Schleifchen - Vorstellung

  • ...

    Aber so blöd es auch klingt, habe ich dirket wieder angefangen, zu zweifeln. Hat er wirklich ein Problem oder rede ich mir das nur ein?

    ...

    Ich glaube, man hat ein Problem, wenn man es nicht sein lassen kann. Wenn man sich von seinem Lieblingsalkohol 1 Glas einschänkt und es dann dabei belassen kann bzw. belassen WIRD; dann hat man es ggfs. noch im Griff. Wenn man aber "Gründe findet", sich noch ein Glas zu genehmigen und noch ein Glas etc. dann hat man definitiv ein Problem.

    Ich habe vor kurzem einen Fragebogen gefunden. Diesen verlinke ich dir.

    -Edit - Bitte keine Links im Forum einstellen! Danke!

  • und wörtwörtlich wiedergegeben (nachdem ich gesagt habe, dass ich den Eindruck habe, er hätte Schwierigkeiten, nichts zu trinken): "Gar nicht aufhören will".

    Dann wird es auch nichts. Für andere aufhören geht nicht.

    Außer er wäre noch nicht Alkoholiker und könnte es einfach lassen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Ich habe getrunken, bis es mir gereicht hat, und dann brauchte ich weder Disziplin noch eisernen Willen, weil mich Saufen dann angeekelt hat. Mein Lieblingssatz war, ich hab gesoffen, bis das Aufhören schöner und einfacher war als das Weitertrinken.

    Zu diesen Fragebögen da und überhaupt, was Du als Angehörige machen kannst:

    Bei diesen Tests steht auch immer, trinken sie mehr oder öfter, als sie sich das vorgenommen haben?
    Wenn es für mich OK ist, dass ich dreimal in der Woche sturzbetrunken bin, weil ich tatsächlich gerne betrunken bin, dann habe ich kein Problem mit meinem Konsum, denn ich bin mit mir einig und fein damit.

    Dann hat vielleicht meine Frau ein Problem damit und stresst mich damit, damit liefert sie mir aber auch wunderbare Trinkgründe, mit denen ich es auf sie schieben kann und wieder bin ich fein mit meiner Sauferei.

    Und wenn sie dann noch meine Schäden für mich beseitigt, wunderbar, das Gemecker habe ich am nächsten Tag sowieso vergessen und Konsequenzen zieht sie sowieso keine, ich kann mich also drauf verlassen, das ich so weitermachen kann und mir nicht viel dabei passiert.

    Btw, dass meine Frau mich deswegen verlassen hatte, war die beste Idee, die sie haben konnte.
    Nicht nur wegen sich, sondern auch wegen mir.

    Denn dann habe ich nicht mehr wegen ihr versucht, zu reduzieren, sondern konnte hemmungslos so viel saufen, bis ich selbst drauf gekommen bin.

    Ja, dann hat sie mich nicht mehr davon abgehalten, mich kaputt zu saufen, ich hab aber genau das gebraucht, um wegen mir aufzuhören.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Liebe Schleifchen,

    diese Gespräche hatte ich auch jahrelang - leider ohne echten Fortschritt. Damit will ich nicht sagen, dass es bei Euch auch so laufen muss, es ist nur meine Erfahrung. Selbst wenn Dein Mann das Gegenteil sagen würde - also: "Ich will aufhören" - hat er es noch nicht umgesetzt. Mein Ex, der neben Alkohol noch eine Substanz konsumiert, war in Gesprächen immer sehr einsichtig bis zerknirscht. Er hat weder gestritten noch seinen Konsum verteidigt noch mir die Schuld daran gegeben, wie man es hier bei so vielen lesen kann. Und trotzdem hat er nicht aufgehört damit oder nur während Entgiftungen und Rehas. Auch das waren für ihn nur Trink- und Konsumpausen.

    Ich musste einsehen, dass Reden nichts bringt. Die Motivation, mit dem Trinken aufzuhören, kann wie schon oben beschrieben nur Dein Mann selbst aus sich heraus entwickeln, falls ihm das überhaupt wichtig ist.

