45Jahre_genug - Alkoholiker

  • Bin im März 60 geworden, und habe seit 45 Jahren einen problematischen Umgang mit Alkohol. Ich bin Alkoholiker und zwar ordentlich.....auch wenn das so mancher Arzt meinte da gibt es weit schlimmere Fälle......

    Es gab zwar auch Abstinenz aber das längste waren um den Dreh mehrmals 4 Monate....heute liege ich wie schon öfters in den Seilen, bin zu nichts fähig Nahrungsaufnahme klappt nicht und habe das Gefühl zu sterben...tja gabs in 45 Jahren mehrfach immer gerne wenn ich so 3 Tage durchsaufe, und wie jedesmal wars das letzte Mal "Nie wieder 😉" das nächste Mal überlebe ich wahrscheinlich nicht, tja und wenn ich in 2 Tagen wieder halbwegs fit bin, ist der Durst spätestens um 16h wieder da.....Aber ich muss sagen, diesmal ist es mir aber Ernst, denn ich habe nicht mir einen spontanen Urlaub versaut sondern meiner Frau auch statt am Strand zu liegen "sterbe" ich im kleinen Hotelzimmer und Frau muss aufpassen, das der Vollpatient nicht vielleicht an seiner Zunge oder Erbrochenen erstickt.....kein noch so ein leckeres Getränk kann das wert sein...melde mich gerne wenn ich den Arzt aufgesucht habe, denn diesmal wird nix mit kalten Entzug experimentiert.....45 Jahre eigentlich eh ein Wunder das ich noch lebe....und eigentlich möchte ich noch einige Jährchen haben und das geht nur mit Zero Alk.......hoffe habe das mit der Vorstellung so halbwegs hingebracht LG

  • Du hast heute bei uns vorbeigeschaut ... wie sieht's denn aus mit Deinem Arztbesuch, Entzug und Abschied vom Gift?

    eigentlich möchte ich noch einige Jährchen haben und das geht nur mit Zero Alk

    Eigentlich oder tatsächlich?
    Deine Beschreibung liest sich, als ob es allerhöchste Eisenbahn für den Absprung ist. Es lohnt sich!

  • Tatsächlich natürlich, in 2 Jahren gehe ich früher in Rente (wer weiss wielange ich lebe) pfeiff auf vielleicht 250€ allerdings würde gerne so 20 Jahre noch haben...und das ist wenn überhaupt nicht mit meinem Trinkverhalten möglich. Bin gerade beim Arzt 5ter Tag.... Entgiftung läuft gewohnt problemlos, obwohl ich diesmal mehr Schlafprobleme wie sonst hatte..wie der Körper nun beinander ist wird gecheckt, zu Covidbeginn war zumindest kein schwerer Schaden erkennbar.....schau ma mal

  • Hallo 45Jahre und willkommen hier im Forum.

    Du bist seit 5 Tagen abstinent und wirst ärztlich begleitet. Habe ich das richtig interpretiert?

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk24, ja richtig......diesmal mit intensiver Begleitung, denn bis dato habe ich das immer alleine probiert, und die Medis rasch abgesetzt, da ich inaktiver war als wenn ich getrunken hätte, deshalb blieb es wohl immer nur bei einigen Monaten trocken

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, 45Jahre_genug

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Guten Morgen Nayouk, herzlichen Dank, habe bei den Abläufen hier wohl nix falsch gemacht..... das es nicht so gut um mich steht, war jetzt zu erkennen, da ich als letztes Wort auf den 1ten Blick "Rausch" statt Austausch gelesen habe. Ok bin auch nicht gewöhnt um 06.00h schon aufzuwachen....und der Schlaf ist auch noch nicht so wie er sein sollte....aber wird besser. Tatendrang nicht unbedingt mehr als sonst.....aber zumindest ohne "Brand"🔥....

