Hallo in die Runde,
ich habe lange mit mir gehadert aber als Co-Abhängige nun eingesehen dass ich Unterstützung benötige. Ich bin Anfang 50, mein Mann bald Mitte 50. Unsere Tochter ist bald 17 und arbeitet auf ihr Abitur hin.
Ich bin nunmehr seit 26 Jahren verheiratet und der Alkohol war seitdem immer ein Thema.
Anfangs habe ich oft und gern an den Wochenende gemeinsam mit meinem Mann gefeiert und auch gern getrunken.
Bei ihm hat es sich dann schleichend eingestellt dass er dann auch unter der Woche getrunken hat. Meist bleibt es beim Bier aber die Menge hat sich inzwischen immens gesteigert.
Jeden Tag Punkt 18 Uhr werden mindestens 6 x 0,5 Liter Bier getrunken.
Es können aber auch gut und gerne noch einige Liter mehr sein, je nachdem wieviel zur Verfügung steht.
Über die Jahre auch viele peinliche Situationen erlebt. Mit endlos Diskussionen mit aggressiven Zügen.
Mehrfach das Thema angesprochen aber meist wird es verharmlost da es ja "nur Bier" ist. Mittlerweile schläft er abends regelmäßig im Wohnzimmer damit er in Ruhe trinken und rauchen kann. Mich widert es nur noch an. Diese ständigen Bier- Ausdünstungen, das laute Geschnarche, permanente Apnoe und reden/ schreien im Schlaf.
Morgens öfter ne Aspirin dann ins Bett bis zum Mittag. Abends um 18 Uhr geht es von vorne los.
Seit 1 1/2 Jahren ist er nun ohne Arbeit. Ich bin die Allein- Verdienerin.
Vor ein paar Tagen ist er alkoholisiert spät abends verbal ausgerastet und ist meine Tochter und mich extrem laut angegangen. Zum Schluss kam er mir mit seinen geballten Fäusten sehr nahe dass wir Angst hatten dass er mich schlägt. Meine Tochter und ich waren die ganze Zeit ruhig und haben nicht zurück geschrien.
Ich habe meine Tochter aus der Situation gebracht und musste mich um sie kümmern. Sie hat dermaßen geweint und war zutiefst verängstigt und verletzt.
Ich habe am nächsten Tag eine unglaubliche Wut in mir gespürt. Unsere Tochter ist für ihr Alter sehr reif, zuverlässig und lieb, nie macht sie uns Kummer und dennoch wird sie so angegangen nur weil sie gerne ab und zu mal am Wochenende länger ausbleiben möchte.
Mein Mann hat uns am Folgetag komplett ignoriert als wenn wir etwas falsch gemacht hätten. Ich hätte mir gewünscht dass er sich aus tiefsten Herzen entschuldigt aber Fehlanzeige.
Im nüchternen Zustand ist er nett, hilfsbereit und erfüllt uns jeden Wunsch. Unternehmungen gemeinsam gibt es leider kaum. Es sei denn ich organisiere etwas dann kommt er ab und an mit. Am liebsten sitzt er zu Hause auf der Couch spielt stundenlang am Handy und abends guckt er Fernsehen.
Ich habe bald einen Beratungstermin weil ich eine Trennung anstrebe. Ich habe allerdings große Angst dass er ausrasten und mir etwas antut. Deshalb muss ich die Trennung in Ruhe und durchdacht planen. Wir wohnen in einem kleine Haus zur Miete. Da meine Tochte und ich Haustiere haben möchten wir gerne hier wohnen bleiben. Mein Mann kann sich das Haus ohnehin nicht leisten.
Hat jemand von Euch ähnliches durch? Wie habt Ihr die Trennung geschafft?
Vielen Dank und liebe Grüße
Eine Leidensgenossin