Tabsi - Mein Weg ins selbstbestimmte Leben

  • Hallo, ich bin Alkoholikerin und seit 27.4.24 nüchtern.
    Ich bin 52 Jahre und meine Süchte ( Tabak , Alkohol, Schokolade) begannen im Jugendalter. Zu diesem Zeitpunkt lernte ich auch meinen Partner kennen, mit dem ich fast 3 Jahrzehnte zusammen war. Alkohol zu konsumieren auf dem Dorf, mit Freunden, Feierabendbier ( Partner) und ich den Wein gehörten zum Lifestyle und waren „ normal“. Aus meinem Elternhaus kannte ich Alkohol zu trinken nur zu Feierlichkeiten. Der Alkohol war also über Jahrzehnte mein ständiger Begleiter. Die Trinkmengen- und Zeiten erhöhten sich schleichend peu a peu.
    Nach der Trennung von meinem Ex vor 8 Jahren machte mich mein jetziger Mann auf das Problem aufmerksam, da trank ich dann schon jeden 2.Tag 1-2 Flaschen Wein oder Sekt , in der Regel heimlich. Ich war die typische Gardinentrinkerin. Vor 2 Jahren bin ich dann zur Suchtberatung und Hausärztin. Hat mich viel Scham, Angst und Kraft gekostet. Der Schritt bis dahin war lang. Seitdem besuche ich wöchentlich eine reale SHG und weiß, dass ich meine Sucht nur selbst zum Stillstand bringen kann und mich bis zu meinem Lebensende begleiten wird.
    Geblieben ist die Sucht nach Zigaretten, Schoki und Kaffee, aber ein Leben ohne Alkohol ist soviel wertvoller geworden. Ich suche einen Austausch 24/7 und versuche mich hier gerade in der Community durchzuwurschteln. Hab das System noch nicht ganz gecheckt.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo und willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Meinen Glückwunsch zu Deinem Entschluss mit dem Alkohol aufzuhören.

    Genau, hier kannst Du Dich 24/7 austauschen, meistens ist jemand hier zum Austausch.

    Du willst also eine lebenslange Abstinenz?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Tabsi!

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den Austausch im offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Tabsi.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo tabsi,

    Du kannst hier einfach weitermachen, kein neuer Thread, sonst wird es unübersichtlich.

    Lg und ein herzliches Willkommen auch von mir.

    Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Trotzdem ist mir ein NIE WIEDER zu groß.

    Ein herzliches Hallo von mir.

    Wenn ich das richtig lese, bist Du jetzt schon fast zwei Jahre nüchtern.

    Spukt in Deinem Kopf noch immer der Gedanke, dass mit dem Alkohol nochmal was geht?

    Ich kenne dieses "heute" so in den ersten paar Monaten. Bis das nasse Hirn sich langsam auf trocken umgestellt hat. Es überascht mich, das jetzt nach so langer Zeit zu lesen.

    Ist Dein Zuhause Alkoholfrei? Gibt es in Deinem Umfeld Menschen die konsumieren?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Danke für Deine Antwort und Deine Fragen.

    Ich bin Alkoholikerin, kann nicht kontrolliert trinken. Von daher weiß ich, dass ein Glas mich wieder dahin bringen würde, wo ich vorher war. Zuhause habe ich keinen Alkohol und mein jetziges Umfeld trinkt nicht. Mein Mann mag keinen Alkohol, verwehre es ihm aber nicht in Gesellschaft mal ein Bier mitzutrinken. Es ist ja meine Krankheit. In der Regel trinkt er dann mir zuliebe auch nichts. Vor 2 Jahren habe ich mich meiner Familie ( erw. Tochter, Mutter, Schwester) und Freundeskreis „ geoutet“. Die Reaktionen waren überraschend, niemand scheint etwas mitbekommen zu haben, außer meinem Mann.
    Als ich noch trank, konnte ich mir nicht vorstellen nie wieder Alkohol trinken zu dürfen. Das fühlte sich so groß an. Da waren dann Feiern, Dorffeste, Konzerte, Feiertage usw. im Kopf. Ich habe mir den Druck rausgenommen, in dem ich mir sage, ich könnte ja, wenn ich will, möchte aber nicht. Ich denke, ich habe vor dem Alkohol kapituliert. Ich habe mich viel mit dem Thema befasst, was Alkohol bewirkt usw. und bin immer noch am Thema dran, weil mein Suchtgedächtnis nie schläft und ich versuche achtsam zu sein und zu bleiben. Ich versuche im Heute zu leben. Was gestern war, kann ich nicht mehr ändern, was morgen kommt weiß ich nicht.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hallo Tabsi und herzlich willkommen auch von mir.