  • Servus Oskar, meine Frau hatte nie wirklich ein Problem mit meiner Sucht, denn ich war nie aggressiv, im Gegenteil entweder freundlich oder geh schlafen...noch musste Sie sich für mich "genieren" wegen Exzessen whatever... noch entstanden (bis auf meine persönliche Gesundheit) irgendwelche Probleme. Ab und an mußte sie sich zwar um mich kümmern, wenn ich 2 Tage gelitten hatte, aber sonst ist es an Ihr "vorübergegangen". Klar kamen die Seitenhiebe "na ...sauf weiter, hoffentlich ist die Witwenrente das wert" ...etc.... Scherze mit ernstem Hintergrund - die Ehe ist sehr stabil.

  • Naja, so lustig ist es auch nicht, wenn der Partner wegen zuviel Alkohol schlafen geht. Wie oft hätte ich gerne mit ihm zusammen was unternommen, aber er lag schlafend im Bett oder auf der Couch.

    Und diese "scherzhaften" Seitenhiebe, getarnte Verzweiflung. Was Du in Deiner Vorstellung beschreibst ist und war bestimmt nicht einfach für Deine Frau.

    Wenn Du weiterleben willst, dann geht das nur ohne Alkohol und das ist Deine Entscheidung. Bleib dabei

  • Wenn Du weiterleben willst, dann geht das nur ohne Alkohol und das ist Deine Entscheidung. Bleib dabei

    Hallo, Davon gehe ich aus, und das MIT Alkohol eben der 80er ein nie zu erreichendes Alter ist bzw in einem "akzeptablen" Zustand....hätte auch nichts davon wenn ich so wie die ehem. Patienten meiner Gattin wäre......nichts mehr mitkriegen und liegen....grauenhafte Vorstellung, vor allem wenn selbst verschuldet.....

    Einmal editiert, zuletzt von Elly (18. Juni 2025 um 11:59) aus folgendem Grund: Text unter das Zitat gesetzt. Bitte immer unter dem Zitat-Kästchen weiterschreiben!

  • Update: mir geht es ganz gut, schlafe jetzt 6h (was reichen soll angeblich)und kann mir eigentlich zum 1ten Mal im Leben tatsächlich vorstellen NIE wieder zum Alk zu greifen. (Ok schau mir momentan auch so an, wie Alkohol den Körper zerlegen kann, ziemlich appetitlich..und der Arzt hat mir von der Bauchspeicheldrüse (nicht meiner)erzählt, tat sein übriges).....selbst als mich gestern die Chefin schickte ihr eine Flasche Sekt zu holen, habe ich das mit Freuden getan und mir gedacht, gut das ich den Sondermüll jetzt nicht trinken muss...und griff erleichtert zum Ginger Beer - übrigens sehr lecker.... übrigens danach hatte ich ihr gesagt, das es in Zukunft besser wäre sie holt sich den Fusel selbst...da es vielleicht Kontraproduktiv für meinen Plan sein kann. Sehr überrascht der Blick....naja sie hatte ja nie ein Problem mit mir....außer meine Extrem-Ausrutscher und die waren für sie dennoch harmloser wie ihre Patienten früher...freu mich auf das WE und versuche nach längerer Zeit mal "echten" Sport ....alles ziemlich versulzt..

  • In den nächsten Wochen werden bei Dir wahrscheinlich alle möglichen Gemütszustände auftreten, euphorisch ... zäh ... erstarrt - alles ist möglich - und das kann schnell wechseln oder lang anhalten.

    Mein Schlaf war fast einen Monat völlig durcheinander. Aber das ist bei jedem anders. Richte Dich gedanklich drauf ein, hab viel Geduld und denke Tag für Tag.

    Ich hatte noch nie Bock auf Getränke, die wie Alk daherkommen aber keinen enthalten. Da war meine Devise immer "ganz oder gar nicht". Geschmacklich war solches Zeug früher auch eher fragwürdig. Habe in meinem ganzen Leben vielleicht 2 Flaschen alkfreies Bier getrunken. Nun will ich für immer aufhören ... wieso sollte ich mich dann immer freiwillig ein wenig kitzeln lassen, bis das Jucken womöglich nicht mehr auszuhalten ist und ich wieder zum "echten" Alk greife? Auch hier gilt für mich: ganz oder gar nicht.

