• Du liest dich so richtig positiv gestimmt auf deinem neuen Weg in die Abstinenz. Wünsche dir gutes Gelingen und einen hilfreichen Austausch.

    Hast du dir auch schon etwas überlegt, was du mit der Zeit anfängst in der du früher getrunken hast? Ein Hobby vielleicht oder was sportliches?

    Besonders wenn du zur Entspannung / Belohnung getrunken hast, hast du da schon Ersatz gefunden, z.B. einen besonderen Tee oder Kakao?

    Schön, dass man dies herauslesen kann. Ich bin auch positiv gestimmt. Nicht euphorisch, nicht niedergeschlagen - einfach irgendwie "ruhig", "abgeschlossen". Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch grübel, Ängste habe etc. Vor allem natürlich Versagensängste, da ich über Jahre geeiert bin. Und weil sechs Wochen einfach nichts sagen. Am Ende des Tages ist aber alles richtig und das ist ein gutes Gefühl.

    Zeit habe ich ohne Alkohol nicht übrig. Ich habe keine Leere oder Langeweile weggetrunken. Vielleicht mal zu Beginn der Alkoholikerkarriere. Ich habe getrunken, weil ich süchtig bin und nur so funktioniert habe.
    Ich verteile die Zeit anders, sorge dafür, dass ich mich ausgiebig an der frischen Luft bewege, mit Hund keine große Anstrengung. Jetzt aber z. B. nicht nur die Notwendigkeit, sondern ausgiebig. Oder ich suche mir gezielt einen Film, ein Buch aus. Ich stricke wieder; monotone Beschäftigung für die Hände und den Kopf, die mich beruhigen bzw. entspannen.

  • Und weil sechs Wochen einfach nichts sagen.

    Sehe ich anders. Als ich (einmal in meinem Leben) eine Trinkpause von vier Wochen gemacht habe, war das ein Wahnsinnskampf. Sechs Wochen wäre utopisch gewesen.

    Deine innere Einstellung scheint schonmal recht gut zu passen. :thumbup:

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hi Keke,

    zunächst einmal herzlich willkommen hier. Dann meinen Glückwunsch und Respekt zu sechs Wochen Abstinenz. Stay strong.

    Ansonsten liest Du Dich organisiert und entschlossen. Gute Voraussetzungen.

    Für mich ist diese SHG mit weitem Abstand der Hauptbestandteil meines Hilfesystems. Hier habe und lerne ich einen schlichten und einfachen Weg sowie das entsprechende Mindset. Ich mache keinerlei Experimente und will nicht das Rad neu erfinden. Dazu ist die Sucht zu tödlich. Und so mache ich etwas, was ich sonst in meinem Leben nicht so leicht tue. Ich folge der Herde der Menschen, die erfolgreich stabil abstinent sind und in den meisten Fällen zufrieden sind. Immer einen Schritt nach dem anderen.

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Ich folge der Herde der Menschen, die erfolgreich stabil abstinent sind und in den meisten Fällen zufrieden sind. Immer einen Schritt nach dem anderen.

    Danke für den Willkommensgruß.
    Der Herde folgen -ich weiß nicht, ob es so ist. Natürlich lese ich kreuz und quer, nehme Sachen für mich heraus, sortiere sie. Vielleicht, um in deinem Bild zu bleiben, suche ich meinen Weg, um der Herde folgen zu können. Schaue, welche Klippen sie umschiffen und wie.
    Manches muss wirken.

    Zum Beispiel der alkoholfreie Haushalt. Warum das? Wenn ich will, dann ... Im Januar, in der Alkoholpause, habe ich nicht darauf geachtet. Der Wein konnte stehen, hat mich nicht interessiert. Dann habe ich wirklich zufällig 2 Proseccodosen gefunden, die ich vergessen hatte. In dem Moment habe ich sie nicht getrunken, es hat mich allerdings wahnsinnig getriggert. Und die Hintertür (wenn der Januar vorbei ist) war nicht nur angelehnt, sondern weit offen.

    Oder alkoholfreies Bier. Ich fand es übertrieben. Selbst wenn es mit 0,5 geladen ist; im Orangensaft sind auch 0,4 drin. Aber: was mache ich denn damit? Ich trinke es doch, um "dazu zu gehören". Zum wem? Zu denen, die trinken. Deshalb geht es nicht für mich.

