Bibitor 66 - 43 Jahre im Rausch reicht

  • Wenn wir nächste Woche Essen gehen, passe ich natürlich auch auf, dass sich im Essen kein Alkohol versteckt. Zur Not frage ich nach.

    Soßen werden gerne mit Alk abgelöscht, da lohnt sich ein intensiver Blick auf die Karte, leider wissen nicht alle Kellner ausreichend Bescheid. Ich lasse, falls ich mir unsicher bin, meine Frau vorkosten, wenn die grünes Licht gibt, esse ich das Gericht. Auch rieche ich gerne mal am Essen, falls ich Stoff wittere, esse ich es nicht.


    Das nur als kleiner Tipp.

  • Soßen werden gerne mit Alk abgelöscht, da lohnt sich ein intensiver Blick auf die Karte, leider wissen nicht alle Kellner ausreichend Bescheid. Ich lasse, falls ich mir unsicher bin, meine Frau vorkosten, wenn die grünes Licht gibt, esse ich das Gericht. Auch rieche ich gerne mal am Essen, falls ich Stoff wittere, esse ich es nicht.


    Das nur als kleiner Tipp.

    Hallo Carl Friedrich,

    das ist eine gute Idee. Ich kann meinen Mann kosten lassen, wenn die Sachlage nicht eindeutig ist. Gestern habe ich erwähnt, dass mein Mann gelernter Koch ist. Er hat auch hier zu Hause gerne Speisen/Soßen mit Alkohol abgelöscht. Aber das darf er jetzt nicht mehr. Und was soll ich sagen, dass Essen schmeckt trotzdem hervorragend.

    Danke für Deinen Tipp.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ich lasse niemanden für mich Vorkosten.

    Wenn jemand kein Alkoholiker ist, hat er auch nicht die Rezeptoren, die Alarm schlagen. Ein kurzes Gespräch mit dem Koch reicht völlig aus. Das kann hinter der Theke stattfinden, wenn ich mich am Tisch nicht traue, den Kellner zu fragen.

    Ich bin für meine Nüchternheit verantwortlich und mache niemanden zu meinem Mitverantwortlichen. Und wenn mal etwas schiefläuft, mache ich mir den Vorwurf selbst. Damit ist der Schuldige schon vom Tisch. ;)

    Ich übernehme Verantwortung für mich, für meine Abstinenz, für mein Leben. Ohne Ausreden, ohne Delegation.

    Jede Vernachlässigung meiner Risikominimierung ist mein Kompromiss.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Tag 123

    Gedanken: Warum hat sich bei mir, bei den zahleichen Selbstversuchen trocken zu werden und zu bleiben, nicht dieses Gefühl des inneren Friedens eingestellt? Sehr sehr lange habe ich darüber gestern nachgedacht. Dann kam ich auf die hier oft erwähnte "Faust in der Tasche." Ich glaube zu verstehen was damit gemeint ist. Ich habe mir ja nie eingestanden, wirklich Alkoholikerin zu sein. Ich dachte tatsächlich ich hätte den Alkohol im Griff. Selbst bei meiner längsten Trockenphase (1 Jahr/Führerscheinbedingt)stellte sich dieses befreiende Gefühl nicht ein. Klar. Ich wollte nur meine Pappe wieder haben und habe mich nicht mit meiner chronischen Erkrankung auseinandergesetzt. Ich wartete nur ab das ich das Jahr überstehe und mich wieder betanken kann. Diesmal ist es anders. Wenn man nicht zu der Erkenntnis gelangt alkoholkrank zu sein, würden sämtliche eigenmächtige Trocknungsversuche mit der "Faust in der Tasche" ablaufen. Ich habe keine "Faust in der Tasche." Ich fühle mich befreit. Ich werde nicht aufhören an mir und meinem Umfeld zu arbeiten. Ich möchte nie wieder zurück in dieses stressige Leben das nur von Selbstbetrug getragen wurde.

    Heute Vormittag hole ich mir noch meine zweite Gürtelrose-Impfung ab. Ich hoffe mir tut mein Arm nicht wieder eine Woche lang weh. Die Nadel war schon verdächtig lang. Im Vergleich zu meinen kleinen Thrombose-Spritzen, die ich mir nach der OP selbst in den Bauch jagen durfte. Ein paar meiner Kollegen/innen hatten Gürtelrose. Auch jünger wie ich. Das muss sehr schmerzhaft sein. Eine hat sogar einen bleibenden Nervenschaden davon getragen. Durch deren Erfahrungen, habe ich mich mal wieder eingelesen. Ich hatte als Kind auch Windpocken. Also bin ich gefährdet. Interessant beim Einlesen war für mich, dass diese Gürtelroseimpfung wohl auch gegen Demenz vorbeugend wirkt. Na dann. 2 Fliegen mit einer Klappe.

