Guten Morgen!
Tag 10 ist geschafft und ich bin nüchtern!
Ich war gestern irgendwie von mir selbst genervt. Ich hatte eine ziemlich kurze Zündschnur und es krachte immer mal zwischen dem Nachwuchs und mir, gefolgt von einem schlechten Gewissen.
Ich bin alleinerziehende Mama eines Grundschulkindes und unser beider ADHS machte uns gestern zu schaffen. Ich hatte Schwierigkeiten, mit den Gedanken bei der Sache zu sein und der Nachwuchs hatte einen enormen Tatendrang und forderte gefühlt im 5-Minuten-Takt meine Aufmerksamkeit ein, was mich ja immer wieder aus meinem Gesankengang riss. Unser üblicher Helfer, die Eieruhr (30 min, in denen ich meins machen kann, dass 30 min Kinderzeit) funktionierte gestern nicht.
Trotzdem bin ich froh, dass ich nicht aus Wut den Weihnachtsmarkt sausen ließ, denn dann hätte ich mir ja selbst ins Knie geschossen. Der war dann auch echt schön. Wie waren auf einem kleinen in einer Nachbargemeinde. Ich kann den großen in der Stadt nicht mehr ab: zu voll, zu laut und an jeder Ecke stinkt es nach Glühwein (den mochte ich noch nie). Der Nachwuchs fand es auch schön, auch wenn Mama am Ende an den Ständen öfter "Nein" sagen musste. Der Abend war dann entspannter. Wir haben uns auf das Sofa gekuschelt und einen Film angemacht. Ich machte nebenbei Handarbeit, das holte mich schön runter. Ich war erleichtert, dass der Nachwuchs verstand, dass ich nicht im Bett bleibe, bis er schläft, weil ich noch 1h für mich alleine brauche.
Am Ende war ich froh, dass der Tag rum war, weil ich weiß, dass es solche Tage geben kann. Als ich dann am Abend alleine war, dachte ich, vor 2 Wochen hätte ich mit Sicherheit getrunken. Das war zwar kein Suchtdruck, aber für mich auch eine Art, wie der Alkohol sich in meine Gedanken schummelt. Ich muss da aufmerksam bleiben.