    Das sind so zwei Beispiele. Diese veränderten Einstellungen sind nicht über Nacht gekommen, ich lese seit mindestens einem Jahr hier. Habe mir sozusagen einen Vorsprung für meinen Ausstieg geholt, um alles zu tun, dass dieser Weg jetzt eine Einbahnstraße bleibt.

  • Hi Kecke,

    Deine beiden Beispiele zeigen ganz gut, wie ich nicht vorgehe. Ich habe Schritt für Schritt die Grundbausteine einfach umgesetzt. Keine Diskussion. Und das Erste, was ich umgesetzt habe, war ein alkoholfreies Zuhause. Ich trinke nichts, was schmeckt, riecht oder aussieht wie Alkohol. Ich betreibe maximale Risikovermeidung.

    Wie geschrieben mir von Anfang klar, wenn ich überhaupt eine Chance haben will, dann darf ich keine Experimente und möglichst keinen Fehler machen. Dazu ist meine Sucht zu stark und zu tödlich.

    Du schreibst von Willen. Ich trete meiner Such nicht mit Willen entgegen. Nicht mit Entschlossenheit, Wissen, negativen Erfahrungen, Erkenntnissen, ....... Weil wenn ich das tun würde, gibt es eine gute Wahrscheinlichkeit das ich doch die erste Buddel wieder trinken würde.

    Also kontrolliere ich das einzige, was ich sicher kontrollieren kann. Ich nähere mich nicht geistig, seelisch und körperlich auf Armlänge Alkohol.

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Also kontrolliere ich das einzige, was ich sicher kontrollieren kann. Ich nähere mich nicht geistig, seelisch und körperlich auf Armlänge Alkohol.

    Guten Morgen Kazik,

    meine Beispiele bezogen sich auf meine Vergangenheit und das "Herdenwissen". Ich habe es hier gelesen (Wissen), nicht geglaubt, und bin letztlich (Erfahrung) gescheitert.

    Dass du im Verhältnis zu deiner Sucht keine Entschlossenheit, kein Wissen etc. benötigst und insbesondere der zitierte Satz sind für mich nicht greifbar.
    Um Kontrolle auszuüben, benötige ich doch zwangsläufig Referenzwerte, also Wissen. Um dich nicht auf Armlänge dem Alkohol zu nähern, benötigst du doch Willen.

    Und letztlich versuchst du doch auch zu kontrollieren, was du nicht kontrollieren kannst. Du antizipierst mögliche Verläufe (Wissen, Erfahrung) und reagierst im Vorfeld darauf.

    Ich kann hier in meinem Umfeld alkoholfrei leben, völlig problemlos. Haushalt ist substanzfrei, Umfeld trinkt nicht, ich arbeite im Homeoffice. --> dieses "Nest" unterliegt meiner absoluten Kontrolle. Ich lebe doch aber nicht nur im "Nest". Ich verlasse es bsw. im November geschäftlich und lebe dann 10 Tage im Hotel. Für diesen Teil brauche ich Willen, Entschlossenheit, Wissen etc., denn diese Situationen kann ich nur zum Teil kontrollieren.

    Oder als anderes Beispiel: Ich möchte nicht nur essen, (alkoholfrei) trinken, schlafen und arbeiten, sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Hier rede ich nicht von Trinkgelagen, sondern einfach ein Treffen mit Freunden, den Theaterbesuch etc. Auch wieder Situationen, die ich nur zum Teil kontrollieren kann. Also brauche ich Strategien für mich, die ich mit Wissen und Erfahrung entwickle.

    LG Kecke

  • sondern auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen

    Das ist ja klar. Ich lebe auch gefühlt unter einer Glasglocke, also in einem sehr alkoholfreien Umfeld. Aber es gibt auch Situationen da bin ich nicht unter der schützenden sicheren Glasglocke.

    Aber meine Abstinenz ist inzwischen sicherer geworden. Ich bin stabiler geworden.

    In Cafés treffe ich mich mit Freunden und bin irgendwie auch in einem anderen Umfeld unterwegs als noch zu nassen Zeiten.

    Außerhalb meiner Glasglocke muss der Notfallkoffer abrufbereit sein.

    Die Zeit hilft hier wirklich viel. Nüchtern zu leben wird normal. Aufmerksam bleiben ist wichtig, aber auch Gelassenheit gehört dazu.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • aber auch Gelassenheit gehört dazu

    Ich denke das ist auch wichtig um das Leben genießen zu können. Risikominimierung ist wichtig aber ich möchte nicht, dass das Monster "Alkohol" so viel Macht hat, mir ein gesellschaftliches Leben zu verwähren.