    Habe ich es richtig verstanden: Mit Chefin meinste Deine Frau? Und die wusste noch gar nichts von Deinem Entschluss? ("von ihrem Glück" lasse ich mal noch weg... s.o.). Das verstehe ich nicht. Die wäre doch die No. 1, die "einzuweihen" wäre in Dein Vorhaben, abstinent werden und leben zu wollen. Und dann ist meine Frage nach dem alkfreien Zuhause auch geklärt... Deine Baustelle... Noch etwas brüchige Gerüste bisher...

    Einmal editiert, zuletzt von Oskar (20. Juni 2025 um 09:05)

  • Hallo Oskar, das mit alkfreien Bier und Wein etc....weiß ich, sollten Alkoholiker eher auslassen - das hatte ich früher mal versucht, brachte eher das Gegenteil - stimmt entweder oder ! das angesprochene Ginger Beer (noch cooler ist Rootbeer) heisst nur so ....ka Ahnung warum ? vielleicht wegen dem schäumen beim einschenken.....sind quasi Limos die v.a. in den Tropen beliebt sind, und gerade Ingwer kann nicht ungesund sein....Richtig die "Chefin" ist meine Frau :)) denn ich arbeite auch für sie bzw uns....Freilich wußte die Bescheid, war ja bei meinem letzten "Sterben" dabei und zum 1ten mal richtig sauer .....und findet meinen Entschluss - auch wenn sich ihr Erbe dadurch vielleicht verzögert- toll. Alkfreies zu Hause haben wir eigentlich in dem Sinne, es steht nie etwas herum auch früher nicht, was gekauft wurde - wird ausgetrunken, und das soll sie auch weiterhin so halten....wenn möglich wird sie schon trinken wenn ich nicht dabei bin. Und ich weiß von früheren Pausen sobald sie 2 Achtel getrunken hat stinkt sie wie ein Fass und da hau ich eh ab....da sehe ich eigentlich weniger Gefahr.....

  • Alkfreie Getränke: mir war ziemlich klar, dass Du es wissen dürftest. Aber altes Thema: Wissen vs. Tun ... ich wusste auch lange ganz genau, dass Alk ein Zellgift ist und was er in meinem Schädel anrichtet - und trank ihn dennoch...

    Ginger Beer kannte ich gar nicht, hatte aber vorab gegoogelt. Die Flaschen sehen aus wie Bierflaschen! Klar, Ingwer ist gesund ... Hopfen wird als Delikatesse angeboten - als Hopfenspargel. Sicherlich ein "Grenzfall". Das ähnliche Ginger Ale schmeckte mir gut, auch Fassbrause - selten mal, ist mir inzwischen alles zu süss.

    Also wenn Deine Frau Deinen Entschluss toll findet, aus dem Gesundheitswesen kommt, dann sind das doch gute Umgebungsbedingungen. Witwenrente & Erbe ... würde ich aber nicht nur humorig wegwischen. Schon Tucholsky meinte, Ironie ist Humor, der sich geärgert hat. Sarkasmus ist noch 'ne Stufe schärfer. Aber wenn alles stabil ist und ihr vertrauensvoll reden könnt - gute Basis. Ideal wäre natürlich, den Alk komplett aus der eigenen Burg zu verbannen - incl. Geruch... Du weisst sicherlich auch das...

  • willkommen bei uns 45Jahre_genug

    Obwohl ich mich persönlich frage, ob es schon ausreichend war, zumindest wenn ich einmal auf deine Sichtweise schaue. Keine Kritik, nur ein ganz normaler Austausch. Direkt mal zum erstn Thema.

    Hallo Oskar, das mit alkfreien Bier und Wein etc....weiß ich, sollten Alkoholiker eher auslassen

    Ganz ehrlich: Wer als trockener Alkoholiker zu alkoholfreien Bier-, Wein- oder Sekt-Varianten greift, hat oft noch nicht ganz verstanden, was es heißt, wirklich nüchtern zu leben. Da geht’s nicht nur um das Trinken an sich, sondern auch um das Denken dahinter – das "Dazugehörenwollen", das Ritual, der Geschmack, das Gefühl. Genau das sind die Stolperfallen.;)