    du hörst dich gut sortiert an.

    Vollständigkeitshalber und falls du es noch nicht gesehen hast, nochfolgend der Link zu unseren "Grundbausteinen".

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Viele Grüsse

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich denke, ich habe vor dem Alkohol kapituliert.

    Das freut mich zu lesen. Das macht es doch viel entspannter. Ein Kampf kostet Kraft und früher oder später verliere ich.

    Ich kämpfe auch nicht mehr. Und da ich mein Leben lang Alkoholiker sein werde, brauche ich "heute" nicht mehr. Ich mache mir aber (außer hier) da auch keine Gedanken über die Dauer. Die sind ja auch schon alle gedacht. Kann nichts neues heraus kommen. Nie halt. ^^

    Übrigens habe ich nach zwei Jahren aufgehört zu dampfen. Vorher wäre mir das zu anstrengend und zu gefährlich gewesen. Eines nach dem Anderen und das Wichtigste zuerst. Und das ist erstmal die Trockenheit.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ja, das mit dem Rauchen nervt mich zur Zeit tierisch. Es „ schmeckt“ mir auch nicht mehr. Ich denke, ich komme bald an den Punkt, aber momentan ist die Sucht noch stärker. Hab mir schon ne E- Dampfe besorgt, aber das ist ja auch nur Suchtverlagerung. Das Rauchen aufhören fällt mir echt schwerer als mit dem Alkohol.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Ich war in jungen Jahren mal im Karnevalsverein. Da blieb auch kein Kehlchen trocken. Heute tangiert es mich nicht mehr. Ich meide, wenn möglich solche Veranstaltungen.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hab mir schon ne E- Dampfe besorgt, aber das ist ja auch nur Suchtverlagerung. Das Rauchen aufhören fällt mir echt schwerer als mit dem Alkohol.

    Hallo Tabsi,

    willkommen im Forum. Ich bin erst seit 7 Monaten abstinent hab mich aber gleich in vielem wiedererkannt. Das Rauchen ist auch mein Endgegner :)

    Ein Leben ohne Alkohol war für mich immer gleichzusetzen mit: jetzt gibt es keine Freude mehr.

    Und heute bin ich so glücklich diesen Schritt gegangen zu sein. Es hat sich so viel geändert. Gesundheitliche Probleme hatte ich oft auf den Anfang der Wechseljahre geschoben, heute weiß ich es war der sch.... Alk.

    Ich wünsch dir einen tollen Austausch hier

    LG Lebensmut

  • Elly 16. März 2026 um 09:17

    Hat den Titel des Themas von „Tabsi - Vorstellung- neu hier“ zu „Tabsi - Mein Weg ins selbstbestimmte Leben“ geändert.
  • Ich bin seit 1 Monat hier in diesem Forum, habe mitgelesen und kommentiert.
    Heute möchte ich mal denen Mut machen, die vor schwierigen Situationen im Leben stehen.

