Loris - Feierabendtrinken ohne Rausch ist auch übel

  • Thema Kühlschrank wären auch zwei getrennte denkbar, wir haben eh zwei. Einen in der Küche einen im Hauswirtschaftsraum, das wäre dann "seiner" und was ich nicht sehe, ist weniger gefährlich.

    Und auf den soll er ein Schloss montieren und zusperren. Aber er wird dir wahrscheinlich den Vogel zeigen, wenn du das vorschlägst, so wie du ihn beschrieben hast.

  • Erziehe deinen Mann bitte und kläre ihn über Sucht auf, wenn er tatsächlich so gar nichts darüber weiß.

    Dulcinella „erziehen“ finde ich schon echt hart. Er ist ein erwachsener Mensch und kein Kleinkind.
    Wenn er kein Alkoholiker ist, kann er Sucht auch nicht nachvollziehen.

    Als Betroffene kann ich meinem Gegenüber nur erklären, was es mit mir macht, wenn es/er in meinem Beisein trinkt und Alkohol rumsteht. Ich kann aufzeigen, wo Alkoholsucht hinführt, dass es eine Krankheit ist und tödlich endet.

    Ob derjenige das akzeptiert, mich versteht, tolerant ist, meine Grenzen wahrt- steht doch auf einem ganz anderen Blatt.

    Akzeptiert er es nicht oder geht es mir nicht gut damit, kann ich nur meine eigenen Konsequenzen daraus ziehen.

    Ich bin mir inzwischen der wichtigste Mensch geworden.


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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Dulcinella „erziehen“ finde ich schon echt hart. Er ist ein erwachsener Mensch und kein Kleinkind.
    Wenn er kein Alkoholiker ist, kann er Sucht auch nicht nachvollziehen.

    Ja gut, ich denke es ist klar was damit gemeint ist. Dann halt nicht "erziehen" sondern ihn dazu bewegen, sein Verhalten ein winzig kleines bisschen für das Wohl der Partnerin zu ändern. Einen Eiskasten auf und zu sperren dauert nur einige Sekunden. Das Bier nicht direkt vor der Partnerin zu trinken ist keine große Herausforderung. Es ist eine Kleinigkeit und keine Haussanierung, die hier vom Ehemann verlangt wird!

  • Hallo Loris,

    ich sehe das so wie Alex_aufdemweg . Das wird sich früher oder später von selbst regeln. Allerdings, das muss ich jetzt auch mal so hart sagen, entweder in die eine oder andere Richtung.

    Wenn meine Frau absolut keine Rücksicht auf mich nehmen würde, würde es mich ständig triggern. Und das würde sich bei mir Aufschaukeln und die Sucht würde auch immer wieder anklopfen. Ich weiß genau, dass ich diesen Zustand auf Dauer nicht aushalten würde.

    Ich hab das meiner Frau auch so gesagt und sie trinkt nichts in meinem Beisein, erstens aus Rücksichtnahme und vor allem auch, weil sie es nicht braucht.

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Liebe Forumianer, ein sehr großes Danke füf alle Eure Beiträge und Eure Hartnäckigkeit, beim Betonen der Wichtigkeit des alkfreien Haushalts. Bereits gestern Abend habe ich auf Leberwickel und Atemmeditation verzichtet und mir eine Gesprächsstrategie für meinen Mann sehr gründlich überlegt, um ihn doch ins Boot zu holen. Wir haben dieses Gespräch heute früh geführt. Das Verhandlungsergebnis ist für mich sensationell gut und sicher:

    1.Die absolute Notwendigkeit dass ich 100% abstinent bleiben muss, wurde verstanden.

    2. die Notwendigkeit eines alkoholfreien Haushalts wurde ebenfalls akzeptiert. Da gingen zwar erst die Augenbrauen nach oben, nach Anbringen der hervorragenden Faustregel, wurde natürlich das eigene positive Selbstbild angesprochen, und das hat die Akzeptanz nach vorn gebracht.

