Vroni - Alkohol und Kokain

  • Ich bin 57 Jahre alt, Tochter eines vor 2 Jahren verstorben Alkohol- und Schmerzmittelabhängigen und Mutter eines Alkohol-und Kokain abhängigen Sohnes.

    Ich möchte meinen Sohn auf seinem Weg in die Abstinenz begleiten und eine liebevolle aber gesunde Beziehung zu ihm aufrecht erhalten.

  • Hallo,

    ich bin Tochter eines inzwischen verstorbenen Alkoholikers und Mutter eines Sohnes, der Alkohol und Kokain konsumiert. Ich habe erst vor zwei Tagen erfahren, dass mein Sohn regelmäßig konsumiert bis hin zu lebensgefährlichen Abstürzen. Ich habe Angst um ihn und würde ihm so gerne helfen, weiß aber, dass er das alleine schaffen muss. Ich bin total traurig, dass er mir erst jetzt die ganze Wahrheit erzählt hat. Ich kann aber gut verstehen mit wie viel Scham das ganze behaftet ist.

  • Hallo Vroni und herzlich willkommen.

    Ich habe deine Beiträge hier zusammengeführt, bitte nur hier weiterschreiben.

    Es wird sich bald eine für dich zuständige Moderatorin bei dir melden.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Vroni,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Leider ist es so, dass sich viele Geschichten der Angehörigen bei uns im Forum ähneln.

    Und es ist so, dass nur der Alkoholkranke die Sucht stoppen kann. Du kannst im Grunde nichts tun, nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Es ist für uns Angehörige unmöglich zu helfen wenn der Süchtige nicht aufhören will. Es ist sehr schlimm mitansehen zu müssen wenn das eigene Kind der Sucht verfällt und du hattest auch einen Vater der getrunken hat. Das ist ein grosses Paket daß du schleppen musst.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Marie04 9. Juli 2026 um 23:39

    Hat den Titel des Themas von „Alkohol und Kokain“ zu „Vroni - Alkohol und Kokain“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Vroni.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Heute abend hat mein Sohn seinen Bruder angerufen und gesagt, dass er Beruhigungsmittel geschluckt habe und jetzt sterben wolle, aber dabei nicht allein sein wolle. Nachdem sein Bruder eine halbe Stunde mit ihm geredet hat , hat er den Hörer an mich weitergegeben. Ich habe ihn dann gefragt, wie viele Tabletten er genommen hat und wie lange das her ist und er meinte, das wäre schon acht Stunden her und es wäre jetzt auch egal, es würde auch nicht mehr wirken und er würde jetzt einfach schlafen gehen. Er sagte, er wolle seine Freundin noch anrufen und ich könnte später ja noch mal durchrufen.

    Seinem Bruder hatte er vorher gesagt, er hätte 13 Beruhigungstabletten genommen, was eine gefährlich hohe Dosis wäre. Ich habe dann im Internet recherchiert und gelesen, dass ein Atemstillstand drohen könnte. Daraufhin habe ich noch einmal versucht ihn zu erreichen, ebenso sein Bruder und seine Freundin. Als wir ihn dann gar nicht erreichen konnten, habe ich den Notruf angerufen.

    Ich konnte kaum sprechen, weil ich so gezittert habe und musste mir dann noch die Telefonnummer der 600 km weit entfernten Rettungsstation geben lassen, weil mein Sohn gerade in Süddeutschland wohnt und ich hier in Norddeutschland sitze. Mein anderer Sohn hat dann auf meine Bitte die Rettungsstation in Süddeutschland angerufen und um Hilfe gebeten.

    Sie haben einen Rettungswagen und die Polizei hingeschickt, weil nicht sicher war, ob sie die Tür aufbrechen müssten. Wegen des Suizidverdachts müsste er mit ins Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin hat er mir dann geschrieben, dass er mich nie wieder sehen will und ein Kontaktverbot erwirken würde. Das gleiche hatte er mir noch mal aus dem Krankenhaus geschrieben, aber auch, dass er mich jetzt anrufen müsse, weil die Ärztin das so wolle.

