16 Jahre mit einer neuen Leber. Das finde ich toll. Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass das solange funktioniert. Das hast Du bestimmt auch Deiner Disziplin zu verdanken, Glückwunsch. Ich wünsche Dir noch ein ganz langes Leben. Ich hoffe, Du verstehst das jetzt nicht falsch. Ich finde es schön, dass es Hoffnung gibt, wenn man so wie Du diszipliniert bist und Ehrfurcht vor dem geschenkten Organ hat.
Disziplin - Disziplin
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Der Einstieg ist manchmal holprig. Hauptsache du bist noch da!
Ich kenne mich mit dem Leben mit einer neuen Leber so gar nicht aus. Ich vermute da muss man noch mehr beachten als nur keinen Alkohol, wenn man lange gesund mit der neuen Leber leben will- sicher nicht leicht.
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Immunsupressiva lebenslänglich. Denn der Körper würde das Organ sonst abstoßen. Die Medikamente schwächen wiederum das Immunsystem. Man muss sich vorsehen vor Infektionen und Entzündungen. Zähne gezogen wegen Entzünden usw.
Ja da hab ich büssen müssen für den jahrelangen Missbrauch. Schlimmer gings bald nicht. 5 Wochen Koma.
Aber der Lebensmut kam zurück und meine Enkeltochter wurde geboren. Sie ist jetzt 10 Jahre alt. Eines Tages wird auch sie Fragen haben an mich.
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Heftig- da hast du ja wirklich einiges durch. Um so toller dass du deinen Lebensmut wiedergefunden hast. Das war bestimmt nicht einfach nach diesem Erlebnis.
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Schön, dass du noch hier bist.
Deine Geschichte ist heftig und mit ihr hat der Begriff "Disziplin" eine ganz eigene Bedeutung.Mein Einstieg ist ja nun etwas"schiefgelaufen", aber naja.
Wir haben es ja zusammen "gerade" bekommen.
Viele Grüsse
Nayouk
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Danke!
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Mein Einstieg ist ja nun etwas"schiefgelaufen", aber naja.
Och, damit bist du lange nicht alleine., das konnten andere schon viel besser.

Viel wichtiger finde ich, das du bleibst.
Denn ich lerne gern von den Erfahrungen der Anderen, gern auch aus ihren Fehlern. Vielleicht bleibt mir ja dadurch einiges erspart.
‚Disziplin‘ ist auch überhaupt nicht abwertend gemeint. Natürlich braucht es die im Leben.
Arbeitest du ehrenamtlich oder beruflich beim Blauen Kreuz? -
Ich bin seit 16 Jahren trocken, mein Haushalt ist nicht alkoholfrei und ich habe geschrieben, dass ich sogar manchmal an Alkohol denke.
Da würde ich auch immer daran denken, wenn ich ihn sehe, da es ja etwas auslöst. Zudem wenn zu Hause getrunken wird, sitze ich ja auch im privaten Rahmen mit Menschen, die ich kenne, zusammen.
Für mich ist das etwas anderes, als wenn ich draußen in einer Gastronomie oder einem Café sitzen würde, denn dort kann ich jederzeit aufstehen und gehen, sollte es mir zu bunt werden.
Ich finde, du hattest einen guten Einstieg, so wurden zunächst alle Unstimmigkeiten ausgeräumt


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Recht hast du!
Aber glaub mir, die Angst um meine Leber ist tausend Mal größer als der Gedanke an Alkohol.
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Aber glaub mir, die Angst um meine Leber ist tausend Mal größer als der Gedanke an Alkohol.
Das nehme ich dir auch ab. Angst ist jedoch nicht immer ein guter Begleiter, doch in diesem Fall finde ich es schon wichtig.
Suchtprozesse laufen ja oft unbemerkt im Unterbewusstsein ab , nichts Neues für dich, vermute ich.
Wenn etwas in mir arbeitet, das Druck erzeugt, ohne dass ich es direkt zuordnen kann, woher kommt , empfinde ich das belastend. Doch sobald ich die Möglichkeit habe, etwas zu verändern , etwas, das mir guttut benötige ich viel weniger "Disziplin"
Es fällt mir dann leichter, mich der Situation zu stellen.
