Somadi - Mein Mann, der Alkohol und wieder ein zerstörtes Weihnachtsfest

  • Ich habe gesagt, dass das stimmt, aber er es in der Hand hat. Ich werde zudem auch immer aus der Wohnung gehen, wenn da nur eine Flasche Bier steht. Und alkoholfrei zählt nicht. Zwar hat er dazu nur genickt

    Wenn Du sagst, Du verlässt ihn, musst Du es auch tun - sonst nimmt er Dich nicht mehr ernst. Dazu passt dann aber überhaupt nicht die Duskussion um die Flaschen auf dem Tisch. Entweder oder.

    Aus eigener Erfahrund kann ich Dir sagen, dass solche Gespräche nix bringen. Du versuchst eine Situation unter Kontrolle zu bringen, die Du so nicht unter Kontrolle hast,


    Du kann nur für Dich entscheiden, ob Du gehst oder bleibst und zu welchen Bedingungen. Und dann musst Du handeln.

    Einmal editiert, zuletzt von Lanananana (1. Januar 2026 um 10:31)

  • Hallo Ihr Lieben.

    Ich muss mich mal wieder melden. Heute war es nach 1,5 Wochen wieder so weit - mein Mann ist betrunken, laut und verletzend. Während ich abends mit dem Hund spazieren war, hat er sich die Kante gegeben. Ich hab mich jetzt im Gästezimmer eingeschlossen und schaue TV. Eigentlich wollte ich sofort wegfahren, wenn es so weit ist, aber es schneit gerade wie verrückt und es ist ziemlich glatt. Das wäre gerade sehr gefährlich und unvernünftig… trotzdem komme ich mir gerade wieder so schwach vor…

    Ich sehe es aber als kleinen Schritt, dass ich nicht mehr zu diskutieren versucht habe, sondern mich sofort aus der Situation rausgenommen habe. Ich hoffe, dass er nicht wieder nach mir ruft, wenn er volltrunken in seinem Arbeitszimmer sitzt oder dort am Boden liegt und nicht mehr aufstehen kann. Ich will ihm nicht helfen in seinem Suff, habe aber Angst, dass ich dann Angst bekomme und mein schlechtes Gewissen oder die Angst mich dazu bringt, doch nachzusehen.
    Jedenfalls liegen der Hund und ich jetzt ungestört vor dem Fernseher und schauen „unsere“ Serie weiter. Und morgen früh fahren wir erst mal in die kleine Wohnung…

    Es tut mir leid, dass ich nicht stärker bin…

  • Hallo Somadi,

    Es tut mir leid, dass ich nicht stärker bin…

    Du hast nicht mehr diskutiert und nicht versucht auf ihn einzuwirken. du hast die Situation verlassen, dass war gut. Nach einem solchen "Auftritt" von ihm, warst du sicher auch aufgeregt und es war besser kein Auto mehr zu fahren

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Somadi,

    Ich sehe es aber als kleinen Schritt, dass ich nicht mehr zu diskutieren versucht habe, sondern mich sofort aus der Situation rausgenommen habe.

    Das ist doch aber immerhin ein guter Anfang. Ein Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt.

    Du hast nicht versagt. Gegen seine Sucht kommst du nicht an, das ist klar. Du beginnst jetzt, dir eigene Wege zu suchen. Das ist Aktion und das ist gut. Du hast nicht versagt. Du hast angefangen zu handeln, in dem Rahmen, der jetzt möglich ist. Du hast einen Stein in's Rollen gebracht, daraus kann schon dann eine Lawine werden...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke, Aurora, ich hoffe, dass das so kommt und ich mich behaupten kann, was meine eigenen Bedürfnisse betrifft. Heute jedenfalls versuche ich, einfach zu schlafen und mir zu denken: „Nicht mein Problem, was da drüben passiert!“ Und kein Besoffener kann mir durch Geschrei oder Geschnarche meinen Schlaf rauben.

  • Mein Mann selbst erinnert sich ja nicht daran. Er weiß nicht mehr, dass er nachts um drei im Wohnzimmer am Boden lag und so lange brüllte, bis ich wach war. Er weiß nicht mehr, dass ich 30min brauchte, um ihn ins Bett zu bringen und auszuziehen. Er weiß nicht, dass es dieser Kraftakt war, der dazu führte, dass ich mir die Schulter verletzt habe. Er weiß nicht mehr, dass er mich beschimpft hat. Er weiß nicht , dass ich, nachdem er schon schnarchend im Bett lag, 2 Stunden weinend am Boden saß, neben mir ein verstörter Hund, der mir fürsorglich das Gesicht ableckte… er weiß das alles nicht. Und das Schlimme ist, er will es auch nicht wissen, denn -ich zitiere- er habe keine Lust auf Vorwürfe…

    Du solltest ihn mal auf Video aufnehmen und wenn er nüchtern ist zeigen. Er wird sich SO erschrecken!! Und das wiederholst du dann. Dann WEIß er was los ist

    Heute trinke ich nicht

  • ich finde dass keine gute Idee von Abstinenzler sondern eher gefährlich weil kein Mensch weiß wie der Mann reagiert. Habe es ihm auch schon geschrieben. Mal ganz abgesehen von rechtlichen Bedenken.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Du solltest ihn mal auf Video aufnehmen und wenn er nüchtern ist zeigen. Er wird sich SO erschrecken!! Und das wiederholst du dann. Dann WEIß er was los ist

    Nein, so etwas mache ich nicht. Abgesehen davon, dass es eine Straftat ist, ist so etwas unwürdig.


