Hannah - Vorstellung

  • Carl Friedrich

    Ich habe das Thema genau aus diesem Grund auch direkt bei meiner Hausärztin angesprochen, weil ich da natürlich auch Bedenken hatte.

    Sie hat mich da aber komplett beruhigt und die Situation medizinisch ganz klar eingeordnet. Durch die schlagartige Änderung des Dienstplans, die Aufhebung der Absprachen und den enormen Druck befinde ich mich in einer akuten Überlastungs- und Konfliktsituation auf Station. Sie hat meinen Zustand vor Ort erlebt und die Arbeitsunfähigkeit medizinisch und diagnostisch genau auf diese unzumutbaren Umstände und die gesundheitliche Belastung gestützt.

    Daher ist das rechtlich und medizinisch von ihrer Seite sauber dokumentiert und abgesichert. Mir fällt echt ein Stein vom Herzen, dass sie da so hinter mir steht!

  • Noch ein kleiner Nachtrag dazu: Meine Hausärztin ist bei uns auf Station zusätzlich als Belegärztin tätig. Wir haben etliche Visiten zusammen gemacht, sie kennt mich im Berufsalltag und weiß genau, wie ich eigentlich bin.

    Durch unseren beruflichen Kontext wusste sie natürlich auch schon von meiner privaten Situation, dass mein Mann beruflich bedingt selten da ist, ich den Alltag mit den drei kleinen Kindern meist allein stemme und wie mich die Schichtdienste belasten. Sie hat mir im Gespräch gesagt, dass sie mir im letzten Jahr bereits angesehen hat, wie schlecht es mir ging. Sie hat das beobachtet und eigentlich nur darauf gewartet, dass ich mich an sie wende. Sie hatte zwar nicht vermutet, dass da auch eine Suchtproblematik mit dahintersteckt, sagte aber ehrlich, dass sie das im Nachhinein null wundert bei dem Druck. Ihr Ziel ist jetzt ganz klar, diese Baustellen mit mir anzugehen, damit ich wieder die alte werde.

    Ehrlich gesagt hatte ich am Anfang riesige Hemmungen, zu ihr zu gehen, eben weil sie privat wie beruflich so viel mitbekommt. Aber genau das war am Ende mein großes Glück: Ich habe mich sofort extrem gut aufgefangen gefühlt, weil ich gar nicht großartig ins Detail gehen und alles erklären musste. Sie kennt die Umstände, die Vorgesetzten und mich aus erster Hand. Ich bin mir sicher, dass sie auch rechtlich genau hinschaut, dass alles in trockenen Tüchern ist und mir nichts passieren kann. Ich bin einfach unendlich froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin.

  • Richtig abgebogen

    Das hast du sehr gut gemacht, Hilfe angenommen und deine Situation entscheidend verbessert :thumbup:Hut ab.

    Freu dich auf die freien Wochen, die (Arbeits)Welt dreht sich auch ohne dich weiter

    Ich stelle mir dann vor,wenn ich nun einen Oberschenkelbruch hätte, würden die auch zurechtkommen

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Wenn der Schichtdienst ab sofort wegfällt, tut sich vielleicht erst einmal ein Loch auf - in das du aber nicht hineinfallen musst :) Du bist ja wirklich hinreichend ausgelastet mit deinen Kindern und dem Haushalt, aber vielleicht magst du dir jetzt schon etwas aussuchen, mit dem du eine mögliche Lücke positiv füllen kannst, damit du nicht in suchtgefährliche Grübeleien (zB über die Überlastung der anderen) verfällst? Zwei Monate hast du jetzt ja ein gutes Stück mehr Freizeit, bevor der neue Job beginnt.

    Manchen hilft es, sich daran zu erinnern, was sie als Kinder und Jugendliche gern getan haben: basteln, lesen, radfahren, Pflanzen, fotografieren, malen ... Vielleicht kannst du etwas in der Art wieder in dein Leben einbauen bzw es verstärken?

    Mit Beginn meiner Abstinenz habe ich wieder angefangen im Verein zu schwimmen und ich habe mir ein Ehrenamt gesucht in einem Bereich, der mir sehr am Herzen liegt. Beides macht mein Leben reicher, bunter, und wenn ich mir sonntagsabends meinen 'Wochenplan' anschaue und mich auf das Kommende freue, denke ich jedes Mal: Wie gut, dass ich den Absprung geschafft habe und Alk kein Thema mehr ist. Das Leben ist schön.

  • Hallo Hannah,

    deine Hausärztin ist ja eine wahre Perle.
    Auch ich habe einen Hausarzt, der mich in Bezug auf meine Alkohol- und Nikotinsucht voll unterstützt. Diese Gewissheit zu haben, stärkt mich.

    Ich finde es toll, wie du deine Abstinenz vor vermeintliche gesellschaftliche Verpflichtungen („Kolleginnen und Kollegen darf man nicht in Stich lassen.“) stellst.
    Wie wahrscheinlich wäre es nämlich, dass du bei dem Dienstplan dann in ein paar Wochen zusammenbrechen würdest und nicht mehr arbeiten könntest. Dann müssten deine Kollehinnen und Kollegen auch ohne dich auskommen, ggf. müssten das auch deine 3 Kinder und deine Suchtstimme würde auch keine Ruhe geben.
    Jetzt kannst du dich um dich und deine Kinder kümmern und dir mehr Ruhe antun. Auch kannst du dir, wie Mattie bereits schrieb, durch neue oder alte wiederbelebte Aktivitäten was Gutes tun.

    Alles Liebe weiterhin Kyra

    Mein Weg in die Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmtheit begann am 26.11.2025 und endet mit mir.

  • Wenn der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung einstellt, weil er der Meinung ist, Du simulierst, stehst Du erst mal "schlecht" da, nämlich ohne Kohle. Auch die Sozialversicherungsbeiträge fließen dann nicht.


    Ich habe es nur mal der Vollständigkeit halber erwähnt. Dann bliebe nur der Gang zum Arbeitsgericht.


    Bist Du rechtsschutzversichert oder in 'ner Gewerksschaft? Dann lass Dich beraten. Wenn zum Anwalt, dann zum Fachanwalt für Arbeitsrecht.


    Ich drücke die Daumen, dass der Arbeitgeber das ganze Thema leid ist und es die nächsten 6 Wochen der Lohnfortzahlung auslaufen lässt.

  • Hallo Hannah,

    das nenne ich Selbsthilfe und Selbstfürsorge. Wirklich toll. Auch Deine Ärztin ist spitze. Was Dir Dein alter Arbeitgeber da aufbrummen wollte ist unterste Schublade. Das war eindeutig eine Retourkutsche. Du bist mehr wert!

    Jetzt hast Du Zeit für Dich und für die Absicherung Deiner Abstinenz.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

    Trocken seit 11.07.2025

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