Bendecho77 - Packen wirs an

  • Guten Tag allerseits,

    Es ist für mich schon unglaublich hilfreich zu sehen, dass ich absolut nicht alleine bin mit dieser Erkrankung und Euch allen mein allergrößten Respekt.

    Aber mal zu mir. Ich könnte glaub ich seitenweise schreiben über mich und den Alkohol. Schreiben über Geschichten und viele Vermutungen über warum wieso und weshalb. Aber ich versuche mich mal kurz zu fassen.
    Ich bin zarte 39 Jahre alt. Selbstständig. Seit einem halben Jahr alleinerziehender Vater. Getrennt von der Ehefrau und seit mehreren Jahren (kann den Start nicht definieren) habe ich ein Alkoholproblem. Ich Lebe mit meinen beiden Kindern 7 und 10 auf einer niemals endenden Baustelle weil Zeit und dann das nötige Geld es fertig machen zu Lassen, mangelware ist.

    Ich bin seit 3 Monaten Nüchtern mit einem kurzen 14 tägigem Rückfall. ( Ich formuliere es für mich positiv)

    Ja ich habe ein riesiges Paket zu tragen. Für diese Erkenntnis brauchte ich eine Weile. Und der Alkohol diente mir als Flucht vor der Erkenntnis und vor der Beziehung zu meiner nochFrau.

    Mein Glück und mein Grund dem Alkohol den Rücken zu kehren ist meine tolle Partnerin die mir leider das Messer an die Brust setzen musste. Alleine Sie und meine Kinder sind es wert diesen weg der Abstinenz zu gehen. Und es ist so viel schöner und ehrlicher. Aber trotzdem ist mir das Risiko eines Rückfalls iim Moment sehr bewusst. Ich denke meine Geschichte im ganzen ist zu Umfangreich um das hier bei der Vorstellung ab zu arbeiten. Aber es tut mir sehr gut zu erzählen und diese Last los zu werden. Vielleicht ergibt sich hier ja das ein oder andere Gespräch.


    Vielen Dank für die Aufnahme und Euch allen alles Gute

  • Hallo Bendecho77,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst und dass du es jetzt "anpacken" willst.

    Ich bin für mich nüchtern geworden, weil ich so nicht mehr weiterleben konnte und wollte. Alles andere mit meiner Frau und Kindern
    hat sich dann von selbst ergeben und zum Guten entwickelt.
    Was machst du wenn du plötzlich wieder alleine sein solltest? Ist trinken dann wieder eine Option?

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die ein dauerhaft abstinentes Leben anstreben.
    Kannst du dich da wiederfinden, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Du schreibst von einem 14-tägigen Rückfall, wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Vielen Dank für die nette Begrüßung,


    Das Thema Alleinsein ist ein sehr zentrales. Ich lerne das grade damit um zu gehen wenn niemand bei mit ist. Vor 3 Monaten verzog ich mich in mein „Loch“ nach Abschieden von Herzensmenschen (auch nur für Tage) und hab getrunken. Mein kleiner Rückfall war vor 3 Wochen. Meine Kinder verbrachten 2 Wochen der Ferien bei der Mutter (300km entfernt) Zusätzlich ein aggressives Schreiben der gegnerischen Scheidungsanwältin obwohl alles eigentlich geklärt war. Trieb mich für gesamt 14 Tage zurück zu diesem Gift. Aber ich kann mittlerweile etwas besser mit Alleinsein umgehen und will das noch weiter verbessern.

    Mir ist absolut klar dass es nur komplett abstinent geht. Ich denk es ist normal dass man innerlich Verhandlungen führt. Aber im Gegensatz zu früher kann ich mich selbst davon überzeugen dass ohne alles besser ist. Also die Frage ob es eine Option ist ist im Grunde leicht zu beantworten. Ich will es ohne schaffen, ganz klar!

    Einmal editiert, zuletzt von Bendecho77 (18. September 2025 um 11:53)

  • Danke für deine offene Antwort.
    Du möchtest für dich in Zukunft ein abstinentes Leben führen, sehr gut.
    Ob du dich als Alkoholiker siehst, konnte ich noch nicht herauslesen, denn das ist ja nicht zwangsläufig der Fall.

    Die Erkenntnis Alkoholiker geworden zu sein,ist der erste wichtige Schritt zur Akzeptanz, zu akzeptieren dass ich süchtig bin und nie wieder Alkohol kontrollieren kann.
    Siehst du dich als Alkoholiker oder hast du "nur" ein Alkoholproblem?

    Warum frage ich das?
    Ein Alkoholproblem könnte gelöst werden, die Alkoholkrankheit nicht, sie ist chronisch und kann nicht geheilt werden, aber sie kann durch absolute Abstinenz gestoppt werden.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist auf dem richtigen Weg.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.

