Luffi - gefangen im Alptraum

  • Hallo Luffi,

    ja, sowas kenne ich auch. Aus Zeiten völliger Erschöpfung und Depression.

    Wenn es dir so schlecht geht kannst du dich auch krankschreiben lassen. Denn du BIST krank durch die andauernden Belastungen. Du bist im Grunde genommen mindestens genauso kaputt wie dein Mann, er durch den Alkohol, du durch die Auswirkungen auf seine Gesundheit und die dadurch ausgelösten Sorgen, Ängste, den Stress, die Pflege, die ganze Arbeit und Verantwortung.

    Wenn ich mich richtig erinnere, hast du in der kommenden Woche einen Temin bei der Suchtberatung. Eine weitere Anlaufstelle kann auch der Sozialpsychiatrische Dienst sein. Du brauchst dringend Entlastung und mit deinem Mann muss was passieren. Also er müsste in ärztliche Behandlung oder so. Jetzt, nicht erst in 3 Monaten.

    Er weigert sich, das ist echt schlimm. Du fühlst dich verpflichtet, was ich auf eine Art gut nachvollziehen kann. Ich hab es ja auch genug selbst gefühlt und erlebt in meiner ersten Ehe. Aber irgendwo ist auch mal eine Grenze. Bitte gehe zu deinem Arzt, höre auf zu schweigen, erzähle, was bei euch zuhause los ist. Lass DIR helfen um auf die Beine zu kommen. Dann wirst du handeln können.

    Wie die Handlung dann aussieht, ist schwierig zu wissen. Aber jetzt ist oberste Priorität, dass du etwas stabiler wirst.

    Höre auf zu schweigen, vertraue dich Menschen an, lass dir helfen. Bitte.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ihr habt recht. Jetzt wo ich eure Antworten lese geht mir so langsam ein Licht auf. Ja jetzt muss ich mich um mich kümmern. Fragt sich nur wie. Therapie geht nicht weil ich grad ne Sperrzeit habe. Mal schauen was die mir in der Beratung sagen können.

    Hab aber ein Urlaub nur für mich gebucht nach dem Entzug... ich brauch dringend ne Auszeit für mich allein. Da kann ich dann hoffentlich mal abschalten und richtig nachdenken. Is aber halt noch lange hin..Aber immerhin etwas.

    Krankschreiben hab ich mir auch schon überlegt um mal Kraft zu sammeln. Das blöde is nur ich war letztes Jahr wegen meiner eigenen Sache 3 Monate krankgeschrieben. Und jetzt schon wieder? Trau mich das grad irgendwie nicht.

  • Hallo Luffi,

    warum traust du dich nicht, dich krankschreiben zu lassen. Wovor hast du Angst?

    Ich meine, ich kannte das von mir auch mal. Ich hab mich hingeschleppt zur Arbeit um als gute Mitarbeiterin dazustehen. Um meine Kollegen nicht im Stich zu lassen. Als die Geschäfte schlechter wurden, wurde ich trotzdem gekündigt. Seitdem weiß ich, ich hab nur mir selbst damit geschadet. Denn da wurde auf mich dann auch keine Rücksicht genommen obwohl ich doch eine so tolle Angestellte gewesen war.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Weil wir ein sehr kleines Team sind. Und ich schon so oft krank war. Ja ich hab inzwischen GDB 50 und bekomme Teilrente. ( das alles wegen meiner Krankheit nicht wegen dem Alkohol).So schnell kann ich gar nicht gekündigt werden. Es ist mir nur so wahnsinnig peinlich vor den Kollegen.....

  • Hey Luffi,

    aber du bist krank, völlig erschöpft, überfordert und den GDB und die Teilrente hast du auch nicht für umsonst bekommen.

    Du sorgst dich um deinen Mann, um deine Kollegen... Dabei solltest du doch erstmal für dich selbst sorgen. Wenn du völlig umfällst ist auch keinem geholfen. Dir am wenigsten.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke Aurora. Du hast ja eigentlich so recht. Ich steh mir selbst im Weg. Den Sozialpsychiatrischen Dienst kannte ich gar nicht. War immer gut in Therapie eingebunden. Bis auf jetzt. Jetzt geh ich zur Suchtberatung und dann wahrscheinlich wirklich noch da hin. Hört sich gut an.

