Pinguin - Boden unter den Füßen weggerissen

  • Hartmut ich finde es ja super, dass du bereits die Lebenserfahrung und die Reife hast.

    Ich noch nicht.

    Ich hoffe ich kann irgendwann entspannter an dieses Thema gehen und mehr bei mir bleiben. Vermutlich funktioniert deswegen die Co -Abhängigkeit so gut bei mir. Aufgrund meiner eigenen Gedanken und Muster. Ich meine andere Menschen wären vermutlich schon längst gegangen weil sie so eine Beziehung sinnlos finden. Ich konnte und kann es immer noch nicht ganz. Natürlich spielen meine Muster da mit rein.

  • Liebe Pinguin,
    ich bin eine „alte CoAbhängige“. Ich kann dein aktuelles Rotieren durchaus verstehen. Und dieses an allen Feuern gleichzeitig zu löschen, überfordert jede/n, ob co oder sonstige Persönlichkeitsbesonderheit.
    Und ja, ich sah/sehe auch noch oft den ganzen mich entmutigenden Berg, anstatt nur DEN einen nächsten Schritt zu tun und zwar DEN für MICH.

    Als ich anfing, Dinge zu tun, weil ich sie tun wollte und nicht mehr mit dem Hintergedanken, meinem Mann zu gefallen oder ihn gar damit vom Trinken abzuhalten, dann ging es mir allmählich besser.

    Und diesen inneren Stress u die Sorge, ob u wann man die Kinder wem in welchem Zustand auch immer anvertrauen kann, das entscheidet, je nach Alter der Kinder, ich sag’s jetzt bisschen derb: derjenige der zum entscheidenden Zeitpunkt die meisten Tassen (und zwar intakte) im Schrank hat. Und ich musste auch lernen, meine Entscheidungen ohne schlechtes Gewissen zu treffen.
    Daher gilt hier bei uns Co‘s immer wieder: immer zuerst bei sich schauen und wenn du aktuell so durch den Wind bist, dann wünsche ich dir, dass DU dich sehr ernst nimmst u sehr egoistisch bist u erstmal schaust, dass es dir wieder besser geht.
    Mach langsam und sei gut zu dir. Liebe Grüße, Simsalabim. 🧙‍♀️🧹

  • Der Egoismus fällt mir schwer. Aber ich arbeite an mir. Ohne jemanden zu schaden im Idealfall

    Stückle für Stückle darfst du das was du anderen an Geduld u Großzügigkeit gewährst auch für dich in Anspruch nehmen. Das dürfen gerne ganz kleine Dinge sein. Einfach kleine FürMichMomente. 😉

  • Wenn mit dem Egoismus noch nicht klappt, tut es Dir vielleicht einfach noch nicht genug weh.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Finde ich super, dass du dir Hilfe für dich und die Kinder bei der Suchtberatung holst. Ich war damals auch da und es hat mir sehr gut getan, mit jemand Unbekanntem und Unbeteiligtem über alles reden zu können.

    Frag doch noch mal beim Anwalt nach, sicher brauchst du doch auch von ihm Gehaltsnachweise, eure Steuerbescheide etc.?

  • Wie geht es dir damit, wenn die Kinder bei ihm sind? Kontrollierst du vorher ob er was getrunken hat oder gehen die Kinder einfach so zu ihm.

    Wie sollte ich ihn kontrollieren?
    Ich merke ja an der Tür wie die Stimmung ist. Davon mal abgesehen kann er ja auch trinken sobald er allein mit den Kindern ist.
    Es ist ja auch nicht verboten zu trinken. Die Frage ist dann nur immer, wie viel wird getrunken und ist derjenige noch in der Lage gut aufzupassen.


    Wie es sich bei euch entwickelt kann ja niemand sagen, das bleibt abzuwarten. Ich weiß, dass man sich tausend Gedanken in alle Richtungen macht. Aber alles zu Zerdenken bringt nichts. Abwarten wie es sich entwickelt. Was wirklich hilft ist ein gutes soziales Netzwerk, dass im Zweifel mal einspringen kann wenn man Hilfe braucht(wie halt bei allen Alleinerziehenden auch ohne Suchtprobleme).

  • Finde ich super, dass du dir Hilfe für dich und die Kinder bei der Suchtberatung holst. Ich war damals auch da und es hat mir sehr gut getan, mit jemand Unbekanntem und Unbeteiligtem über alles reden zu können.