    Die Nacht war gut, nur bin ich leider mit schlimmer Migräne aufgewacht. Heute bin ich zu nichts fähig. Voll blöd. Wenigstens ist mein Mann wieder nüchtern und kümmert sich um den Hund.

  • Das mit der Migräne tut mir sehr Leid. Vielleicht war der ganze Stress der Auslöser.

    Konntest du dich abgrenzen und bist im Gästezimmer geblieben?
    Es ist doch schon ein Anfang. Du hast dich immerhin klar abgegrenzt. Das nächste Mal ist vielleicht kein Glatteis und es wird dir leichter oder leichter fallen, dass Haus zu verlassen.

  • Ja, Wichtelmama, ich blieb im Gästezimmer und habe durchgeschlafen bis heute Morgen.

    Tatsächlich triggert Stress auch meine Migräne. Das Wetter ist bei uns aber auch perfekt dafür. Kam wohl alles zusammen.

    Ich habe bis jetzt auch meine Ruhe und liege im abgedunkelten Zimmer. Da bleib ich auch erst mal.

  • Hallo 123,

    danke der Nachfrage. Die Migräne dauert bei mir immer nur einen Tag und danach habe ich noch 1-2 Tage so ein dumpfes Gefühl im Kopf. Das ist aber okay, denn es ist kein Schmerz. Ich war gestern auch arbeiten und durfte feststellen, dass es einigen meiner Kollegen wetterbedingt so ging. Bei uns ist heute Feiertag, was mir ganz recht kommt.

    Ansonsten hat sich die Lage wieder beruhigt, kein Alkohol sichtbar und mein Mann seit 2 Tagen auch wieder nüchtern. Ich weiß auch gar nicht, ob er sich am Samstag abgeschossen hat, denn ich bin ja sofort mit der Bitte, mich in Ruhe zu lassen, ins Gästezimmer gegangen, als ich Bier gesehen habe, und habe ihn erst am Sonntag wieder wahrgenommen. Mag sein, dass gar nichts passiert ist, ist mir aber auch egal. Hauptsache, ich erlebe das nicht mit. Ich will auch nicht anfangen, nach Alkoholverstecken zu suchen. Das habe ich nie getan und will es auch nicht tun. Es ist sein Leben. Und ich versuche, mit Eurer Hilfe, mich abzugrenzen. Da wirds noch viele Rück- bzw. Tiefschläge geben, aber ich arbeite dran.

    Seit Sonntag ist mein Mann wieder sehr lieb und kümmert sich um mich. Er hat sich auch vorbildlich um den Hund und den Haushalt gekümmert. Natürlich weiß ich, dass das nicht dauerhaft ist. Dennoch kommt mir jede ruhige Phase gelegen.

    Heute werde ich einen faulen Tag einlegen. Rumlungern im Jogginganzug. Den Feiertag muss man genießen.

    Der Hund ist bei unserer Dog-Sharing-Partnerin, mein Mann arbeitet im Homeoffice und ich bin einfach nur faul.

    Jetzt gibt’s erst mal den ersten Kaffee nach der Migräne.

    Bis bald.

  • Ich weiß auch gar nicht, ob er sich am Samstag abgeschossen hat, denn ich bin ja sofort mit der Bitte, mich in Ruhe zu lassen, ins Gästezimmer gegangen, als ich Bier gesehen habe, und habe ihn erst am Sonntag wieder wahrgenommen.

    Meiner Erfahrung nach ist es auch nicht wichtig, ob er sich abgeschossen hat oder nicht. Du warst konsequent und hast das umgesetzt, was du angekündigt hast, darauf kommt es an. Und du hast trotzdem nicht aus der Emotion heraus gehandelt, sondern hast aufgrund der Wetterlage keine waghalsigen Aktionen unternommen. Du hast so gut für dich gesorgt, wie es in der Situation möglich war.

    Seit Sonntag ist mein Mann wieder sehr lieb und kümmert sich um mich. Er hat sich auch vorbildlich um den Hund und den Haushalt gekümmert. Natürlich weiß ich, dass das nicht dauerhaft ist. Dennoch kommt mir jede ruhige Phase gelegen.

    Ich musste dann immer sehr auf mich aufpassen, dass dieses sehr liebevoll und bemühte, nach dem Konsum, nicht dafür gesorgt hat, dass ich auf der Stelle geblieben bin und dachte "Ach, so schlimm ist es doch nicht". Grade diese Phasen haben dann oft dafür gesorgt, dass ich meiner Wahrnehmung nicht mehr getraut habe und ich dachte, dass ich übertreibe. Natürlich habe ich auch die ruhigeren Phasen genossen (mein Partner hat jeden Tag exzessiv konsumiert- daher meine ich ruhigere Phase nur in dem Sinne, dass er für seine Verhältnisse punktuell wenig konsumiert hat, exzessiv war er trotzdem). Sie haben mich aber auch immer wieder in dem Denken festgehalten, dass ich doch etwas bei ihm bewirken kann. Was ich natürlich nicht konnte.

    Genieß den Tag und zu dir etwas gutes!

    Liebe Grüße 🌞

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