist es bei mir aber nicht.

    Die sind kein Hintertürchen. Ein Austesten oder so was.

    Ich weiss meinen Weg. Und dieser soll und wird ohne Alkohol stattfinden.

    2 Jahre, ja. Es war damals kein Entschluss aufzuhören.

    Ich hatte da ein gutes Leben mit dem Alkohol. Mich störte da nur, dass ich jedes Wochenende und jeden Urlaub versoff. Ich immer fetter wurde und immer nur Zuhause alleine war.

    Die Welt war schlecht, Menschen alĺe nur negativ. Das störte mich. Kein Gespräch mit irgendwen, der sich nicht über irgendwas beklagte. Meine Fresse habe immer wieder gedacht: Dann ändere doch endlich etwas an der Situation, die dich so stört, anstatt uns jeden Tag damit vollzulabern.

    Mich störten solche Menschen. Ich wollte mich aber nicht über diese aufregen (Cortisol und so). Ich hatte einen Freund, der war jeden Abend für mich. So überlebte ich jeden Tag: Lass die Leuts da wieder rumjammern, du gehst nachher Nachhause und wir beide chillen dann. Mein guter Freund und ich.

    Sass ich dann mit ihm zusammen, kamen die bösen Leute von tagsüber trotzdem mit ins Spiel. Hä, was soll das?

    Kumpel angerufen, mich da über die Bösen ausgekotzt, also nix anderes, was ich den anderen ankreidete.

    Und sagte dann irgendwann, wo ich absolut nicht mehr konnte, zu meinem Kumpel: Ich kann dass nicht mehr, ich will das nicht mehr. Ich will mich nicht mehr über andere aufregen / ärgern. Was kann ich da tun?

    Er kam dann mit dem Ritual um die Ecke. Weißes, neues Kleidungsstück, da alles draufschreiben was ich nicht mehr will...blablablabla...Und dann verbrennen. Getan gemacht. Der Ganzkörperanzug war in einer halben Stunde vollgeschrieben.

    Darin musste ich dann schlafen und am nächsten Tag ging's zum Verbrennen.

    Eigentlich das Kleidungsstück im Ganzen, ich wollte aber jeden einzelnen Aspekt für sich.

    Die Reihenfolge war egal, ich erwischte als dritten Punkt den Satz: Ich will keinen Alkohol mehr trinken.

    Und da passierte etwas in mir. :

    An meinem Dilemma waren nicht ander Schuld. Schuld war der Alkohol. Der Alkohol.

    Damit hatte ich einen neuen Schuldigen. Den wollte ich nun vernichten.

    Habe ihn beschimpft, klein gemacht...haha..

    Ich hatte ja keine Ahnung, wem ich da Paroli bieten will mit kleinen Worten wie: Du Arschloch!

    Der Alkohol sitzt in meinem Gehirn, für immer.

    Das weiss ich erst, seit ich hier bin.

    Nach 3 Monaten Euphorie fiel ich in ein tiefes Loch. Rückfall.

    Besoffen schlug ich hier auf. Bestritt das natürlich. Habe mich immer gefragt: Sind die so doof und merken das nicht? Pfft....

    Ich schrieb dann auch von der Leere, der Langeweile.

    Ich sollte Häkeln, Stricken, VHS Kurse... man man man. Hätte ich zu so was je Bock gehabt, hätte ich nicht Saufen müssen.

    Hab's dann trotzdem probiert. Dies, das.

    Rückfall!

    Ja, weil so was nichts für mich ist.

    Jeden Rückfall analysiere ich, ja. Aus jedem lerne ich.


    Ich hatte mich unbewusst vielen Triggern ausgesetzt.

    Flohmarkt.: Nicht bis hin zum Ausschank. Geht klar.

    Dass es mir aber passiert, dass ich in einem Karton mit DVS stöbere, jemand das gleiche Interesse daran hat, und mir morgens um 10 Uhr seine Alkoholfahne voll ins Gesicht weht und mich triggert, NEIN, darauf war ich weder vorbereitet, noch hätte ich jemals dran?geglaubt, dass so was mir Tage oder auch Wochen später das erste Glas wieder zum Munde führt.

    Der Rückfall vor 42 Tagen.

