Danke euch. Meine größten Gedanken sind einfach: ich habe es alles kaputt gemacht wegen meiner Trinkerei. Hatte so viele Chancen bekommen.
Ich habe aber auch viel gelernt, dass der Alkohol ein erlerntes Verhalten ist, negative Gefühle zu unterdrücken. Soll heißen, wenn ich mich nicht wohl fühle, raat- und hilflos bin, hilft Alkohol.
Also gibt es immer eine Aktion, die vorausgeht. Ich trinke nicht, weil ich gerade Lust auf Bier habe, sondern um damit was zu bewirken.
Und das ist auch der springende Punkt: die Beziehung war für mich seit langer Zeit ein absoluter Glücksfall. Allerdings habe ich dafür alles aufgegeben was ich hatte. Probleme im finanziellen alleine geklärt. Das staut sich auf.
Tief im Inneren sprang dann dieser Teufel an.
Jetzt, wo ich völlig fertig bin, raffe ich mich auf und bekomme alles hin, ohne Alkohol, ohne Verlangen.
Und das macht das ganze Gefühl so furchtbar zum aushalten: wieso blieb ich nicht nüchtern? Wieso kamen immer wieder Rückfälle die bewusst in Kauf genommen wurden?
Ich selbst sehe alles nur aus meiner Schuldperspektive. Außenstehende packen sich nur an den Kopf. Liebe macht wohl wirklich blind.
Ich muss ja mit ihr leben und mich wohlfühlen... Scheinbar war ich aber innerlich nicht immer glücklich. Aus Angst vor dem Alleinsein und dem Neuanfang habe ich wohl vieles geschluckt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Nur jetzt stehe ich als Alki da, der alles kaputt gemacht hat.
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Mein ChatGPT sagt zu dem ganzen: es sind ungesunden Dynamiken, die dazu führten.
Ich war nicht der Mann, der ich jetzt bin.
Jetzt trinke ich nicht mehr,
Ging zur Beratung und habe mir einen Psychologen gesucht
Reflektieren mich und mein Verhalten
Mache täglich Sport
Habe eine Wohnung bekommen
Das ist niemand der abgestürzt ist, dass ist jemand der Stabilität aufbaut, der wächst.
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Und wenn ich das lese kommt es bei mir nicht an. Im Kopf ist immer der Alki, der seine Liebe verloren hat, der an allem Schuld ist. Diese Selbstverletzung ist ganz tief. Die ganzen tollen Momente, die Nähe und die Gefühle kommen vorallem nachts, dass ich nicht mehr schlafen kann. Und das seit bald 70 Tagen.
Ich war noch nie so am Boden. Und trotzdem käme ich gerade überhaupt nicht auf die Idee zu trinken. Alles, nur nicht das. Alswenn es nie da gewesen ist.