    Ich nähere mich nicht geistig, seelisch und körperlich auf Armlänge Alkohol.

    Bei dieser Aussage geh ich bei geistig und seelisch absolut mit aber krampfhaft jede Situation zu meiden wo Alkohol getrunken wird (Theater, Oper, Vernisagen, Klassentreffen, Geburtstage, Hochzeiten etc.), das möchte ich nicht. Dann kann ich mich daheim einsperren und ab und zu auf einen Kindergeburtstag gehen. So hab ich mir dann mein selbstbestimmtes, abstinenzes Leben nicht vorgestellt.

  • Wenn man Angst vor dem Alkohol hat ist das nicht gut, dann ist man mMn noch nicht soweit, man muss Respekt haben aber bitte keine Angst.

    Kecke du bist super vorbereitet so wie ich das lese. Bei dir klingt das 100% nach glücklicher Abstinenz.

    Auch den Alkohol als Monster zu bezeichnen finde ich nicht richtig, obwohl ich am Anfang auch auf den Zug aufgesprungen bin, der Alkohol hat auch seine guten anderen Seiten nur ich/wir konnten nicht damit umgehen. Ihn zu verteufeln ist anfänglich ok aber später sollte man realisieren das man selbst schuld ist an seiner Misere und nicht der Alkohol oder andere Leute.

    Meine Kindheit war auch der horror aber so ist das nunmal mein Vater hat auch viel durchmachen müssen...

    Das ist nicht wertend nur meine Meinung oder so wie ich die Dinge momentan sehe.

    Achso zuerst mal auch von mir ein herzliches willkommen Kecke

    Gruß R/no

  • Also brauche ich Strategien für mich, die ich mit Wissen und Erfahrung entwickle.

    Am Anfang ist die Startegie Risikominimierung, da meine Firewall erst im Aufbau ist. Ich weiss doch gar nicht was kommt und ob sie halten wird.
    Wissen über die Alkoholkrankheit war ein wichtiger Bestandteil, und vieles was ich hier gelesen habe, konnte ich dadurch bestätigen, aber eben nicht alles.
    Wenn ich hier vom 25ten Rückfall lese, immer wieder nach dem gleichen Muster, dann habe ich es als "wahr" angenommen, ich habe es akzeptiert.

    Selbstversuche können tödlich sein. Ich hüpfe ja auch nicht in der Mitte eines frisch zugefrorenen Sees herum, um herauszubekommen, ob mich das Eis trägt.
    Die Erfahrung anderer sagt mir, dass es nicht trägt und ich noch eine Weile warten muss, bis das Eis dicker ist, bis meine Firewall gefestigter ist.
    Und selbst dann taste ich mich in vorsichtigen Schritten nach vorne, immer bereit, sofort wieder zurückzugehen.

    Die Erfahrungen, die das Leben für mich bereit hält, kommen von ganz alleine. Aber die Häufigkeit und Intensität kann ich selbst steuern.
    Aus diesem Grunde wird hier im ersten Jahr zu äusserster Zurückhaltung geraten.
    Ja, das hat Einfluss auf das soziale Leben, und ich tue gut daran, die Zeit für mich zu nutzen, mich auf die kommende Zeit vorzubereiten, meine Firewall genau zu kennen und ein gutes Gefühl dafür zu entwickeln, wie dick das Eis ist.

    -------------------------------------------------------
          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • „Gesellschaftliches Leben“ – klingt harmlos. Aber ist es nicht genau das Leben, das damals zur Sucht geführt hat? Wo fängt man an, Unterschiede zu machen? Wie viele Gläser sind „okay“? Und woher weiß ich, dass es nicht wieder genauso endet, wenn ich mittendrin bin?

    Am Anfang des nüchternen Weges ist das alte, nasse Verhalten noch tief verankert. In Gedanken sind Feste, Feiern und Begegnungen automatisch mit Alkohol verknüpft. Man hat sich jahrelang darauf eingerichtet, immer griffbereit, immer versorgt.

    Wenn ich jetzt einfach wieder ins "gesellschaftliche Leben" zurückgehe, ohne etwas verändert zu haben, dann ist das kein Neustart.

