Und noch ergänzend: die Ferienwohnung würde hier vor Ort sein, keine 30 Autominuten entfernt. Denn einer von uns wird dann das Haus verlassen bei meiner Rückkehr, wenn er das nicht will, kehre ich dann einfach zurück? Und wenn er dann meinen Wunsch nach räumlicher Trennung respektiert, wäre es dann nicht nur fair wenn schon eine Übergangs-Unterkunft organisiert ist in die er kann?
Johanna89, bis zum Hals in Dysfunktionaler Beziehung und Co Abhängig
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Hallo Johanna,
ich bin da gedanklich ganz bei Linde66 , ich persönlich würde es ihm auch nicht vor der Abfahrt mitteilen, sondern wenn du schon weg bist.
Du hast ja geschrieben, dass er eine diagnostizierte narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, dass macht ihn unberechenbar und in der Kombination mit dem Alkohol. Aus deiner Beschreibung heraus sehe ich dich und dein Kind massiv gefährdet und ich könnte mir vorstellen, dass es total eskaliert, wenn du ihm sagst, was du vorhast und was deine Forderungen an ihn sind.
Mal als Gedankenanstoß was mir dazu einfällt, aber vielleicht hast du da auch schon einiges durchdacht und/oder in die Wege geleitet:
--- deinen Bruder ins Boot holen und zwar schonungslos offen und ehrlich, nichts geschönt, den Scham beiseite schieben und die Karten auf den Tisch. Du brauchst Verbündete!
--- die Dienstreise nutzen, um Kontakt zu einer Anwältin aufzunehmen, außerdem das Jugendamt ins Boot holen. Jemand mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist durchaus in der Lage, dich als Gefährderin des Kindeswohls aussehen zu lassen, holst du das Jugendamt vorher ins Boot und informierst sie offen und ehrlich über deine Situation, bist du ihm zuvorgekommen und hast dich abgesichert
--- alle Dokumente und Unterlagen kopieren, wenn möglich Schließfach in der Bank anmieten und dort hinterlegen. Die Kopien dürfen nur für dich erreichbar sein
--- hast du ein eigenes Konto oder nur ein Konto mit gemeinsamen Zugriff? Wenn du kein eigenes Konto hast, dann schaff dir sofort ein eigenes an, wenn es zur Trennung kommt, wird er dir vermutlich sofort den Geldhahn zudrehen
--- wohin geht das Kindergeld? Wenn auf sein oder euer gemeinsames Konto, dann direkt ändern lassen
--- Frauennotruf kontaktieren? In dieser Situation würde ich auch dringend darüber nachdenken, mit deinem Kind in ein Frauenhaus zu gehen. Da hast du Unterstützung bei allen Dingen, die zu eurem Schutz geklärt werden müssen, die Situation solltest du meiner Erfahrung nach nicht versuchen, alleine zu regeln.
--- kannst du die wichtigsten Sachen (ein bisschen Bekleidung etc.)beispielsweise bei deinem Bruder oder woanders deponieren?
--- läuft dein Handvertrag über dich? Vorsichtshalber ein günstiges Prepaidhandy anschaffen, damit du Telefonate etc. führen kannst, ohne dass es für ihn nachverfolgbar ist
--- Passwörter ändern für alles, was irgendwie relevant ist
Ich will dir damit keine Angst machen, aber Frauen sind während der Trennung extrem gefährdet, Opfer von (noch mehr) Gewalt zu werden und im schlimmsten Fall einem Femizid zum Opfer zu fallen. Und das, was du schilderst, klingt nach einer ohnehin sge gefährlichen Situation für dich und dein Kind.
Pass gut auf euch auf!
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Ich denke auch, du solltest einige Dinge organisiert haben, bevor du ihm sagst, dass du eine dauerhafte räumliche Trennung willst. Vor allem brauchst du die Kopien von wichtigen Unterlagen und Zugriff auf ein Konto, was er dir nicht sperren kann.
Und wie und unter welchen Umständen du das dann mitteilst, musst du dir auch gut überlegen. Dein Kind sollte jedenfalls nicht dabei sein und nichts davon mitbekommen. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass das ein sachliches Gespräch bleibt.
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Hallo Johanna89, ich wollte dich nicht verunsichern oder in ein falsches Licht rücken, wenn geschehen bitte ich um Verzeihung.
Mein Anlass war lediglich, die Sache von einer anderen Seite zu beleuchten, nichts anderes. Ich bin IT-ler, die sind von Haus aus eher rational als emotional.
Wenn du das machst wie du hier geschrieben hast, überschreitest du vermutlich eine rote Linie bei Ihm, das sollte dir klar sein. Wenn überhaupt, solltest du ihm die Entscheidung erst mitteilen, wenn du weg bist. Passiert das zu Hause ist der Ausgang ungewiss.
Und wie 123 schrieb, Vorbereitung ist das wichtigste, er könnte dich auch im Suff am Schlawitchen packen und vor die Tür setzen, dann siehst du alt aus.
Ich gebe dir als Anhaltspunkt meine Vorbereitungen, aber das ist natürlich immer individuell. Und es muss „leise und unbemerkt“ erfolgen.
- Konto klären / eröffnen / Vollmachten entziehen, läuft das Konto auf deinen Ehemann und du hast Vollmachtsbedingt Zugriff, ein eigenes eröffnen und 50% verschieben.
- Kontoauszüge sichern
- Geburtsurkunden, Eheurkunde, Familienbuch, Papiere vom Kind sichern
- Versicherungsunerlagen, Verträge, Kaufbelege, Fahrzeugbrief sichten und sichern
Diese Dinge lagerst du aus, zu Angehörige oder Schließfach, es ist wichtig sie zu haben, ob du sie unmittelbar brauchst ist erst einmal unwichtig.