    Denn wer einmal tief drin war, weiß: Die Sucht macht keine halben Sachen. Und das sogenannte „Suchtgedächtnis“ schläft nicht – es pausiert nur. Ein Schluck, ein Geruch, ein Glas zu viel vom „angeblich harmlosen“ Zeug – und zack, ist man wieder mitten im Spiel. Erst „nur“ ein alkoholfreies Bier, dann ein Sößchen mit Wein gekocht (der ja angeblich verdampft) und irgendwann sitzt man mit einem echten Glas in der Hand und fragt sich: „Wie bin ich hier wieder gelandet?“

    Und nur zur Klarheit: In unserer Online-Selbsthilfegruppe gilt jemand, der regelmäßig alkoholfreie Biere, Weine oder Sekte trinkt, nicht als trocken. Nicht aus Prinzip, sondern aus Erfahrung.

    Und wer noch vom Saufen schwärmen muss, muss eventuell auch noch ein paar Runden drehen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke Hartmut ......in der Tat "durfte" bei meinen Versuchen trocken zu werden (najo bis vor kurzem wollte ich eigentlich nur reduzieren)ja doch einiges lernen, wie erwähnt das diese alkfreien Biere und Co. gar nichts können weiß ich schon länger.... außerdem bin ich da pragmatisch - zu teuer für heisse Luft..^^und habe sogar auf mein Lieblingseis Malaga verzichtet, weil ich vermute dadurch weckt man etwas auf. Ob das stimmt, das man nicht einmal gewisse Produkte von Milxa essen sollte da verschwindende Anteile von Alk drinnen sind müsst Ihr mir bestätigen....

    Bei mir ist es wohl sowieso gefährlich wenn es schmeckt, denn ich trank weils mir schmeckte,....ich vermute keine psychischen Probleme da ich bis auf den Rausch mit beiden Beinen im Leben stehe und quasi nichts versäumt habe,...wobei hätte ich noch mehr erleben können klaro...

  • Bei mir ist es wohl sowieso gefährlich wenn es schmeckt, denn ich trank weils mir schmeckte,..

    Weil es schmeckte oder weil die Sucht es schmecken lies macht einen Unterschied.

    Ab einem gewissen Punkt geht es nicht mehr um den Geschmack, sondern darum, ein bestimmtes Level zu erreichen oder zu halten.

    Wenn ich einmal einen richtigen Rausch hatte und am nächsten Morgen das berühmte Konterbier trinken wollte, schmeckte es auch nicht. Dann musste es heruntergewürgt werden, selbst wenn zuvor das trockene Würgen bis zur Galle gereicht hatte. War es nicht derselbe Geschmack, oder?

    Schon einmal erlebt, Alkohol in seinem puren Zustand zu riechen? Macht nicht erst das Hinzufügen von Zutaten ihn erträglich? Muss ja, die Alkoholindustrie braucht auch Umsatz, und wie läuft es da am besten, wenn jemand auch etwas süchtig ist.

    Aber das ist Vergangenheit. Wichtig waren die ersten Schritte aus der Sucht und das Erkennen, was noch vom Stammtischdenken ins trockene Leben hinübergeschwappt ist, um nicht in die Gefahr zu geraten, gleich wieder an der Flasche zu hängen.

    Zunächst einmal Selbstschutz, unabhängig davon, ob ich das nun gut fand oder nicht. Dazu gehörte ein alkoholfreies Umfeld als erster Plan. Zuhause wurde komplett alles entsorgt, da es auch niemanden in der Familie gab, der ebenfalls süchtig war, also brauchte es auch keinen Alkohol im Haus.

    Sich zunächst von allen saufenden Freunden zu verabschieden und bei Festen und Feiern Abstand zu halten, war ein wichtiger Schritt. Ein offener und ehrlicher Umgang mit meiner Sucht war essenziell, damit ich auch im Falle eines eigene Festes keine Sorge haben musste, von "Freunden" besucht zu werden, die selbst süchtig waren.

    Das ist ein kurzer Abriss meiner Anfänge. Es liegt ja auch schon einige Jahre zurück.

    Ach so, hier offen und ehrlich sein, da muss sich auch keiner verstecken. Es geht auch mal hitzig im Austausch zu, das braucht es auch, denn die Priorität ist eindeutig, trocken zu bleiben.

    Gruß Hartmut

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