Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Hey Absti. Vorbereitung hat mir bisher geholfen, mental und auch Dinge dabei zu haben die im Notfall helfen, bei mir ist das zum Beispiel ein scharfes Bonbon, was Süsses (hab ich immer am Mann) oder auch einfach auf die Brust klopfen, soll bei Stress und Unruhe helfen, bei mir funktioniert es, nicht immer aber oft.

    Gut reagiert mit rausgehen aus der Situation. Training um den Druck rauszulassen und sich abreagieren ist auch einer meiner besten Helfer. :thumbup:

    Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.

  • Mal kurz Hand auf's Herz, was machst du, wenn es jetzt wärmer wird und überall Menschen draußen sitzen und manche davon irgendwas Alkoholisches trinken? War das mit dem Döner nicht die Erinnerung, weil du dort selber mal gesessen bist?

    Klar kannst du Orte meiden, wo Menschen explizit zum Trinken hingehen, so wie die Biergärten, aber wenn du unverhofft in so eine Situation gerätst, brauchst du ja auch eine Steategie. Nicht, dass du dich irgendwann einschließt und nur noch deine Frau schickst?

  • Ich denke mal laut mit.;)

    Was bringen all die Maßnahmen, wenn im Kopf noch eine Ecke sitzt, die sagt: „Ich weiß, ich bin Alkoholiker – aber ein kleines bisschen will ich doch noch dabei sein“?

    Solange diese Rest‑Ambivalenz da ist, dieses „Ja, aber…“, wirken selbst die besten Maßnahmen nur begrenzt. Das Suchthirn läuft weiter, ruft alte Muster ab, was soll es auch anderes tun, das ist schließlich sein Job. Es reagiert wie immer: „Sauf was, dann ist alles gelöst.“

    Trocken sein heißt für mich auchb das Kopf, Verhalten und Risikominimierung in dieselbe Richtung zeigen müssen. Gleichschritt. Wenn der Kopf das nicht wirklich akzeptiert, bleibt immer eine Lücke offen und durch die funkt das Suchtsystem zuverlässig rein.

    Einen festen Zeitplan, wann der Saufdruck verschwindet, gibt es eigentelich nicht. Aber die Tendenz, die ich hier über die Jahre im Austausch immer wieder gesehen habe, ist eindeutig: Je mehr ich mich mit meinem neuen Leben fern vom Saufen arrangiert habe, je stabiler meine Routinen sind und je zufriedener ich damit werde, desto leiser wird das Ganze.

    Am Ende verliert das Suchthirn einfach seine Bühne.

    Dir alles Gute, Abstinenzler.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mal kurz Hand auf's Herz, was machst du, wenn es jetzt wärmer wird und überall Menschen draußen sitzen und manche davon irgendwas Alkoholisches trinken?

    Nicht hingucken. Garnicht erst hingehen, zur Not weggehen. Ich weiß ja die Orte wo gesessen wird und wo nicht

    Heute trinke ich nicht

  • Was bringen all die Maßnahmen, wenn im Kopf noch eine Ecke sitzt, die sagt: „Ich weiß, ich bin Alkoholiker – aber ein kleines bisschen will ich doch noch dabei sein“?

    Ich will NICHT dabei sein. Bin froh das ich nicht dabei bin!! Ich will mich weder mit den Leute unterhalten, abhängen oder sonst was. Saufen kann ich alleine. Es sind halt die Saufgedanken die kommen. Mir tut es gut wenn ich nicht getriggert werde

    Heute trinke ich nicht

  • Ich will NICHT dabei sein. Bin froh das ich nicht dabei bin!!

    Das glaub ich dir, dass du nicht dabei sein willst. Aber das Suchthirn sagt nun mal etwas anderes. Wenn das alles nur über Denken funktionieren würde, würde hier kein Süchtiger rumlaufen.

    . Mir tut es gut wenn ich nicht getriggert werde

    Du hattest in den Jahren mehrere Anläufe, dann den Rückfall. Das ist keine Kritik, sondern einfach dein Suchtverlauf, und damit bist du nicht allein das ist bei den meisten so. Jedes Mal nach dem Wegstellen hattest du den Willen, und es wurde auch besser.

    Nur am Ende hat das Suchthirn gewonnen, weil es dich immer wieder getriggert hat. Es hat dich überzeugt, wieder zu saufen – genau so läuft das Muster. Warum sollte es jetzt plötzlich anders sein, solange das Suchtgehirn weiter quengeln kann, bis es bekommt, was es immer bekommen hat?

    Verstehst du, was ich meine?

    Es ist dann eben auch mal wichtig, gegenzuhalten, wenn die Überzeugung des Saufzentrums mal nicht so stark ist.;) Auch mal auf die Zähne beißen, sich mitteilen, den Frust rauslassen –so wie du es heute gemacht hast. Reden, schreiben, statt alleine im Kopf zu kreiseln.

    Das letzte Mal hast du es allein ausgemacht und gesoffen. Jetzt bist du hierher gekommen. Weiter so!

    Und dann eben in 24‑Stunden‑Schritten denken. Mehr muss es gar nicht erstmal sein.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Nur am Ende hat das Suchthirn gewonnen, weil es dich immer wieder getriggert hat. Es hat dich überzeugt, wieder zu saufen – genau so läuft das Muster. Warum sollte es jetzt plötzlich anders sein, solange das Suchtgehirn weiter quengeln kann, bis es bekommt, was es immer bekommen hat?

    Gestern war so schönes Wetter, wir waren Einkaufen. Wieder Saufgedanken. Wie werde ich bloß diese scheiß Saufgedanken los? Ich wünschte sie würden nie wieder kommen. Es nervt und stresst.