    LG und ich hoffe es geht Euch allen gut

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Guten Morgen Bibi,

    Ich habe mir ja nie eingestanden, wirklich Alkoholikerin zu sein.

    Für mich ist das DIE zentrale Erkenntnis.

    Ich war auch schon einmal jahrelang abstinent, ohne mir eingestehen zu können, Alkoholikerin zu sein. Daher kann ich es jetzt rückblickend auch gar nicht wirklich als „Rückfall“ sehen, dass ich dann irgendwann wieder angefangen habe zu trinken, denn ich war nie wirklich trocken.

    Ich konnte dann zum Glück nach ein paar weiteren Jahren wieder den Einstieg in den Ausstieg schaffen, und noch mehr Glück führte mich dann hier ins Forum, und das Lesen bei anderen Alkoholiker:innen half mir sehr dabei, die Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, wirklich bis in die Tiefen durchdringen zu lassen. Bei mir hat das aber echt lange gedauert.

    In diesem Sinne - wünsch ich dir hier weiterhin ein gutes Ankommen und einen guten Austausch. Ich lese auf jeden Fall gerne bei dir.

    Viele Grüße und Daumen gedrückt für die Impfung heute.

    Thalia

  • Ich kann mich da wirklich wiederfinden, bei dem was ihr schreibt. (Thalia und Bibi). Ist das eine Erkentniss meinerseits ?? Ganz klares JA! Ich fass mal kurz zusammen. Mein persönlicher Tiefpunkt/ Kapitulation vor der Sucht/ Die Einsicht: -ICH BIN ALKOHOLIKER-/ Ich will so nicht mehr / Ich hol mir Hilfe! / Die Trockenarbeit und Selbstfürsorge beginnt!. Ich wünsche euch einen schönen Einstieg in die neue Woche. LG Bono

  • Hallo Ihr Lieben,

    Impfung hat gut geklappt. Habe heute den anderen Arm hingehalten und bis jetzt tut er noch nicht weh. Mensch wenn ich könnte, würde ich wirklich hüpfend und pfeifend durch die Gegend laufen. :) Hüpfen geht wegen der Kniee nicht und Pfeifen kann ich leider seit ca. 15 Jahren nicht mehr. Da ließ ich mir meine komplette Kauleiste oben überkronen. Aber ich saß glücklich und grinsend in meinem Auto mit schöner Musik. Empfand kein Stressgefühl bei der Parkplatzsuche und auch nicht im Wartezimmer beim Arzt. Und was mir noch auffiel, kein einziger Gedanke darüber, ich könnte was vergessen haben. Das plagte mich nämlich auch oft.

    Ich bin da und ich bleibe. Das Leben ist schöööööön.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • So jetzt habe ich wunde Finger und ihr gleich überanstrengte Augen.

    LG

    Ist aber gut, das alles hierzulassen. Es erleichtert dich sicher etwas. Da kommt ja eine Menge zusammen, was nach 2023 bei dir abgelaufen ist. Da meine verstorbene Partnerin damals auch im ÖD war, kann ich mich noch erinnern, das sie ihren Job sehr gerne gemacht hat, in einem tollen Team.

    Da ist sehr viel schief gelaufen bei dir. Auf Fairniss und Anerkennung der Leistung, braucht man heutzutage meist nicht mehr hoffen. Die Arbeitswelt ist rau geworden. Schneller, höher,weiter, ohne Rücksicht auf Verluste. Die Menschlichkeit bleibt da oft auf der Strecke.

    Ja und dann der Marsch durch die Bürokratie. Als Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, hättest du dir am Anfang deines Arbeitslebens sicher nicht vorstellen können, was dir später bevorsteht.

    Ich hoffe, das deine Familie zu dir steht und dich physisch und psychisch unterstützt. Lass deine Sorgen und Probleme hier im Forum. Das hilft sicherlich.Ja und ganz wichtig, stell deine Abstinenz ganz vorne an! LG Bono

  • Hi Bibi,

    danke für Deine Offenheit. Ich werde das respektieren.

    Und ich hoffe das Dich das niederschreiben etwas entlastet hat.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Bono59   Kazik Ja es entlastet mich tatsächlich. Das war für mich echt eine harte Zeit. Von der Psyche her, habe ich den ganzen Mist zum Glück schon weitgehend verdaut. Ich bin froh diesen Vogel nicht mehr sehen zu müssen. Das allerbeste ist meine Trocknung. Denn die gibt mir gerade am meisten Kraft. Das Leben geht weiter.

