45Jahre_genug - Alkoholiker

  • Ab einem gewissen Punkt geht es nicht mehr um den Geschmack, sondern darum, ein bestimmtes Level zu erreichen oder zu halten.

    Jawohl DAS ist natürlich schon so, denn nach dem ca 4ten Glas Wein selbst wenn ich immer wegen Geschmack ausgespült und Wasser getrunken habe wars dann fast egal ob Fusel oder Qualität....ok den Fusel merkte man am nexten Tag...und das ich dann nicht gestoppt habe liegt an der Alkoholsucht.....und die endet wie Ihr richtig sagt mit dem früheren Tod....und genau das möchte ich nicht, Leben ist zu schön vor allem in der Pension :)) - daher Abstinenz, geht ja nicht anders...sozusagen alternativlos vielleicht hilft mir das beim langen Weg...

  • Geschmack vom Wein ... ging mir auch so. Im Laufe der Zeit wurde ich bei der Wahl der ggf. zweiten Flasche immer gleichgültiger (trotz Weinfachbüchern...:roll:)... allein diese "Qualitätsmissachtung" hätte mir - rein rational - Warnung genug sein können. Aber nein, ich "stieg" noch in die Whisky-Liga. Da kann man es mit Qualitäten genauso treiben, nur mit noch fatalerer Wirkkraft. Das hat mir sehr bald überhaupt nicht mehr geschmeckt.

    Ich will das Geschmacksthema im Rückblick gar nicht schlecht reden. Aber unbewusst habe ich garantiert schon früh immer auch der Wirkung wegen getrunken. Im Rückblick egal, denn es wurde zur Sucht.

    vielleicht hilft mir das beim langen Weg...

    Es mag ein paar Motivatoren bzw. Angstmacher geben ... früher Tod, Korsakow, etc. ... aber die haben ja bisher auch nicht vom Trinken abgehalten. Sie wirken ggf. unterstützend.

    Entscheidend bei mir (bisher) war ganz klar der endgültigen gedankliche Abschied vom Alkohol; die Erkenntnis, ich kann den nicht beherrschen, ich kann nur loslassen. Das Träumchen vom "seltenen kleinen Schlückchen" funktioniert nicht, ist ausgeträumt. Ich WILL nie wieder Alkohol trinken.
    Mit dem Gedanken bin ich gestartet, so richtig gefestigt hatte er sich erst nach rund drei Monaten. Dann wurde es entschieden leichter und das Verlustgefühl verschwand.

  • Das Träumchen vom "seltenen kleinen Schlückchen" funktioniert nicht, ist ausgeträumt.

    Jawohl Oskar, genau so...sehe ich das jetzt auch, hat lange gedauert.....vom 1ten Versuch mit ca 30 bis letzte Woche an die 10x ....leider kam auch die "Entwarnung" von der Medizin als Entschuldigung weiter zu machen. Aber es begann immer mit den kleinen Schluckerl innert weniger Wochen war man meist am selben Level (wobei 2 Flaschen Wein oder 5 Starkbier mehr ging eh nie wirklich bis auf die 3 Tagestouren 4xJahr ca)

  • die Whisky-Liga.

    Ja, da kommen Erinnerungen hoch. Es gab da einen recht teuren Whisky. Habe ich mir nur eine, oder zwei Flaschen im Jahr von "gegönnt".

    Als ich dann nachts im dunklen Flur die Flasche am Hals hatte, dachte ich mir noch, "hm ganz schöne Verschwendung".
    Aber was soll "man" halt machen, wenn das Bier alle ist?

    Und, selbst für mich heute kaum zu glauben. Ich war dennoch nicht der Meinung, dass ich ein Alkoholproblem hätte.

  • selbst für mich heute kaum zu glauben. Ich war dennoch nicht der Meinung, dass ich ein Alkoholproblem hätte.

    Ja, das ist das paradoxe, fast irrsinnige an dieser Sucht.

