Morgaine - Alkoholikerbekenntnis, Identität und Selbstwert

  • Zu Deiner Frage, Morgaine: Ja, das Gefühl kenne ich auch und deshalb habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz sehr genau überlegt, wem gegenüber ich die Alki-Schublade öffne (nur 3 alten Freunden, von denen einer leider inzwischen tot ist. Er war der einzige der drei, der nicht recht glauben mochte, dass das bei mir schon Sucht war. 😓)

    Und natürlich informiere ich alle Ärzte, die mir irgendwelche Medikamente verabreichen (könnten) - mal mehr, mal weniger mit Erfolg: Bei der Darmspiegelung wache ich immer noch kurz vor Schluss auf, finde es aber inzwischen ganz praktisch.

    Dass sie mich darauf reduzieren, kann ich nicht behaupten, aber sie gehen sehr unterschiedlich damit um, von Feiern bis bloß nicht ansprechen. Egal, notfalls mach ich das, ist ja mein Leben.

    Aber: Immer, wenn ich hier ins Forum gucke, also mehrmals am Tag, bekenne ich mich vor mir selbst dazu, Alkoholikerin zu sein und nicht nur ein Problem unter vielen zu haben.

    Das hat mich gerade am Anfang sogar mit Stolz erfüllt: Weil ich meine Sucht, egal, wie und wann genau ich hineingerutscht bin, nicht länger als gegeben hinnehme, sondern sie aktiv stoppe.

    Ich bin mehr als "nur" eine Alkoholikerin, aber spätestens hier habe ich gelernt: Ohne meine Abstinenz ist alles nichts.

    Darum konzentriere dich gerade am Anfang darauf, sie wie einen Schatz zu hüten und zu festigen. Alles andere ist erstmal zweitrangig.

    Zu viel Nachdenken über Schuld und Scham kann auch anfällig für die Trostversprechen des Suchthirns machen.

  • Ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen. Am Anfang war die Erkenntnis Alkoholikerin zu sein, für mich einerseits eine Erleichterung (denn dann konnte ich mich endlich damit richtig auseinandersetzen), andererseits habe ich mich aber auch geschämt.

    Für mich war „Alkoholiker“ grundsätzlich negativ behaftet, das waren die Personen am Rande der Gesellschaft, so war das damals kommuniziert in meinem Umfeld / Familie. Bzw. es wurde überhaupt nicht von „solchen“ Menschen gesprochen.

    In der Anfangszeit habe ich mich, wie viele hier, fast ausschließlich oder sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Da war mein Selbstwertgefühl auch sehr am Boden und ich wusste lange nicht, wer ich eigentlich bin, so ohne Alkohol. Musste mich auch erst mal wieder neu kennenlernen.

    Bleib am Ball und hab Geduld - die Zeit wird es richten!

    Ich bin mittlerweile über 14 Jahre mit Hilfe des Forums trocken, mein Selbstwert hat sich gebessert, ich weiß, wer ich bin und sein möchte. Aber es hat Zeit gebraucht.

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • habe ich mir vor dem Start in die Abstinenz sehr genau überlegt, wem gegenüber ich die Alki-Schublade öffne

    Ich habe die so richtig aufgerissen. Bzw. sie wurde auch durch meinen Jüngsten aufgerissen. Der erzählte, dass der Papa zu den AAs geht. In der Schule, im Verein.

    Ich habe meinen früheren "Freunden" erzählt, dass ich nur etwas mit ihnen unternehmen, wenn Alkohol nicht im Mittelpunkt steht. Sie wollten sich dann melden. Leider sind sie eben auch alle starke Trinker. Will ja keine Diagnose (Alkoholiker) stellen.

    Habe das dumpfe Gefühl, da meldet sich keiner mehr. Ist nämlich jetzt 4 1/2 Jahre her. ^^

    Aber ich vermisse nichts. Mir ist aufgefallen, dass wir gar keine richtige Freundschaft hatten. Wir sind alle nur trinken gegangen. Wenn ich zufällig einen treffe, wissen wir nichts zu reden. Bzw. sie wollen auch gar nichts von mir wissen. Es ist ihnen unangenehm. Halte ich ihnen doch, ob ich will oder nicht den Spiegel vor.