  • Ich war inzwischen bei der Suchtberatung. War sehr gut und ich habe noch mal nen Termin.

    Aber ich befinde mich gefühlt gerade in einem wahrgewordenen Alptraum.

    Mein Mann... das ist ja schon schlimm genug. Jetzt ist mein Onkel aus dem Ausland zurück und versucht ihn für alle mögliche Sachen einzuspannen (war schon immer so er ist da sehr besitzergreifend- meiner ganzen Familie gegenüber. Er ruft und irgendeiner muss rennen. Ok er ist über 90 aber trotzdem). Gestern z.b gings meinem Mann gar nicht gut..Hab mich um ihn gekümmert und in dem Moment hat der Onkel angerufen...so lange und penetrant bis ich zornglühend ans telefon gegangen bin.

    Mein Mann kann ja nun nicht...also mach ichs halt...und es wird gebohrt und gebohrt wieso weshalb warum. Und jedes bisschen an meine Eltern weitergegeben. Hab ja schon geschrieben das ich ihnen das nicht erzählen kann. Hat sogar die Suchtberaterin zugestimmt das das richtig blöd wäre.

    Ich weiß inzwischen nicht mehr in welche Richtung ich mich drehen soll, was ich machen soll... ich fühle mich das ich die ganze Zeit gegen Mauern renn und nicht rauskomm... blöde Geheimhaltung. Am liebsten würde ich es in die Welt hinausschreien....Aber geht ja nicht...

    Es ist ein einziger Alptraum ;(;(;(


    - Und kurze Moderatoren Frage- Wie kann ich den Namen des Threads ändern? Bin da nicht so bewandert. Danke.

  • Einfach eine PN an einen von uns oder du schreibst deinen neuen Titel hier rein. Wir ändern es dann.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • und in dem Moment hat der Onkel angerufen...so lange und penetrant bis ich zornglühend ans telefon gegangen bin.

    Aus welchen Gründen kann er so über Euch verfügen und sich Euch aufdrängen, Luffi?

    Solchen Egoismus muss man nicht unterstützen, noch muss man für jemanden sofort springen.

    Du kannst das Telefon auch auf lautlos stellen.

    Ich empfinde es als Frechheit, wenn sich jemand dermaßen penetrant aufführt. Dir selbst geht es auch nicht gut, da musst Du halt ganz deutlich werden!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Luffi,

    sorry, ich hatte Deine letzten Nachrichten zuerst übersehen und musste deshalb meine Antwort nochmal ein wenig überarbeiten. Habe Deinen Thread hier gelesen - eine sehr schwere Situation für Dich. Kannst Du Dir denn für Auszeiten eine Art Rückzugsmöglichkeit schaffen? Du sagtest, Du liebst ihn, und klar bist Du entsprechend besorgt um ihn. Aber da er strikt jeden Arztbesuch ablehnt, lässt er Dich das hilflos mit anschauen, vermulich ohne sich richtig klarzumachen, wie belastend das für Dich ist. Also wäre es umgekehrt doch auch legitim, wenn Du Abstand suchst, Dir Pausen verschaffst, Dich zurückziehst, um etwas Kraft zu tanken, was meinst Du?

    Du schreibst auch, Du kannst Dich niemandem anvertrauen. Deine Eltern würden es nicht verstehen. Aber alles zu verheimlichen, erzeugt ja vermutlich noch mehr Druck - wäre da nicht evtl die Flucht nach vorne die bessere Wahl, einfach damit es mal ausgesprochen ist?

    Ich denke auch, dass Dein Mann durch regelmäßiges Melden in der Entgiftung und auf die Dringlichkeit hinweisen das Ganze vielleicht doch etwas beschleunigen könnte, wenn er wollte, meinst Du nicht?. Ohne seine Aussagen einfach in Zweifel ziehen zu wollen: Hat er Dir glaubhaft geschildert, dass da früher nichts zu machen ist? Plant er nur Entgiftung oder auch Entwöhnung danach?