    Mir war ab etwa dem halbem Weg, also vor rund 10-15 Jahren klar, dass ich ein Alkoholproblem habe - nur lehnte ich es ab, mich als Alkoholiker zu sehen, war ja "nur" riskanter Konsum. Habe darüber sogar mit meinen Freunden/Familie recht offen gesprochen. So wie ich das heute bei allen mir nahen Menschen auch tue.

    Erst gegen Ende, als mir meine innere Stimme eiskalt zuflüsterte, was Du da tust, ist doch eigentlich Selbstmord in Scheibchen (besser Fläschchen) ... als ich morgens beim Zähneputzen merkte, da ist öfter so ein komischer Würgereiz ... da zog ich spontan und energisch die Notbremse. Denn die weitere Entwicklung war mir glasklar - hatte ich Jahre zuvor schon zigfach gelesen.

  • Beginne heute wohl den Tag 11 und der startet um 05.30h 8|:sleeping: ähnlich wie jeder Tag seit dem Stop. Ok habe ja schon gelesen das es bei anderen weit länger dauerte bis man den gewünschten Schlaf findet. Bei meinen bisherigen abstinenten Phasen wars nach 5-6 Tage erledigt und schlief bis 07.00h was mir am besten passt. Darmflora hat sich beruhigt bzw um/eingestelllt...:P..Was sich allerdings verbessert hat, ist auch die Verträglichkeit einiger Speisen, zu meiner Überraschung hängt das wohl mit dem Alkoholkonsum zusammen. ich vertrage nun zB grüne Paprika, Knobi, Sauerrahm uvm auf einmal ohne öfters wohin zu verschwinden...na do schau her...kitzekleines Stück mehr Lebensqualität :)

    Ansonsten fühle ich mich gut, aber auch nicht besser...weder aktiver und schon gar nicht euphorisch...

    Vielleicht ist "mental" auch der Unterschied zum Alkoholkonsum bei mir nicht so gegeben, da ich trotz trinkens immer sehr aktiv war, was Beruf& Freizeitgestaltung (früher vor allem mit den Kids) angeht. Von meinen hunderten Reisen beruflich wie privat ganz zu schweigen. Oder ich erwarte/hoffe mir einfach zuviel Unterschied.....wobei die 2 Motorrad-Trips jetzt am langen WE waren länger als sonst, denn sonst drehe ich nach dem 1ten Glas aus Sicherheitsgründen schon um.......meine Chefin hat schon gejammert das ihr das Kreuz schmerzt...:)) hatten wir noch nie ! Zum Abschluß eine Frage: wie verhält es sich mit Listerine (ich weiß gibts alkfrei-brennt aber nicht und das brauch ich) Mundwasser, für mich ein must-do bei der Hygiene meines Kleinwagens im Mund. Sorry a bisserl wirr und durcheinander aber das fällt mir halt jetzt so ein und schreib das halt....

  • Hallo 45 Jahre!

    Willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe! Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss, abstinent zu leben!

    Listerine (ich weiß gibts alkfrei-

    Es gibt tatsächlich noch Mundwasser mit Alkohol?

    Und wieso nutzt Du das noch? Das würde ich auf jeden Fall wegschütten, denn es gibt so viele Mundwasser ohne Alkohol.

    Führe Dich nicht in Versuchung, nur weil Du etwas sparen willst!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Mundwasser, für mich ein must-do bei der Hygiene meines Kleinwagens im Mund

    Habe noch keinen Kleinwagen. Aber das ist für mich auch ein absolutes Muss.

    Auf keinen Fall mit Alkohol. Das geht gar nicht. Irgend etwas mit Alkohol in dem Mund nehmen. Never ever. Da kannst Du gleich an der Trigger Glocke bimmeln.

    Such mal. Es gibt durchaus Mundwasser, dass immerhin etwas brennt. Mit schön viel Menthol.