    Weiterhin maximaler Abstand zum Alk

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Absti, darf ich mal fragen, wie alt du bist? du musst nicht genau antworten, also zwischen 30 und 35 zwischen 50 und 55 oder so würde mir schon genügen. Ich frage aus folgenden Grund.: In meinen früheren Jahren wollte ich oft mit dem Rauchen und saufen aufhören. Aber jedes Mal kam dieser Gedanke: „Du bist noch jung, das gehört doch dazu. Das ist die Zeit zum Feiern.“ Und genau mit diesem Gedanken habe ich jeden Rückfall immer wieder für mich geschmückt und gerechtfertigt – weil ich dachte, Vernunft kann noch warten.

    hast du auch ähnliche Gedanken

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Gestern war so schönes Wetter, wir waren Einkaufen. Wieder Saufgedanken. Wie werde ich bloß diese scheiß Saufgedanken los? Ich wünschte sie würden nie wieder kommen. Es nervt und stresst.

    Hey da bist du nicht alleine, an der Sache knabbern wir noch eine Weile. Mir ging es die letzten Tage/Wochen echt schlecht und Ich hatte keine größeren Eingaben des Suchthirns, wahrscheinlich weil ich wusste das es dann schlimmer wird. Jetzt sehe ich wieder ein kleines Licht am Horizont und "Bang" es klopft wieder mal an.

    Vorher hab ich das Dach geplant, wieviel Sparren, Schindeln usw., war die ganze Zeit beschäftigt mit rechnen, planen....dann kam der erste Gedanke ob mein alter Freund mir wieder helfen könnte (er ist Zimmermann) der wieder zurück in Sachsen ist, mir ist bewusst das er auch Alkoholiker ist bloß halt nicht trocken, also hab ich die Idee gleich wieder verworfen. Ein paar Minuten später, ich bin alles im Kopf durchgegangen wie es ablaufen soll, hab ich mich dann vor meinem neuen Häuschen sitzen sehen, alles schick und ich ganz stolz mit ein paar Freunden die mich dann gefragt haben ob sie Bier trinken dürfen, ich hab dann geantwortet ja klar bringt mir bitte auch was leckeres mit, worauf hin ich gefragt wurde was denn...da wurde mir dann bewusst wie hinterhältig das Suchthirn ist und ich war wieder in der Spur.

    Das war alles in einem Zeitraum von Minuten, irgendwie wie ein Traum, das kam über die Belohnungsschiene. Du bist nicht der einzige, ich bin auch nicht sicher. Ich hoffe das tröstet dich ein bisschen.

    Ich saß ja ganz alleine auf dem Sofa und hab Holz und Gedöns in den Warenkorb gelegt und plötzlich saß ich mit Freunden in Gedanken am Lagerfeuer...

  • Shoppen gehen könnt Ihr doch, wenns regnet. 😉

    Waren nur im Discounter ^^

    Hallo Absti, darf ich mal fragen, wie alt du bist?

    Kurz vor 40. Nein, habe für 30 Personen gefeiert in meinem Leben. Thema ist durch. Nur noch Sport, Entspannung und normale Sachen

    und ich ganz stolz mit ein paar Freunden die mich dann gefragt haben ob sie Bier trinken dürfen, ich hab dann geantwortet ja klar bringt mir bitte auch was leckeres mit, worauf hin ich gefragt wurde was denn...da wurde mir dann bewusst wie hinterhältig das Suchthirn ist und ich war wieder in der Spur.

    Ja das ist schon echt krass. Die Sucht verlangt ihr Suchtmittel. Wie Hartmut schrieb das Verlangen ist Nebenwirkung der Sucht.

    Jetzt zum Beispiel ist wieder Ruhe- es klopft mal an und verschwindet wieder. Danke

    Heute trinke ich nicht

  • Nein, habe für 30 Personen gefeiert in meinem Leben.

    Dein Suchtgedächtnis wird das nicht überzeugen. Aber vielleicht ist das auch der Schlüssel für Dich?

    Ich habe bei Dir wie auch bei dem jetzigen Suchtdruck gedacht, warum triggert Dich das? Sonne = Saufen. Ich habe erst mit Ende 40 ernsthaft mit dem Saufen angefangen. Vorher in Zeiten oft hartes missbräuchliches Trinken. Ich hatte, wenn ich wollte mehr als genug Sonne und Saufen.

    In den 10 Jahren abhängigen Trinken habe ich fast ausschließlich alleine bei mir zu Hause getrunken. Aber nicht, weil ich es verbergen wollte. Ich habe sowieso alleine gewohnt. Ich wohne in einer Großstadt. Heißt, rund um meinen jeweiligen Wohnort gab es immer gut besuchte Orte wo ich in Gesellschaft hätte saufen aka feiern können. Und das in der Woche bis spät in die Nacht und am WE rund um die Uhr. Aber das wollte ich überhaupt nicht.

    Für mich waren spätestens die letzten Jahre des Saufens meine selbstgemachte Hölle aus Saufen und Depressionen. Da war schon sehr lange überhaupt nichts mehr schön am Saufen. Als ich aufgehört habe, hatte ich die Schnauze gestrichen voll.

    Worauf ich hinaus will ist, vielleicht hast Du die Schnauze noch nicht richtig voll?

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Waren nur im Discounter

    Weiterhin maximaler Abstand

    Passt für mich, ehrlich gesagt, nicht so ganz zusammen.

    Ich kenne einen Discounter, der in Sichtweite der Kassenschlangen lange Regale mit runtergesetzter Quengelware für Erwachsene platziert. Da hab ich mir früher auch gern "was Besonderes gegönnt".

    Kann Deine Frau nicht für eine Weile, solange Du solche Probleme mit Suchtdruck hast, ohne Dich einkaufen gehen und Du nimmst ihr dafür etwas anderes ab?

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