    Ich habe dann erst einmal mit ihm gesprochen. Er hat gesagt, dass es ihm jetzt schon besser ginge und dass er jetzt nach Hause wolle und schlafen. Er habe halt am Abend vorher etwas genommen und über 1000 € ausgegeben und wolle jetzt schlafen und morgen einfach nur zur Arbeit und seine Freundin vom Flughafen abholen. Das alles sagt er total nett und freundlich, als sei er völlig nüchtern.

    Seiner Freundin hatte er kurz vorher gesagt, dass er Schluss mit ihr macht und all ihre Sachen aus der gemeinsamen Wohnung in den Keller stellen würde und sie eine Woche Zeit hätte sich etwas Neues zu suchen.

    Die Ärztin wollte mit mir sprechen. Sie sagte mir, sie müsse entscheiden, ob er für die Nacht zwangseingewiesen werden sollte oder entlassen werden könnte. Ich habe ihr gesagt, dass er bereits zum zweiten Mal angerufen hätte mit einem genauen Plan sich umzubringen und dass ich Angst hätte, dass es ihm, wenn er von den Medikamenten und der Droge runterkomme, wahrscheinlich psychisch und physisch sehr schlecht ginge und er nicht alleine sein sollte. Sie hat sich für das Telefonat bedankt und daraufhin anscheinend entschieden, dass er eingewiesen werden sollte.

    Kurze Zeit später habe ich von seiner Freundin erfahren, dass er der Polizei weggelaufen ist. Er hat mich dann auf dem Telefon blockiert und sich zum Glück von seinem Bruder und seinem Vater überreden lassen, sich bei der Polizei zu melden und mit einem Taxi nach Hause zu fahren.

    Mir geht's jetzt hundeelend und ich hoffe, dass er die Nacht übersteht. Ich denke, er geht davon aus, dass er zu Hause einfach in Ruhe seinen Drogenrausch ausgeschlafen hätte und nur weil ich die Polizei informiert habe, hat er diese Odyssee hinter sich, Ärger mit der Polizei und hat versehentlich mit seiner Freundin Schluss gemacht, weil er dachte, sie hätte den Notruf gewählt.

    Ich lasse ihn gerne glauben, dass ich diejenige war, die den Notruf getätigt hat und mit der Polizei gesprochen hat. Ich hoffe einfach mal, dass er bei klarem Verstand versteht warum wir Hilfe geholt haben.

    Solange er nichts mit mir zu tun haben will, kann ich die Zeit hoffentlich nutzen, um mit der Situation klarzukommen. Das ist jetzt das dritte Mal, dass mein Sohn mir konkret sagt, dass er nicht mehr leben will. Auch wenn ich weiß, dass ich niemanden davon abhalten kann sich umzubringen, bricht es mir trotzdem jedes Mal das Herz zu sehen wie er leidet.

    ;(

  • Hallo Vroni,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Deine Themen habe ich hier im Thread zusammengefügt, damit es übersichtlich bleibt.

    Schreibe einfach für Dich hier unten im Feld weiter.

    Es ist sehr viel Aufregung für Dich gewesen, ich hoffe Du kannst zur Ruhe finden und schlafen.

    Ich wünsche Dir eine gute Nacht!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Vroni,

    ich bin gerade sprachlos. Furchtbar, was Drogen in einem Menschen anrichten. :?

    Er ist ja völlig neben sich. Es war richtig die Fachleute hinzuzuziehen. Aber was er jetzt daraus macht, darauf hat keiner Einfluß.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • hallo Vroni,

    du hast alles richtig gemacht, wenn er solche Aussagen tätigt, muss er auch mit den Konsequenzen leben.

    Sie sagte mir. sie müsse entscheiden

    die Ärztin kennt da auch ihre Wege, um jemand zwangseinzuweisen. Bei uns in Hessen darf dass für 24 Stunden auch die Polizei.
    Ansonsten muss sie einen Richter hinzuziehen, ist natürlich im Nachtdienst aufwändig für die Ärztin Du kannst es doch gar nicht beurteilen.

