NiMaCo - Co-Abhängige

  • Hallo,


    ich bin seit 24 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir haben zwei Söhne (6 und 10).

    Mein Mann hat schon immer viel Alkohol getrunken und das immer sehr gut vertragen. In stressigen Phasen trank er mehr, dann wieder weniger.

    Mittlerweile trinkt er nahezu täglich. Wenn er frei hat, fängt er schon mittags an und es gehen viele Flaschen Bier und oft noch mehrere Gläser Schnaps weg.

    Ich trinke überhaupt keinen Alkohol und deshalb behauptet mein Mann immer, dass ich zu übertrieben reagiere, wenn ich ihm sage, dass er zu viel trinkt.

    Er ist in Auseinandersetzungen gemein und macht immer wieder Dinge Zuhause kaputt, wenn er getrunken hat und sauer ist. Ich finde ihn auch total unfair.

    Am schlimmsten finde ich aber, dass er den Kindern dieses Verhalten vorlebt und letztens sogar eins unserer Kinder zum Sport bringen wollte, obwohl er 5 große Bier getrunken hatte!

    Das habe ich verboten und dann bin ich gefahren.

    Er war deshalb auf mich sauer und da habe ich begriffen, dass wir aus der Nummer nicht mehr so einfach rauskommen.

    Ich gehe am 1.12. zum ersten Mal zur Therapie. Ich brauche dringend Hilfe und Erfahrungswerte…

    Mein Mann weigert sich, Hilfe anzunehmen.

    Muss ich mich trennen? Kann man das auch gemeinsam schaffen?


    Ich bin einfach hilflos!

    Viele Grüße

  • Hallo NiMaCo,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe.

    Ich glaube dir, daß du dich momentan hilflos fühlst. Der Austausch mit den anderen hier kann dir beim Sortieren helfen. Gut ist, daß du genau hin schaust und eingreifst, wenn es um die Kinder geht.

    Damit wir dich fürs Forum freischalten können, klicke bitte auf diesen Link (die blaue Schrift) und schreibe einen Satz ins leere Feld.

    Danach wirst du freigeschaltet.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Linde66 23. November 2025 um 21:23

    Hat den Titel des Themas von „Co-Abhängige“ zu „NiMaCo - Co-Abhängige“ geändert.
  • Hallo NiMaCo,

    du bist jetzt freigeschaltet und kannst dich überall austauschen, nur bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Teilnehmern mit den orangeroten Namen.

    Komm in Ruhe an und wenn du Fragen hast, einfach stellen.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo NiMaCo,

    erstmal herzlich willkommen.

    Du schreibst

    Muss ich mich trennen? Kann man das auch gemeinsam schaffen?

    Nein, du musst garnichts. Es ist dein Leben und deine Entscheidung ob Trennung oder nicht. Ich kenne Leute, die es geschafft haben, wo der Abhängige Partner trocken geworden ist und sie zusammengeblieben sind.

    Aber das geht nur, wenn der Abhängige aus starkem Wunsch trocken werden möchte und das dann auch ernsthaft und Schritt für Schritt durchzieht.

    Mein Mann weigert sich, Hilfe anzunehmen

    Solange es noch so ist bei deinem Mann wird sich wohl nichts ändern. Jedenfalls habe ich es so erfahren mit meinem ersten Mann. Und ich lese es hier auch immer wieder, dass es so ist. Und solange dein Mann nicht aufhört zu trinken weil er süchtig ist und es nicht will oder schafft, solange hängst du mit drin.

    Es ist gut, dass du dir jetzt Hilfe suchst, was für dich tust. Denn das ist wichtig. Und vor allem, für deinen Mann kannst du nichts ändern aber für dich schon.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich möchte ihn auf der einen Seite nicht hängen lassen, denn wir sind schon ewig zusammen und haben so viel miteinander erlebt und auch viele Dinge gemeinsam erreicht. Aber selbst wenn ich ihm sage, dass ich das nicht mehr aushalte, dann belächelt er mich und es ändert sich nichts. Mittlerweile wird er sogar immer wieder fies und sagt Dinge, die er nicht zurücknehmen kann!