    Du hast eim Kind, das Deine Aufmerksamkeit und Kraft braucht und verdient hat. Ich weiß nicht, wie es Dir damit geht, aber mich haben die Probleme meines Partners zeitweise so aufgesogen, dass mein Sohn in den Hintergrund gerückt ist und bei manchen hier lese ich ähnliches heraus. Das hätte mir nicht passieren dürfen, denke ich jetzt.

    Mir hat nur Abstand und Hoffnung allmählich abstellen, um ständige Enttäuschung und Wut zu vermeiden, geholfen. Fokus vom suchtkranken Partner weg und auf sich selbst und das Kind - das klingt vielleicht egoistisch, aber sonst geht man nach meiner persönlichen Erfahrung unter.

    Liebe Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von EllaDrei (10. Juli 2026 um 13:20)

  • Es tut wirklich gut hier zu sein, mitzubekommen dass andere fast dasselbe erleben und mitmachen.Es ist tatsächlich so, man lebt mit 2 Personen. Die nüchterne die nett ist, aber wo man immer mehr Ausfälle im Gedächtnis feststellt, und der abendliche Trinker, der dich fertigmachen will mit seinen Anschuldigungen und den endlosen Diskussionen. Jetzt starten seine Planungen zwecks Urlaub. Ich hatte noch keinen Mumm zu sagen dass ich mit ihm nirgendwo hin will. Das abendliche Sitzen und ihn beim Trinken zuzuschauen, da kann ich zuhause bleiben.Mir fallen gerade immer häufiger Situationen ein, wo ich in Urlaub schon mein Zeug gepackt hab und zum Bahnhof bin. Vieles hab ich im Gedächtnis in die hinterste Schublade gepackt.

    Jetzt will ich das nicht mehr. Aber wo anfangen, wie spreche ich alles aus- noch getrau ich mich nicht ganz.

    " Ich will mit dir nirgendwo hin weil ich deine Sauferei nicht mehr ertrage".

  • genauso ;)

    Ich fand es auch sehr sehr hilfreich, mir eine Liste den mit Ausfällen und blöden Situationen anzulegen. Und da immer wieder geballt dran zu denken. Und mir dann bewusst zu werden, dass es nicht besser, sondern immer schlimmer wird und dass ich so nicht weiterleben und mir das weiter angucken will.

    Anfangen könntest du damit, dir diese Liste zu erstellen und zu erweitern und erstmal den abendlichen Diskussionen aus dem WEg zu gehen. Bringt eh nichts, mit jemandem zu reden, der getrunken hat. Bringt auch nichts, seinen Konsum zu kommentieren, davon kommt es nur zu Stress und Streit.

    Versuch doch, abends was schönes für dich zu machen. HAst du Freunde, die du treffen kannst?

  • Durch Erfahrungswerte und Bestätigung, meinen Wahrnehmungen zu vertrauen weil sie richtig waren.

    Ja, ich glaube, dass auch das mein Weg da raus sein wird - dass ich meinen Gefühlen und Intuitionen irgendwann vertrauen kann und sie nicht immer unter meine "Aber" stelle, die mir durch den Kopf schwirren. Vielen Dank fürs Teilen deiner Ehrfahrung, das ermutigt mich sehr!

    Außer er wäre noch nicht Alkoholiker und könnte es einfach lassen.

    Jetzt, wo ich das von dir geschrieben hier lese, fände ich es aber fast noch erschreckender, wenn er kein Problem hätte und es ihm einfach egal wäre, das ich darunter leide.

    diese Gespräche hatte ich auch jahrelang - leider ohne echten Fortschritt. Damit will ich nicht sagen, dass es bei Euch auch so laufen muss, es ist nur meine Erfahrung.

    Ich glaube schon, dass das auf sehr viele auch zutreffen wird. Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, dass ich im 2000sten Gespräch etwas sage, dass das nötige Klick bei ihm macht, ist verschwindend gering.