    Als ich im letzten Jahr ca. 1 Jahr abstinent gelebt habe, bekam meine Tochter die Diagnose Magenkrebs. Eine Welt brach für mich zusammen. Sie hatte gerade ihr Studium beendet, ihren Arbeitsvertrag frisch unterschrieben und wollte nun beruflich durchstarten.
    Ich hatte das Gefühl wieder in eine Depression zu fallen. Hab nur noch im Bett gelegen und geheult. Meine Gedanken haben sich das schlimmste Szenario ausgemalt. Zudem kam auch der Krebs ihres Freundes wieder. Eine große Belastungssituation für uns alle. Untersuchungen, Chemos, Operationen nahmen kein Ende.
    Ich suchte mir bei der Krebshilfe Unterstützung für Angehörige, ging regelmäßig in meine reale SuchtselbsthilfeGruppe, in die für KrebsAngehörige, zu meiner Therapeutin und schrieb mir in einer anderen Onlinegruppe die Finger wund. Zu Saufzeiten wäre das überhaupt nicht möglich gewesen, verkatert irgendwelche Termine wahrnehmen und Gefühle zu benennen…

    Die Erkenntnis der radikalen Akzeptanz ( gibt es auch Bücher dazu) und der Gelassenheitsspruch ( Dinge, die ich nicht ändern kann) halfen und helfen mir auf meinem Weg. Kein Tropfen Alkohol hätte die Situation geändert und besser gemacht.
    Im Gegenteil, ich konnte und kann für meine Tochter und Schwiegersohn da sein, wenn sie mich brauchen - ohne vernebelte Brausebirne, könnte jederzeit Auto fahren.
    Nach der Trennung von ihrem Vater hatten wir nicht immer eine gute Zeit. Vertrauen zwischen mir und meiner Tochter war verloren gegangen… Heute können wir wieder auf Augenhöhe miteinander reden.
    Deshalb bin ich dankbar und demütig, trocken zu sein.
    Gefühle dürfen sein, auch schlechte…sie dürfen mich nur nicht übermannen und mich vereinnahmen. Irgendwann darf auch wieder die Sonne in meinem Herzen scheinen…. und heute scheint sie.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Heute möchte ich mal denen Mut machen, die vor schwierigen Situationen im Leben stehen.

    Danke für deine mutigen, berührenden Worte. Du kannst stolz auf Dich sein, dass Du trotz dieser schweren Schicksalsschläge standhaft geblieben bist. Deine Erfahrung gibt Hoffnung.

    Man muss nicht die ganze Treppe sehen, man muss nur die erste Stufe nehmen.

    (trocken seit 21. Januar 2026)

  • Liebe Alyfee, die Alkoholsucht ist eine Familienkrankheit, die ihren Ursprung meist schon im Kindesalter hat. Es liegt in Deiner Hand, dieses Gefüge zu durchbrechen. Du siehst in Deiner unmittelbaren Umgebung, dass die Alkoholkrankheit eine tödliche Krankheit ist. Jedes Glas würde Dich genau dort auch hinführen. Ich wünsche Dir viel Kraft. Bleib auf Deinem Weg.

    Ich komm mal kurz zu dir. Dass Alkoholismus eine Familienkrankheit ist, versteh ich so, dass da die ganze Familie darunter leidet...nicht, dass die Ursache meist in der Kindheit liegt. Es gibt genügend Alkoholiker, due keine EKAs sind. Oder meinst du Kindheitserfahrungen, die zur Sucht führen?

    LG

  • Hera

    Ich bin kein Kind alkoholkranker Eltern, hatte eine gute Kindheit und trotzdem bin ich Alkoholikerin. Mein Onkel ist Alkoholiker und ja, die Familie hat darunter gelitten. Ich habe als Kind genau gespürt, wenn sich mal wieder alles um meinen betrunkenen Onkel drehte. Zudem bin ich auf einem Dorf aufgewachsen. Wenn die Gerüchteküche um ihn mal wieder brodelte, war mir das als Teenager peinlich.

    Ich denke aber auch, dass Kinder alkoholkranker Eltern schon oft früh Verantwortung übernehmen müssen, zusätzlich unter psychischer und physischer Gewalt leben. Das wirkt sich dann auch auf das zukünftige Verhalten und Leben aus. Oft gerät man dann an Partner, die man ebenfalls „retten“ möchte.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

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