    Es ist besser eigen nasse Gedanken neu ausrichten: Es gibt ein gesellschaftliches Leben auch ohne Alkohol. Erstmal stabil werden. Nicht in Konfrontation gehen. Und nicht Strategien entwickeln , wo früher die Trinkpausen endeten.;)

    Natürlich bedeutet der Anfang auch Verzicht. Natürlich ist Frust dabei, wenn man nicht überall dabei sein kann – obwohl das Wollen noch tief verankert ist. Ich kann mich auch entscheiden, wieder zu saufen Dann mache ich einfach weiter wie früher. Oder ich halte kurz inne und frage mich: Warum habe ich eigentlich aufgehört? Oder besser noch , warum musste ich aufhören?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • „Gesellschaftliches Leben“ – klingt harmlos. Aber ist es nicht genau das Leben, das damals zur Sucht geführt hat? Wo fängt man an, Unterschiede zu machen? Wie viele Gläser sind „okay“? Und woher weiß ich, dass es nicht wieder genauso endet, wenn ich mittendrin bin?

    Guten Morgen,

    nein. Es war nicht das gesellschaftliche Leben als solches, das war ich allein. Es hat mich keiner gezwungen.
    Zum anderen definiere ich "gesellschaftliches Leben" nicht damit, mich in den Biergarten zu setzen etc. Einfach "wieder unter Menschen gehen".

    Im Moment meide ich alles, was ich nicht zwingend muss. Bedeutet konkret, dass mich eine geschäftliche Verpflichtung im nächsten Monat aus meinen vier Wänden zwingt. Alles andere (Einladungen etc.) ist nicht zwingend und findet in diesem Jahr nicht mehr statt, im nächsten Jahr nicht gleich.

  • . Es war nicht das gesellschaftliche Leben als solches, das war ich allein. Es hat mich keiner gezwungen.

    Sagt ja keiner.

    Du hast aus freien Stücken gesoffen. Wenn nicht allein, still und leise zu Hause im Kämmerlein, dann eben mit Menschen um dich herum. Das hat immer Einfluss auf ein Trinkverhalten, und es ist eben auch mit gewissen Situationen eingebrannt, unterbewusst suchtgesteuert, in Arealen, die eben nicht greifbar sind.

    Suchtkrank heißt auch, dass ich die Kontrolle verloren habe.

    Bedeutet konkret, dass mich eine geschäftliche Verpflichtung im nächsten Monat aus meinen vier Wänden zwingt

    Mich zwingt niemand zu etwas, wenn ich krank bin oder außerstande wäre, etwas zu tun, das mir im Nachhinein schaden könnte. Das liegt immer alleine meiner Verantwortung.

    Ich kann zwar verstehen, dass es immer einen inneren Konflikt gibt und man glaubt, handeln zu müssen, damit alles um einen herum nicht zerbricht.

    Aber es sind nicht die Umstände, der Beruf oder die Sucht, die krank sind – das bin nur ich selbst.

    Dir dazu ein gutes Gelingen.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mich zwingt niemand zu etwas, wenn ich krank bin oder außerstande wäre, etwas zu tun, das mir im Nachhinein schaden könnte. Das liegt immer alleine meiner Verantwortung.

    Richtig. Vielleicht ist "zwingen" auch ein unpassender Begriff. Ich will meinen geschäftlichen Verpflichtungen nachkommen. Das war auch das einzige, was mir in Trinkzeiten Struktur gegeben hat. Die Tätigkeit ist dieselbe, die ich ansonsten auch im Homeoffice ausübe. Sie ist nicht verbunden mit abendlichen Geschäftsessen etc. Ich arbeite von 08.00 Uhr bis ca. 17.30 Uhr und übernachte anschließend in einem Hotel ohne Restaurant/Hotelbar/Minibar. Den Ablauf kenne ich ebenso.

    Es gibt nichts, was mich da triggert. Eher das Gegenteil. Wenn ich solche Seminare in der Vergangenheit gegeben habe, war dies (außer 1 Mal) mit einer Trinkpause verbunden, da der Arbeitsaufwand so hoch ist, dass ich den nur nüchtern bewältigen kann.