    Das ist jetzt das dritte Mal, dass mein Sohn mir konkret sagt, dass er nicht mehr leben will

    Ich kenne diese Androhungen auch zur Genüge, aber ich hatte denjenigen immer vor mir. Irgendwann hat es mir gereicht, und ich habe in seinem Beisein so getan als würde ich mit der Polizei reden.
    Das konnte ich aber nur machen, weil ich direkten Kontakt hatte. Später habe ich dann erkannt, dass die Sucht da eine gewaltige Rolle spielt, und dass es auch Versuche waren, mich wieder auf "Linie" zu bringen.
    Nochmal, du hast alles richtig gemacht.

    lg Morgenrot


    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Vielen Dank für eure lieben Worte. Es geht mir total schlecht. Ich würde mich am liebsten irgendwo verkriechen und nie wieder rauskommen. Ich liebe meinen Sohn so sehr und kann die Situation gerade kaum aushalten. Mir ist in den letzten Tagen erst klar geworden, dass er seit Jahren abhängig gewesen sein muss und ich das nicht realisiert habe. Im Nachhinein interpretiere ich einige seiner Bemerkungen ganz neu. Ich komme mir unendlich dumm und naiv vor. Das blöde ist, dass ich zwar echt intelligent bin, aber nicht zwischen den Zeilen lesen oder hören kann. Ich frage mich jetzt, ob sein Bruder und sein Vater schon lange wussten, dass er abhängig ist.

  • Naja, es gibt unterschiedliche Arten von Intelligenz - und sie alle schützen nicht vor Sucht oder Co-Abhängigkeit.

    Ich kenne beide Rollen - glaub mir, auch wenn Du früher davon gewusst hättest, hättest Du NICHTS dagegen ausrichten können.

  • Vroni, ich habe in diesem Bereich gearbeitet und ewig nicht kapiert, das ich zuhause das gleiche in grün sitzen hatte. Hat rein gar nichts mit Intelligenz zu tun.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Liebe Vroni,

    auch meine Tochter wohnt 500 km weit weg. Da ist man nicht immer präsent.

    Meine Tochter ist Alkoholigerin. Nach einer abstinenten Phase hat sie vor zwei Jahren wieder angefangen Alkohol zu trinken.

    Das hab ich nicht gemerkt. Wenn sie uns besucht hat, auch länger als eine Woche hat sie nicht getrunken und ich konnte Ausfallerscheinungen nicht feststellen.

    Auch ich habe mit der Polizei meine Tochter von der Straße geholt weil sie betrunken Auto fährt.

    Meine Tochter trinkt inzwischen exzessiv, hat keinen Job, ist nicht mehr krankenversichert und verliert im August ihre Wohnung.

    Rückwirkend betrachtet habe ich 20 Jahre als Co Abhängige meiner Tochter alle Steine aus dem Weg geräumt und hinter ihr Ordnung geschafft.

    Nun habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Tochter. Sie hat keine Einsicht, dass sie Aalkoholigerin ist und ich werde ihr auch finanziell nicht mehr helfen.

    Das tut sehr weh und fällt unheimlich schwer. Aber ich weiß, dass ich nichts tun kann, rein garnichts. Das lässt sich schwer aushalten. Aber ich muss jetzt für mich sorgen.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    Liebe Grüße Olli57

  • Liebe Vroni,

    Situationen, wie du sie beschreibst habe ich in den letzten Jahren duzende erlebt. Mein Kind ist auch abhängig, psychisch krank und bricht immer wieder den Kontakt ab.

    Oft weiß ich nicht wo sie gerade lebt und ob überhaupt. Ich liebe mein Kind genau wie du deinen Sohn, aber über die vielen Jahre in dieser Situation, habe ich für mich entschieden Abstand zu halten. Ich kann ihr nicht helfen- daran sind schon unzählige Profis gescheitert. Ich kann nur dafür sorgen, dass ich darüber nicht auch noch kaputt gehe.

    Ich finde nicht dass du dumm oder naiv bist. Du willst das Beste für deinen Sohn- nur er kann es gerade nicht wollen.

    Deshalb bleibt dir nur der Weg raus aus der Situation. Es klingt hart aber ich finde gut, dass er weit weg wohnt und nicht wie mein Kind plötzlich völlig zugedröhnt vor der Tür steht, um Einlass bittet und dann durchdreht, so das die Polizei kommen muss.

    Formuliere klar und deutlich dass du ihn liebst, aber den Weg der Drogen nicht mit ihm gehen wirst. Abstand, Abstand, Abstand!

    Ich verstehe dich so gut und lass dir mal eine herzliche Umarmung da.

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