    Dafür habe ich gleich zu beginn unheimlich viel neue Menschen kennen gelernt. Hier und in meiner realen SHG. Bin eigentlich nicht so der Kennen-Lerner. Aber es war mir wichtig Menschen zu finden, die mich verstehen. Und das habe ich.

    Eigentlich heißt es, am Anfang langsam machen.

    Aber mein Hirn hat nicht langsam gemacht. Es war "von der Leine gelassen".

    Nachts ging es rund beim Einschlafen. Probleme wollten gelöst werden. Wegsaufen ging ja nicht mehr.

    Gegengesteuert habe ich übrigens auch z. B. mit Meditation. Habe ich schon vor 30 Jahren angefangen. Nur meditiert es sich mit Promille nicht sehr gut. Jetzt geht es immer und zu jeder Zeit.

    Also, ich bremse jetzt mal und gebe Dir den Rat, den ich auch bekommen habe.

    Die drei G Regel. Geduld, Geduld, Geduld.

    Ganz viel ergibt sich von selbst. Alles rutscht wie von selbst irgendwann an seinen Platz.

    Bald kommt die Normalität zurück. Aber eine bessere Normalität.

    Gefühle zulassen, aber nicht festhalten. Das Hirn muss halt machen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Hallo Morgaine,

    schön, dass Du hergefunden hast.
    Ich kann Dir nur von meinem Weg berichten. Ich bin in Deinem Alter und voll erwerbsunfähig. Vor über 2 Jahren rutschte ich immer tiefer in die Sucht. Ich begann schon vormittags den Sekt oder Wein zu trinken. Bis dato wussten meine Ärzte nichts von meiner Alkoholsucht. Selbst als ich B12 Mangel hatte und monatlich Infusion bekam, hat mich mein Arzt mich nicht darauf angesprochen. Wahrscheinlich hätte ich es auch abgestritten.
    Ich schämte mich, weil Alkoholismus auch was mit Stigmatisierung zu tun hat. Die meisten haben ein anderes Bild vom Alkoholiker im Kopf und Alkohol ist legal und gesellschaftsfähig.
    Trotz der Erkenntnis süchtig zu sein, musste ich weiter trinken, Sucht halt.

    Damals sah ich mir auf yt Videos von Frauen an, die alkoholsüchtig sind und abstinent wurden. Frauen, wie Du und ich aus allen Berufs- u. Altersschichten.

    Irgendwann fasste ich den Entschluss, erstmal zur Suchtberatung zu gehen ( da taucht es ja noch nicht in meinen Akten auf). Dort lagen Flyer von Selbsthilfegruppen, die ich noch in der selben Woche besuchte. Nach diesem Termin fiel mir ein Stein der Erleichterung vom Herzen und ich war auch bereit es meinen Ärzten zu offerieren.
    Heute finde ich es wichtig, wie Rennschnecke schon schrieb, zwecks Medikationen oder Narkosen bei OPs, die Ärzte davon in Kenntnis zu setzen.
    In meiner rSHG sind wir die Hälfte Frauen in meinem Alter und aufwärts. Auch hier im Forum wirst Du merken, dass Du nicht allein mit Deiner Krankheit bist.

    Bei den Therapien in Bezug auf Sucht ist entscheidend, wer der Kostenträger ist. (Krankenkasse oder Rentenversicherung)
    Die DRV ist natürlich bemüht, Dich wieder in Arbeit zu bringen.

    Ich bin nun seit über 2 Jahren ohne Therapie abstinent, besuche aber regelmäßig meine rSHG, das Forum hier, Zoom-Meetings und Wochenendseminare zum Thema Sucht unseres Selbsthilfeverbandes.