    Ein Termin bei einer Psychotherapeutin.

    Bin ja aus ner Massnahme von der Rentenversicherung ausgemustert worden , weil ich psychosomatisch nicht belastbar bin für so ne Massnahme und soll mich drum kümmern über Therapie die Belastbarkeit wieder zu erlangen.

    Keine von den Tanten kann mich : fassen.

    Laber Rhabarber. PUNKT.

    Ich wachse an jedem meiner Rückfälle. Ich will sie nicht, ganz bestimmt nicht und

    Will mir damit absolut keine Hintertür aufhalten.

    Gestern beim Arzt, bei dem ich erst neu bin, sollte ich dann noch den Amnanesebogen ausfüllen.

    Trinken Sie Alkohol?

    Aufgrund meiner Rückfälle schrieb ich: selten, alle paar Monate.

    In meiner Sensibilität gestern Abend habe ich mich dann verflucht dafür und den Gedanken mir diesen Bogen nochmal geben zu lassen um dann hinzuschreiben: Nein, ich trinke keinen Alkohol!

    Mein Weg pflastert sich leider mit Rückfällen- bitte bitte nicht nachmachen- aber dem Ziel näher ich mich mit jedem Tag.

    Hartmuts Thread hilft mir gerade ungemein.

    Du nimmst gerade die Themen der Neuankömmlinge auf, ohne denjenigen direkt zu benennen. Grosse Klasse !!!

    Nun habe ich gleich fertig.

    Ein großes Danke an jeden hier. Ob Neuling, alter Hase. Nur Leser oder auch Schreiber.

    Dieses Forum ist eine Bereicherung. Mir gibt es sehr sehr viel, auch wenn ich es meist erst verzögert begreife.

    Danke Alex, daß Du dich die Tage so bemüht hast, dass wir hier WEITERMACHEN können.

    Und Danke an meinen lieben Alex_auf dem Weg. Meinen Türaufmacher hier. 💕

    ...nun weine ich ein bisschen...

    Alles gut 👍

  • Liebe Aennie,

    ich will dir kein 'Like' für deinen Beitrag geben, weil da einige für mich ambivalente Aspekte drin stecken. Das macht aber gar nicht, und ich möchte dir sagen, wie gut ich es finde, dass du das alles aufgeschrieben hast. Bleib dran und schreib dir die Finger wund, wenn es dir guttut und dich unterstützt!

    Ich würde mich freuen, wenn das Forum dauerhaft ein sicherer Hafen für dich wird.

    Alles Liebe

    Mattie

  • Ich möchte meine Rückfälle nicht schönreden, aber jeder bringt mich weiter. Klingt doof, und ich hatte auch Angst es hier zu schreiben, weil, es könnte ja sein, dass wer dann denkt : Ja cool, baue ich so welche auch ein.

    Hallo Aennie,

    du schreibst, dass du Angst hattest, dich hier zu öffnen, weil du mit Gegenwind gerechnet hast.

    Dabei würde ich zwei Dinge klar trennen. Du bist nicht deine Sucht. ;) Wenn ich einem Gedanken widerspreche oder einen Suchtmechanismus kritisch sehe, dann richtet sich das nicht gegen dich als Menschen.

    Ich kann jemanden mögen und trotzdem für Blödsinn halten, was seine Sucht ihm gerade erzählt. Genau deshalb sind wir hier. Nicht um Menschen zu bewerten, sondern um unserer Sucht auf die Finger zu schauen. Und dabei gibt es manchmal Gegenwind.

    Zu einem Satz von dir möchte ich trotzdem etwas sagen:

    „Ich wachse an jedem meiner Rückfälle.“

    Kann man so sehen. Aus einem Rückfall kann man etwas lernen, wenn man wieder in die Abstinenz zurückfindet. Als Teil des Wachstums würde ich ihn trotzdem nicht betrachten. Eher sehe ich dabei die Gefahr eines Hintertürchens, das du selbst angesprochen hast.

    Es hat schließlich bisher immer wieder geklappt. Rückfall, aufstehen, etwas daraus lernen und weiter. Warum sollte es beim nächsten Mal nicht wieder klappen?