  • Hi Kecke,

    wie sich das liest, hast Du in dem Hotel ja Dein alkoholfreies "Zuhause". Also einen Ort, wo die hingehen kannst, wenn Suchtdruck aufkommt. Zusätzlich würde ich immer ausreichend (alkoholfreies) Trinken dabei haben. Ordentlich trinken hilft gut bei aufkommendem Suchtdruck. Kennst Du die HALT Regel? Folgende Gefühlszustande solltest Du vermeiden. Hungry (hungrig und durstig). Angry (wütend). Lonely (einsam). Tired (müde). Ansonsten solltest Du natürlich Deinen Notfallkoffer mitnehmen. Hier im Forum ist eigentlich immer jemand, heißt Du kannst hier jederzeit schreiben, falls die Hütte brennen sollte oder auch nur so. Das die Seminare bisher fast immer mit einer Trinkpause verbunden waren, würde für mich keinerlei Sicherheit darstellen. Im Gegenteil ich wäre sehr vorsichtig damit, dass dieser Gedanke sich nicht festsetzt und Du zurückkommst und meinst jetzt geht ja wieder was. Auch bezüglich des vermeintlichen "Wissens" um eigene Trigger wäre ich sehr vorsichtig. Das Suchthirn ist, wenn es darum geht an Alkohol zu kommen, sehr kreativ. Deshalb ist Risikovermeidung eben auch der einzige sichere Weg.

    Noch zwei Gedanken zu den Dingen nach meinem letzten Post an Dich geschrieben wurden.

    Angst. Ich habe keine Angst vor Alkohol. Aber ich habe Respekt vor Alkohol. Das ist mein Suchtstoff. Und bei mir muss eine Warnlampe aufleuchten, wenn ich mich auf Armlänge Alkohol nähere, denn dann muss ich handeln. Ansonsten tut mir Alkohol nichts.

    Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Ich nehme an meinen gesellschaftlichen Leben teil. Allerdings gibt es von mir neue Spielegeln. Die Vereinbarung ist, dass niemand aus meinem Umfeld (privat oder beruflich) in meiner Gegenwart Alkohol trinkt, wenn wir verabredet sind. Außerdem treffe ich mich nur an Orten, die "unbelastet" sind und an denen nicht im Umfeld vermehrt Alkohol konsumiert wird. Und ich gehe nicht auf Feiern, Feste, Veranstaltungen, auf denen ich selbst schon getrunken habe und auf denen auch von anderen Leuten aus meinem Umfeld getrunken wird. Was für Menschen aus meinem Umfeld die keine Alkoholiker*innen sind, ja auch "okay" ist. Deshalb treffe ich mich beispielsweise mit Geburtstagskindern aus meinem Umfeld alleine oder im kleinen Kreis ohne Alk. All das klappt für mich gut und ohne Probleme. Ich lebe gefühlt auch nicht unter einer Glasglocke, weil ich mich auch zu meiner nassen Zeit mit Menschen getroffen habe, ohne dass dabei getrunken wurde.

    Liebe Grüße Kazik

    ------------------------------

    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Hallo und Guten Abend zusammen,

    vier weitere Wochen packe ich auf mein Trockenkonto. Ruhig, zufrieden und unspektakulär.

    Ich lese jeden Tag im Forum, höre Podcast, lese Artikel über das Thema - meine Form der Aufarbeitung. Diese Anfangseuphorie, wie sie oft geschildert wird, ist bei mir nicht vorhanden. Ich vermisse sie nicht. Ich genieße den Gleichklang, dieses ruhige Fließen, Tag für Tag.

    Natürlich ist nicht alles rosig. In die "Loblieder der neuen Freiheit" und "alles so schön ohne Alkohol" mag ich nicht einstimmen. Dazu schenkt mir mein Suchthirn zu oft entsprechende Gedanken. Kein Suchtdruck, sondern die "üblichen" Pseudoargumente. Dann helfen Grundbausteine, alles meiden und auf den nächsten Tag warten. Fünf Euro in das Geht-vorbei-Sparschwein.
    Aber es ist auch gut. Tief in mir ist es ruhig, ist es ausgetrunken.

    Ab und an juckt es mich, hier zu schreiben; offensichtlich verwerfe ich dies wieder. Irgendwie ist alles schon geschrieben. Grundbausteine befolgen und alle Situationen vermeiden. Es gibt keinen Sondertrockenweg.

    Liebe Grüße
    Kecke

  • Hallo Kecke, das sehe ich anders.Sicher sind die Eckpunkte klar.Jedoch gibt es immerwieder interessante Diskussionen die eine Sache von verschiedenen Seiten beleuchten.Das Wichtigste ist, das du am Thema dranbleibst.Für mich ist es jedenfalls eine gute Stütze geworden. Gruß Bono

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!