    3. alternative Getränke für abends (Tees, Chai, alkoholfreie selbstgemachte Limos, die nicht so süß sind) wurden besprochen, und ich habe mich verpflichtet, für Abwechslung, neue Ideen und Zutaten zu sorgen, diese am frühen Abend bereitzustellen, für ein Jahr bis er in Rente geht, mehr Zeit hat, und evtl. ebenfalls aktiv mitgestaltet. Außerhalb des Haushalts kann mein Mann gerne auch in meinem Beisein trinken. Das war noch nie ein Problem für mich, zuhause lauert bei mir die Gefahr und wenn ich alleine bin. Wenn Besuch zum Essen kommt, können ebenfalls alle die wollen trinken, das wird aber kurz vor dem Essen von ihm besorgt, Reste von Wein etc. werden sofort beim Tischabräumen weggeleert von ihm.

    4.die Alkoholika aktuell wurden angeschaut, was in Frankreich steht rekapituliert und die Entfernung besprochen.

    das war der schwerste Punkt. Konsequent blieb ich bei der Betrachtung von Fruchtllikören. "ja und die? davon trinkst Du doch eh nichts?"

    Ja, alles, jeder Alkohol in jeglicher Form.

    Haken dran. Da mir aber klar ist, dass es am Sichersten für mich ist, wenn die Schaffung des alkoholfreien Haushalts zur "Chefsache" wird

    (mein Mann ist seit Jahrzehnten Chef einer Firma...und auch mein Arbeitgeber und Teamleiter im Kundenprojekt...)

    erklärte ich mich mit einer finalen Umsetzung bis 25.09. einverstanden. Seinen Plan bei Ankunft allen Alkohol in Frankreich wegzuräumen "den findest Du nicht..." und ihn eine Woche später nach Deutschland mitzunehmen, (da muss mein Mann alleine wegen Terminen nach Deutschland zurück, ich bleibe in Frankreich) damit er im Bekanntenkreis alles verteilen kann oder auch selbst davon trinken, fordert mir halt noch 9 Tage schwerere Bedingungen ab. Trotzdem für mich ein Super Ergebnis und er ist auch zufrieden. Ihm an dem Punkt seinen Plan madig zu machen, verstecken ist eine Furzidee, weil ich es natürlich schnell finde im Zweifelsfall, wäre nicht gut angekommen. Ich werde also nicht wie die SEK in Frankreich ins Haus stürmen, und sofort alles in den Guss schütten. Mein Mann wird diese Aufgabe in seinem Stil ausführen, denn dann kann ich mir langfristig sicher sein, dass er das Vorgehen im Nachhinein nicht in Frage stellen wird. Und für mich ist das ein sehr überschaubarer Zeitrahmen. Bin zuversichtlich, dass ich diese Hürde nehme. Ein paar Beutel Lakritze (mag ich eigentlich gar nicht) haben mir in Craving Momenten schon ein paar Mal geholfen. Die nehme ich nach Frankreich mit. Stricksach sowieso, neues Malen nach Zahlen, Hörbücher auch...

    Das wird!!!

  • Es gibt auch Doku‘s über Alkoholiker und Bücher, Podcasts zum Thema. Vielleicht ist es nützlich, wenn er da mal mir reinschaut um zu verstehen was es wirklich heißt Alkoholiker/in zu sein. Aufklärung für die Angehörigen, Familie, Freunde finde ich schon sehr wichtig und nützlich.

    Ich muss selbst dafür sorgen, dass ich nüchtern bleibe. Trigger können gefährlich werden. Da spielt es keine Rolle ob ich erst seit wenigen Tagen, Wochen oder lange Jahre abstinent bin. Ein Glas kann alles zunichte machen. Das ist mir jederzeit bewusst. Deshalb habe ich bei mir zuhause dafür gesorgt, das es nie Alkohol gibt. Egal welche Gäste zu welchem Anlass kommen.

    Heimlichtuerei ist für mich als Alki keine Kunstwerk, ich könnte mir dann bei ner Feier ne Flasche schnappen und irgendwo heimlich trinken.