    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Nayouk24 18. September 2025 um 13:35

    Hat den Titel des Themas von „Packen wirs an“ zu „Bendecho77 - Packen wirs an“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Bendecho77

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Unsere Selbsthilfegruppe stützt sich auf bewährte Grundbausteine für ein abstinentes Leben. Wir respektieren, dass es auch andere Wege gibt – hier richten wir unseren Austausch jedoch bewusst an diesen gemeinsamen Grundlagen aus.

    Für dich als Einstiegslektüre die "Grundbausteine" für eine stabile Abstinenz und den "Notfallkoffer".

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo und willkommen hier im Forum. Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, dann findest Du hier wahnsinnig viel Unterstützung, und das ist jetzt wichtig: Zur Selbsthilfe, damit Du Deinen eigenen Weg findest. Es ist anfangs schwer mache Kommentare zu verstehen oder einzuordnen. Streicheleinheiten wirst Du hier nicht finden, nur die ungeschminkte Wahrheit.

    Ich bin auch selbständig und weiß was es heißt finanzielle und betriebliche Sorgen mit nach Hause zu nehmen. Ich habe meine Gedanken oft mit Alkohol weggewischt. Heute ist das anders und das Geniale daran ist, es ist möglich und absolut erstrebenswert.

    Also ließ Dich ein und schreibe Deine Gedanken, Deine Sucht betreffend, hier nieder. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man hier zeigt dass sich etwas bewegt, dann bekommst Du auch viele Informationen zurück.

    Bis neulich. René

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Hi,

    auch von mir herzlich willkommen hier im Forum Bendecho. Und einen guten Austausch.

    Ein paar Sachen, die mir beim Lesen von Dir aufgefallen sind.

    Der einzige Grund warum eine Alkoholiker*in trinkt ist, weil sie süchtig ist. Weil sie muss. Das ist sehr wichtig zu wissen, weil es allen "Scheingründen", die Mensch sich so einredet, einen Riegel vorschiebt.

    Außerdem schreibst Du, dass der Hauptgrund für Deine Abstinenz Deine Partnerin ist. Du hast die besten Aussichten Deine Sucht erfolgreich zu stoppen, wenn Du es nur für Dich selbst machst. Denn dann kann Dir auch nichts passieren, wenn Deine Partnerin nicht (mehr) da ist.

    Du schreibst das Du alleinerziehender Vater bist. Für Deine Kinder ist es eine Notwendigkeit, das Ihr Vater nicht trinkt.

    Mein Eindruck ist das Du Deinen Rückfall auf die leichte Schulter nimmst. Das solltest Du besser nicht tun, sondern Dir genau anschauen, was dazu geführt hat und warum Du dann gleich zwei Wochen weitergetrunken hast. Wenn Du das für Dich rausfindest, verbesserst Du Deine Chancen, das so etwas nicht mehr passiert.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Außerdem schreibst Du, dass der Hauptgrund für Deine Abstinenz Deine Partnerin ist. Du hast die besten Aussichten Deine Sucht erfolgreich zu stoppen, wenn Du es nur für Dich selbst machst. Denn dann kann Dir auch nichts passieren, wenn Deine Partnerin nicht (mehr) da ist.

    Das war meinerseits falsch formuliert. Meine Partnerin war der Auslöser für den Entzug. Und natürlich ist sie immer noch der Grund zusammen mit den Kindern abstinent zu bleiben. Aber ich lerne immer mehr einfach selbst der Grund zu sein den Verzicht bei zu behalten. Es macht wenig sinn von der einen Abhängigkeit in die nächste zu rennen.


    Mein Eindruck ist das Du Deinen Rückfall auf die leichte Schulter nimmst. Das solltest Du besser nicht tun, sondern Dir genau anschauen, was dazu geführt hat und warum Du dann gleich zwei Wochen weitergetrunken hast. Wenn Du das für Dich rausfindest, verbesserst Du Deine Chancen, das so etwas nicht mehr passiert.

    Auf gar keinen Fall. Der Rückfall war mir absolut eine Lehre wachsamer und aufmerksamer zu sein. Der Körper und der Kopf testen einen mit dem Gefühl ach ein Glas Wein ist doch kein drama usw. Jetzt weiß ich was da immer wieder auf mich zukommen wird. Ich nehme den Rückfall nicht auf die leichte Schulter ich nehme diese Erfahrung und filtere mir die Warnsignale raus und werde es beim nächsten möglichen inneren verhandeln besser machen.