    Ich hatte vor wenigen Tagen die Situation, dass mein Xy starke Bauchschmerzen und Übelkeit hatte und sich immer mehr Sorgen wegen Bauchspeicheldrüse machte, die ja bei Alk oft sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Schließlich sind wir in die Notaufnahme, er war ziemlich in Aufruhr. Man hat irgendwas in Richtung Anzeichen für Herzinfarkt bei Untersuchung gefunden. Er war sehr anhänglich mir gegenüber, super vernünftig, dankbar für mein Hinbringen und Unterstützung und so weiter. Ich habe mir große Sorgen um ihn gemacht, vor allem als ich ihn am nächsten Morgen erst nicht erreichen konnte. Da hatte er sich schon selbst entlassen, weil angeblich alles halb so wild war laut den Ärzten, also war er schon wieder on the road und kam dann mit Fahne morgens zu mir.. Mittlerweile ist er mal wieder in seiner Wohnung abgetaucht, obwohl wir seit gestern eine fest, hoch und heilig vereinbart Verabredung haben. Das zeigt mir wieder: Man sorgt sich, aber zahlt selbst so viel drauf. Und es wird sich nicht um uns gesorgt. Das müssen wir für uns machen.

    Liebe Grüße

    3 Mal editiert, zuletzt von EllaDrei (29. März 2025 um 23:48)

  • Danke für deine Worte.

    Ja ich weiß das es nicht früher als Juni geht. Ich hab bei dem Gespräch mitgehört.

    Aber ich habs insofern geschafft. Er (wir- er will das ich mitgeh) hat am Dienstag nen Arzttermin. Er blickt inzwischen auch das das so nicht noch 2 Monate weitergehen kann. Mal schauen was dabei rauskommt. Vielleicht kann der Arzt das mit dem Entzug beschleunigen oder er weißt ihn gleich ins Krankenhaus ein. Wir selber können das nicht beschleunigen. Ist ja nicht sein erster Entzug dort...ich kenn die Abläufe dort inzwischen.

    Ja. Am liebsten würde ich es erzählen...auch das meine Familie nicht immer irgendwas von mir will was ich im Moment nur sehr schwer leisten kann. Ich bekomm schon Schreikrämpfe... die ganze heimlichtuerei macht es ja noch schlimmer. Aber ne... Wir können es beiden Familien nicht sagen. Außer das Kind fällt am Dienstag dann komplett in den Brunnen... dann vielleicht...

    Drückt mir bitte die Daumen das er am Dienstag wirklich mitgeht...

  • Hallo Luffi,

    Er (wir- er will das ich mitgeh) hat am Dienstag nen Arzttermin.

    Der Tatsache, dass er dich mitnehmen will, würde ich erst einmal keine große Bedeutung zumessen. Das Trocken werden ist seins, und die Ernsthaftigkeit erkennst du an seinen selbstständigen handeln

    Drückt mir bitte die Daumen das er am Dienstag wirklich mitgeht...

    also willst du dass er mitgeht und nicht umgekehrt, das ist kein gutes Vorzeichen. Hast du das auch alles angeleiert? Dann kann ich dir vorab schreiben, dass es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schief geht. Es ist nicht deine Aufgabe ihn zum Arzt zu zerren. Wenn er es dir zuliebe tut, wird er dir auch später die komplette Verantwortung zuschieben, wenn es nicht klappt. Ein nasser Alkoholiker lässt sich so einiges einfallen um sich seine CO zu erhalten. Es mag sehr hart klingen, was ich geschrieben habe, kommt aber daher weil ich die "Spielchen" kenne.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke Morgenrot. Vielleicht brauche ich solche Worte um endlich wirklich zu kapieren was da alles hintendran steckt. Auch wenn ich immer noch Hoffnung habe. Aber so langsam, durch das hier Querlesen, weiß ich eigentlich das das vergebens ist.

    Und ja ich habs ihm zwar mal wieder in die Richtung geschubst, aber nur weil er gejammert hat das es ihm so schlecht geht. Ich hab dazu dann gesagt ich sag nichts mehr du weißt was du tun musst... dann kam nach ein paar Stunden dann das er jetzt nen Termin (geht online) ausmacht.

  • Du hattest Recht Morgenrot.

    Mehr kann ich dazu nicht sagen. Alkohol ist wohl doch immer noch die 1. Wahl. Statt seinen komplett kaputten Körper zum Arzt zu schleifen. Würde er ja wahrscheinlich ins Krankenhaus eingeliefert werden.. und da gibt's kein Alkohol....

    Ich geb einfach auf. Soll er machen was er will... vergebliche Liebesmühe...