Und was den Alkohol zu Hause betrifft, da weiß ich ja nicht, inwieweit er dort gebraucht wird. Niemand muss Alkohol trinken, höchstens ich früher noch in der Saufphase. Es kann jedoch auch aus falsch verstandener Gastfreundschaft geschehen, wenn Besuch kommt das was da ist. Aber mal ehrlich: Wer zu mir kommt, kommt nicht wegen der Getränke, sondern wegen der Begegnung. Oder?
Dann freue ich mich, dass du da geblieben bist.
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Hallo Disziplin,
eine Transplantation zu verarbeiten ist zweifellos eine enorme Herausforderung, das verdient großen Respekt. Was mich interessiert: Wie kam es letztlich dazu? Glaubst du, du hättest den Alkoholkonsum auch beendet, wenn deine Leber nicht so stark geschädigt gewesen wäre?
Und was genau hast du nach der Therapie in deinem Leben verändert, um bis heute stabil zu bleiben? Wie sah dein Weg konkret aus? Genau das sind doch die Fragen, die hier vielen unter den Nägeln brennen.
Nicht nur, welche Schäden man dem Körper zufügt, wenn man mit dem Saufen nicht aufhört, sondern auch, wie man es schafft, dauerhaft trocken zu bleiben.
Dass eine solche Situation belastend ist, versteht sich von selbst das stellt sicher niemand infrage.
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Hallo Hartmt,
intensiv angefangen zu trinken habe ich 2006. Erst Gläser, dann Flaschen. Ich hab es als Missbrauch gedeutet. 2009 zwei Bandscheibenvorfälle. Ab dann Ibufrofen täglich eingenommen und dazu weiter Alkohol täglich.
Dann hat mich meine Tochter sturzbetrunken auf der Couch gefunden und ich bin zur Entgiftung in die Klinik. Nach einer Woche hab ich den Entschluss gefasst in eine Langzeitentwöhnung zu gehen.
Dazu kam es nicht mehr. Mir ging es nach der Entgiftung plötzlich sehr schlecht. Nur noch müde, keinen Stuhlgang mehr. Mittwochs dann ins KH. Leberwerte unterirdisch und Leberpunktion. Das Ammoniak fing an ins Gehirn zu steigen. Ich wusste nicht wo ich bin, konnte nicht mehr von 10 rückwärts zählen. Ich konnte mich nur noch an eine Psychologin erinnern, die da war. Dann Koma. Alles weitere hat mein Mann für mich unterschrieben. Ich war nicht mehr zurechnungsfähhig. Dann sofort Listung und Transplantation. Max. 48 Std. kann man ohnne funktionierre Leber leben. Meine Familie war auf alles vorbereitet.
Nach 4 Wochen Koma bin ich aufgewacht und hatte eine neue Leber. Ich konnte mich nur schemenhaft erinnern. Diagnose: alkohol-toxisches Leberversagen
3 Monate Klinik, 8 Wochen Reha.um Alkhohol ging es zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr. Keine Nachsorge, nichts.
Dann war ich zu Hause. Mir ging es besser und da stand eine halbe angefangene Flasche Wein. Und die hab ich ausgetrunken.
Mein Mann kam von der Arbeit. Um Himmels Willen was hast du gemacht? Er hat es sofort gemerkt.
Und dann habe ich sofort in der Ambulanz angerufen, den Rückfall erzählt und bin dann in die Entwöhnung.
Das war endlich das allerallerbeste was ich gemacht habe. Endlich habe ich das Thema Alkohol aufgegriffen, mich damit intensiv beschäftigt und mir selbst eingestanden; du bist Alkholiker. Selbst eine Transplantation hat dich nicht davon abgehalten weiter zu trinken.
Ich bin entlassen worden und hab von da an nie wieder einen Schluck getrunken. Mir selbst und dem neuen Organ zu liebe. In der Therapie hab ich so viel gelernt und Menschen kennengelernt, die nicht in eine liebevolle familiäre Umgebung entlassen werden.
Viele gehen nach Hause, dann kommen ersten Probleme und der Rückfall ist da.
Ich hab mir bewusst gemacht, dass ich doch eigentlich ein schönes Leben habe, dankbar sein sollte und mir ein zweites Leben geschenkt wurde.
Wie gesagt, es ist ein gebrauchtes Orrgan, welches jetzt nach 16 Jahren auch schon erste Verschleißerscheinungen zeigt. Wie lange es noch hält, weiß niemand.