    Genau das weiß keiner. Nicht jeder Rückfall endet mit einer Erkenntnis. Manche enden einfach mit dem nächsten Rückfall. Und die Gräber sind voll von Alkoholikern, die aus ihrem letzten Rückfall nichts mehr lernen konnten.

    Deshalb lieber einen unbequemen Gedanken hier auf den Tisch legen und Gegenwind kassieren. Der bringt einen jedenfalls nicht um.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Was habe ich geändert ist hier sonst oft die Frage.

    Ich habe nichts geändert, was Aktivitäten angeht, Leute kennenlernen und so was.

    Die Leere füllen, ....mir wurden hier so viele Vorschläge gemacht. Die Versuche endeten im Rückfall.

    Ich halte mich jetzt an das: Alles meiden, wo mir in irgendeiner Weise Alk zu nahe kommen könnte.

    Ich gehe auf keine Strassenfeste mehr. Selbst Kinderfeste sind bestückt mit Bierbuden.

    Heute wäre ein Workshop gewesen: Singen. Welche Stimme hast Du? Wir sind ein Chor, blablabla.

    Singen fände ich toll. Aber: Ich spürte etwas unwohliges in mir beim Gedanken dort hinzugehen. Also bin ich nicht hin.

    Ich höre jetzt auf diese unbewussten Signale. Habe einen Zettel angebracht in Augenhöhe, dass wenn ich ein komisches Gefühl verspüre horchen soll, was da los ist. Und das Ding bei dem Chor ist, vielleicht wird da alkoholisches ausgeschenkt...Ich weiss es nicht, vielleicht auch nicht, aber: Es ist zu früh für mich dieses auszuprobieren.

    Ich habe mir eine schöne Kladde besorgt.

    Jeden Tag gebe ich bei Google ein: Tag sowieso ohne Alkohol.

    Was da steht, schreibe ich in diese Kladde. Jeden Tag.

    Viele Sätze die hier geschrieben werden, die mich anders/besser denken lassen, bzw. Umdenken/ begreifen lassen, schreibe ich in ein anderes Buch. Hier mit Buchstabenlineal, dass es auch schön aussieht

    Vielleicht ein Tip für die, die mit der anfänglichen Leere zu kämpfen haben.

    So blöde wie es ist. Ich bin bei 2 Psychotherapeutinnen, einem Psychater. Keiner kann mich fassen, aber sie bestellen mich weiter ein. Ich rede mit denen, so wie ich bin und die erfreuen sich daran. Ist immer erfrischend mit mir sagen die. Und ich frage die aus wie die Psyche funktioniert, wie sie Störungen erkennen usw....

    Keine Ahnung, für irgendwas wird es gut sein.

    Gestern der CheckUp Auswertungstermin wäre ein Grund zum Saufen gewesen. Die Stimme war auch mehr wie präsent da. Vorher.

    Und so hatte ich vorher auch Zeit, mich drum zu kümmern, dass ich nicht den Belohnungsdrink anschliessend zu mir nehme.

    Naja. Musste dann nochmal los, läuft mir meine besoffene Nachbarin über den Weg.

    Ich habe weggeguckt. Sie sprach mich an. Dass ich keinen Kontakt mehr zu ihr haben möchte habe ich ihr letzes Jahr mitgeteilt.

    Ich blieb stehen und hörte mir an, was sie sagen wollte. Ich war in dem Moment drauf eingestellt, dass sie mich fragt, warum ich den Kontakt abgebrochen habe. Mein Hirn war dabei, da eine Antwort rauszuhauen, dass die mich definitiv nicht mehr anspricht.

    Nee, stattdessen erzählt die mir was von den Mülltonnen. Die Tür dahin in das Mülltonnenkabuff würde nicht aufgehen, blabla

    Und ich doofe Else habe mich auf das Gespräch eingelassen, was dann ja noch weiterging wegen unserer Katzen.

    So stand ich dann wieder da mit einer Vollgetankten, wo ich das doch nicht will.

    Ich bekomme es nicht hin, spontan Situationen zu verlassen, die mir nicht gut tun.

  • Ich bekomme es nicht hin, spontan Situationen zu verlassen, die mir nicht gut tun.