    Am schlimmsten ist es, wenn es vor den Kindern so blöd wird. Das versuche ich dann immer zu kompensieren, damit es für die Jungs nicht doof wird.

    Er sagt auch wirklich Dinge, die nicht der Wahrheit entsprechen!

    Unter anderem wirft er mir immer vor, dass ich mich darum kümmere, dass wir dreimal täglich gemeinsam essen. Er selbst isst nur einmal, manchmal zweimal. Er trinkt ja schließlich genug und hat dann keinen Hunger.

    Tatsächlich findet er es falsch, dass wir dreimal essen und bezeichnet es -auch vor den Kindern- als fressen!

    Alles dreht sich um das Essensthema, weil er weiß, dass er mich damit trifft. Ich wiege ein paar Kilo mehr, als es gut wäre, aber die Kinder sind beide schlank. Bei uns gibt es nur Fastfood, wenn mein Mann mitisst, weil er sich das dann wünscht und dann essen die Kinder etwas Ungesundes… das wirft er mir dann in der nächstbesten Situation wieder vor.
    An Tagen, an denen er morgens mit uns frühstückt, trinkt er nichts oder erst viel später. Deshalb versuche ich immer ihn von einem Frühstück zu überzeugen.

    Es ist einfach furchtbar! Jeden Tag hoffe ich, dass er nicht zum Alkohol greift und dann tut er es doch… In einem Monat gibt es vielleicht drei Tage, an denen er nicht trinkt. Da er gerade krankgeschrieben ist (auch tatsächlich krank, nicht nur so!), fängt er schon gegen 11 oder 12 Uhr an.

    Dadurch bleibt alles an mir hängen, das mit dem Auto erledigt werden müsste. Es ist zum Kotzen!

    Ich habe ihm gesagt, dass er Hilfe benötigt, möchte er nicht, weil er das Problem nicht sieht!

  • Hallo NiMaCo,

    ich habe nicht so viel Zeit zum Antworten, aber das möchte ich loswerden:

    Mein Ex-Mitbewohner hat mir auch immer vorgeworfen, dass ich ja zu viel Kaffee trinke, zu viel Schokolade esse etc. Im Grunde wollte er damit nur von seinem eigenen Problem, also der Alkoholsucht ablenken. So nach dem Motto: „solange du dich nicht änderst, muss ich es schon lange nicht tun. Du bist ja nicht besser, also lass mich in Ruhe. Guck lieber was du selbst für Fehler hast“.

    Und schon ist man wieder mit sich selbst beschäftigt und der andere kann in Ruhe trinken.

    Ich finde gemeinsame Majlzeiten mit den Kindern auch sehr wichtig. Wir sind oft auch nur zu dritt am Tisch gesessen, weil der Mitbewohner lieber gesoffen hat.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

  • Hallo NiMaCo

    Auch hier nochmal ein herzliches Willkommen bei uns.

    Da hat er ja zielsicher deinen wundesten Punkt getroffen. Ich kenne es auch, mit den Hinweisen auf das Essen. Das ist seine Art von sich und seinem Thema abzulenken. Mich hat das damals sehr getroffen, und dann war ich mit mir beschäftigt . Er hatte dann erst mal Ruhe und konnte weiter saufen.

    Leider kannst du nichts machen, dein Reden wird nichts bringen.