Ob ich von allein aufgehört hätte, wenn dass nicht passiert wäre.
Ich glaube nicht. Es musste bei mir erst etwas ganz schlimmes passieren.
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Hallo D.,
vielen Dank fürs Aufschreiben und Teilen deines Berichtes hier!Alles Gute für dich, und schön, dass du hier ins Forum gefunden hast.
Viele GrüßeThalia, trockene Alkoholikerin
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Disziplin Ich finde es sehr gut und mutig, dass Du mal hinter Deinem "harten" User-Namen rausgeschaut hast und uns einen tiefen Einblick in Deine persönliche Geschichte ermöglichst. Es ist wieder so eine spezielle Lebensgeschichte, die mich für mein zukünftiges Leben sehr nachdenklich macht.
Vielen Dank. René 🥹
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Danke für deine Offenheit und für's Teilen.
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Eine beeindruckende Geschichte, die zeigt, wie es enden kann, wenn nicht gegengesteuert wird. Mein Therapeut nannte es elendes Verrecken.
Ich hab mir bewusst gemacht, dass ich doch eigentlich ein schönes Leben habe, dankbar sein sollte und mir ein zweites Leben geschenkt wurde.
Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Dankbarkeit.
Wie gesagt, es ist ein gebrauchtes Orrgan, welches jetzt nach 16 Jahren auch schon erste Verschleißerscheinungen zeigt. Wie lange es noch hält, weiß niemand.
Es hat 16 Jahre funktioniert und Dir 16 Jahre geschenkt, die Du ohne das Riesenglück nicht bekommen hättest. Glück deshalb, weil genau zur richtigen Zeit ein passendes Organ für Dich verfügbar war und es so lange durchgehalten hat. Ich las im i-Net, dass sie auch 20 oder 30 Jahre halten können.
Ob ich von allein aufgehört hätte, wenn dass nicht passiert wäre.
Ich glaube nicht. Es musste bei mir erst etwas ganz schlimmes passieren.
Das passt zu häufig zu hörenden These, dass ein Alkoholiker erst mal seinen eigenen Tiefpunkt erreicht haben muss, um überhaupt zu Sinnen und anschließend ins Handeln zu kommen. Bei Dir war er besonders tief angesiedelt.
Du bist jetzt 16 Jahre clean, da gehörst Du schon zu den Veteranen der Abstinenz und in diesem Forum, schön dass Du Dich hier einbringst.
Alles Gute.
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Eins muss ich noch fairerweise hinzufügen. Während meines langen Klinikaufenthaltes wurde ich nie herablassend von irgendeinem Arzt oder vom Klinikpersonal wegen meiner Alkoholabhängigkeit behandelt. Ich war ein Patient wie jeder andere auch. Man hat sich über jeden kleinsten Fortschritt mit mir gefreut.
Das waren wirklich Fachleute, die den Mensch so wie ich bin, hinter dem Alkohol gesehen und akzeptiert haben.
Spitzfindigkeiten sind mir erst in den Jahren begenet.
So jetzt ist aber Schluss. Ich danke euch !
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habe akzeptiert , dass die Sucht nie wieder weg geht, sondern lediglich mit absoluter Abstinenz zum Stillstand gebracht werden kann. Als Fakt. Nicht als Möglichkeit
Ich glaube das auch bei mir die endgültige Akzeptanz, das ich alkoholsüchtig geworden bin, der Schlüssel zu meiner endgültigen Entscheidung, nie mehr Alkohol zu trinken, geführt hat.
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Siehst du, da wo es pickt, da geht es lang!!! Wie du es immer so schön benennst:"hab ich da etwa einen wunden Punkt getroffen?"
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Ich habe den letzten Satz aus dem anderen Thread genommen, und es reicht.
Provozieren lassen wir uns nur bis zu einem gewissen Maß. Ich gebe dir jetzt eine Woche Zeit, um darüber nachzudenken, ob du hier richtig bist, sonst sperre ich deinen Austausch
Nach der Woche kannst du dir dann überlegen, ob du weiterhin innerhalb unserer Regeln schreiben möchtest oder nicht. Sag Bescheid, und wir werden entsprechend handeln.
Jede weitere Diskussion über die Regeln wird sofort unterbunden.
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