Vorbereitung ist das wichtigste überhaupt, überstürzte nichts. Nutze die Zeit innerhalb der Wohnung zu deinem Vorteil, hinterher ist es zu spät.
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Ach ihr Lieben, lieber Co-Pilot ,
ihr habt natürlich recht. In der Tat wäre ich, zumindest was Papiere angeht, nicht optimal vorbereitet.
Finanziell ist die Lage einfacher, ich habe ein eigenes Konto, Kindergeld usw. geht auch zu mir. Darauf hat er auch keinen Zugriff.
Und ich hätte dann natürlich aus der Ferne meine Entscheidung kommuniziert. Vielleicht ist das auch ziemlich naiv von mir zu glauben dass er sich kooperativ zeigt?
Wisst ihr was das doofe ist? Gefühlt drängt einen jeder zu diesem Schritt, und da hat man einen (nicht fertig gedachten Plan), ist sowieso völlig unsicher, und dann merkt man: lieber doch nicht. Ich bin jedenfalls froh dass ich ausser hier noch niemandem von dem Plan erzählt habe… das erhöht dann irgendwie den Druck es dann auf Teufel komm raus durchzuziehen.Deshalb bin Ich zugegebenermaßen froh, mein Vorhaben hier geschildert zu haben und eure Meinungen dazu zu hören.
Ein rationaler Blick (vor allem ein ITler-Blick :-)) kann da extrem hilfreich sein wenn man emotional völlig durch den Wind ist. (Sagt die, die ganz stolz ist dass sie mittels Installation von einem Switch das im Haus verlegte Lan-Netzwerk nutzen kann). Manchmal wünsche ich mir auch mehr Rationalität. Besonders in dieser Lage.
Ach so, vielleicht noch als Randinfo: das Haus ist zur Miete und wir stehen beide im Mietvertrag. Das Auto ist auf ihn zugelassen. -
Vielleicht ist das auch ziemlich naiv von mir zu glauben dass er sich kooperativ zeigt?
Kann sein oder auch nicht, das weißt du eben nicht vorher.
Die Unterlagen solltest du auf jeden Fall noch kopieren bzw. sichern.
Ansonsten ist dein Plan einer räumlichen Trennung sicher sehr sehr sinnvoll, bei dem was da bei euch abgeht. Vor allem auch für dein Kind!
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Du machst das richtig, hier im Forum kannst du deine Gedanken austauschen, und den einen oder anderen Tip mitnehmen. Nicht mehr und nicht weniger. Überstürze nichts, du gehst bitte dein eigenes Tempo und kein anderes.
Es ist ja auch ein schwerer Schritt, und je weniger „in der echten Welt“ etwas von deinem Vorhaben, oder auch nur von deinen Gedanken wissen, um so freier kannst du für dich entscheiden. Das ist ein Prozess, der innerlich in dir ablaufen muss. Das braucht Zeit, und wenn du so weit bist, fängst du an, das Konstrukt aufzubauen. Mit den ersten Vorbereitungen wie Unterlagen ….( in aller Ruhe ) kommt dann so langsam Bewegung rein und eins fügt sich zum Anderen.Lass dich nicht zu irgendwas hinreißen oder überstürzen, du hast Zeit, die Situation wird sich ja nicht schlagartig ändern.
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Ich danke euch.
Die Gelegenheit habe ich beim Schopfe gepackt und heute schon mal nach dem U-Heft, Impfausweis, den Ausweisen der Hunde, den KFZ-Briefen (Auto+Anhänger), … geschaut habe. Beim grossen A habe ich mir eine geräumige Dokumententasche bestellt. Da werde ich dann alles einsortieren. Dann habe ich mit einem Handgriff zumindest die Papiere parat.
Mein grober Plan hat sich vermutlich ohnehin zerschlagen.
Mein Kater ist plötzlich sehr krank geworden, und nun werde ich den geplanten Aufenthalt nächste Woche drastisch kürzen auf maximal 1 Übernachtung und mich auf die wichtigen Arzttermine beschränken. Das jetzt noch obendrauf, da wäre ein fernbleiben für länger (falls mein Mann nicht kooperiert) ohnehin ausgeschlossen. Und die nervlichen Reserven sind auch direkt wieder futsch.
Die ganze Situation macht so unfassbar müde.
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Johanna, wie sieht es mit anwaltlicher Beratung aus? Bitte mach das. Es gibt die Möglichkeiten der Wohnungszuweisung, über die Du Dich informieren solltest. Ich will hierzu nicht näher ausführen, da dies kein juristisches Forum ist und Rechtsberatung insoweit auch untersagt ist, aber ich rate Dir zum Fachanwalt für Familienrecht.
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Liebe Johanna,
ich habe angefangen, mich durch Deine Geschichte zu lesen. Ich bin zwar noch nicht fertig, aber ich wollte Dich bestärken, Dich mit guter Vorbereitung und bestmöglicher Absicherung räumlich zu trennen.
Mein xy hat auch die NPD-Diagnose mit Alkoholismus als Komorbidität. Wir wohnen zum Glück nicht zusammen und mein Teenager ist nicht sein Kind.
Aber es ist auch so schwer genug und es gab nicht nur emotionalen Mißbrauch, sondern auch schon zwei körperliche Vorfälle und einmal musste ich die Polizei anrufen, weil er nachts betrunken bei mir in der Wohnung war, total ausfällig mir gegenüber, und sich geweigert hat zu gehen.
Mir kommt das alles sehr bekannt vor, was Du schreibst.
Viel Kraft!! hiiumaa -
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