    Du kannst nur etwas für dich tun, damit es dir besser geht. Ich würde z.bsp keine Autofahrt für ihn übernehmen, nur die die für dich und die Kinder wichtig sind.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo NiMaCo,

    Das von Morgenrot könnte ich eins zu eins unterschreiben, auch deinen Satz " muß ich mich trennen " kenne ich nur zu gut. Dieser satz hat mich auch lange Zeit abgehalten Hilfe für mich zu suchen. Es brauchte Zeit aber ich habe angefangen ihn nicht mehr zubegleiten , ihn nicht mehr abzuholen, bei uns waren es nicht mehr die Kinder sondern die Enkel die gefahren und betreut werden mußten wo ich nicht mehr zulassen konnte . Ich habe immer mehr mein Leben selbst gestaltet. Aber es ist nicht leicht , weil mein mann genau die Punkte kennt wo er mich trifft wie zb. das Essen, Mahlzeiten. Wir sind nicht getrennt aber im Prinzip lebt jeder sein Leben ,das ist für mich im Moment eine Form des Lebens wo es mir gut geht .

    Ich möchte dir Mut machen dein Leben selbst zu gestalten, auch als Hilfe für deine Jungs.

    Mariexy

  • Danke, die vielen Antworten helfen mir sehr.

    Ich merke einfach, dass er mit seiner Art so viel kaputt macht und ich unglücklich bin. Seine Eltern wissen auch, dass er zu viel trinkt, aber sie leben so, als wäre nichts!

    Sein Vater ist Arzt und ich mag meine Schwiegereltern sehr. Bei dem Thema verschließen sie die Augen…

    Ich habe versucht sie ins Boot zu holen, aber das klappt nicht. Dass er so viel trinkt, macht mich echt fertig… und ich bin mir nicht sicher, ob er weiß, was er mir alles an den Kopf wirft. Aber das kann ich doch nicht hinnehmen. Ich habe ihm gesagt, dass Alkoholsucht keine Absolution für schlechtes Benehmen ist. Immer macht er mir Vorwürfe und versucht sich fein aus der Nummer zu ziehen.

    Dann plane ich ihn nicht zum Essen mit ein, weil er ja nur selten mit uns isst und dann ist er wieder eingeschnappt und betont vor den Kindern, dass ich ihn ja nicht gefragt hätte, ob er mit essen möchte!

    Total hinterlistig…

  • Bei dem Thema verschließen sie die Augen…

    kenne ich auch so, ich habe es als puren Eigenschutz erlebt. Ich habe heute noch den Satz der Schwiegermutter im Ohr. Wer den ganzen Tag hart arbeitet kann ja mal ein Bierchen trinken. Wobei mich das Wort "Bierchen" schon hat explodieren lassen.

    Kommen von deinen Kindern Fragen zu dem Thema? Sie bekommen ja alles mit und spüren genau, dass etwas nicht stimmt. Ich kann dir nur empfehlen ehrlich zu ihnen zu sein, es ihnen altersgemäß zu erklären, und ihnen ihre Wahrnehmungen nicht abzusprechen.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Naja, es nützt auch nichts, wenn deine Schwiegereltern es anders sehen/ machen würden. Nur dein Mann kann was ändern. Da er aber keine Einsicht hat, wird das auch nichts. Da könntet ihr machen, was ihr wollt.

    Aus seiner Sicht läuft ja alles super, er kann trinken, ein bisschen rummotzen, denn Schuld sind sowieso immer alle anderen und du kümmerst dich um alles. Wieso sollte er was ändern?

    Warst du schon mal bei der Suchtberatungsstelle? Da gibts auch Hilfe für Angehörige. Mir hat das damals sehr gut getan, mit jemand unbeteiligtem über alles reden zu können. Gerade weil auch Kinder im Spiel sind. Du bist für die Kinder mit verantwortlich. Lies dich mal hier bei den EKAs ein. Mir hat das grundsätzlich sehr geholfen, hier im Forum zu lesen. Und dadurch zu erkennen, dass nur der Trinker für seine Sucht verantwortlich ist und niemand im helfen kann, wenn er keine Hilfe will.

  • Mein Mann ist sauer, weil ich mir woanders Hilfe suche und sieht es als einen Vertrauensmissbrauch an, weil ich ja schließlich über ihn spreche und schreibe.

    Ich finde ihn so unfair!

    Mir fehlen echt die Worte und ich erkenne ihn nicht mehr wieder.