    Und ich sage immer, so alsob ich in Eile wäre, ich muss dann mal weiter. Hat bisher gut geklappt.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Besoffen schlug ich hier auf. Bestritt das natürlich. Habe mich immer gefragt: Sind die so doof und merken das nicht?

    Wenn man aufmerksam im Forum unterwegs ist, spürt man Schwingungen. Manches Mal wabert die Ahnung herum, dass da jemand rückfällig geworden sein könnte oder noch gar nicht nüchtern ist. Die ModeratorInnen haben generell mit ihrer langjährigen Erfahrung einen guten Blick dafür. Aber der Satz "Säufst du wieder?" ist halt harter Tobak, wenn es sich doch um eine Fehlinterpretation handelt. Also schließe lieber nicht nur aus dem geschriebenen Wort.

  • Es ist gut, dass Du Dich jetzt vor Dir und Deiner SHG ehrlich gemacht hast, Aennie.

    Gut für Dich, denn nun kannst Du gemeinsam mit anderen Teilnehmern gucken, wie es dazu kam - sachlich, ohne Vorwurf, höchstens kritisch nachfragend - damit es nicht nicht noch mal zu einem Rückfall kommt.

    Wir sind hier nicht bei den Bundesjugendspielen, das ist kein Wettbewerb, sondern ein Angebot, im Austausch mit anderen die eigene Selbsthilfe voranzubringen.

    Ich finde, Du hast hier schon eine beachtliche Entwicklung hingelegt. Bleib dran!

    Hab Dich lieb.

    Wir kennen uns ja noch von meinem ersten Debüt hier.

    Du bist inzwischen soweit, dass Du hier Menschen anstochern kannst über sich selbst nachzudenken.

    Du machst das grossartig.

  • Danke Hartmut.

    Deine Beiträge regen mich immer zum Nachdenken an.

    Rückfall, aufstehen, und das immer wieder. NEIN, das ist nicht was ich mir vorstelle.

    Aber ich gestehe. Ich habe keine Angst vor einem Rückfall, weil ich weiss, dass der begrenzt ist. Behaupte ich jetzt mal so.

    Trigger belasten mich tatsächlich mehr wie so ein Rückfall.

    Der Rückfall entsteht durch zu viele Trigger.

    Ich gehe Triggern aus dem Weg, trotzdem überfallen sie mich da, wo ich nie mit gerechnet hätte.

  • Ich bin da bei Hartmut. Jeder Rückfall könnte der Letzte sein. Ein Spiel mit dem Feuer.

    Ich war zwar in den ersten 2 Jahren noch nicht hier im Forum, lebte aber nach den Grundbausteinen, besonders im ersten Jahr.
    Halt gab mir erstmal eine rSHG. Ich lernte neue Menschen kennen, die mit mir im selben Boot saßen. Dort sitzen die unterschiedlichsten Charaktere, nicht jeder ist mir sympathisch, aber ich lerne auch solche Leute mal auszuhalten und meine Grenzen aufzuzeigen. Die Gruppe ist mein Übungsfeld für das Leben „da draußen“. Ich kann Frust, Ärger, Sorgen aber auch Freude mit der Gruppe teilen.
    Es entstanden aber auch neue freundschaftliche Beziehungen. Neben der wöchentlichen Zusammenkunft machen wir 1x im Monat gemeinsame Unternehmungen.
    So entstanden neue soziale Kontakte.

    Hobbymäßig probiere ich auch immer wieder mal was Neues, muss aber Lust darauf haben. Gib Dir einfach die Zeit genauso wie beim Erlernen von Grenzen setzen und auf Dein Bauchgefühl zu achten.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Trigger belasten mich tatsächlich mehr wie so ein Rückfall.

    Wie hast du das denn gemeint?

    Ich gehe Triggern aus dem Weg, trotzdem überfallen sie mich da, wo ich nie mit gerechnet hätte.

    Ich lese bei dir ziemlich viel über Trigger und darüber, was dich alles triggert.

    Nur so ein Gedanke, vielleicht liege ich auch falsch damit, aber vielleicht solltest du nicht alles nur auf die Trigger schieben. Sonst besteht die Gefahr, dass du ihnen die Verantwortung überlässt. So nach dem Motto, ahh wieder ein Trigger, jetzt muss ich bestimmt bald wieder saufen.

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

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