Braucht Sucht eigentlich eine Begründung?
Nein, mit meinem heutigen Wissen nicht.
Damals ja, wobei der Begriff Sucht, süchtig noch weit weg war aus meinen Gedanken.
Denn ich hatte ja alles unter Kontrolle.
Damals ich war 13, in einem Mädcheninternat. Die anderen waren alle sooo cool und ich wollte dabei sein. Nach den ersten Besäufnissen war ich es auch. Und ich wurde süchtig danach.
Und erst 30 Jahre später, die klare Erkenntnis, dass saufen muss aufhören.
Und da fängt das umlernen erst an, früher beim Kochen gesoffen, beim Putzen, in der Badewanne, eigentlich überall. Wir haben auch in der Arbeit gesoffen, war alles ganz normal. So viele Alltägliche Handlungen, die bei mir mit Alkohol verknüpft waren…
Zu lernen, diese Gewohnheiten umzulenken, anders zu gestalten, das hat bei mir gedauert. Aber es funktioniert, nicht sofort, brauchte bei mir einige Zeit.
Naja, es funktionierte 5 Jahre lang, danach wurde ich unaufmerksam, habe sehr vieles ignoriert. HALT, mein Köfferchen, Grundbausteine, alles eben.
Ich war so was von überfordert und anstatt hier darauf zu sehen, Dinge zu ändern, musste ich mich allen beweisen, weil ich bin stark, ich kann das alles mit links. Mein Suchthirn applaudierte, bestärkte mich, und ich habe ihm gierig zugehört. Sechs Monate war ich wieder im Dauerrausch. Als ich mich Entschloss dass dies die dümmste Idee war, suchte ich nach Gründen, natürlich könnte ich so einige aufzählen, aber der Grund war ich, ich allein.
Ich habe nicht mehr auf mich geachtet, ich habe mich vernachlässigt, mich fast wieder aufgegeben.
Es sind jetzt fast wieder drei Monate, dass ich mich vom Teufelskreis befreien konnte.