    Aber schon mal vielen Dank für die konstruktiven Bemerkungen und Anregungen

    beste Grüße Bendecho

  • Also meine Familie ist sauber, da entstehen keine Verlockungen oder Themen. Spannend wird es da mit dem Freundeskreis. Bei dem es einfach „normal“ ist ein Bier zu trinken wenn man sich trifft. Mein Haushalt selbst ist absolut alkoholfrei. Meine Freunde wissen das auch mittlerweile. Bringen aber dann ihr Bier selber mit wenn sie mich besuchen. Hier stellt sich für mich eine Frage, wie soll ich mein Verhalten gegenüber den Freunden kommunizieren? ich habe Freunde bei denen ich weiß ich könnte ehrlich sein und mich ihnen anvertrauen. Aber auch Freunde die das dann ins lächerliche ziehen und das eher nicht ernst nehmen. (wahrscheinlich sinds dann keine Freunde)

  • Bringen aber dann ihr Bier selber mit wenn sie mich besuchen.

    Du bist gerade mal 3 Monate dabei. Da wäre es mir zu riskant, wenn meine Freunde Bier, das ich früher auch missbräuchlich gesoffen habe, in meine Bude bringen. Da wäre mir der Versuchung viel zu groß, mich dort zu bedienen bzw. mich einladen zu lassen.


    Wohl gemerkt, das ist meine Meinung. Heute schleppt mir keiner Bier an. Meine Hütte ist bierfreie Zone.

  • Ich hab ganz viel darüber nachgedacht.
    Bei mir ist aktuell die Scharm noch ein großes Thema. Somit begründe ich mein nicht Trinken mit vermehrten Migräneanfällen nach Alkoholkonsum. Also dnn wieder schwer den andren das Mitbrigen zu verbieten. Und stand jetzt komm ich gut klar damit weil ich einfach wachsam bin

  • Aber ich lerne immer mehr einfach selbst der Grund zu sein den Verzicht bei zu behalten

    Auf meinem nüchternen Weg habe ich schnell gewusst, dass nüchtern zu sein kein Verzicht, sondern eine Bereicherung ist. Verzicht heißt Kampf und Verzichtsgedanken ist als gegen Alkoholsucht anzukämpfen. Als Alkoholiker kann ich nie einen Kampf gegen die Alkoholsucht gewinnen. Und genau mit dieser Einsicht, gehe ich doch als Sieger meinen nüchternen Weg. Ganz ohne Kampf und ohne Verzicht.

    Zu akzeptieren, dass ich gegen Alk keine Chance habe, hat mir sehr geholfen mich davon zu befreien.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Bei mir ist aktuell die Scharm noch ein großes Thema. Somit begründe ich mein nicht Trinken mit vermehrten Migräneanfällen nach Alkoholkonsum.

    Irgendwann gehen Dir die Ausreden aus. Dann ist es ander Zeit für "klare Kante", zumindest was den mitgebrachten Alkohol anbelangt.

    In den Grundbausteinen wird ganz klar der alkoholfreie Haushalt empfohlen. Wenn Deine Freunde mit Bier kommen, ist er es nicht mehr.

    Für mich bis Du bei den Treffen viel zu nah am Stoff dran. Wer weiß, wie lange Deine Nummer noch gut geht.


    Was bringt es Dir, dass Deine Freunde in Deiner Bude genau Deinen Lieblingsstoff konsumieren?

  • Hi Bendecho,

    ich kann deine Sorge total verstehen. Ich hatte sogar anfangs das Gefühl, meine Freundschaften zu "verraten" oder zu hintergehen, wenn ich mich als Trinkpartner nicht mehr zur Verfügung stelle. Total schwachsinnig, da sich von meinen Vollräuschen außer dem Wirt keiner was kaufen kann, aber ich hatte echt Bammel vor den "Geständnissen".

    Trotzdem kann ich dir sagen, dass mir hier schonungslose Offenheit in Form von "ich möchte nicht mehr trinken müssen" am meisten geholfen hat. Ich bin fast überall auf Verständnis gestoßen (hatte besoffen auch mehr als genug Scheiße gebaut) und kann seitdem auch mal Freunde treffen und kann ohne Rechtfertigung ne Apfelschorle trinken.

    Natürlich kam vereinzelt der Kommentar "ah, mal wieder Trinkpause zwinker zwinker", da hab ich noch ein " Nein" ergänzt, um das auch für mich nochmal klarzustellen und das wars.

    Du musst es wirklich für Dich wollen. Ich bin natürlich auch froh, dass meine Lebensgefährtin von einer nüchternen Beziehung profitiert und das darf man auch sein, aber das ist nur ein willkommenes Nebenprodukt. Ganz oben in deiner Hierarchie stehst in diesem Fall Du!

    LG und alles Gute, Soapstar

  • Ich habe im Moment das vielleicht tückische Gefühl stabil zu sein und bin der Meinung ich muss versuchen mich ab zu härten. Aber ich verstehe schon dass es im Moment oder vielleicht für immer leichter ist dem ganzen aus dem Weg zu gehen

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