    Sicher könnt Ihr Euch vorstellen, dass durch diese ganze Situation auch mein Bierkonsum immer mehr wurde. Ein Alki weiß sich ja nicht besser zu helfen. Danke für Eure Worte.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • 4 Monate - Prio 1: Finger weg vom Alkohol

    Ich hatte eine recht unruhige Nacht. Mein gestriger schriftlicher Erguss, hat mich doch ganz schön aufgewühlt. Nach einem freundlichen Hinweis von oberer Stelle des Forums (Danke noch mal) ließ ich es wieder löschen. Will ja nicht, dass mir noch mehr auf die Füße fällt. Bei mir reicht es ja wirklich. Für die, die meinen ellenlangen Text gelesen haben nur soviel, sollte ich gesundheitlich wieder hergestellt werden, will ich eh dorthin zurück wo ich zuvor herkam. Nämlich in die freie Wirtschaft.

    Trotzdem war es für mich erleichternd das in Schriftform mal rauszulassen. Aber in diesem großen Forum muss man einfach vorsichtig sein. Alkis gibt es nun mal in sämtlichen gesellschaftlichen Schichten

    Heute ist wieder Frühstückstag. Ich treffe mich wieder mit meinen 2 Freundinnen. Wir gehen regelmäßig 1x im Monat zusammen frühstücken. Zum Austausch. Man sieht sich selten, da jeder mit seinem Leben und mit seinem Tun sehr beschäftigt ist. Ich für mich, komme mit dem ganzen Elend gut zurecht. Ich habe einen tollen Ehemann, tolle Kinder, tolle Enkel, tolle Freunde und ganz wichtig meine 2 geliebten Katzen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Er hat mich auch gleich gefragt, ob er denn was trinken könne. Dies habe ich bejaht. Nun haben wir ausgemacht, dass er meinen Mann und mich nächsten Sonntag abholt, und wir gemeinsam Essen gehen. Damit ich schon mal schauen kann, was es mit mir macht wenn jemand etwas trinkt

    Hallo Bibi,

    mir ist ist noch der obige Beitrag ins Auge gesprungen. Wenn den Freund schon fragt, kannst du ihn bestimmt bitten, nichts zu trinken. Gerade am Anfang solltest du alle Situationen vermeiden, bei denen getrunken wird.

    Und was ist, wenn es etwas mit dir macht? Du Suchtdruck hast, vielleicht auch nachträglich? Der Gefahr kannst du aus dem Weg gehen.

    Viele Grüße

    Seeblick

  • Hallo liebes Forum,

    das gemeinsame Frühstücken mit meinen Freundinnen war wunderschön. Ich wurde mit Komplimenten überhäuft. Ich hatte mich heute richtig aufgehübscht. In meinem Kleiderschrank fand ich beim Ausmisten zum Glück auch einige Klamotten, die mir vor der Abstinenz nicht mehr gepasst hatten. Hatte mir die Haare schön gerichtet und einen schönen Blazer angezogen. Der sich jetzt auch wieder zuknöpfen lässt. Die Freundinnen waren baff. Sie fragten sogar ob ich in einer Schönheitsfarm gewesen wäre. Das ging runter wie Öl. Nach dem Frühstück waren wir noch schön Spazieren und ich ging nach dem Treffen noch Einkaufen. Habe mich mit Ayran, Skyr, Buttermilch und Smoothies eingedeckt. Ein Freund von süßen Limonaden oder Cola war ich noch nie. Und nur Wasser, Tee und Kaffee ist auf Dauer auch nicht das Wahre.

    Mir geht es auf jeden Fall prima. Leider spüre ich die Impfung im Arm nun doch. Aber das ist normal. In einer Woche ist das auch wieder vorbei.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Ach und der Gewichtsverlust macht sich auch gewaltig positiv in meinen Gelenken bemerkbar. Natürlich komme ich nicht um eine erneute OP herum, aber die Schmerzen beim Laufen sind wesentlich weniger geworden.

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • hallo Bibitor 66

    kurzer tip, einige von diesen milchprodukten können spuren von alk enthalten, sowie zum beispiel bei kefir;)

    Oh Gott. Nö echt? Das ist einer von dem mit dem großen M und üller. Ich lese gleich mal die Rückseite. Darf ja nicht wahr sein. Ich habe letzte Woche schon einen getrunken. Geschmeckt habe ich nichts.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • hallo Bibitor 66

    kurzer tip, einige von diesen milchprodukten können spuren von alk enthalten, sowie zum beispiel bei kefir;)

    Puh. Noch mal Glück gehabt.

    üller-Kefir enthält keinen nennenswerten Alkohol, da er durch die Anpassung des Fermentationsprozesses und die Verwendung von speziellen Milchsäurebakterien (statt Hefepilzen) hergestellt wird. Nur bei der traditionellen Herstellung von Kefir kann durch Hefe ein kleiner Alkoholgehalt entstehen, der jedoch im industriell gefertigten üller-Kefir durch den Prozess kaum vorhanden ist.

    Trotzdem Danke. Da muss man nun ganz schön aufpassen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

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