    Alles Gute auf Deinem Weg. 🍀

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Guten Morgen Morgaine,

    ich habe gestern tatsächlich in mein analoges Tagebuch geschaut (das ist ein Schreibblock) :) An Tag 12 kam dieser wunderbare Schlaf bei mir, den ich so nicht mehr kannte und der mich so endlos begeistert. Ich habe wie Tabsi erst unendlich viel zu unserer Krankheit im Internet gelesen, gehört, gesehen natürlich auch hier im Forum gelesen. Eigenlich jede freie Minute, weil ich da so langsam begriffen habe, dass es möglich ist, ein schönes Leben zu führen. Es gibt einen Ausweg! Und inzwischen ist heute Tag 250 und ich bin glücklich 😊

    Bleib dran, es lohnt sich so sehr 🍀

    Einmal editiert, zuletzt von Wilma (8. September 2026 um 07:45)

  • An Tag 12 kam dieser wunderbare Schlaf bei mir

    Ich weiß noch, dass ich mich mit dem Schlaf gefühlt eine Ewigkeit „rumgeärgert“ habe. Ich bin noch eine ganze Zeit lang zu der Zeit nasser Zeiten aufgewacht (Huch ganz schön oft „Zeit“ in dem Satz 🙃).

    Bleib dran, es lohnt sich so sehr 🍀

    Ohjaaaa….

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Es ging am Ende ums Überleben, da war kein Platz für Scham, Stigma oder mangelndes Selbstwertgefühl. Erstmal richtig nüchtern werden, den Alltag neu aufstellen und täglich die Erkenntnis, dass es ohne Alkohol so viel besser ist. Nach und nach kamen auch unangenehme Erinnerungen an die Saufzeit hoch, die haben auch ihren Raum bekommen, aber ich habe versucht, mich nicht daran aufzuhalten, sondern immer nach Vorne zu schauen. Das musste ich trainieren.

    Hast du dir die Grundbausteine durchgelesen? Die sind eine gute Orientierung, nicht nur für die Anfangszeit.

    Hallo Hera,

    ja, die Grundbausteine habe ich gelesen und sie sind sehr hilfreich!

    Wenn ich Deine Nachricht lese, besonders die zitierten Zeilen, frage ich mich, ob ich nicht wirklich einfach zu viel Zeit habe zum Grübeln... durch meine Rente bin ich ja nicht in der Arbeit. Ich habe zwar eine Anbindung an ein kreatives Projekt und andere Termine, aber es bleibt eben doch viel Zeit übrig... Nunja, dass ich schon länger wegen einer PTBS arbeitsunfähig bin, ist Fakt, daran wird sich so schnell nichts ändern... ich beherzige sehr Deine Worte, nach vorne zu schauen... Danke Dir dafür!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Am Anfang kreisen die Gedanken noch viel um die Alkoholsucht, aber das lässt mit der Zeit nach und anderes kommt wieder in den Mittelpunkt.

    Man lernt ja erst wieder das "normale" Leben kennen und es sortiert sich vieles.

    Hallo Elly,
    vielen Dank, Deine Worte machen mir Mut! Und ich empfinde das Lesen hier auch als sehr hilfreich!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Also habe ich mich eine ganze Weile in allen möglichen Dingen ausprobiert und herumexperimentiert. Sport, neue Hobbys, verschiedene Beschäftigungen … Ich durfte mich erstmal wieder richtig kennenlernen und da kam einiges zu Tage.

    Du stehst gerade an einem Punkt, an dem sich vieles neu sortiert und da kommen eben auch „unschöne“ und vollkommen irrationale Gefühle und Emotionen hoch.

    Und weil du Tai Chi erwähnt hast, vielleicht wäre regelmäßige Meditation ja auch etwas für dich? Mir hat das tatsächlich sehr geholfen, etwas Abstand von meinem inneren Kopfkino zu bekommen.

    Hallo Kurswechsel,

    ja, das Ausprobieren und Experimentieren habe ich mir auch vorgenommen... ich bin da noch sehr unsicher und arbeite gerade an einer neuen Haltung: dass es nciht perfekt sein muss und ich auch einfach ausprobieren darf, ohne dass es zu einem tollen Ergebnis kommen muss.
    Meditation ist leider sehr schwierig für mich. Ich habe sie oft probiert, aber aufgrund meiner PTBS dissoziiere ich da sehr schnell...
    Aber vielleicht finde ich mal eine gute traumsensible Meditation :) dann werde ich es wieder probieren...
    Vielen Dank fürs teilen Deiner Gedanken!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Das bisherige Leben auf links zu drehen braucht Zeit und Geduld.