    Frag doch noch mal beim Anwalt nach, sicher brauchst du doch auch von ihm Gehaltsnachweise, eure Steuerbescheide etc.?

    Das kläre ich morgen alles mit der Anwältin ab.

  • Pinguin, ich glaube, du hast mich immer noch nicht ganz verstanden.

    Ich hoffe ich kann irgendwann entspannter an dieses Thema gehen und mehr bei mir bleiben. Vermutlich funktioniert deswegen die Co -Abhängigkeit so gut bei mir.

    Ist für mich ungefähr wie: „Ich hoffe, ich gewinne irgendwann im Lotto.“ Kann passieren. Ist aber kein Plan. Und hinter „meiner Co-Abhängigkeit“ kann man sich genauso bequem einrichten wie hinter jeder anderen Begründung auch. Sie erklärt dann irgendwann wunderbar, warum man weiter im Kreis läuft.;) Aber da bist du nicht allein. Man sieht ja, wie viele sich bemühen, dich auf den „richtigen Weg“ zu schieben, dir etwas zu erklären, dir etwas abzunehmen oder dir zu sagen, was du tun solltest.

    Nur laufen musst du ihn am Ende selbst.

    Sobald es ums Handeln geht, wird es unangenehm. Dann kommt das eigene Chaos auf den Tisch. Genau da sollte man es sich aber nicht gemütlich machen. Sonst erklärt die Co-Abhängigkeit irgendwann alles, obwohl manches schlicht menschliches Verhalten ist und gar nicht speziell „Co“ sein muss.

    Mit Reife oder besonderer Lebenserfahrung hat das wenig zu tun.

    Irgendwann bringt Reden, Denken, Erklären und Beratenlassen nichts mehr, wenn ich am Kern vorbeilaufe. Und auch die hundertste Frage danach, was andere machen, wie sie es machen oder wonach man noch suchen könnte, bringt mich irgendwann keinen Zentimeter weiter.

    Man kann das alles fragen. Man kann sich austauschen. Aber irgendwann muss aus dem ganzen Wissen auch etwas Eigenes werden.

    Dir nun alles Gute.

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Da, wo ich früher unterwegs war, nannten wir das "das gemütliche Elend".

    Es wird zwar gejammert und "eigentlich" müsste man was ändern, aber man hat sich damit eingerichtet und es ist noch nicht so schlimm, dass man wirklich konsequent was tut.

    Du, Pinguin , hast zwar auch gelitten, aber noch nicht so sehr, dass Du Dich getrennt hättest. Die Trennung sprach ja er aus. Also war Deine Schmerzgrenze noch nicht erreicht.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Sehe ich anders. Viele Co-Abhängige haben Angst vor dem Schritt. Und nicht zwingend weil der Leidensdruck noch nicht so groß war.

    Wir haben unsere Gründe sowie Alkoholiker ihre Gründe haben.

    So gibt es Menschen die nie was ändern. Es gibt welche die erst ihren absoluten Tiefpunkt erreichen müssen (was auch immer das ist) und es gibt sicher auch welche die vor einem Tiefpunkt gehen oder aufhören.

    Finde es ehrlich gesagt auch respektlos. Es gibt genug Co-Abhängige die 20 Jahre und länger ausharren obwohl es ihnen schlecht geht.

  • Überleg dir mal, ob es dich nicht sehr verletzt hat, dass er gegangen ist, und nicht du?

    Irgendwie habe ich das Gefühl, es prallt alles an dir ab.

    Schau dir doch mal in Ruhe an, was dir alles geschrieben wurde.

    Das sind alles Erfahrungen, die dir weitergegeben wurden. Lass es doch mal an dich heran.

    LG Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Ja, die gibt es. Sie tun mir so wenig leid wie Alkoholiker, die nach drei Langzeittherapien weiter trinken.

    Denn es ist ihre Entscheidung.

    Auch ein Therapeutensatz:

    "Ich kann nicht" heisst "ich will nicht".

    Schließlich ist ja hier niemand in einem edit Folterkeller angekettet, sondern jeder tut sich seinen Scheiss selber an. Niemand zwingt Dich dazu, das mitzumachen. Dazu zwingt Du Dich selbst aufgrund Deiner inneren Einstellungen.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
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  • Sehe ich anders.

    Du kommst hierher und möchtest Hilfe, siehst aber fast alles erstmal „anders“.;) Vielleicht ist genau das dein Hauptproblem?