  • O.k., bitte sage ihm auf gar keinen Fall, daß du dich in einer online SHG angemeldet hast.

    Wir hatten hier das über die Jahre immer mal wieder, daß das nach hinten losgegangen ist.

    Es kann echt gefährlich werden, wenn sich Frauen anfangen Hilfe zu holen. Alkohol enthemmt. Nicht jeder Alkoholiker wird gefährlich, aber trotzdem lieber aufpassen.

    Du schreibst, daß er zuhause Dinge kaputt macht. Das heißt, er hat die Grenze überschritten.

    Es gibt Alkoholiker, die sitzen zeitlebens mit ihrer Bierflasche auf der Couch und schauen Fernsehen. Aber dein Mann wird aggressiv und macht Dinge kaputt.

    Was ist der nächste Schritt?

    Verstehst du? Pass auf dich auf.

    Informiere ihn nicht.

    Vielleicht kannst du ja sagen, daß du es dir anders überlegt hast, damit das jetzt nicht eskaliert.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ja, da habe ich auch schon drüber nachgedacht.

    Er haut gegen Türen oder schmeißt Fernbedienungen - nicht nach mir, aber halt auf den Boden.

    Das finde ich total erschreckend und auch dafür gibt er immer wieder mir die Schuld.

    Er beschimpft mich fies, wünscht mir den Tod, all solche Dinge sagt er… Ich erkenne ihn einfach nicht mehr. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass er mir etwas antun würde.

  • Das Bundeskriminalamt hat gerade den aktuellen Bericht über häusliche Gewalt veröffentlicht. Die Zahlen steigen leider.

    Ich will dir keine Angst machen, sondern dich nur ermutigen, dir für dich selbst Hilfe zu holen und ihm nichts darüber zu sagen. Wenn Männer merken, daß Frauen aus ihrer jahrelangen Co-Abhängigkeit ausbrechen möchten, kann es zu unvorhersehbaren Reaktionen kommen, vor allem wenn Alkohol im Spiel ist.

    Er gibt dir die Schuld, daß er das alles macht?? Das ist doch völlig verdreht.

    Schau, daß er dein Paßwort nicht kennt, lass dein Handy nicht herumliegen, lösche den Verlauf am PC. Einfach zur Sicherheit.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Das ist häusliche Gewalt. Die Schuld liegt IMMER beim Täter, niemals beim Opfer.

    Alkohol ist ein Nervengiftvund verursacht Wesensveränderungen. Klar kannst du dir das nicht vorstellen, dass er dir was tut, das heißt aber leider nicht, dass er das nicht machen wird. Glaubst du, irgendeine Frau wäre mit jemandem zusammen gekommen, der ihr beim ersten Date eine Ohrfeige gegeben hätte? Solche Prozesse entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. Ich denke, dass konnte sich keine Frau jemals vorstellen, bis es zum ersten Mal passiert ist.

  • Sag ihm nichts über deine Selbsthilfe, das kann und wird nach hinten los gehen. Wenn er merkt, das seine Komfortzone beginnt sich aufzulösen, wird er ziemlich „uncharmant“ werden.

    Natürlich wird er dir die Schuld für alles mögliche geben, im Grunde weis er ja das ER das Problem ist. Aber er kann es sich nicht eingestehen, und seine natürliche Schutzreaktion ist die, dir die Schuld zu geben. Nur so kommt er damit klar. Das ist eine ganz normale Reaktion und typisch für Süchtige.

    Ich habe das gleiche hier auch, allerdings mit vertauschter Geschlechterrolle. Insofern bin ich da im Vorteil, Mein Alkoholiker stellt zumindest körperlich keine Gefahr dar, das ist aber in deinem Fall ein noch unbekanntes Problem.

    Sei vorsichtig, die Sucht und deren Folgen bringen den eigentlichen Charakter zum Vorschein, Was du mal an deinem Mann so toll fandest war Erziehung und prägende Verhaltensmuster, diese spült der Alkohol früher oder später fort.

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