    Ich bleibe bei größtmöglicher Risikominimierung.

    und mir eine Gesprächsstrategie für meinen Mann sehr gründlich überlegt, um ihn doch ins Boot zu holen. Wir haben dieses Gespräch heute früh geführt. Das Verhandlungsergebnis ist für mich sensationell gut und sicher

    Ich finde es gut, dass dein Mann auf dich eingeht. Vielleicht sind noch einige Gespräche nötig. Es geht schließlich um dein Leben.

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    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Das Wichtigste war für mich heute, die Sicherheit zu erhalten, dass es keine alkoholhaltigen Sachen im Haus mehr geben wird. Das wird eine große Hilfe für mich sein. Es ist eine gute Anregung sich mit dem Thema auch gemeinsam z.B. über Dokus zu beschäftigen. Dass, z.B. in Details, wie z.B. Gäste bewirten evtl. noch nachjustiert werden muss, kann gut sein, und ich glaube, das wird machbar sein. @ Kyra: genau wie Du, habe ich im Gespräch sehr die " Expertenmeinungen" also die Empfehlungen der Ärztin, des Forums, der Artikel im Netz betont. Sich dem zu verschließen ist viel schwieriger als sich der "unbequemen" und womöglich übertriebenen Ansicht der Partnerin zu verschließen. Ja, für meinen Mann ist das ein Verzicht, obwohl ein Alkoholproblem ( vllt. noch) nicht eingestanden werden kann. Und ich glaube auch, dass er mehr oder weniger bewusst durch die Kiste in der Garage, darauf aus war, meine Alkoholabstinenz zu beenden, damit es für in wieder behaglicher wurde, als allein zu trinken.

    Wir werden sehen, wie sich alles entwickelt, Wenn es mal so wird, dass er sich selbst davon überzeugt hat, dass alkoholfreier Lebensstil letztlich "seine" Idee war, dann bin ich safe, dann wird das auch vor Gästen zelebriert werden...natürlich ließ ich auch nicht unerwähnt, welche Vorteile z.B. für seine Makuladegeneration im Alkohoverzicht liegen. Da hatte ich gestern noch extra recherchiert.

  • Ich muss selbst dafür sorgen, dass ich nüchtern bleibe. Trigger können gefährlich werden. Da spielt es keine Rolle ob ich erst seit wenigen Tagen, Wochen oder lange Jahre abstinent bin. Ein Glas kann alles zunichte machen. Das ist mir jederzeit bewusst.

    Das bringst Du es genau auf den Punkt und das ist auch meine Überzeugung. Es ist auch überhaupt nicht so, dass ich da die Verantwortung und das Tun auf meinen Mann abwälzen will, aber ich habe nach all Euren Beiträgen eingesehen, ohne Unterstützung oder wenn aus Ignoranz oder was auch immer meine Anstrengungen sabotiert werden (wie mit der Garagenaktion) bin ich über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Ich bedanke mich nochmal bei Euch allen und wünsche Euch alles Liebe, noch einen erfreulichen Tag, und ich werde weiter berichten!!!

  • Also nen schnellen Tipp noch, trink immer genug Wasser, lieber mehr als zu wenig. Einfach damit erst gar kein Durst aufkommt. Das stabilisiert die Abstinenz.

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    🦋 Heute trinke ich nicht 🦋 Heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Und ich glaube, am Ende hast Du Dukcinellas Rat auch noch geschickt umgesetzt, Loris. Ehemannmanagement für Fortgeschrittene. Gibts bestimmt auch umgekehrt😉

    Ich kenne das nur aus der Beobachtung, zum Glück bin ich selbst nie in den Ehehafen eingelaufen, zu eng. Aber wenn es beiden so taugt ...

  • Ich werde also nicht wie die SEK in Frankreich ins Haus stürmen, und sofort alles in den Guss schütten.

    Das wäre auch nicht anzuraten. Selbständig in den Ausguss schütten kann nach hinten losgehen.
    Ich habe hier im Forum z. B. schon von einem Rückfall gelesen, der beim Ausschütten von Bier aus einem Kasten passiert ist. Der Kasten stand davor tagelang in der Garage.

    Auf alle Fälle zieht es mir echt die Schuhe aus, wie du das jetzt umgesetzt hast.

