Zu Deiner Frage, Morgaine: Ja, das Gefühl kenne ich auch und deshalb habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz sehr genau überlegt, wem gegenüber ich die Alki-Schublade öffne (nur 3 alten Freunden, von denen einer leider inzwischen tot ist. Er war der einzige der drei, der nicht recht glauben mochte, dass das bei mir schon Sucht war. 😓)
Und natürlich informiere ich alle Ärzte, die mir irgendwelche Medikamente verabreichen (könnten) - mal mehr, mal weniger mit Erfolg: Bei der Darmspiegelung wache ich immer noch kurz vor Schluss auf, finde es aber inzwischen ganz praktisch.
Dass sie mich darauf reduzieren, kann ich nicht behaupten, aber sie gehen sehr unterschiedlich damit um, von Feiern bis bloß nicht ansprechen. Egal, notfalls mach ich das, ist ja mein Leben.
Aber: Immer, wenn ich hier ins Forum gucke, also mehrmals am Tag, bekenne ich mich vor mir selbst dazu, Alkoholikerin zu sein und nicht nur ein Problem unter vielen zu haben.
Das hat mich gerade am Anfang sogar mit Stolz erfüllt: Weil ich meine Sucht, egal, wie und wann genau ich hineingerutscht bin, nicht länger als gegeben hinnehme, sondern sie aktiv stoppe.
Ich bin mehr als "nur" eine Alkoholikerin, aber spätestens hier habe ich gelernt: Ohne meine Abstinenz ist alles nichts.
Darum konzentriere dich gerade am Anfang darauf, sie wie einen Schatz zu hüten und zu festigen. Alles andere ist erstmal zweitrangig.
Zu viel Nachdenken über Schuld und Scham kann auch anfällig für die Trostversprechen des Suchthirns machen.