  • Jetzt, wo ich das von dir geschrieben hier lese, fände ich es aber fast noch erschreckender, wenn er kein Problem hätte und es ihm einfach egal wäre, das ich darunter leide.

    Naja, wenn du ehrlich zu dir bist, solltest du wissen, dass ihr wohl eine Dreiecksbeziehung führt, in der der Alkohol mit Abstand an erster Stelle steht.

  • Heute ist gefühlt ein schwieriger Tag, obwohl mein Mann nichts getrunken hat. Alles und jeder ist blöd und alle werden berichtigt und generell ist alles, was man macht falsch. Ich habe zwar das Gefühl, dass er manchmal sogar ein schlechtes Gewissen deshalb hat, aber es ändert nichts am Verhalten. Ansonsten liegt er die ganze Zeit auf dem Sofa und ist am Handy, wie eigentlich jeden Tag.

    Und generell taucht solches Verhalten immer häufiger auf. Auch Empathielosigkeit, wenig Mitgefühl für Menschen außerhalb der Familie und ich habe das Gefühl, dass er falsche Erinnerungen hat und aber sehr auf diese besteht (da ich aber selbst seit der Schwangerschaft Probleme mit dem Gedächtnis habe, bin ich mir hier immer super unsicher).

    Und jetzt der Bezug, weshalb ich das hier schreibe: Kann es sein, dass das jetzt gerade Anzeichen des Entzugs sind? Das letzte Mal hatte er am Sonntag etwas getrunken (zumindest soweit ich das weiß). Und kann es sein, dass das generall bereits Anzeichen für Hirnschädigungen sind?

    Ich möchte den Fokus eigentlich nicht zu sehr von mir selbst weg bewegen, weil ich dann schnell wieder in Co-Gedanken abdrifte, aber ich glaube, wenn es schon fortgeschrittene Schäden geben sollte, würde es mir helfen, nicht zu oft an mir zu zweifeln und irgendwie erhoffe ich mir, die Schwere der Situatuon rein logisch begreifbar machen zu können. Weil das steht mir nach wie vor sehr im Weg.

    Liebe Grüße

  • Hallo Schleifchen,

    es ist schwierig, dazu was zu sagen. Denn keiner kennt hier deinen Mann und seinen körperlichen und psychischen Zustand.

    Aber - du merkst, dass da was verändert ist, dass er anders drauf ist, dass du dich sorgt, dass es dich unruhig und unsicher macht. Und alleine DAS sollte deine Zweifel aus dem Weg räumen. Du bist das Maß und du liegst da völlig richtig wenn du Veränderungen bemerkst.

    Sei dir sicher, du bildest dir das nicht ein, du kennst ihn doch gut.

    Und klar, das kann schon auch mit der Sauferei zu tun haben. Mein Exmann hat sich auch mehr und mehr verändert.

    Wichtig ist dabei, dass es dir nicht guttut, dich verunsichert. Das kann doch schon ein Schritt dahin sein, dass du für dich selbst was verändern möchtest. Weil es dir SO nicht mehr guttut.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Empathielosigkeit, wenig Mitgefühl für Menschen außerhalb der Familie und ich habe das Gefühl, dass er falsche Erinnerungen

    Hallo Schleifchen,

    alles Anzeichen für einen nassen Alkoholiker.

    Genau diese Symptome zeigt meine Tochter.

    Ihre falschen Erinnerungen zum Beispiel haben mir den letzten Anstoß gegeben den Kontakt konsequent abzubrechen.

    Es ist ganz schrecklich ein Kind zu verlieren. Noch schlimmer ist, dass ich hoffe, dass ihr Körper versagt und sie in einem Krankenhaus landet.

    Aber wir haben sie immer "gerettet". Was hat es uns gebracht? Angst, Sorgen, schlaflose Nächte und es hat jede Menge Geld gekostet wenn es darum ging ihr wiedereinmal eine Wohnung einzurichten.

    Nun bin ich im Ruhestand und froh, dass ich Zeit für mich habe. Ich werde mir das nicht nehmen lassen auch wenn es noch so schwer fällt.

    LG Olli57

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