    Gerade war es noch ein Scheidungsgrund. ;) Und dann das jetzt. :thumbup:

    Wo ich hingehe, dort bin ich dann.

  • Also nen schnellen Tipp noch, trink immer genug Wasser, lieber mehr als zu wenig. Einfach damit erst gar kein Durst aufkommt. Das stabilisiert die Abstinenz.

    Ein sehr guter Ratschlag, so habe ich mir das noch gar nicht überlegt, und ich trinke tatsächlich tagsüber wenig. Muss ich ändern, vielen Dank für diesen wertvollen Tipp!

  • @ Alle: die häusliche Stimmung ist heute Abend gut, um nicht zu sagen sehr gut!

    Das Getränk des Abends (aufgrund des Scheinfastens zuckerfrei) :

    Crushed ice mit Limettenscheiben und einem Stängel Minze aus dem Garten in einer Glaskanne etwas anstossen, mit 1/3 zuckerfreie. Bitterlemon und 2/3Mineralwasser aufgießen, in schöne Gläser und mit Glasstrohhalm serviert.

    Serie gucken, die mit Kevin Costner und den vielen Pferden...

    Check!!!

  • Super, das freut mich für Euch.

    Sind denn Eure Gäste immer sehr trinkfreudig?

    Überwiegend nicht. Im September z.B. kommt ein befreundetes Ehepaar zum Abendessen zu uns. Die trinken gern ein bis zwei Gläser Wein zum Essen. Wenn da nach dem Essen nichts übrig bleibt, triggert mich das nicht. In so Gesprächs- und geselligen Situationen fiel es mir schon immer leicht, nicht zu trinken. Ich habe mich auch oft zum Fahren angeboten. Im Gespräch und im Kontakt bin ich sehr gerne nüchtern. Ich habe auch am liebsten allein geraucht. Jemand der da neben mir stand oder saß um auch zu rauchen, hat mir echt den Genuss, Stopp, das ist das komplett falsche Wort. Die Illusion von Befriedigung und Entspannung verdorben. Bei Essenseinladungen ist es eh meist so, dass die Paare mit dem Auto kommen und einer nix trinkt. Wir haben auch Bekannte, die schon immer alkoholfrei leben.

    Eine ganz andere Nummer ist eine Nachbarschaftsclique von der Christbaumloben- Whattsapp- Gruppe. Am vereinbarten Tag wird von Haus zu Haus gezogen, der Christbaum wird gelobt und Schnaps ausgeschenkt. Am Ende der Tour sind alle mehr oder weniger betrunken. Die kommen zu uns aber auch gern, da bin ich voll überzeugt, wenn wir etwas Alkoholfreies anbieten. z.B. Espressos mit Zimtsahne drauf, homemade limo o.ä. und die sind alle echt in Ordnung und kontaktfreudig. Wenn ich das vorher im Whattsapp- Chat anspreche, wie wir das machen, kriege ich mit Sicherheit viele Daumen hoch und klaro, kein Problem, Supersache. Ob ich dann zu den anderen mitgehe, weiß ich nicht, eher nicht. Mein Mann kann gern mitgehen.

  • Ach und die Hauptinitiatoren der Christbaumgruppe, zwei Ehepaare mit denen wir lose befreundet sind, wissen bis dahin eh schon Bescheid. Ihnen wird mein Mann die Alkoholika vorbeibringen.

    Er muss damit zwar einen Invest abschreiben, aber er darf da gerne ein bisschen in sozialer Bestätigung und Anerkennung baden. Ich habe den Forumsartikel zu den Grundbausteinen und wie essentiell die Unterstützung durch Partner und Familie ist, glaub gut rübergebracht. Das wird er sicher berichten, und er hat eine Steigerung seines Ansehens. Deal. Warum bin ich nicht früher drauf gekommen, dass ich einfach wie ein Betriebswirt denken muss, wenns um die Wurst geht. Nein im Ernst, ich umgebe mich bloß mit Leuten, die mir liegen und wo ich sicher sein kann, dass es menschlich passt. Und da kann man auch sagen, ich bin Alkoholikerin und bin trocken und will es bleiben.

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