  • Hallo Luffi,

    Ich geb einfach auf. Soll er machen was er will... vergebliche Liebesmühe...

    Leider ist es so. Als ich das verstanden hatte konnte ich endlich anfangen, für mich selbst zu handeln. Das wünsche ich dir auch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Luffi,

    Du hattest Recht Morgenrot.

    das tut mir leid, diese Erkenntnis hat mir damals sehr weh getan. Ich habe meinen Mann auch zu einem Arzt begleitet, es ging um den Ausschluß einer schweren Erkrankung, also vordergründig erst einmal nicht um Alkohol. Ich bin mitgegangen weil ich den Menschen in dieser Situation nicht alleine lassen wollte. Ich hatte ihm aber die Ansage gemacht, den Alkohol zu thematisieren, weil es für eine eventuelle Narkose wichtig wäre. Die andere Ansage war, wenn er es nicht ansprechen würde, würde ich es tun. Er hat natürlich vor dem Anästhesisten nichts von Alkohol gesagt, und sich verdrückt. Ich habe es dann angesprochen, der Arzt hatte es schon vermutet und hat sich bei mir bedankt. Danach hat er mit ihm noch ein intensives Gespräch ohne mich geführt. Das alles hat aber nicht zum umdenken bei ihm geführt.

    Ich geb einfach auf. Soll er machen was er will... vergebliche Liebesmühe...

    Ich kann dir nur empfehlen deine ganze Aufmerksamkeit auf dich zu lenken, und etwas für dich zu tun. Du bist wichtig.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke euch beiden.

    Ja ich muss jetzt nach mir schauen... fragt sich jetzt nur noch wie ich das am besten anstelle.

    Für wenn das Wetter wieder gut ist hab ich Ideen. Hundi schnappen und in den Wald- Stundenlang, Cafe etc.

    Muss ich wohl üben...

  • Für wenn das Wetter wieder gut ist hab ich Ideen. Hundi schnappen und in den Wald- Stundenlang, Cafe etc.

    Muss ich wohl üben...

    Das schaffst du ich habe mich nach und nach recht selbständig gemacht. Zuhause erwartete mich ja das Elend in Form eines betrunkenen Ehemannes der oft auf der Couch lag :shock:. Aber letztendlich musste ich doch handeln und in die Gänge kommen indem ich mich getrennt habe. Das Leben war trotz Ablenkung einfach traurig und nicht lebenswert für mich.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo. Ich mal wieder.

    Das mit meinem Mann hab ich glaube ich inzwischen kapiert. Ich sage zu ihm auch nicht mehr als " ich habs dir tausendmal gesagt du weißt was du tun musst- wenn du nicht willst dann heul nicht rum". Klar tut mir das immer weh...Aber es ist so.

    Mein neues Problem ist meine Familie. Die weiß nichts und soll es auch nicht wissen da sie in solchen Sachen ( auch meine Depression was ja was völlig normales ist) auch nix verstehen, nur be-bzw. Verurteilen.

    Jetzt ist es so. Sie sind alle über 80 und brauchen immer wieder Hilfe. Was ja auch in Ordnung ist. Theoretisch. Nur das sie dauernd fragen ob mein Mann nicht mal xy könnte. Er hat das ja auch immer gemacht. Jetzt geht's halt nicht mehr...sein Körper is so kaputt...

    Ich fühle mich inzwischen von den 3 so in die Ecke getrieben. Ich weiß nicht vor noch zurück...dauernd andere ausreden finden. Die Krankheit allein ist ja schon schlimm genug. Aber das, das treibt mich wirklich in den Wahnsinn...bin nur noch am weinen.

    Ich sag ja inzwischen wir müssen es sagen...dann hätten wir da ruhe.. ich hab nur so wahnsinnig angst davor. Grad vor meinen Eltern. Angst das sie uns aus der Wohnung werfen (is ihre und ich kann mir grad mal ne 1-zimmer wohnung leisten). Bzw. das sie mich zwingen wollen mich sofort zu trennen ( auch wieder mit Wohnung etc).

    Das möchte aber am Ende immer noch ich entscheiden. Je nachdem wie es nach dem Entzug weitergeht.

    Ich Kämpfe gerade an allen Fronten...

    War mal wieder lang... Danke fürs zuhören

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