    Hallo Bolle,
    lieben Dank dafür, das trifft bei mir insofern ins Schwarze, als dass Geduld nicht gerade meine Königsdisziplin ist... aber Du hast Recht: man dreht das Leben auf links... ich habe das die letzten Tage doch unterschätzt...

    Euer aller Feedback ist für mich unglaublich hilfreich und Mut machend!!!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Ich bin mehr als "nur" eine Alkoholikerin, aber spätestens hier habe ich gelernt: Ohne meine Abstinenz ist alles nichts.

    Darum konzentriere dich gerade am Anfang darauf, sie wie einen Schatz zu hüten und zu festigen. Alles andere ist erstmal zweitrangig.

    Zu viel Nachdenken über Schuld und Scham kann auch anfällig für die Trostversprechen des Suchthirns machen.

    Hallo Rennschnecke,
    danke fürs Teilen und diesen Hinweis! Ja, wie weiter oben schon geschrieben, glaube ich langsam auch, ich denke und grüble zu viel... und da kommen tatsächlich schnell solche Gedanken wie: Du hast doch nur abends getrunken, kann ja alles nicht so schlimm gewesen sein... fiese Manipulationsversuche des Suchthirns...
    Ich werde meine Abstinenz hegen und pflegen und hüten.... danke Dir!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen. Am Anfang war die Erkenntnis Alkoholikerin zu sein, für mich einerseits eine Erleichterung (denn dann konnte ich mich endlich damit richtig auseinandersetzen), andererseits habe ich mich aber auch geschämt.

    Für mich war „Alkoholiker“ grundsätzlich negativ behaftet, das waren die Personen am Rande der Gesellschaft, so war das damals kommuniziert in meinem Umfeld / Familie. Bzw. es wurde überhaupt nicht von „solchen“ Menschen gesprochen.

    In der Anfangszeit habe ich mich, wie viele hier, fast ausschließlich oder sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Da war mein Selbstwertgefühl auch sehr am Boden und ich wusste lange nicht, wer ich eigentlich bin, so ohne Alkohol. Musste mich auch erst mal wieder neu kennenlernen.

    Bleib am Ball und hab Geduld - die Zeit wird es richten!

    Ich bin mittlerweile über 14 Jahre mit Hilfe des Forums trocken, mein Selbstwert hat sich gebessert, ich weiß, wer ich bin und sein möchte. Aber es hat Zeit gebraucht.

    Hallo Sue,
    da erkenne ich mich wieder, in dem was Du schreibst...
    Danke, dass Du das teilst. Geduld ist nicht meine Stärke, aber wenn ich Deinen Beitrag lese und die von den anderen Mitgliedern, dann merke ich schon, dass das Teil meiner neuen Aufgaben ist: Geduld kultivieren.
    Ich hatte eben gehofft, dass sich in mir alles zum Guten wendet, sobald ich aufhöre zu trinken... dass das nicht so ist, merke ich jetzt deutlich und damit muss und werde ich umgehen... und auch versuchen, der Zeit zu vertrauen :)
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Hallo Alex,

    ich danke auch Dir fürs Teilen Deiner Erfahrungen...!
    Was die Freundschaften angeht, bin ich mit einem kleinen aber sehr feinen Freundeskreis gesegnet, in dem ich die einzige war, die getrunken hat. Das ist eine große Erleichterung für mich.
    Was die Geduld angeht, habe ich oben schon geschrieben: schwiiiieeerig... aber offensichtlich wichtig und damit jetzt auch auf meiner Liste der Dinge, die ich neu lernen möchte.

    Je mehr ich von Euch lese, desto mehr wird mir klar: uff, das ist wirklich ein komplett neuer Lebensabschnitt und da wird viel Veränderung auf mich zukommen... was mir etwas Angst macht aber mich auch freut...
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Meditation ist leider sehr schwierig für mich. Ich habe sie oft probiert, aber aufgrund meiner PTBS dissoziiere ich da sehr schnell...