    Es gibt tatsächlich noch Mundwasser mit Alkohol?

    Ja, leider. Mein ansonsten Lieblings-Discounter hat sogar das Eigenprodukt nur mit Alkohol. Habe eine Mitarbeiterin dort gefragt. (Und mich dann auch noch gleich rechtschaffend darüber aufgeregt) ;)

  • Mein Grundsatz: Alles, was aussieht, riecht oder mich an Alkohol erinnert – und bei dem ich auch nur die kleinste Unsicherheit spüre – lasse ich konsequent weg. Es gibt immer Alternativen.

    Ich trinke auch keinen Lemon mehr, weil ich das im Urlaub literweise mit Wodka in mich hineingeschüttet habe. Trinken pur ist zwar nicht schädlich, aber alle Synapsen im Gehirn springen an und erinnern sich an das Saufen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • tja bämm 1 Tag dort und der Sundowner war eine Flasche

    Wieder ein neues Wort gelernt. :?

    Wenn man einen Grund zum Saufen sucht, findet man ihn ganz bestimmt.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Es gab zwar auch Abstinenz aber das längste waren um den Dreh mehrmals 4 Monate....heute liege ich wie schon öfters in den Seilen, bin zu nichts fähig Nahrungsaufnahme klappt nicht und habe das Gefühl zu sterben

    Eine Frage: Selbstauferlegte zeitliche Trinkpause oder der Versuch einer lebenslangen Abstinenz?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Jo Hartmut, bis auf das letzte Mal - Mai 2023 - wars immer eine Trinkpause u.a. abhängig vom Ergebnis der medizinischen Tests....und da die nicht bedrohlich waren, ging es weiter - zuerst im sehr geringen Maße bis dann halt wieder ein gewisses Level erreicht wurde, das allerdings so Hardcore nie war - bis auf die 3 Tagestouren (max. 2x Jahr) ...

  • Hi Elly, ist mein Zitat nicht aus einem anderen Fred ??

    Ja, genau aus einem anderen Thread.

    Und da ich dort nicht schreiben wollte, habe ich hier bei Dir kommentiert, weil Du es ja geschrieben hast.

    LG Elly

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    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Wenn man einen Grund zum Saufen sucht, findet man ihn ganz bestimmt

    Ja klar, Positives - Negatives völlig wurscht was einem so widerfährt ist sofort ein Grund, ...mir würden aus dem Stehgreif 20 pro saufen einfallen im Gegensatz zu 3 trockenen .....wobei derzeit genügt mir sogar 1er !! bzw ist der so stark das ich bis zum Abschied trocken bleiben will...

  • mir würden aus dem Stehgreif 20 pro saufen einfallen im Gegensatz zu 3 trockenen

    Uiii. =O Mir nicht. Da ist es eher andersherum.

    Tatsächlich fallen mir auch keine drei ein, die rechtfertigen mir ein Zellen zerstörendes Lösungsmittel in den Körper zu schütten.

    Dann wünsche ich Dir, dass Deine Denke bald trockener wird. Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit ergibt.

    wobei derzeit genügt mir sogar 1er

    Der wäre?

  • Ich habe bei Deinen letzten Beiträgen an manchen Stellen das Gefühl, Du bist noch ziemlich "vernarrt" in den Alk. Nur der Gesundheit und des langen Leben willens hast Du Dich getrennt, aber heimlich schlummert die "Liebe" still weiter. Rein rational bist Du klar. Aber wie schaut es emotional aus? DA lauern die Fallstricke!

    bis auf das letzte Mal - Mai 2023 - wars immer eine Trinkpause

    Wenn das vor zwei Jahren ein ernsthafter Versuch war, dauerhaft abstinent zu werden. Wie lief das ab? Wie lange warst Du stabil abstinent? Woran ist es gescheitert? An dem damaligen Rückfall könntest Du Schlüsse für diesmal ziehen.

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