    Wenig eigene Erkenntnis, wenig eigene Erfahrung – aber sofort Gegenargumente, weil die eigene Meinung offenbar wichtiger erscheint als das, was dir andere aus Erfahrung schreiben.Kann man machen.

    Nur funktioniert Hilfe schlecht, wenn jede unbequeme Rückmeldung erstmal mit irgendwelchen schrägen Vergleichen versucht wird wegzudiskutieren. Erfahrung lässt sich nicht wegdiskutieren. Ernsthafte Frage: Fällt dir das selbst nicht auf?

    Hilfe annehmen, Selbsthilfe umsetzen und auch mal etwas stehen lassen, statt sofort dagegenzuhalten. Es ist schon erstaunlich, wie viele hier versuchen, dir etwas mitzugeben – und wie schnell daraus bei dir wieder die nächste Gegenposition wird.

    Alles Gute dir.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Finde es ehrlich gesagt auch respektlos. Es gibt genug Co-Abhängige die 20 Jahre und länger ausharren obwohl es ihnen schlecht geht.

    Stimmt die gibt es, ich bin so eine die ewig ausgeharrt hat. Heute denke ich darüber ich habe mich selber um ein schöneres Leben gebracht, ich hatte so viele Gründe um nicht gehen zu müssen. Im Grunde gab es aber nur einen Grund, mein Selbstwertgefühl war so klein daß ich nicht den Mut hatte zu gehen und mir eingeredet habe eine Beziehung mit Höhen und Tiefen zu führen. Letztendlich bin ich gegangen weil ich es einfach nicht mehr aushalten konnte und ich krank vor Kummer war. Ich habe Jahre gebraucht das Ganze zu verarbeiten.

    Manchmal denke ich immer noch wie konnte ich nur! aber zurück zu blicken bringt mich auch nicht weiter. Es geht mir mittlerweilen wieder gut und ich führe das Leben das ich mir immer gewünscht habe.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Als ich anfing, Dinge zu tun, weil ich sie tun wollte und nicht mehr mit dem Hintergedanken, meinem Mann zu gefallen oder ihn gar damit vom Trinken abzuhalten, dann ging es mir allmählich besser.

    Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Manchmal reichen dafür schon kleine Dinge wie ein Spaziergang allein oder ein leckeres Essen, das man nur für sich selbst macht. Vielleicht etwas, das der Partner nicht mag und das man deshalb aufgegeben hatte.

    Überleg dir mal, ob es dich nicht sehr verletzt hat, dass er gegangen ist, und nicht du?

    Bei mir war es so - obwohl ich jahrelang gelitten habe! - dass ich zuerst verletzt war, als mein Mann die Trennung ausgesprochen hat. Zum Glück war ich aber dennoch schon so sehr "bei mir", dass ich dadurch nicht rückfällig geworden bin. Ich habe es akzeptiert und sowohl den Schmerz als auch die Erleichterung zugelassen. Vielleicht kannst du das auch spüren, dass unter dem verletzten Ich auch eine Portion Hoffnung verborgen liegt. Die kannst du herausholen und sie wird dir Kraft geben.

  • Wenn Du damit einverstanden bist, dass Dich ein Gericht für unzurechnungsfähig erklärt, bist Du aus dem Schneider.
    Ansonsten bist Du für alles was Du tust und mitmachst - mitgegangen, mitgehangen - selbst und voll verantwortlich.

    Das gilt für mich wie für Dich.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich glaube Pinguin braucht etwas Ruhe und Abstand um wieder runter zu kommen. Es sind doch viele Infos auf sie eingeprasselt, und offensichtlich fehlt ihr ein objektiver und rationaler Blick.

    Wenn sie den Kampfanzug und das Schutzschild abgelegt hat, und das Wort „Aber“ aus ihren Gedanken entfernt, wird es schon werden.

    Morgen hat sie ja die Möglichkeit mit dem Anwalt alles zu besprechen und sich dort noch mal etwas Luft zu machen, danach wird es bestimmt besser werden.

    Lebenskuenstler , „gemütliches Elend“ ist ja grandios, das hab ich mir ausgeschrieben 😎

  • Ich versuche mich abzugrenzen. Aber ich würde mich selbst belügen wenn ich sagen würde dass es nicht weh tut.

    Er will einen sauberen Cut. Er will nichts von mir. Geld war ihm noch nie wichtig. Nur die Kinder sind ihm wichtig.

    Das tut mir weh. Ich versuche mich abzulenken und mir Kraft bei meinen Eltern zu holen.

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