    Oh, hätte ich das gewusst, hätte ich das gar nicht erwähnt… Davon hatte ich nämlich kürzlich erst gelesen. Da ging es darum, dass PTBS in Kombination mit Meditation sehr problematisch sein kann. Da haben einige wohl plötzlich ihr eigenes Zuhause oder sogar ihren eigenen Körper als fremd empfunden.

    Aber du wirst sicher andere Sachen finden, die dir guttun und sich einfach richtig für dich anfühlen. Tai Chi möchte ich unbedingt auch noch ausprobieren, genauso wie Qigong und so einiges andere. Überhaupt gibt es so viele Sachen, die mich interessieren und die ich gerne mal sehen, ausprobieren oder machen würde.

    Ich hab allerdings das genaue Gegenteil von dir und zwar zu wenig Zeit (durch Arbeit und Familie) 🙃

    Vielleicht machst du dir ja tatsächlich mal so eine Liste mit allem, was du schon immer mal ausprobieren und machen wolltest. Einfach erstmal alles drauf, was dir in den Kopf kommt. Und dann schaust du, was davon tatsächlich umzusetzen ist und gehst es nach und nach an und schaust dann einfach, wo du hängen bleibst..

    Früher (vor meiner Familie und zu nassen Zeiten) konnte ich mit Lücken im Tagesablauf nicht wirklich umgehen und hab mich dann oft leer gefühlt. Die Lücken mussten unbedingt gefüllt werden. Heutzutage sehne ich diese Lücken förmlich herbei und kann dann tatsächlich auch mal gar nichts machen 🙃 Es hat sich einfach so viel geändert seit meiner Abstinenz…

    dass es nciht perfekt sein muss und ich auch einfach ausprobieren darf, ohne dass es zu einem tollen Ergebnis kommen muss.

    Genau! Es sollte dich zufrieden machen und sich gut anfühlen 😉

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Damals sah ich mir auf yt Videos von Frauen an, die alkoholsüchtig sind und abstinent wurden. Frauen, wie Du und ich aus allen Berufs- u. Altersschichten.

    (...)

    Ich bin nun seit über 2 Jahren ohne Therapie abstinent, besuche aber regelmäßig meine rSHG, das Forum hier, Zoom-Meetings und Wochenendseminare zum Thema Sucht unseres Selbsthilfeverbandes.

    Alles Gute auf Deinem Weg. 🍀

    Hallo Tabsi,
    das ist ein interessanter Hinweis, da werde ich auch mal auf YT gucken, was ich finde... ich habe das große Bedürfnis, mich mehr und mehr zu informieren und die Geschichten anderer Betroffener zu hören. Ich selber bin ja durch einen Artikel im Spiegel über alkoholkranke Frauen endlich auf den Trichter gekommen zu erkennen, dass ich süchtig bin.

    Ich habe mir außerdem das Buch von Gabor Maté "Im Reich der hungrigen Geister" besorgt und bin auf die Lektüre gespannt...

    Ohne Therapie abstinent zu sein nötigt mir Respekt ab... ich glaube, ich bin mit einer Suchttherapie erstmal ganz gut beraten. Aber das ist ja sicher individuell verschieden!

    Ich danke auch Dir fürs Teilen!
    Liebe Grüße

    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

  • Guten Morgen Morgaine,

    ich habe gestern tatsächlich in mein analoges Tagebuch geschaut (das ist ein Schreibblock) :) An Tag 12 kam dieser wunderbare Schlaf bei mir, den ich so nicht mehr kannte und der mich so endlos begeistert. Ich habe wie Tabsi erst unendlich viel zu unserer Krankheit im Internet gelesen, gehört, gesehen natürlich auch hier im Forum gelesen. Eigenlich jede freie Minute, weil ich da so langsam begriffen habe, dass es möglich ist, ein schönes Leben zu führen. Es gibt einen Ausweg! Und inzwischen ist heute Tag 250 und ich bin glücklich 😊

    Bleib dran, es lohnt sich so sehr 🍀

    Hallo Wilma,
    ja, der Schlaf wird bei mir auch langsam besser und das freut mich auch ungemein! Und ich freu mich mit Dir über Tag 250 und danke Dir! Ich bleibe dran!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    per aspera ad astra (nach Seneca) - durch das Dunkel zu den Sternen

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